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Epstein-Akten
Epstein-Akten: „Erdoğan reinigt das Militär von israel-freundlichen Kräften“

Washington – Brisante neue Enthüllungen aus den über 3 Millionen freigegebenen Jeffrey-Epstein-Akten des US-Justizministeriums: In geheimen Korrespondenzen des Epstein-Netzwerks wird detailliert analysiert, wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan das türkische Militär umbaut. Wörtlich heißt es in den Dokumenten, Erdoğan „reinigt das türkische Militär von denjenigen, die gut mit Israel zusammenarbeiten“. Die Akten werfen ein völlig neues Licht auf die geopolitische Spionage-Rolle des pädophilen Multimillionärs und seiner hochrangigen Kontakte. Die Ende Januar 2026 entsiegelten Dossiers belegen, dass die Militärstrategie von Präsident Erdoğan und das Verhältnis der Türkei zu Israel ein zentrales Thema in den diplomatischen Zirkeln rund um Jeffrey Epstein waren. Die Korrespondenzen, die unter anderem aus dem Umfeld hoher europäischer Funktionäre stammen, skizzieren eine gezielte Abkehr Ankaras von der einst engen militärischen Kooperation mit Tel Aviv.

Netanyahu-Abneigung und strategische Neuausrichtung

Die Akten zitieren Beobachtungen, wonach Erdoğan gegenüber der „diplomatisch unfähigen Netanyahu-Regierung“ eine tiefe Abneigung hege. In den Berichten, die Epstein offenbar als Teil eines informellen Informationsnetzwerks sammelte, wird die diplomatische Lage Israels als „prekär“ bezeichnet, während der Türkei eine erfolgreiche Rolle als Ordnungsmacht im Nahen Osten attestiert wird.

Mavi Vatan: Marine-Aktivitäten als Unruheherd

Neben der Personalpolitik im Militär thematisieren die Epstein-Files auch die türkische Marine-Strategie im östlichen Mittelmeer. Die Manöver der Türkei in der Nähe der Gasfelder vor Zypern werden in den diplomatischen Depeschen als „hochgradig belastend“ für die westliche Allianz beschrieben. Diese Dokumente erhärten den Verdacht, dass Epsteins Kontakte weit über kriminelle Aktivitäten hinausgingen und sein Zirkel dazu diente, sensible Informationen über Staats- und Regierungschefs wie Erdoğan zu sammeln und zu bewerten.

Vom NATO-Partner zum globalen Powerhouse

Was in den Epstein-Files als „nervenaufreibende“ Veränderung für westliche Kreise beschrieben wird, spiegelt die tatsächliche Transformation der Türkei in den letzten zwei Jahrzehnten wider. Nach einer Phase der jahrzehntelangen, weitgehend selbst gewählten Isolation hat sich das Land zu einem globalen Akteur entwickelt. Die Türkei agiert heute als souveräne Macht, die ihren Einflussbereich weit über die regionalen Grenzen hinaus ausgedehnt hat. Ob als stabilisierender Vermittler auf dem Balkan, als zentraler Partner in weiten Teilen Afrikas oder durch eine verstärkte diplomatische und wirtschaftliche Präsenz in Südamerika: Ankara hat seinen strategischen Spielraum systematisch erweitert. Diese neue globale Rolle wird von einer wirtschaftlichen Dynamik getragen, die die Türkei trotz globaler Herausforderungen zu einem regionalen „Powerhouse“ gemacht hat, das verstärkt auf eigene Ressourcen, neue Handelswege und wirtschaftliche Autarkie setzt.

Rüstungsindustrie als Motor der Souveränität

Ein entscheidender Pfeiler dieser neuen Unabhängigkeit, die in den Epstein-Dokumenten kritisch analysiert wurde, ist der rasante Aufstieg der heimischen Rüstungsindustrie. In den letzten 20 Jahren hat die Türkei ihre Abhängigkeit von ausländischen Militärimporten drastisch reduziert – von einst ca. 80 % auf mittlerweile rund 20 %. Die Entwicklung eigener hochmoderner Waffensysteme, wie der weltweit gefragten Bayraktar-Drohnen, des Kampfpanzers Altay oder des nationalen Kampfflugzeugs KAAN, hat der türkischen Diplomatie eine neue strategische Tiefe verliehen. Die in den Akten erwähnte „Säuberung“ von israel-freundlichen Netzwerken im Militär erscheint vor diesem Hintergrund als konsequenter Schritt einer Strategie, die auf nationale Souveränität und technologische Selbstständigkeit setzt. Die Veröffentlichung dieser Akten verdeutlicht, dass Epsteins Zirkel offenbar auch dazu genutzt wurde, sensible geopolitische Analysen über aufstrebende Mächte wie die Türkei zu sammeln.

NEX24-Interview
Politanalystin Rena Netjes: Die PKK repräsentiert nicht die Kurden

Obwohl zahlreiche Menschenrechtsorganisationen, wie Human Rights Watch, der  Terrororganisation PKK Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen auch unter der kurdischen Bevölkerung vorwerfen, wird in den europäischen Medien kaum darüber berichtet. Ein Beispiel ist die Zwangsrekrutierung von Minderjährigen.

Aber auch assyrische Christen und Aramäer sind frustriert in Bezug auf die Medienberichterstattung über die PKK und ihrem syrischen Ableger, die YPG. Die Berichte spiegelten meist nicht die Realität wider. Jeder, der Fragen stellt oder Einwände erhebt, werde „in Europa ignoriert“. Der assyrische Journalist Dikran Ego etwa, Chefredakteur von Assyria TV, sagte in einem Interview: „Westliche Medien lassen keine kritischen Fragen über die PKK oder die YPG zu.“

Morddrohungen wegen PKK-Kritik

Die renommierte niederländische Politanalystin, Rena Netjes, ist eine der wenigen Medienvertreter, die kritisch berichten und Verbrechen der Terrororganisation aufdecken. Hierfür erhielt sie bereits zahlreiche Morddrohungen. „Ich zahle einen Preis dafür, dass ich die Propaganda der PYD entlarve“, so Netjes auf Twitter.

Die YPG wird als bewaffneter Arm der kurdisch-syrischen Partei der Demokratischen Union (PYD) betrachtet. Die PYD ist eine kurdische Partei in Syrien und gilt als Schwesterpartei der PKK. Sie kooperiert mit dem Regime in Damaskus.

Laut Netjes habe die PYD bei zahlreichen Niederschlagungen von Protesten gegen das Regime eine Rolle gespielt. Netjes betont, dass jede Kritik am Regime mit Unterdrückung, Verhaftung oder Ermordung verbunden sei. Ferner war die PYD daran beteiligt, die syrische Metropole Aleppo, die von syrischen Oppositionskräften kontrolliert wurde, zu erobern und damit dem Regime einen entscheidenden Vorteil zu bescheren.

Netjes ist studierte Arabistin und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Fragen der Staatsführung und Sicherheit in Nordsyrien. Netjes befürwortet eine militärische Intervention und Befreiung Tal Rifaats von der YPG durch die Türkei. „Das Engagement der türkischen Streitkräfte in Nordsyrien könnte Tausenden von Syrern die Rückkehr in ihre Heimat ermöglichen, nachdem sie von der YPG vertrieben wurden“, schreibt Netjes in einem Artikel, der auf der Seite des Washington Instituts erschien.

Im Westen gibt es starken Widerstand gegen eine neu geplante Militäroperation der türkisch-syrischen Nationalarmee (SNA) im Norden Syriens. Doch viele vertriebene Araber aus Tal Rifaat, Manbij und den umliegenden Dörfern begrüßen die Idee der Befreiung ihrer Städte und Dörfer. Tatsächlich fordern sie die von der Türkei unterstützte SNA schon seit Jahren auf, ihr Gebiet zu befreien.

