Türkei
Terroranschlag in Izmir

Izmir (nex) – In der Nähe des Justizgebäudes in der westtürkischen Millionenmetropole Izmir hat eine Explosion stattgefunden, bei der Medienberichten zufolge zehn oder elf Menschen verletzt worden seien. Nach der Detonation sei ein Schusswechsel zu vernehmen gewesen, heißt es aus Sicherheitskreisen. Ein Reporter der Nachrichtenagentur DHA erklärte gegenüber dem Nachrichtensender CNN Türk, dass es sich wahrscheinlich um eine Autobombe gehandelt habe. CNN Türk und Anadolu berichten, dass die Polizei zwei mutmaßliche Terroristen getötet habe und der dritte sich auf der Flucht befinde. Bei dem Anschlag seien ein Polizist und ein Gerichtsangestellter ums Leben gekommen, berichtet Anadolu weiter. Es seien viele Rettungswagen vor Ort. Die Verletzten seien in umliegende Krankenhäuser verbracht worden, so Anadolu. RTÜK, die Regulierungsbehörde für den privaten Rundfunk in der Türkei, hat über die Explosion in Izmir eine vorübergehende Nachrichtensperre verhängt. Dies teilte die Behörde in einer Erklärung mit.

Islam in Deutschland
Gefragter denn je: Islamische Religionslehrer

Von Caglar S. Efe Köln (nex) – In NRW leben nach Angaben des Landes 1,5 Millionen Muslime, darunter 349 000 Schüler. Mit der steigenden Anzahl der muslimischen Schüler in Deutschland, wächst auch vor allem eines: der Bedarf an islamischen Religionslehrern. Uni Münster als Vorreiter Nachdem der Wissenschaftsrat bereits 2010, mit großer Zustimmung von Parteien Gewerkschaften und Verbänden, die Ausbildung von Islamlehrern für deutsche Schulen forderte, führte die Universität Münster bundesweit die ersten Studiengänge für islamische Theologie ein. Die Universitäten Osnabrück und Tübingen zogen nach. Große Nachfrage Während es im Jahr 2008 deutschlandweit nur 350 Islamkundelehrer gab, studieren heute rund 60 Prozent das Fach Islamische Theologie auf Lehramt – Tendenz steigend. So bewarben sich für das Wintersemester 2016/17 insgesamt 1800 Bewerber auf circa 220 Studienplätze, erklärt Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie, in einem Gespräch mit dem WDR. Um den Bedarf an islamischen Religionslehrern zu decken, werden ihm zufolge bundesweit 3000 bis 5000 Religionslehrer benötigt, davon 2000 allein in Nordrhein-Westfalen, meint er weiter. Gute Berufsaussichten trotz Unsicherheit Da der Beruf sehr gefragt ist, erhielt die Hälfte von 30 Masterabsolventen bereits vor Ende ihres Studiums Jobangebote von Schulleitern, erläutert Khorchide. Bestehende Ängste und Unsicherheiten hinsichtlich des islamischen Religionsunterrichts, seien nach Gesprächen mit den Lehramtsanwärtern geklärt worden.

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Einbürgerungen
Beck: „Verbot der Mehrstaatigkeit für Israelis muss endlich fallen“

Düsseldorf (ots) – Die Zahl der Einbürgerungen israelischer Staatsbürger in Deutschland ist trotz des seit Jahren gärenden Nahost-Konflikts seit 2013 wieder rückläufig. 2015 haben 1481 Israelis und 2014 weitere 1432 den deutschen Pass erworben. 2013 lag ihre Zahl dagegen noch deutlich höher bei 1904. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die der „Rheinischen Post“ vorliegt. Die höchste Zahl der Einbürgerungen israelischer Staatsbürger gab es demnach 2006 mit 4313 Fällen. Insgesamt nahmen 33.321 israelische Staatsbürger seit dem Jahr 2000 die deutsche Staatsbürgerschaft an. Nach dem Grundgesetz werden Abkömmlinge früherer deutscher Staatsbürger, denen aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 die Staatsbürgerschaft entzogen worden ist, auf Antrag wieder eingebürgert. Ihre anderen Staatsangehörigkeiten müssen sie nicht aufgeben. Dies gilt allerdings nicht für alle übrigen israelischen Staatsbürger. Sie müssen ihren israelischen Pass aufgeben. „Das Verbot der Mehrstaatigkeit zwischen Deutschland und Israel muss endlich fallen“, forderte daher der Grünen-Politiker Volker Beck. „Viele Israelis haben einen engen Bezug zu Deutschland und viele Deutsche, insbesondere jüdischen Glaubens, sind eng mit Israel verbunden“, sagte Beck.

