Ankara (nex) – Eine hochrangige linksextremistische Terroristin, nach der sowohl die USA als auch die Türkei fahnden, hält sich vermutlich in den Niederlanden auf. Dies teilte ein türkischer Regierungsvertreter am gestrigen Mittwoch mit und fügte hinzu, dass Ankara einen Auslieferungsantrag vorbereite.
Das als Seher Demir Sen identifizierte Mitglied der Revolutionären Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) habe innerhalb der Miliz eine Führungsposition. Sie soll hinter dem Anschlag auf die US-Botschaft in Ankara vor vier Jahren stecken, bei dem ein Wachmann getötet worden war.
DHKP/C hat sich, seit ihrer Gründung im Jahre 1994, als ihre Vorgängerin Devrimci Sol bzw. Dev Sol zersplitterte, US-Interessen, einschließlich US-Militärpersonal und -Diplomaten sowie Objekte, zum Ziel gesetzt. Ihr Ziel ist es, den Fußabdruck, den die USA und die NATO in der Türkei hinterlassen haben, abzuschaffen und einen sozialistischen Staat aufzubauen. Im Februar 2013 griff ein mit der Gruppe verbundener Selbstmordattentäter die US-Botschaft in Ankara an und tötete dabei einen türkischen Sicherheitsmann. Das US-Außenministerium stufte 1997 die DHKP/C als eine ausländische Terroristenorganisation ein und überprüfte diese Einstufung am 24. Juli 2013 und behielt sie bei.
Sen trat Dev Sol im Jahre 1980 bei und nahm an Dev-Sol-Aktionen bis 1994 teil, wonach sie der DHKP/C beitrat und in Griechenland zur Führungsposition aufstieg. Angeblich diente sie als Chef des DHKP/C-Büros in Athen. Sie ist ein Mitglied des DHKP/C-Zentralkommittees, des Entscheidungsgremiums der Gruppe.
Musa Asoglu, Zerrin Sari und Seher Demir Sen sind Schlüsselführer der Revolutionären Volksbefreiungspartei/Front (türkisch: Devrimci Halk Kurtuluş Partisi Cephesi oder DHKP/C).
Die USA fahndeten ebenfalls gemeinsam mit Sen nach zwei weiteren DHKP-C-Anführern.
Ein Regierungsvertreter der Türkei gab bekannt, Sicherheitskräfte hätten ermittelt, dass die Terroristin sich vor Kurzem von Griechenland in die Niederlande abgesetzt habe. Die Vorbereitungen für den offiziellen Auslieferungsantrag würden laufen.
Istanbul (nex) – Turkish Airlines wird im Rahmen einer Kampagne des Vine- und Snapchat-Stars Jerome Jarre und des Schauspielers Ben Stiller 60 Tonnen humanitäre Hilfsgüter im Wert von zwei Millionen US-Dollar in das von einer extremen Hungersnot betroffene Somalia fliegen.
Der Hollywood-Star Ben Stiller hatte die einzige kommerzielle Fluggesellschaft, die in das ostafrikanische Land fliegt, via Twitter gebeten, eines ihrer Flugzeuge für die Somalia-Hilfsaktion zur Verfügung zu stellen.
Twitter-User aus aller Welt unterstützten die Online-Kampagne, die mit dem Hashtag #TurkishAirlinesHelpSomalia ihren Lauf nahm.
Am vergangenen Freitag reagierte Turkish Airlines mit dem Tweet: „Bereit zum Abflug, um Somalia zu helfen“.
https://youtu.be/0kzFCkzf3n0
Die Zielsumme von zwei Millionen US-Dollar war Medienberichten zufolge bereits nach nur wenigen Stunden erreicht, nachdem 75.000 Menschen für die Kampagne gespendet hatten.