Netjes: „Im Jahr 2016 wurde die gesamte arabische Bevölkerung in Tal Rifaat, einer historisch mehrheitlich arabischen Stadt auf der Westseite des Euphrat, in einer koordinierten Militäroperation von Russland, dem syrischen Regime und Kämpfern der Volksverteidigungseinheiten (YPG) aus Afrin vertrieben.“

„Handlanger, Rebell, Demokrat, Terrorist“

In ihrem umfassenden Bericht „Henchman, Rebel, Democrat, Terrorist“ (Handlanger, Rebell, Demokrat, Terrorist) gemeinsam mit Erwin van Veen, behandelt Netjes das Erstarken, die Ziele und organische Verbindung der YPG zur PKK in Nordsyrien. Dabei decken die beiden Experten die strategisch wechselnde Allianz der YPG mit dem Assad-Regime, dem iranischen Mullah-Regime, der russischen Führung sowie den USA auf.

In ihrem Bericht zeigen sie differenziert auf, welche unterschiedliche geostrategische Politik die Regierungen in Nordsyrien verfolgen. Auch begangene Kriegsverbrechen der Organisation bleiben nicht unerwähnt. Zum Schluss zeigt der Bericht anhand von Szenarien auf, wie brüchig die gewaltsam erreichte Autonomie ist.

„Sie versuchen, uns zum Schweigen zu bringen“

In einem Interview mit NEX24 erklärt die Expertin, dass sie in einigen Medien über die PKK/YPG zwar relativ frei berichten könne, hinter den Kulissen jedoch auch schon eingeschüchtert wurde.

„Mein Kollege Jan Jaap de Ruiter und ich wurden hinter den Kulissen von Nederlands Nieuwsuur und Trouw ziemlich eingeschüchtert. Sie versuchen, uns zum Schweigen zu bringen“, so Netjes.

Da ich mich seit 2016 mit dem Thema beschäftige, fühle ich mich wohl genug, um über das Schlechte und das Gute zu schreiben, wie ich es vor Ort und nach zahlreichen Interviews mit hauptsächlich syrischen Kurden und auch Assyrern, Arabern, Turkmenen, Jesiden, Tscherkessen tue.

„Überwältigenden Propagandamaschinerie“

Die niederländische Forscherin stimmt dem assyrischen Journalisten Dikran Ego zu. Das Bild der Terrororganisation sei im Westen von ihrer „überwältigenden Propagandamaschinerie und von der mangelnden Kenntnis des Terrains einiger aber nicht aller, westlicher Journalisten und Politiker geprägt“.

Ich selbst begann, mir ein anderes Bild von der YPG zu machen, als ich es aus den westlichen Medien kannte, nachdem ich ganz andere Geschichten von Einheimischen gehört hatte, die aus Nordsyrien geflohen waren. Im März 2016 traf ich mehrere Syrer, die aus Tal Rifaat und Umgebung geflohen waren und die Grenze am Grenzübergang Bab al-Salama, einige Kilometer nördlich von Azaz, überquerten. In der anfänglichen Annahme, dass sie vor den russischen und regimetreuen Bombenangriffen aus Ost-Aleppo fliehen, war es überraschend zu erfahren, dass sie flohen, weil „YPG-Kämpfer ihre Häuser eingenommen hatten“. Später an der Grenze und in Kilis sowie Gaziantep, erzählten andere Flüchtlinge viele ähnliche dramatische Geschichten.

Netjes finde zwar neue Plattformen, aber sie bestätige, dass die allgemeine Medienberichterstattung im Westen im Einklang mit der PKK-Propaganda sei. Netjes erwähnt etwa die Assoziierung der PKK und der YPG mit „den Kurden“.

Nach jahrelangen Recherchen und Gesprächen mit syrischen Kurden wisse sie, dass die ständige Behauptung der YPG, die Repräsentanten der Kurden zu sein, überhaupt nicht stimme. Die syrischen Kurden sähen sich in erster Linie als Syrer, als syrische Staatsbürger mit kurdischen Wurzeln. Sie seien auch nicht empfänglich für PKK-Propaganda und die zwangsweise angesetzte Wehrpflicht der YPG lehnten sie im Grunde ab.

„Die meisten syrischen Kurden wollen auch keinen eigenen Staat, denn die syrischen Kurden leben hauptsächlich in drei Enklaven im Norden: im nördlichen Teil der Provinz Hasaka, in Kobani und in Afrin. Andere Teile Nordsyriens sind arabisch (turkmenische Gebiete) und kurdische Gebiete nicht groß genug für einen eigenen Staat. Daher wollten sie große Teile der nicht-kurdischen Gebiete zwischen Afrin und Kobani sowie zwischen Kobani und Ras al-Ayn beherrschen. Die YPG beherrscht momentan nicht-kurdische Gebiete wie Tal Rifaat, Manbij, Raqqa und Deir Ezzor“, so Netjes.

Netjes in einem Interview mit dem kurdischen Führer Ahmad Misto. Er habe vier Attentatsversuche der PKK überlebt. (Foto: Screenshot/Twitter)

 

Die „andere Seite der YPG“

Die YPG habe zwar gegen den IS gekämpft, die Organisation habe jedoch noch eine weitere, im Westen unbekannte Seite.

Netjes: „Am problematischsten ist vielleicht die anhaltende Entführung von Minderjährigen, Mädchen und Jungen, Kurden, Assyrern und Jesiden. Sogar jenseits der Grenze habe ich zwei Teenager interviewt, die gerade von einer Entführung aus der Südtürkei nach Syrien zurückgekehrt waren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele im Westen davon nichts wissen oder es nicht glauben. Anders die niederländischen und amerikanischen Diplomaten. Für die Niederländer war dies schon immer ein Grund, sie (die YPG, Anm. Red.) nicht zu unterstützen, was einige niederländische politische Parteien verärgerte.

Ein weiterer problematischer Punkt ist die Zwangsverpflichtung in die Armee und der PKK-Lehrplan, der weder von Universitäten noch von internationalen Organisationen anerkannt wird, sodass es keine Chance gibt, damit an die Universität zu gehen. Dies sind Gründe, die vor allem junge Menschen dazu veranlassen, das Gebiet zu verlassen.

In der kurdischen Region des Irak gibt es etwa 250.000 syrische Flüchtlinge, die meisten von ihnen sind Kurden. Und es gibt auch, und das ist viel weniger bekannt, nach Angaben des syrisch-kurdischen Politikers und Forschers Bedir Mulla, etwa 400.000 syrische Kurden in der Türkei, hauptsächlich in der Südtürkei, die vor dem IS, aber auch vor der syrischen PKK geflohen sind.

Diese Menschen kehren nicht zurück. Außerdem lassen sie Oppositionspolitiker nicht frei arbeiten, einige wurden sogar von PKK-Kämpfern getötet, wie Mashal Tammo, Nasredine Burheik und mehrere andere.

Andere wurden inhaftiert oder sind unter Todesdrohungen geflohen, wie die KNC-Führer Abdel Hakim al-Bashar und Ibrahim Biro. Sie lassen keine freien Medien zu, auch keine westlichen oder arabischen Medien oder Forscher, die sich kritisch geäußert haben. Die meisten machen dies jedoch nicht öffentlich, wahrscheinlich in der Hoffnung, wieder Zugang zu erhalten.

In Afrin haben sie viele Kurden an das Assad-Regime ausgeliefert. Nur wenige haben es raus geschafft. Sie schließen assyrische christliche Schulen, weil sie wollen, dass sie den Lehrplan der PKK anwenden. Kurzum, sie regieren Hasaka und die Provinz Kobani – und davor Afrin -, insbesondere die kurdischen Gebiete, mit eiserner Faust.

