Sudan-Konferenz
Sudan: Katastrophale Lage von Menschen mit Behinderung

Im Sudan leben mindestens 4,6 Millionen Menschen mit Behinderung, was etwa 16 % der Bevölkerung entspricht.

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München – Anlässlich der internationalen Sudan-Konferenz in Berlin schlägt die Hilfsorganisation Handicap International (HI) Alarm: Drei Jahre nach Ausbruch des Krieges ist die Lage für die Zivilbevölkerung katastrophal. Für Menschen mit Behinderung gilt dies in noch stärkerem Maße: Für sie ist es besonders schwierig, zu fliehen, an Hilfsgüter zu gelangen oder eine medizinische Versorgung zu erhalten. Zudem bedrohen Minen und Blindgänger die Zivilbevölkerung.

Im Sudan leben mindestens 4,6 Millionen Menschen mit Behinderung, was etwa 16 % der Bevölkerung entspricht. Hinzu kommen unzählige weitere Menschen, die durch den Konflikt schwer verletzt, traumatisiert oder chronisch krank sind. Dennoch fehlen inklusive Hilfsmaßnahmen und spezialisierte Angebote nahezu vollständig.

Die Konsequenzen sind gravierend: In Krisensituationen ist die Sterblichkeitsrate von Menschen mit Behinderung zwei- bis viermal höher als die von Menschen ohne Behinderung. Viele von ihnen werden zurückgelassen oder systematisch ausgeschlossen.

„Der Fall von El-Fasher hat zu einem Zustrom von Vertriebenen in die benachbarte Stadt Tawilah geführt. Immer mehr Menschen mit schweren Verletzungen, wie Schusswunden, benötigen dringend Reha-Maßnahmen und Hilfsmittel. Ohne frühzeitige Versorgung drohen diesen Menschen dauerhafte Behinderungen und chronische Schmerzen. Derzeit sind wir eine der wenigen humanitären Organisationen, die diese wichtige Unterstützung im Sudan leisten können. In Darfur sind wir sogar die einzige„, sagt Vincent Dalonneau, Landesdirektor von HI-Sudan.

Die Teams von Handicap International arbeiten in Reha-Zentren und Kliniken, verteilen Hilfsgüter und helfen unterernährten Kindern sowie den unzähligen Menschen mit Verletzungen durch Schusswaffen oder Bomben. Zudem unterstützt die Logistiksparte Atlas verschiedene humanitäre Organisationen mit der Lagerung und dem Transport von Hilfsgütern.

Rückkehrer durch Minen und Blindgänger bedroht

Der Krieg im Sudan hat die weltweit größte Flüchtlingskrise mit fast 14 Millionen Vertriebenen ausgelöst. Trotz des anhaltenden Konflikts sind bis Ende Januar aber bereits mehr als drei Millionen Menschen in ihre Heimat zurückgekehrt, darunter 700.000 aus dem Ausland.

Die meisten Rückkehrenden kehrten in Landesteile zurück, in denen die Gewalt weitgehend abgeklungen ist, wie Khartum, Blauer Nil oder Al Dschasira. Dort bedrohen aber explosive Kriegsreste, darunter Antipersonen-Minen, die Zivilbevölkerung in Wohnhäusern, Schulen, Krankenhäusern, Moscheen und auf Straßen.

„Andere Konflikte weltweit haben bereits gezeigt, wie sich die Kontamination durch nicht explodierte Kriegsreste über Jahrzehnte hinweg auf das Leben der Zivilbevölkerung auswirken kann, selbst, nachdem der Konflikt beendet ist. Sie gefährdet das Leben der sudanesischen Bevölkerung, schränkt den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen ein und behindert die wirtschaftliche Entwicklung„, unterstreicht Vincent Dalonneau.

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