Ibrahim Kalin, der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, twitterte nach seinem Telefongespräch mit Ben Stiller: „Großartige und gütige Leistung von Ben Stiller und seinen Freunden für das somalische Volk. Wir sind bereit zu helfen.“
https://www.youtube.com/watch?v=1WDvxGYz5fE
Am 4. März hatte Erdogan die Menschen dazu aufgerufen, an der Hilfsaktion des Türkischen Roten Halbmondes (TRH) für Somalia teilzunehmen.
TRH-Präsident Kerem Kinik dankte dem Hollywoodstar für die Schaffung eines Bewusstseins bezüglich der Situation und gab bekannt, dass die größte Hilfsorganisation der Türkei die Entsendung von drei Schiffen und drei Frachtflugzeugen in den Jemen, nach Somalia sowie in den Südsudan durch Turkish Airlines plane.
UN-Angaben zufolge droht rund 20 Millionen Menschen, davon 1,4 Millionen Kindern, in Ostafrika der Hungertod.
Die Türkei hat seit 2011 mehr als rund 122 Millionen US-Dollar durch die Behörde für Notfall- und Katastrophenmanagement (AFAD), den Türkischen Roten Halbmond und das türkische Amt für religiöse Angelegenheiten (Diyanet) an humanitärer Hilfe geleistet.
Berlin (ots) – Angst und Depression, Aggression gegen sich selbst und andere: Unter diesen alarmierenden Symptomen leiden immer mehr Kinder, die aufgrund des EU-Türkei-Deals auf den griechischen Inseln festsitzen. Das zeigt der neue Bericht von Save the Children „A Tide Of Self-Harm and Depression“. Die politische Vereinbarung zwingt derzeit tausende Familien und mehr als 5.000 Kinder zu einem Leben unter haftähnlichen Bedingungen oder in überfüllten und unsicheren Unterkünften.
Kinder sehen Leichen, werden in gewaltsame Proteste verwickelt, haben all ihr Hab und Gut verloren, den ganzen Winter in dünnen Zelten oder kaum geschützt auf Parkplätzen verbracht und sind von Bildungsmöglichkeiten abgeschnitten. Um dieser schrecklichen Lebensrealität zu entfliehen, greifen immer mehr Jugendliche zu Alkohol und Drogen, Dealer schlagen daraus Kapital. Manche Kinder verletzen sich auch selbst, sogar schon im Alter von neun Jahren.
Die Mütter entdecken die Wunden und Narben beim Baden ihrer Kinder. Außerdem gibt es Zwölfjährige, die versucht haben, sich umzubringen, unter anderem weil sie Zeugen von Selbstmordversuchen wurden. Einen solchen Fall haben Kinder sogar gefilmt.
„Der EU-Türkei-Deal sollte eigentlich den Fluss ‚illegaler Migration‘ nach Griechenland stoppen – aber zu welchen humanitären Kosten geschieht das nun?“, fragt Andreas Ring von Save the Children Griechenland. „Unsere Kollegen beobachten eine erschreckende Verschlechterung des seelischen Zustands der Kinder und fürchten, dass eine Generation mit großen, langfristigen psychischen Problemen heranwächst – und zwar in Europa, direkt vor unserer Haustür.