Das können sie nicht in allen arabischen Gebieten tun, weil die Stämme das einfach nicht zulassen würden. Hinzu kommt, dass derzeit etwa 70 Prozent der von der YPG beherrschten Gebiete arabische Gebiete sind, die sich selbst regieren wollen und nicht wollen, dass der Reichtum, wie etwa Öl, aus ihren Gebieten genommen und ein Teil davon an das Regime verkauft wird.“

„Die Mehrheit der syrischen Kurden mag die PYD nicht“

In ihren Berichten betont Netjes immer wieder, dass die Mehrheit der kurdischen Bevölkerung eine Regierung durch die PYD ablehnt:

„Kurz gesagt, die von der PYD kontrollierten Gebiete sind besser als die Gebiete des Regimes, aber aus den oben genannten Gründen und wegen der extrem schlechten wirtschaftlichen Lage verlassen die Menschen auch diese Gebiete. Nun mag die Mehrheit der syrischen Kurden die PYD nicht, sie sehen sie als ein gewalttätiges Regime, aber sie haben jetzt auch ihre schlechten Erfahrungen mit einigen SNA-Brigaden* gemacht, die nicht ihre Kinder, sondern ihr Geld stehlen. Das ist sehr bedauerlich.

Ein Unterschied ist jedoch, dass ungefähr die Hälfte der Kurden, die 2018 zunächst vor der türkischen Militäroperation geflohen waren, mittlerweile wieder nach Afrin zurückgekehrt sind. Sie hatten eine ‚Dschihadisten-Invasion‘ befürchtet. Aber Araber, die aus den von der YPG gehaltenen Gebieten geflohen sind, können nicht zurückkehren, zum Beispiel die Bevölkerung von Tal Rifaat.

Die Situation in Afrin ist gemischt, einige Teile sind gut, einige Teile sind mittelmäßig und andere sind schlecht. Und leider lässt die PYD afrinische Kurden, die in das Gebiet von Tal Rifaat zurückkehren wollen, nur nach Zahlung hoher Summen zurückkehren“, betont die niederländische Analystin.

„Mütter von Diyarbakir“

Seit Jahren sitzen Eltern kurdischer Herkunft vor dem Parteigebäude der oppositionellen HDP und beschuldigen die Partei, mit Hilfe der PKK „ihre Kinder zu entführen“. Weder die HDP noch die PKK sprächen für die Kurden, erklärt Netjes.

Nein, ich würde eher sagen, sie schaden der kurdischen Sache, vor allem in Syrien. Sie sprechen für sich selbst und präsentieren sich im Westen als die Stimme der Kurden, was viele westliche Politiker und Medien nicht ausreichend verstehen und darauf hereinfallen.

Wegen Ihrer PKK-kritischen Berichterstattung wurde die renommierte Expertin von mutmaßlichen Mitgliedern oder Sympathisanten der Terrororganisation mit dem Tode bedroht. Netjes betont, wie wichtig es sei, trotzdem weiter zu machen und sich nicht einschüchtern zu lassen.

Sie haben sich selbst entlarvt und zeigen, dass die Arbeit, die ich mache, notwendig ist. Ich werde weitermachen. Was ich erlebe, ist wenig im Vergleich zu dem, was viele syrische Kurden, Assyrer und Araber erleben. In Syrien, aber auch in Europa.


*Die Syrische Nationale Armee (SNA), war der Vorgänger der Freien Syrischen Armee (FSA), auch bekannt als die von der Türkei unterstützte Freie Syrische Armee (TFSA). Sie ist eine Koalition bewaffneter syrischer Oppositionsgruppen im syrischen Bürgerkrieg. Sie setzt sich aus verschiedenen Rebellengruppen zusammen, die zu Beginn des Krieges im Juli 2011 entstanden sind. Seit 2017 wird die FSA offiziell von der Türkei unterstützt, die dadurch finanzielle Mittel, Ausbildung und militärische Unterstützung erhält.


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Indien
Putin an Europa: „Ihr habt bekommen, was ihr wolltet“

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Neu Delhi – Der russische Präsident Wladimir Putin hat mit einer scharfen Abrechnung gegen die europäische Energiepolitik für Aufsehen gesorgt. Am Rande eines Treffens in Indien machte er die Regierungen der EU-Staaten direkt für die aktuellen Rekordpreise auf dem Energiemarkt verantwortlich und prophezeite eine weitere Zuspitzung in den kommenden Monaten.

Putin erinnerte in seinen Ausführungen an die Zeit vor der schweren Energiekrise, als Russland Erdgas über langfristige Verträge nach Europa lieferte. „Wir haben euch früher Gas für 150 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter verkauft. ‚Das ist zu teuer‘, habt ihr gesagt“, so der russische Präsident. Europa habe sich in den vergangenen Jahren vehement dafür eingesetzt, diese verlässlichen und langfristig kalkulierbaren Lieferverträge aufzugeben und stattdessen stärker auf börsenbasierte Spotmärkte zu setzen.

Aus Sicht des Kremlchefs hat sich diese Entscheidung inzwischen gegen Europa gewendet. Die europäischen Verbraucher und Unternehmen seien dadurch stärker den Schwankungen des internationalen Gasmarktes ausgesetzt. Insbesondere seit dem Beginn des Ukraine-Krieges und dem weitgehenden Rückgang russischer Pipeline-Lieferungen habe sich die Situation grundlegend verändert.

Das Resultat dieser Strategie bezeichnete Putin als „strategisches Eigentor“ der Europäer. Putin verwies darauf, dass die europäischen Gaspreise inzwischen bei rund 1.000 Dollar beziehungsweise 1.000 Euro je 1.000 Kubikmeter lägen und fügte  hinzu: „Jetzt zahlt ihr 1.000 Dollar. Ihr habt bekommen, was ihr wolltet.“

Putin erwartet weiteren Preisanstieg

Für die anstehende Heizperiode prognostizierte das russische Staatsoberhaupt eine dramatische Verschärfung der Lage. Da die Gas-Speicherstände unter Druck stehen und der Markt aufgrund globaler Krisen hochgradig nervös agiert, rechnet Moskau mit einem weiteren massiven Preissprung im Winter. „Da die Speicheranlagen leer sind, wird der Preis in diesem Winter 1.500 US-Dollar erreichen“, warnte Putin vor den versammelten Journalisten.

Eine solche Entwicklung hätte nach seiner Darstellung weitreichende Folgen für Europa. Steigende Gaspreise erhöhen nicht nur unmittelbar die Kosten für Haushalte, sondern belasten auch energieintensive Industrien. Besonders betroffen sind unter anderem die Chemie-, Metall-, Glas- und Düngemittelproduktion, bei denen Erdgas eine wichtige Rolle als Energieträger oder Bestandteil der Produktion spielt.

Putins Äußerungen sind zugleich Teil der politischen Auseinandersetzung zwischen Moskau und den europäischen Staaten. Russland kritisiert seit Jahren den europäischen Kurs, die Energieversorgung stärker von russischen Lieferungen unabhängig zu machen. Moskau stellt dabei regelmäßig die Frage, ob Europa bereit ist, für diese strategische Neuorientierung höhere Energiepreise und eine stärkere Abhängigkeit vom globalen LNG-Markt in Kauf zu nehmen.

Europa setzt stärker auf LNG

Die europäischen Staaten haben ihre Energieimporte seit Beginn des Ukraine-Krieges tatsächlich erheblich umgestellt. Während russische Pipeline-Lieferungen früher eine zentrale Rolle spielten, beziehen europäische Länder inzwischen größere Mengen Flüssigerdgas (LNG) aus unterschiedlichen Förderregionen.

Damit soll die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten reduziert werden. Gleichzeitig ist LNG stärker von den Entwicklungen auf dem Weltmarkt abhängig. Europa konkurriert dabei mit Abnehmern in Asien und anderen Regionen um verfügbare Liefermengen. Geopolitische Konflikte, Produktionsausfälle oder Probleme bei Transportwegen können deshalb unmittelbar Auswirkungen auf die Preise haben.

Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der die europäischen Gaspreise den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht haben. Ausgelöst durch geopolitische Spannungen und Unsicherheiten bei den globalen LNG-Lieferketten wächst in Europa die Sorge vor einem teuren Winter.