(Foto: Save the children)
Diese Kinder haben das Schlimmste durchgemacht, um unvorstellbarem Grauen zu entkommen und Sicherheit zu finden – gefunden haben sie weitere Verzweiflung. Einige Kinder bezeichnen die Camps als Hölle und sagen, sie würden sich dort wie Tiere fühlen, nicht wie Menschen. Und die älteren Mädchen und Jungen wissen, dass es das Verschulden der EU ist, dass sie dort auf unbestimmte Zeit festsitzen. Kinder haben große Widerstandskräfte, aber unter solchen Zuständen drohen sie zu zerbrechen. Es muss jetzt gehandelt werden für sie – je eher wir ihnen helfen, desto schneller werden sie sich erholen.“
Save the Children hilft mit kinderfreundlichen Räumen, in denen sie geschützt spielen und Kind sein können sowie psychosozial unterstützt werden. „Diese Art der Hilfe ist dringend notwendig, aber auf Dauer nicht ausreichend“, mahnt Andreas Ring an. Die weltweit größte unabhängige Kinderrechtsorganisation ruft daher die EU und die griechische Regierung auf, umgehend die rechtswidrige und ungerechtfertigte Festsetzung von Geflüchteten zu beenden:
Die betroffenen Inseln müssen entlastet und die Kinderflüchtlinge und ihre Familien in sichere Unterkünfte umgesiedelt werden. Für unbegleitete Kinder muss es mehr Unterbringungsmöglichkeiten geben, zudem müssen Kinder mit psychischen Störungen unmittelbar an Orte gebracht werden, an denen sie angemessen behandelt werden können.
„Ich habe gravierende Veränderungen im Verhalten meines Sohnes beobachtet“, sagt der Geflüchtete Babak, der mit seinem 12-jährigen Sohn dabei war, als ein Feuer vergangenes Jahr Teile des Lagers in Chios vernichtete, in dem sie gestrandet waren. „Er hat große Angst seit dem Brand“, berichtet Babak, „er schläft nicht gut und leidet unter Alpträumen, ich habe die gleichen Symptome. Niemand kann unter solchen Bedingungen leben. Ich hasse mich selbst und Europa.“
Mitarbeiter von Save the Children berichten, dass einige unbegleitete Kinderflüchtlinge rund um die Uhr in einem „Überlebensmodus“ sind und in Schichten schlafen, um sich gegenseitig zu schützen.
Dortmund (nex) – Anhänger der international als Terrororganisation eingestuften PKK haben nach einer Meldung der englischsprachigen Nachrichtenagentur Anadolu im vergangenen Jahr mehr als 40 Gewalttaten gegen Türken und Kurden in Deutschland verübt – Festnahmen gab es bislang jedoch nur fünf.
Nach Aufzeichnungen türkischer Konsulate, die Anadolu eigenen Angaben zufolge vorliegen, seien im vergangenen Jahr 19 türkische Staatsangehörige bei Angriffen von PKK-Anhängern bei Demonstrationen in Köln, Nürnberg und Stuttgart verletzt worden, drei davon schwer.
PKK-Sympathisanten hätten auch auf acht Moscheen sowie zehn Büros, die türkischen Vereinen gehörten, eine lokale Zeitung und mehrere Geschäfte zumeist mit Molotow-Cocktails, Sprengsätzen und anderen brennbaren Materialien Anschläge verübt, so die türkischen Auslandsvertretungen weiter.
Unter den 42 von türkischen Staatsbediensteten registrierten Anschlägen seien in nur zwei Fällen Straftäter in Untersuchungshaft gekommen.
Bei acht Anschlägen auf Moscheen in verschiedenen Städten wie Kassel, Heilbronn und Emmerich am Rhein habe die Polizei bislang keine Festnahmen durchgeführt, heißt es weiter.
Auch die Union Europäisch Türkischer Demokraten (UETD), eine der größten Migrantenorganisationen Deutschlands, sei Opfer von Molotowanschlägen in verschiedenen Städten geworden.
Die PKK wird von Deutschland seit 1993 als eine Terrororganisation eingestuft, die aber laut dem letzten Bericht des Bundesverfassungsschutzes mit 14.000 Anhängern nach wie vor in dem Land aktiv ist.
Die Terrororganisation hat im Juli 2015 ihren bewaffneten Kampf gegen die Türkei wiederaufgenommen und ist seit dem für den Tod von etwa 1.200 Sicherheitskräften und Zivilisten verantwortlich.
Essen (ots) – Mit dem Bild einer Überwachungskamera fahndet die Polizei nach einem mutmaßlichen Autodieb.
Am 13. Januar betrat der hier abgebildete Mann zunächst den Verkaufsraum des Geschäfts an der Langemarckstraße in 45141 E-Frillendorf bevor er sich in Richtung Waschhalle orientierte. Hier entwendete er einen abgestellten Dacia Duster.
Zuvor fertigte eine Überwachungskamera Lichtbilder des Unbekannten. Wer kennt diesen Mann? Hinweise nimmt die zuständige Ermittlerin des Kriminalkommissariats 32 unter der Telefonnummer 0201/829-0 entgegen. (LL)
Leipzig (ots) – Nach einem kometenhaften Aufstieg prägt RB-Leipzig nun die Bundesliga wesentlich mit. Doch worauf ist der Erfolg zurückzuführen, was machen die Rasenballer anders als andere Vereine?
MDR-Sportreporter Ingo Hahne sprach mit Fußballexperten sowie Gegnern des Vereins und erhielt exklusive Einblicke in den Vereinsalltag, zu sehen in einer MDR-Reportage am Samstag, 25.März, 19 Uhr, im Ersten.
Am elften Spieltag erobert Aufsteiger RB Leipzig die Tabellenspitze der Bundesliga. 22 Tage thront der Bundesliga-Neuling vor Bayern München. In ihrer Premierensaison sind die Leipziger lange Zeit schärfster Konkurrent des Rekordmeisters. Der Neuling mischt das Oberhaus des deutschen Fußballs auf.
So hat sich der Verein in Leipzig und Umgebung innerhalb kurzer Zeit als Identitätsfaktor etabliert. Das Stadion ist seit dem Aufstieg fast immer ausverkauft. Die Vereinsfarben bestimmen an Spieltagen das Stadtbild. In den Augen seiner Kritiker ist RB Leipzig jedoch ein Retortenverein, aufgepumpt mit den Millionen von Brause-Milliardär Dietrich Mateschitz.
Die Ultra-Fanszene wehrt sich gegen den Emporkömmling aus dem Osten – mit Plakaten, Sitzblockaden oder, wie jüngst in Dortmund, mit Steinen.
Die Dokumentation von Ingo Hahne, die der MDR für das Erste produziert hat, schaut hinter die Kulissen des erfolgreichsten Bundesliga-Aufsteigers aller Zeiten und hakt nach: Wie arbeiten Sportdirektor
Ralf Rangnick und Trainer Ralph Hasenhüttl? Was treibt Spieler wie Emil Forsberg oder Timo Werner an? Und warum spaltet der Erfolg die Fanszene in Deutschland?
London (nex) – Wie Medien übereinstimmend berichten, hat es vor dem britischen Parlament in London einen Anschlag gegeben. Es seien Schüsse gefallen, mehrere Menschen lägen verletzt am Boden. Genau Hintergründe seien noch unklar, es gebe weitläufige Absperrungen.
Zeugenberichten zufolge habe ein Autofahrer einen Fahrradfahrer umgerast, danach seien die Schüsse gefallen. Diese Information sei jedoch mit Vorsicht zu genießen. Auf Twitter spreche laut BILD ein User von einem Auto, das auf der Westminster Bridge mindestens fünf Menschen umgerast haben soll. N24 zufolge habe die Polizei bereits 12 Minuten nach den Schüssen die Straßen um das Parlament abgesperrt. Scharfschützen der Polizei hätten sich auf den Gebäuden postiert.
Insgesamt sei die Situation noch sehr unübersichtlich. Im Parlament sei ein Angreifer angeschossen worden. Mehrere Rettungshubschrauber seien Medienberichten zufolge vor Ort gelandet.
Berlin (nex) – Der neue Bundespräsident ist vereidigt und richtet bereits in seiner ersten Rede einen Appell an den türkischen Präsidenten Erdogan.
In seiner Antrittsrede hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Nazi-Vergleiche des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan verurteilt und die Freilassung des „Welt“-Journalisten Deniz Yücel gefordert.