Ob Putins Prognose von 1.500 US-Dollar je 1.000 Kubikmeter tatsächlich eintritt, bleibt abzuwarten. Der russische Präsident nutzt die aktuelle Marktkonfrontation jedoch gezielt, um den Systemwechsel der EU beim Energieeinkauf als gescheitert darzustellen. Zugleich zeigt die Entwicklung, wie empfindlich der europäische Gasmarkt weiterhin auf internationale Krisen und Veränderungen beim globalen Angebot reagiert.

Quinnipiac-Umfrage
USA: Sympathie für Palästinenser erstmals vor Israel

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Washington – Die Sympathie der US-Bevölkerung für die Palästinenser liegt erstmals vor der Sympathie für Israel. Das geht aus einer aktuellen landesweiten Umfrage der Quinnipiac University hervor. Demnach erklärten 38 Prozent der befragten registrierten Wähler, ihre Sympathie liege eher bei den Palästinensern. 35 Prozent nannten Israel. 27 Prozent machten keine Angabe.

Damit hat sich das Meinungsbild in den USA deutlich verschoben. Nach Angaben von Quinnipiac handelt es sich bei den 38 Prozent für die Palästinenser um den höchsten jemals gemessenen Wert in dieser Frage. Gleichzeitig erreichen die Israelis mit 35 Prozent einen historischen Tiefststand. Die Universität stellt die Frage seit Dezember 2001.

48 Prozent halten US-Unterstützung für Israel für zu stark

Auch bei der Bewertung der amerikanischen Israel-Politik zeigt sich eine deutliche Veränderung. 48 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die USA Israel zu stark unterstützen. Nur acht Prozent finden, Washington unterstütze Israel nicht ausreichend. 34 Prozent halten das derzeitige Maß der Unterstützung für angemessen, zehn Prozent äußerten sich nicht.

Besonders ausgeprägt ist die Kritik unter demokratischen Wählern. Dort sagen 67 Prozent, die USA unterstützten Israel zu stark. Bei unabhängigen Wählern sind es 57 Prozent. Unter Republikanern vertreten dagegen nur 17 Prozent diese Ansicht, während 68 Prozent die US-Unterstützung für Israel für angemessen halten.

Auch bei der Frage nach der Sympathie für eine der beiden Seiten zeigen sich deutliche parteipolitische Unterschiede. Unter Demokraten sympathisieren 62 Prozent stärker mit den Palästinensern und 14 Prozent mit Israel. Bei Republikanern ist das Bild umgekehrt: 64 Prozent nennen Israel und 13 Prozent die Palästinenser. Unter unabhängigen Wählern liegen die Palästinenser mit 40 zu 29 Prozent vorn.

Umfrage vor den US-Midterms

Die Ergebnisse kommen weniger als zwei Monate vor den amerikanischen Zwischenwahlen. Gleichzeitig fällt die Bewertung der Außenpolitik von Präsident Donald Trump schwach aus.

Nur 29 Prozent der Befragten gaben an, Trumps Umgang mit der Situation im Iran zu unterstützen, während 65 Prozent ihn ablehnen. Seine Außenpolitik insgesamt wurde in der aktuellen Veröffentlichung ebenfalls kritisch bewertet. Quinnipiac registrierte zudem lediglich 28 Prozent Zustimmung zu seinem Umgang mit dem Russland-Ukraine-Krieg.

Die Umfrage wurde vom 3. bis 6. September 2026 unter 970 registrierten Wählern landesweit durchgeführt. Die Fehlermarge liegt laut Quinnipiac bei ±3,9 Prozentpunkten. Die Zahlen zeigen eine historische Verschiebung: Zum ersten Mal seit Beginn dieser Quinnipiac-Frage liegt die Sympathie für die Palästinenser vor derjenigen für Israel.

Ein Signal an Washington

Diese Daten sind mehr als nur eine statistische Momentaufnahme; sie sind ein Signal an die politische Führung in Washington.

Die bedingungslose Unterstützung Israels, die über Jahrzehnte als unumstößliches Dogma der US-Außenpolitik galt, bröckelt an der Basis. Die langfristige Verschiebung der Sympathien deutet darauf hin, dass künftige US-Regierungen ihre Nahost-Politik stärker an den differenzierten Ansichten ihrer Wählerschaft ausrichten müssen, um den Rückhalt im eigenen Land nicht zu verlieren.

Bildung
Uri Poliavich: Gemeindeentwicklung und Schulen

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Eine Schule kann mehr als nur ein Ort für Unterricht sein, wenn Familien, Pädagogen und lokale Initiativen denselben Bildungsraum nutzen. Uri Poliavich wird als Philanthrop dargestellt, dessen Arbeit Schulen in eine umfassendere Gemeindeentwicklung einbindet.

Sein Ansatz verbindet Bildung mit lokaler Beteiligung, praktischen Ressourcen, gemeinsamer Verantwortung, kulturellen Aktivitäten und langfristiger Planung. Der Schwerpunkt liegt auf Einrichtungen, die das Gemeinschaftsleben unterstützen und gleichzeitig auch künftigen Generationen dienen können.

Langfristige Schulentwicklung

Langfristige Schulentwicklung erfordert Kontinuität bei Planung, Unterricht, Führung, Infrastruktur und Beteiligung der Gemeinschaft. Uri Poliavich unterstützt einen Ansatz, bei dem sich Einrichtungen auch nach Abschluss eines einzelnen Projekts weiterentwickeln können.

Die Stiftung wurde 2020 gegründet. Ihre Arbeit ist mit Bildungseinrichtungen und Gemeinschaftsinitiativen verbunden, die auf längere Zeiträume ausgelegt sind. Uri Poliavich legt Wert auf Programme, die dauerhaft für das Gemeinschaftsleben von Nutzen sein können.

Auch Führungserfahrung bildet einen Teil dieses Hintergrunds. Uri Poliavich verfügt über langjährige Führungserfahrung. Diese Details liefern den Kontext für einen professionellen Ansatz, der sich auf Planung und institutionelle Entwicklung konzentriert.

Uri Poliavich und Schulen als Grundlagen der Gemeinschaft

Schulen können einer lokalen Gemeinschaft eine stabile Struktur bieten, da Kinder, Eltern und Pädagogen regelmäßig an denselben Ort zurückkehren. Uri Poliavich betont diese Stabilität. Uri Poliavich verbindet diese institutionelle Rolle mit langfristiger Bildungsentwicklung.

Eine Schule kann Bildung vermitteln, aber sie kann auch zu einem Ort werden, an dem Familien zusammenkommen und Gemeinschaftsprogramme entstehen.
Die Yael Foundation unterstützt 145 Bildungseinrichtungen. Bestehende Einrichtungen können Teil einer umfassenderen Gemeinschaftsarbeit werden. Uri Poliavich unterstützt die Entwicklung rund um etablierte Schulen, anstatt Bildung getrennt vom lokalen Leben zu betrachten.

Erweiterung der traditionellen Rolle der Schule

Die traditionelle Rolle der Schule ist normalerweise mit Unterricht und akademischer Vorbereitung verbunden. Uri Poliavich richtet seine Aufmerksamkeit auf eine umfassendere Funktion. Bildungseinrichtungen können auch zusätzliche Aktivitäten, Treffen, kulturelle Veranstaltungen und Programme beherbergen, an denen Menschen über das Klassenzimmer hinaus teilnehmen.

Diese breitere Nutzung kann Bildungsräume nützlicher machen. Eltern können an Treffen teilnehmen, Pädagogen können zusätzliche Lernangebote organisieren und lokale Gruppen können geeignete Räume für gemeinsame Aktivitäten nutzen. Uri Poliavich verbindet diese Funktionen mit der Idee einer Schule als Ressource für die Gemeinschaft.

Bildungsräume für Gemeinschaftsveranstaltungen

Schulräume können Aktivitäten unterstützen, die über den regulären Unterricht hinausgehen. Zu den Projekten der Stiftung gehören Bildungsumgebungen, in denen zusätzliche Treffen und Initiativen stattfinden können. Uri Poliavich verbindet diese Räume mit der Beteiligung der Gemeinschaft.

Eine Schule kann Workshops, Bildungstreffen, kulturelle Aktivitäten und andere gemeinsame Veranstaltungen ausrichten. Familien können die Einrichtung auf unterschiedliche Weise nutzen und so regelmäßige Kontakte zwischen Mitgliedern der Gemeinschaft schaffen.

Zusätzliche Lern- und Gemeinschaftsprogramme

Zusätzliche Lernangebote können Kindern und Familien mehr Möglichkeiten bieten, Bildungseinrichtungen zu nutzen. Uri Poliavich unterstützt Programme, die den regulären Schulunterricht ergänzen und weitere Möglichkeiten für Bildung und Interaktion schaffen.

Sonntagsunterricht und Aktivitäten nach dem Unterricht können die Lernumgebung über die normalen Unterrichtszeiten hinaus erweitern. Diese Formate können auch Möglichkeiten für Eltern und Pädagogen schaffen, sich bei Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Bildung der Kinder zu treffen.

Uri Poliavich und Bildungsinfrastruktur

Bildungsinfrastruktur kann eine Grundlage für neue Gemeinschaftsprojekte schaffen. Ein geeignetes Schulgebäude kann Unterricht, Treffen, kulturelle Aktivitäten, professionelle Veranstaltungen und andere Nutzungsformen ermöglichen, wenn die Räume entsprechend organisiert sind.

Uri Poliavich verbindet Infrastruktur mit praktischer Entwicklung. Die Stiftung unterstützt Einrichtungen, die bessere Bildungsumgebungen und die für ihre fortlaufende Tätigkeit erforderlichen Ressourcen benötigen.

Dies steht auch im Zusammenhang mit der Zukunftsplanung. Eine Schule, die für mehrere Funktionen konzipiert oder entsprechend verbessert wurde, kann weiterhin nützlich bleiben, wenn sich die Bedürfnisse der Gemeinschaft verändern. Die Infrastruktur kann daher sowohl die aktuelle Bildung als auch spätere Gemeinschaftsinitiativen unterstützen.

Uri Poliavich und die Zukunft lokaler Gemeinschaften

Eine Schule kann als Bildungseinrichtung und als regelmäßiger Mittelpunkt gemeinschaftlicher Aktivitäten dienen. Uri Poliavich verbindet diese Rollen durch die Unterstützung von Schulen, Familien, Pädagogen, lokalen Initiativen und Infrastruktur.

Dieselbe Ausrichtung zeigt sich in einem breiten Netzwerk von Projekten und Einrichtungen. Uri Poliavich betont die lokale Beteiligung und bewahrt gleichzeitig den Bildungszweck. Wenn Familien teilnehmen, Pädagogen Wissen austauschen und Einrichtungen geeignete Räume bereitstellen, können Bildungsaktivitäten zu einem Bestandteil des Gemeinschaftslebens werden.

Für Uri Poliavich kann die Schule ein stabiles Zentrum bleiben, während sich ihre Funktionen entsprechend den lokalen Bedürfnissen weiterentwickeln. Dies ermöglicht es Gemeinschaften, Bildung zu unterstützen, gemeinsame Aktivitäten zu schaffen und Einrichtungen auf künftige Generationen vorzubereiten.

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Glücksspielstaatsvertrag 2021
OASIS im Faktencheck: Reichweite, Zuständigkeit und Grenzen der Sperrdatei

Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 gilt OASIS als Herzstück des deutschen Spielerschutzes. Doch was das bundesweite Sperrsystem tatsächlich leistet – und wo seine Zuständigkeit endet –, ist vielen Nutzern unklar. Ein nüchterner Blick auf Rechtsgrundlage, Praxis und Reichweite.

Was ist OASIS 

OASIS steht für „Online-Abfrage Spielerstatus“ und ist die zentrale, länderübergreifende Sperrdatei der Bundesrepublik. Betrieben wird sie im Auftrag der Länder; für die Aufsicht über den Online-Glücksspielbereich ist seit 2023 die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle an der Saale zuständig. Die Rechtsgrundlage findet sich in den §§ 8 ff. des Glücksspielstaatsvertrags 2021.

Entscheidend ist die Systematik: Anbieter mit deutscher Erlaubnis sind verpflichtet, vor jeder Spielteilnahme den Status des Kunden abzufragen. Ein Treffer bedeutet ein Zutritts- beziehungsweise Teilnahmeverbot – anbieterübergreifend und bundesweit.

Selbstsperre und Fremdsperre

Zwei Wege führen in die Datei. Die Selbstsperre beantragt der Spieler eigenständig, formlos und kostenfrei. Eine Fremdsperre können Veranstalter oder deren Personal veranlassen, wenn konkrete Anhaltspunkte für problematisches Spielverhalten, Überschuldung oder Spielen über die eigenen finanziellen Verhältnisse vorliegen. Angehörige haben kein eigenes Antragsrecht, können jedoch entsprechende Hinweise übermitteln.

Die Sperre gilt unbefristet, mindestens jedoch drei Monate. Eine Aufhebung erfolgt ausschließlich auf schriftlichen Antrag und frühestens nach Ablauf dieser Mindestfrist. Ein automatisches Auslaufen der Sperre gibt es nicht.

Wer erfasst wird – und wer nicht

Der Geltungsbereich umfasst Spielbanken, Spielhallen, Wettvermittlungsstellen sowie den lizenzierten Online-Bereich: virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Sportwetten. Klassische Lotterien mit maximal zwei Ziehungen pro Woche sowie Pferdewetten am Totalisator fallen ausdrücklich nicht darunter.

Hier beginnt die zentrale Einschränkung. OASIS bindet ausschließlich Unternehmen, die einer deutschen Erlaubnis unterliegen. Anbieter mit Lizenzen aus Malta oder Curaçao unterliegen nicht der deutschen Glücksspielaufsicht und sind daher nicht an OASIS angeschlossen. Genau aus diesem Grund findet sich im deutschsprachigen Netz eine wachsende Zahl von Übersichten zu seriöse Casinos ohne OASIS, die Nutzern die Unterschiede zwischen Lizenzmodellen, Auszahlungsstandards und Kontrollmechanismen erklären.

Datenschutz und Löschfristen

Die gespeicherten Angaben beschränken sich auf die für die Identifikation erforderlichen Daten, darunter Name, Geburtsdatum, Anschrift und Ausweisdaten. Zugriff haben ausschließlich hierzu berechtigte Stellen. Nach Ablauf der Sperre werden die Einträge innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Fristen gelöscht; eine dauerhafte Archivierung ist nicht vorgesehen.

Einordnung

OASIS funktioniert innerhalb seines vorgesehenen Rahmens als geschlossenes System für den regulierten deutschen Glücksspielmarkt. Seine Grenze ist dabei weniger technischer als rechtlicher und territorialer Natur: Nationales Ordnungsrecht endet grundsätzlich an den Grenzen seines Geltungsbereichs, während der digitale Glücksspielmarkt europäisch und international strukturiert ist. Wer das Sperrsystem als lückenlose Barriere beschreibt, verkennt diese Konstruktion; wer es als wirkungslos abtut, ebenfalls.

Für die Bewertung einzelner Anbieter bleiben deshalb weitere Kriterien maßgeblich: der jeweilige Lizenzgeber und dessen Prüfpraxis, geprüfte Zufallsgeneratoren, Transparenz bei Auszahlungsquoten, Bearbeitungszeiten sowie der Umgang mit Kundenbeschwerden.

Hinweis: Glücksspiel kann abhängig machen. Beratung bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter 0800 1 372 700, kostenfrei und anonym.

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Der „Korea-Discount“ schwindet – die Bewährungsprobe folgt

12 westliche Staaten
Israel verurteilt Sanktionen aus Europa

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Tel Aviv – Der Druck auf Israel wegen der Siedlungspolitik im besetzten Westjordanland nimmt zu. Zwölf westliche Staaten haben angekündigt, den Handel mit Waren aus israelischen Siedlungen einzuschränken oder entsprechende Maßnahmen zu unterstützen. Israel reagierte scharf und kündigte seinerseits unter anderem diplomatische Schritte gegen Großbritannien an.