„Beenden Sie die unsäglichen Nazi-Vergleiche! Zerschneiden Sie nicht das Band zu denen, die Partnerschaft mit der Türkei wollen“, sagte Steinmeier laut vorab verbreiteter Rede. Erdogan solle den Rechtsstaat und die Freiheit von Medien und Journalisten respektieren.
Deutsche und Türken fühlten sich besonders verbunden, auch wegen der vielen Menschen türkischer Abstammung, die in „Deutschland lebten, arbeiteten und hier zu Hause“ seien, so Steinmeier. Deshalb schaue man auf die Türkei nicht mit „Hochmut und Besserwisserei“. Die Deutschen wüssten um die schwierige Lage der Türkei in Nachbarschaft der großen Krisenregionen Irak und Syrien.
Deutschland verurteile den versuchten Militärputsch im vergangenen Sommer, allerdings sei man von Sorge geplagt, dass all das, was über Jahrzehnte aufgebaut worden ist, in kurzer Zeit zerfalle. Die Türkei habe eine Phase von wirtschaftlichem Aufbau, Reformen und auch einer Periode der Annäherung an die EU erlebt. All dies habe Deutschland gewürdigt und unterstützt, betonte Steinmeier.
Berlin (nex) – „Ben böyleyim – Ich bin so wie ich bin“, singt Elif auf dem Titelstück ihres neuen Albums „Doppelleben“ das am 26. Mai 2017 veröffentlicht wird.
„Ben böyleyim – Ich bin so wie ich bin“, mit diesen Worten begibt sich Elif zugleich auf die Suche nach ihrer Heimat. Dabei geht es nicht um Geografie, Elifs Geschichte ist keine Geschichte einer Frage nach Zugehörigkeit, zwischen dem Land, in dem sie geboren wurde, und dem Land, aus dem ihre Ahnen stammen. Elifs Suche ist mehr als das. Sie ist kleiner, individueller und damit schon wieder viel größer, weil sie uns alle betrifft. Die 24-jährige Berlinerin stellt sich der Frage, wieso die meisten von uns ein Leben zwischen den Stühlen führen.
Elifs Texte auf „Doppelleben“ sind klar und offen. Immer wieder wird sie von Künstlerkollegen, von Freunden und ihrer Familie gefragt, ob sie sich nicht verletzlich mache, wenn sie all ihre Gefühle in der Musik offenlege. „Ich verstehe diesen Gedanken überhaupt nicht“, sagt die Sängerin. „Ich finde, im Gegenteil, dass man sich eher unangreifbarer macht, wenn man die Dinge auf den Tisch legt und sagt: ‚Hier, das ist mein Leben. Das sind meine Ängste, meine Träume, mein Sein.‘ Was gibt es da dann noch zu attackieren?“
Das Ergebnis sind 13 Lieder, 13 Chansons voller Melancholie, aber noch wichtiger: voller Optimismus. Elif singt von Liebe in all ihren Facetten, von der Beziehung zu den Eltern, dem Verliebtsein, vom Kaputtgehen und Neuwerden. Und sie umarmt dabei jede dieser Facetten aus vollem Herzen. „Anlauf nehmen“ heißt eines der Lieder, „Umwege gehen“ ein anderes.