Großbritannien, Frankreich und Kanada wollen den Import von Waren aus israelischen Siedlungen im Westjordanland mit nationalen Regelungen untersagen. Weitere neun Staaten – Dänemark, Finnland, Island, Irland, Norwegen, Polen, Portugal, Spanien und Schweden – erklärten, ebenfalls nationale Beschränkungen einzuführen, europäische Maßnahmen zu unterstützen oder entsprechende Schritte zu prüfen.

Die zwölf Regierungen begründen ihren Vorstoß mit der Entwicklung im Westjordanland. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, das Vorgehen der israelischen Regierung untergrabe die Möglichkeit einer Zwei-Staaten-Lösung. Zugleich forderten die Staaten Israel auf, den weiteren Ausbau der Siedlungen und die Gewalt von Siedlern zu stoppen.

Israel reagiert mit Gegenmaßnahmen

Israel wies die Maßnahmen zurück. Außenminister Gideon Sa’ar bezeichnete das Vorgehen unter anderem als Einmischung in die Angelegenheiten Israels. Besonders scharf fiel die Reaktion auf Großbritannien aus.

Israel kündigte an, das britische Konsulat in Ostjerusalem zu schließen. Zudem sollen britische Vertreter aus einem internationalen Unterstützungszentrum für Gaza ausgeschlossen werden. Mehrere britische Politiker wurden mit Einreiseverboten belegt. Auch britische Teams, die palästinensische Sicherheitskräfte im Westjordanland ausbilden, sollen das Land verlassen.

Die Maßnahmen markieren damit nicht nur einen Streit über Handelsfragen, sondern eine weitere Verschärfung der Beziehungen zwischen Israel und mehreren seiner westlichen Partner.

Yedioth Ahronoth sieht diplomatischen Rückschlag

Die israelische Zeitung Yedioth Ahronoth bewertet die Entwicklung als diplomatischen Rückschlag und als erhebliches Versagen der Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu. Besonders problematisch sei aus israelischer Sicht, dass die Staaten nicht auf eine gemeinsame EU-Entscheidung warteten, sondern zunehmend eigene nationale Regelungen verfolgen.

Innerhalb der Europäischen Union war seit Monaten keine Einigung auf gemeinsame Handelsbeschränkungen gegen Produkte aus israelischen Siedlungen zustande gekommen. Deshalb verlagert sich die Auseinandersetzung zunehmend auf die Ebene der einzelnen Staaten.

Einige Länder sind dabei bereits weiter. Die Niederlande haben entsprechende Maßnahmen beschlossen, deren Inkrafttreten laut Yedioth Ahronoth für den 22. September vorgesehen ist. Spanien hat bereits eine entsprechende gesetzliche Grundlage. Auch Luxemburg und Schweden arbeiten dem Bericht zufolge an eigenen Regelungen. Belgien hat entsprechende Pläne angekündigt, aber bislang noch keine Beschränkungen in Kraft gesetzt.

Sorge vor einem breiteren Boykott israelischer Waren

Nach Einschätzung des israelischen Blattes geht es bei den wirtschaftlichen Folgen allerdings um mehr als den vergleichsweise kleinen direkten Handel mit Siedlungsprodukten. In Israel wächst demnach die Sorge, dass europäische Unternehmen aus Angst vor rechtlichen Problemen oder zusätzlichem bürokratischem Aufwand künftig ganz auf den Einkauf israelischer Waren verzichten könnten.

Ein niederländischer Importeur könnte beispielsweise gezwungen sein, genau zu prüfen, ob ein Produkt aus Israel selbst oder aus einer Siedlung im Westjordanland stammt. Wer diese Prüfung vermeiden wolle, könnte stattdessen vollständig auf israelische Waren verzichten. Yedioth Ahronoth warnt deshalb vor einem möglichen „stillen, breiteren Boykott“, der über den eigentlichen Handel mit Siedlungsprodukten hinausgehen könnte.

Die wirtschaftlichen Beschränkungen treffen zunächst vor allem landwirtschaftliche Produkte wie Datteln, Zitrusfrüchte, Kräuter und Wein. Ihr unmittelbares Handelsvolumen ist im Verhältnis zu Israels gesamtem Exportgeschäft gering. Dennoch haben sie eine hohe politische Bedeutung. Reuters bewertet die Maßnahmen ebenfalls überwiegend als symbolisch, sieht darin aber ein weiteres Zeichen für die wachsende diplomatische Distanz zwischen Israel und Teilen seiner bisherigen westlichen Partner.

Als Hintergrund für den zunehmenden Druck werden neben dem Ausbau der Siedlungen auch die zunehmenden Angriffe israelischer Siedler auf Palästinenser genannt. Hinzu kommen umstrittene Äußerungen rechtsextremer Mitglieder der israelischen Regierung, darunter Finanzminister Bezalel Smotrich und der Minister für nationale Sicherheit Itamar Ben-Gvir. Nach Darstellung von Yedioth Ahronoth haben diese Entwicklungen den europäischen Forderungen nach Maßnahmen zusätzlichen politischen Rückenwind gegeben.

 


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Berlin
AfD-Spitzenkandidatin Brinker bekräftigt Punktesystem für Wohnungsvergabe

Berlin – Menschen, die schon länger in Berlin leben und in bestimmten Berufen arbeiten, sollen nach den Vorstellungen der AfD bei der Wohnungsvergabe bevorzugt werden. AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker bekräftigte im rbb die Forderung nach einem Punktesystem für freie Wohnungen bei den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften.

Damit könne die Wohnungsvergabe gerechter gestaltet werden. Menschen, die für die Stadt arbeiten, kämen bislang „zu selten zum Zuge“, so die AfD-Spitzenkandidatin.

Als Kriterien für die Vergabe nannte Brinker, die Anzahl der Jahre, die jemand bereits in Berlin lebt, bestimmte Berufe, aber auch Sozialkriterien. „Wie genau man das Punktesystem in 100 Punkten gerade bei den Sozialkriterien noch aufstellt, das werden wir noch ausarbeiten“, räumte sie ein.

Das Prinzip sei, wer die meisten Punkte auf sich vereine, habe „am ehesten Anspruch auf eine Wohnung.“ Um die Herkunft der Menschen gehe es dabei nicht, erklärte sie.

Darüber hinaus setze sich die AfD für den Neubau von Wohnungen ein. Als weiteren Baustein der Wohnungsbaupolitik nannte Brinker Privatisierungen. Sie sprach sich dafür aus, Wohnungen aus dem Bestand der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften an Mieter zu verkaufen.

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NAZAS-Film
Rekord in Venedig: 25 Minuten Standing Ovation für Gaza-Dokumentation „NAZA“

Venedig – In Deutschland kaum vorstellbar: Bei den Filmfestspielen von Venedig hat die Gaza-Dokumentation „NAZA“ eine rund 25-minütige Standing Ovation erhalten. Der minutenlange Beifall im Stehen gilt als neuer Rekord in der Geschichte des renommierten Filmfestivals.

24 Militärangehörige sagen aus

Der 80-minütige Dokumentarfilm stammt von dem israelischen Regie-Duo Yuval Abraham und Rachel Szor. Das Werk basiert auf dreijährigen verdeckten Interviews mit 24 israelischen Soldaten und Geheimdienstoffizieren. In den Gesprächen schildern die Befragten die internen Prozesse bei der Zielauswahl sowie die Handhabung ziviler Opferquoten bei Luftangriffen im Gaza-Streifen.

Der Titel „NAZA“ bezieht sich auf ein hebräisches Militär-Akronym für zivile Begleitschäden. Die Aufnahmen entstand überwiegend nachts auf Dächern in Tel Aviv.

Die Informanten berichten detailliert über den Einsatz von KI-gestützten Zielsystemen. Diese Systeme wählen Ziele anhand massenhaft abgefangener Handydaten aus. Zudem wird thematisiert, wie zivile Opfer in Kauf genommen werden, wenn Angriffe bewusst nachts auf Wohnhäuser geflogen werden, während sich die Familien der Zielpersonen darin befinden.

Internationale Kooperation

Entstanden ist das Projekt in Zusammenarbeit mit dem britischen Guardian und dem Produzenten James Wilson. Als Executive Producer wirkte zudem der britische Regisseur Jonathan Glazer (The Zone of Interest) mit.

Mit der etwa 25-minütigen Ovation übertraf die Premiere den bisherigen Festivalrekord aus dem Vorjahr. Dieser lag bei rund 22 Minuten für das Gaza-Drama The Voice of Hind Rajab der tunesischen Regisseurin Kaouther Ben Hania. Der Film verarbeitet die Geschichte des sechsjährigen palästinensischen Mädchens Hind Rajab, das Anfang 2024 in Gaza-Stadt unter Beschuss geriet.

Das israelische Militär (IDF) wies Vorwürfe einer gezielten Tötungspolitik gegenüber Zivilisten im Vorfeld der Veröffentlichung zurück.

Anwältin übt scharfe Kritik an deutscher Haltung

Die Ereignisse in Venedig lösten auch in den sozialen Netzwerken Debatten über den Umgang der deutschen Kultur- und Politiklandschaft mit dem Nahostkonflikt aus. Die Rechtsanwältin Beate Bahnweg ordnete den Vorfall in einem viel beachteten Facebook-Beitrag kritisch ein.

Während weltweit in Politik, Medien und Kunst das Unrecht an den Palästinensern angeprangert werde, seien Szenen wie in Venedig in Deutschland „nicht vorstellbar“, so Bahnweg. Hierzulande träte sofort ein Bündnis aus Politik, Medien und Kultur zusammen, um dem Festival und den Künstlern Antisemitismus vorzuwerfen. Deutschland agiere in diesem Kontext als „Vorposten israelischer Politik in Europa“.

Weiter kritisierte die Juristin, dass die deutsche Politik es versäume, Kriegsverbrechen klar zu benennen, während gleichzeitig weiterhin Rüstungsgüter geliefert würden. Bahnweg verwies zudem auf die Praxis deutscher Gerichte, die Klagen gegen Waffenlieferungen stets als unzulässig abgewiesen hätten, ohne die völkerrechtliche Frage inhaltlich zu prüfen.

Zum Abschluss ihres Beitrags fand die Anwältin deutliche Worte für das internationale Auftreten der Bundesrepublik: „Deutschland hat internationale fertig!“

Ausführlichere Einblicke in die juristischen Argumente bezüglich der Klagen gegen Rüstungsexporte bietet dieser Beitrag: Berliner Arzt mit Eltern in Gaza klagt gegen Waffenlieferungen an Israel. Das Video zeigt Rechtsanwältin Beate Bahnweg im Interview über die rechtlichen Hintergründe und die Verfahren vor deutschen Gerichten.


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Gaza: Neues Portal archiviert Horroraufnahmen des Krieges

Es ist ein Projekt von beispiellosem und zutiefst verstörendem Ausmaß: Unter dem Namen ArchiveGenocide.com haben Aktivisten eine gigantische, frei zugängliche Online-Datenbank gestartet, die das Grauen des Gazakrieges unzensiert dokumentiert.

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Künstliche Intelligenz
KI-Boom auf Pump: Versteckte Tech-Schulden erreichen 2,6 Billionen Dollar

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Hamburg – Der weltweite KI-Boom wird zunehmend durch Schulden und langfristige Verpflichtungen finanziert. Eine neue Studie des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade zeigt, dass die acht führenden US-Technologiekonzerne ihre langfristige Verschuldung binnen eines Jahres um 86 Prozent erhöht haben.

Gleichzeitig stiegen ihre außerbilanziellen Verpflichtungen, vor allem für Rechenzentren, Energieversorgung und KI-Infrastruktur, binnen eines Jahres von 573 Milliarden US-Dolar (USD) auf rund 2,6 Billionen USD.

Werden diese bislang nur teilweise sichtbaren Verpflichtungen berücksichtigt, erhöht sich die Schuldenlast der Unternehmen im Durchschnitt um fast 150 Prozent. Die modellierte Kreditqualität verschlechtert sich dadurch um ein bis zwei Ratingstufen.

„Die Tech-Branche hat den Eisberg bislang umfahren, doch die Navigation wird schwieriger“, sagt Alexander Hirt, Head of Public Equity and Credit bei Allianz Research. „Die eigentliche Entwicklung findet allerdings unter der Wasseroberfläche statt: Verpflichtungen, die heute noch nicht in den Bilanzen erscheinen, werden in den kommenden Jahren schrittweise zu tatsächlichen Verbindlichkeiten.“

Risiko liegt weniger im Ausfall der Anleihen als in sinkenden Marktwerten

Die Kreditmärkte haben auf die Entwicklung bereits reagiert: Die Risikoprämien großer Technologieunternehmen haben sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Die Allianz Trade Studie sieht darin jedoch erst eine teilweise Berücksichtigung der steigenden Verpflichtungen, die sogenannten Spreads, also der Abstand zwischen Anleihepreisen und Renditen, können sich noch weiter ausweiten. Steigende Spreads signalisieren eine höhere Risikowahrnehmung der Anleger. Kreditanleger partizipieren nicht an möglichen Gewinnen aus KI sondern tragen das Risiko – bei noch relativ geringen Risikoprämien..

Für die deutsche Wirtschaft sind die Ergebnisse relevant, da viele Unternehmen auf die Infrastruktur der großen US-Technologieanbieter angewiesen sind und selbst milliardenschwere KI-Investitionen planen.

„Neben klassischen Schulden müssen Investoren bei der Risikoanalyse auch langfristige Infrastruktur- und Lieferverträge stärker im Auge behalten“, sagt Hirt. „Trotz der steigenden Belastungen bleibt das unmittelbare Ausfallrisiko der Tech-Unternehmen gering. Das größere Risiko liegt in einer fortgesetzten Spread-Ausweitung und damit einer schrittweisen Neubewertung der Bonität durch die Kapitalmärkte.“

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Geschichte
Historiker Çayır: „Die Türken sind Erben der Skythen“

Ein Gastbeitrag von Çağıl Çayır

Die Geschichte der Türken beginnt nicht erst mit ihrer Ankunft in Anatolien im Mittelalter. Ihre Wurzeln reichen tief in die eurasische Welt zurück. Zu diesem historischen Erbe gehören vor allem die Skythen und Saken, deren Kultur sich von Zentralasien und dem Altai über die großen Steppen bis zum Schwarzen Meer, zum Kaukasus und nach Anatolien erstreckte.

Eine Kultur von Anatolien bis zum Altai

Die Skythen waren Reiter der eurasischen Welt. Pferdezucht, Bogen, bewegliche Lebensweise, Kurgane, Tierstil, Teppichkunst und eine enge Beziehung zur Natur prägten ihre Kultur. Viele dieser Elemente begegnen später auch in den Kulturen türkischer Völker.

Besonders eindrucksvoll zeigt dies der Altai. Die Funde aus den Kurganen von Pazyryk haben Textilien, Pferdegeschirr, Kleidung und Kunstwerke einer alten Steppenkultur bewahrt. Der berühmte Pazyryk-Teppich steht dabei geradezu sinnbildlich für die hohe Kultur dieser Welt. Wer die späteren türkischen Kulturen Zentralasiens und Anatoliens betrachtet, erkennt einen Kulturraum, der nicht an heutigen Staatsgrenzen endet. Die Türken sind Erben dieser Welt.

Die Skythen in Anatolien

Dabei gehört auch Anatolien selbst zur alten Geschichte der eurasischen Reitervölker. Skythische Gruppen überschritten den Kaukasus und gelangten im 7. Jahrhundert v. Chr. nach Vorderasien und Anatolien. Sie standen mit den dortigen Reichen und Völkern in Krieg, Bündnis und kulturellem Austausch. Damit reicht die Verbindung zwischen der eurasischen Steppe und Anatolien weit vor die Seldschuken zurück.