„Doppelleben“ ist im Leben entstanden, nicht am Schreibtisch. Die Songs sind Abbilder der Momente und Erfahrungen, die die junge Künstlerin in den vergangenen drei Jahren gemacht hat. Sie erzählen von einer Zeit im Aufbruch, innerlich wie äußerlich. Die Stimmung des Albums ist nachdenklich, aber hoffnungsvoll. Überhaupt, das größte Thema in Elifs Arbeit ist die Aufrichtigkeit. „Ich nehme mir die Freiheit, die Dinge so zu sagen wie sie sind“, sagt Elif. „Weil ich glaube, dass das gerade diese Freiheit ist, die man sich als Künstler leisten sollte.“
(Foto: Elifvevo/Screenshot)
„Doppelleben“ ist so aufrichtig, dass es schon jetzt eine eigene Seele hat. „Für mich“, sagt Elif, „ist das Texten von Songs eine menschliche Arbeit, die Entstehung von Musik aber hat etwas Universelles. Manchmal kommen die Melodien einfach von irgendwoher angeflogen. Und auch wenn die Texte im Nachhinein entstehen, ist da diese Melodie die mehr als tausend Worte spricht. Jedes Stück ist wie eine Seite in einem Tagebuch, in dem ich nachlesen kann wer ich bin:
Heimat – eigentlich sollte das der Ort sein, an dem man bedingungslos geliebt wird. Dafür aber muss man sich zu erkennen geben, zeigen wer man ist. Elif verließ mit 19 Jahren ihr Elternhaus in Moabit, weil sie genau das nicht konnte. „Meine Eltern sind eher mit konservativeren Werten erzogen worden, ich dagegen bin viel freier aufgewachsen. Dadurch entstand mit den Jahren ein Ungleichgewicht. Irgendwann konnte ich zuhause nicht mehr so sein, wie ich wirklich bin.“
Eine Zerrissenheit, die Elif jahrelang beschäftigt. In „Doppelleben“ singt sie:
„Wollt ihr denn nicht hören / Was in meinem Herzen klingt „, und entwickelt wenig später gleich selbst die Lösung: „Ich will euch alles sagen können / Damit ihr seht und versteht, wer ich bin / Ich will euch alles fragen können / Damit ich weiß, was noch geht, und wohin.“
Elif weiß, dass der Weg nach Hause eine immerwährende Reise ist. Für sie, aber auch für jeden anderen: „Wir wollen doch alle irgendwann an einem Ort ankommen, an dem wir ganz und gar verstanden werden.“ Elif hat sich auf den Weg gemacht.
Wien/Salzburg (ots) – Zeitungen in ganz Europa setzen vermehrt auf Coverstorys. Auf der Titelseite wird dazu groß ein Thema platziert und dann auf mehreren Seiten weitergeführt. Damit erhält die gedruckte Zeitung eine neue Funktion:
Stand früher die schnelle Nachricht im Vordergrund, ist es heute der große Hintergrundbericht. Selbst tagesaktuelle Themen werden von den Redaktionen inzwischen derart aufwendig aufbereitet.
Das ist einer von insgesamt zehn Zeitungstrends, die Norbert Küpper beim European Newspaper Congress 2017 in Wien vorstellen wird. Der deutsche Zeitungsdesigner beobachtet jährlich die wichtigsten Veränderungen im europäischen Zeitungsgeschehen.
In diesem Jahr wird Küpper besonders viele Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen. „Wenngleich auch bei der visuellen Präsentation noch immer Zeitungen in Skandinavien und den Benelux-Ländern führend sind, haben Deutschland, Österreich und die Schweiz enorm aufgeholt“, analysiert Küpper.
Der European Newspaper Congress beginnt am 21. Mai. Rund 500 Chefredakteure und Medienmanager diskutieren drei Tage über die Zukunft ihrer Branche. Die digitale Transformation eines Medienhauses ist einer von vielen Themenschwerpunkten. Mehrere Beiträge setzen sich mit den politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Medien auseinander.
„Im selben Boot? – Politik und Medien im Zeitalter von Fake News und Populismus“ ist dazu der Titel der Keynote von Österreichs Bundeskanzler Christian Kern. Und „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo analysiert, was es heute bedeutet, Haltung zu zeigen. Erwartet werden die ersten Ergebnisse von Medien, die sich gezielt mit konstruktivem Journalismus auseinandersetzen. Zusätzlich werden innovative Medienmacher aus ganz Europa ihre neuesten Projekte präsentieren.