Anatolien war niemals eine von Zentralasien abgeschlossene Welt. Über Kaukasus, Schwarzes Meer und Iran bestanden seit frühester Zeit Verbindungen zu den großen eurasischen Wanderungs- und Kulturräumen.

Skythen, Griechen und Amazonen

Auch die griechischen Überlieferungen bewahrten die Erinnerung an diese Welt. Besonders deutlich wird dies bei den Amazonen, die in den griechischen Erzählungen mit dem Schwarzmeerraum und Anatolien verbunden werden.

Herodot erzählt von der Begegnung der Amazonen mit den Skythen. Die kriegerischen Frauen verbanden sich nach seiner Darstellung mit skythischen Männern und führten ihre Reiter- und Kriegstradition weiter.

Bemerkenswert ist, dass die Archäologie tatsächlich bewaffnete Frauen in Gräbern skythischer und verwandter Steppenkulturen nachgewiesen hat. Hinter dem griechischen Bild der Amazonen stand somit eine reale eurasische Welt, in der Frauen reiten, jagen und Waffen tragen konnten.

Skythen und Griechen waren keine Bewohner zweier vollkommen getrennter Welten. Sie begegneten einander am Schwarzen Meer und in Anatolien. Gerade hier verbanden sich Steppe, Kaukasus, Anatolien und Mittelmeer.

Die türkische Fortsetzung

Jahrhunderte später tragen die Türken viele Grundzüge dieser eurasischen Kultur weiter.

Das Pferd bleibt Mittelpunkt des Lebens. Reiter und Bogenschütze werden zu bestimmenden Gestalten. Tierdarstellungen und geometrische Ornamente ziehen sich durch die Kunst. Teppich- und Textiltraditionen erreichen bei türkischen Völkern eine neue Blüte. Die politische Kultur bleibt über weite Räume beweglich und verbindet unterschiedliche Stämme und Völker unter großen Herrschaftsverbänden.

Mit den Göktürken erhält diese Welt schließlich einen Namen, der bis heute fortlebt: Türk.

Die alttürkischen Inschriften der Mongolei und Sibiriens zeigen eine hochentwickelte politische und geistige Kultur. Himmel, Erde, Mensch, Volk und Herrschaft werden dort als Teile einer großen Ordnung verstanden. Auch darin lebt die eurasische Welt fort, die schon lange vor den Göktürken bestanden hatte.

Die Erben der Skythen

Die Verbindung zwischen Skythen und Türken liegt deshalb nicht in einem einzelnen Gegenstand und nicht in einer einzelnen Quelle. Sie liegt in einem ganzen Kulturraum.

Vom Altai über Zentralasien und das Schwarze Meer bis nach Anatolien begegnen über Jahrhunderte hinweg verwandte Formen eurasischen Lebens. Völker verändern ihre Namen, Reiche entstehen und verschwinden, Bevölkerungen verbinden sich miteinander. Der Kulturraum aber lebt weiter.

Die Türken haben dieses Erbe nicht nur übernommen. Sie haben es weiterentwickelt und über einen noch größeren Raum getragen.

Deshalb gehört Anatolien nicht erst seit dem Mittelalter zur eurasischen Geschichte der Türken. Schon Jahrhunderte zuvor hatten die Skythen als Vertreter jener älteren eurasischen Kultur Anatolien erreicht und dort mit den Völkern der Region gelebt, gekämpft und Spuren hinterlassen.

Skythen und Türken stehen damit in einer langen eurasischen Traditionslinie. Die Türken sind die großen Erben dieser alten Steppenwelt – einer Welt, die vom Altai bis nach Anatolien reichte.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


Zum Autor

Çağıl Çayır hat sich als Kölner Geschichtsstudent auf historisch-vergleichende Kulturwissenschaft und Wissenschaftsgeschichte spezialisiert und studiert aktuell Philosophie im Master an der Universität Wuppertal. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf Wissenschaftstheorie und Seinsphilosophie. Seine Arbeiten erscheinen international in renommierten Fach- und Populärmedien.Er engagiert sich wissenschaftlich wie gesellschaftlich für eine intellektuelle Völkerverständigung. Außerdem ist er stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Türkischen Gesellschaft Bonn sowie Gründer der Kultur-Akademie Çayır und der Çayır Kultur Akademisi auf YouTube.Seine größte Weisheit lautet: „Liebe ist die Lektion der Geschichte.“


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Künstliche Intelligenz
Google: Türkischer KI-Experte übernimmt Führung von Gemini

Mountain View – Der türkische KI-Experte Koray Kavukcuoglu übernimmt eine der wichtigsten Führungspositionen bei Google DeepMind.

Als Senior Vice President soll er künftig die Entwicklung der Gemini-Modelle, die KI-Grundlagenforschung sowie die Gemini-App und die Entwicklerteams verantworten. Google-Chef Sundar Pichai bezeichnete Kavukcuoglu als weltweit renommierten KI-Experten.

Kavukcuoglu übernimmt zentrale Verantwortung für Gemini

Die Personalentscheidung ist Teil einer Neuordnung an der Spitze von Google DeepMind. Kavukcuoglu war bislang Chief Technology Officer von Google DeepMind und zugleich Chief AI Architect von Google. In seiner neuen Funktion als SVP berichtet er direkt an Alphabet-Chef Sundar Pichai.

Zu seinen Aufgaben gehören die Entwicklung der Gemini-Modelle, die sogenannte Frontier-AI-Forschung sowie die Führung der Gemini-App- und Entwicklerteams. Google setzt damit auf einen Manager, der die technische Entwicklung von DeepMind seit vielen Jahren mitgeprägt hat.

Kavukcuoglu arbeitet seit 13 Jahren bei DeepMind. Dort gründete er unter anderem das Deep-Learning-Team und war an wichtigen Entwicklungen wie DQN (Deep Q-Network) und WaveNet beteiligt. Pichai erklärte, Google DeepMind sei mit Kavukcuoglu „in guten Händen“.

Die Bedeutung der Aufgabe zeigt sich auch an der aktuellen Nutzung der Google-KI: Die Gemini-App hat laut Google inzwischen mehr als 950 Millionen monatlich aktive Nutzer. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen bereits an der nächsten Modellgeneration, darunter Gemini 4.

Vom türkischen Ingenieur zum KI-Manager bei Google

Kavukcuoglu wurde in der Türkei geboren und studierte zunächst Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität des Nahen Ostens (ODTÜ/METU) in Ankara. Anschließend wechselte er an die New York University, wo er Informatik studierte und promovierte. Während seiner Promotion arbeitete er mit dem renommierten KI-Forscher Yann LeCun zusammen.

2012 wechselte Kavukcuoglu zu DeepMind. Zuvor war er unter anderem bei NEC Laboratories America tätig. Im Laufe seiner Karriere entwickelte er sich zu einem der zentralen technischen Köpfe des Unternehmens. 2025 ernannte Pichai ihn zusätzlich zum ersten Chief AI Architect von Google. In dieser Funktion sollte Kavukcuoglu unter anderem die Integration der Gemini-Modelle in die verschiedenen Google-Produkte vorantreiben.

Hassabis konzentriert sich auf AGI und Forschung

Mit der Neuordnung verändert sich auch die Rolle von Demis Hassabis, einem Mitgründer von DeepMind. Er wird künftig Chairman von Google DeepMind und Chief Scientist von Alphabet. Gleichzeitig bleibt er Chef des Alphabet-Unternehmens Isomorphic Labs. 

Hassabis will sich stärker auf die langfristige Entwicklung der Artificial General Intelligence (AGI) und auf wissenschaftliche Entdeckungen konzentrieren. Die operative Führung von Google DeepMind übergibt er damit an Kavukcuoglu.

Google hatte Google Brain und DeepMind 2023 zu Google DeepMind zusammengeführt. Die Einheit entwickelt unter anderem die Gemini-Modellfamilie, die inzwischen in zahlreiche Google-Angebote integriert ist.