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"Schnellere Verfahren"
Dobrindt will 15 neue Autobahn-Bauvorhaben per Gesetz beschleunigen

Düsseldorf (nex) – Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will die Umsetzung von bundesweit 15 weiteren Autobahn-Bauvorhaben durch die Einschränkung von Klagemöglichkeiten für Verbände und Anwohner beschleunigen. Das geht aus einem Gesetzentwurf seines Ministeriums hervor, der der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vorliegt. Demnach soll gegen die 15 neuen Bauvorhaben in der Planungsphase ausschließlich vor dem Bundesverwaltungsgericht geklagt werden können. In Nordrhein-Westfalen sollen unter anderem die Autobahnkreuze Wuppertal-Nord, Kaiserberg und Köln-Süd von schnelleren Verfahren profitieren, in Hessen und Rheinland-Pfalz das Kreuz Wiesbaden-Schierstein sowie das Autobahndreieck Mainz. SPD-Fraktionsvize Sören Bartol sieht in dem Gesetz ein geeignetes Instrument, um wichtige Bauvorhaben voranzutreiben. „Wir müssen bei der Planung von Straßenbauprojekten schneller werden“, sagte Bartol der „Rheinischen Post“. Dabei achte man darauf, dass die Interessen der Anwohner weiterhin berücksichtigt würden, sagte Bartol.

Syrienkrieg
Russland: US-Koalition bombardiert IS-Ölanlagen nicht

Moskau (nex) – Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, hat am heutigen Mittwoch erklärt, dass die von den USA angeführte internationale Anti-IS (Daesh)-Koalition mit ihren Bombardements die Infrastruktur Syriens zerstört habe, während sie vom Terrormiliz IS kontrollierte Ölförderungsanlagen nicht getroffen habe. Nach einer Meldung der russischen Nachrichtenagentur TASS reagierte Konaschenkow damit auf die Kritik des ehemaligen CIA-Direktors John Brennan an den Luftschlägen Russlands in Syrien. Er wies darauf hin, dass Brennan sehr wohl wisse, dass die Anti-IS-Koalition seit 2012, lange vor dem Einsatz der russischen Luftwaffe in Syrien, „systematisch die gesamte wirtschaftliche Infrastruktur des Landes zerstört habe, um seine legitime Regierung so stark wie möglich zu schwächen, und das trotz der daraus resultierenden Nöte und der Millionen von Flüchtlingen“. Weiter heißt es in der TASS-Meldung, Konaschenkow findee es überraschend, „dass die Bomben der USA und der Koalition die vom IS (Daesh) besetzten Ölförderungsanlagen nicht getroffen haben und die IS-Kämpfer so die Möglichkeit hatten, mehrere Millionen US-Dollar monatlich durch den illegalen Verkauf von Öl zu verdienen und dieses Geld für die Rekrutierung von Söldnern aus aller Welt zu verwenden.“ Der Militärsprecher kritisierte laut TASS auch die aktuelle Außenpolitik und Angriffe der USA in Irak, Afghanistan und Libyen: „Ich möchte auch gerne darauf hinweisen, dass die längsten, wegen falscher CIA-Angaben von den USA angezettelten Kriege der vergangenen Jahrzehnte in Jugoslawien, Irak, Afghanistan und Libyen mit der Zerstörung der wirtschaftlichen Infrastruktur dieser Länder durch die US-Air Force begann, fortgesetzt und beendet wurde.“ Brennan hatte zuvor erklärt, Russland nutze in Syrien die Taktik der verbrannten Erde. Deshalb sei die Infrastrukur des Landes zerstört und Tausende Menschen hätten ihr Leben verloren.
Ganz ohne den Westen: Türkei, Russland und Iran Garantiemächte in Syrien

Religion
Ex-Großmufti von Jerusalem: Fast 100 Menschen in Al-Aqsa-Moschee zum Islam konvertiert

Jerusalem (nex) – Fast 100 Menschen aus 17 westlichen Ländern sind in den vergangenen zwei Jahren in der Ostjerusalemer al-Aqsa-Moschee offiziell zum Islam konvertiert. Dies teilte der Imam der Moschee und ehemalige Großmufti von Jerusalem, Sheikh Ekrima Said, mit. „97 Menschen von 17 westlichen Nationalitäten haben mit der Schahada den Islam als Glauben angenommen“, teilte Sheikh Sabri in einer in dieser Woche veröffentlichten Erklärung mit. Gemäß der islamischen Lehre müssen Konversionswillige die Schahada, das Glaubensbekenntnis, -„es gibt keinen Gott außer dem einen Gott, und Muhammad ist der Gesandte Gottes“ – auf Arabisch sprechen. Die meisten Konvertiten stammten laut dem ehemaligen Großmufti aus den USA, Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Finnland. „Der Islam ist die Religion der Gerechtigkeit und der Toleranz“, erklärte Sheikh Sabri. „Es ist eine umfassende Religion, die Quintessenz aller vorhergehender göttlicher Botschaften.“ Der Imam betonte, dass gemäß dem Koran die Konversion auf völlig freiwilliger Basis geschehen müsse, „da Gott, der Allmächtige, sprach: ‚Es gibt keinen Zwang im Glauben‘“, rezitierte er einen Vers aus dem Koran. Jedes Jahr kommen Hunderttausende Menschen aus aller Welt, um die geschichtsträchtige al-Aqsa-Moschee zu besuchen, die sich im von Israel besetzten Ostjerusalem befindet.

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Literatur
Martin Walser: „Ich werde nie mehr in eine solche Schreibfreude kommen“

Köln (ots) – Schriftsteller Martin Walser sieht seinen neuen Roman „Statt etwas oder Der letzte Rank“ als die Summe seines bisherigen Schreibens. Das bislang veröffentlichte Gesamtwerk „scheint mir wie eine Vorbereitung gewesen zu sein auf dieses Buch“, sagt er im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Walser, dessen Buch am Donnerstag in den Buchhandel kommt und der im März 90 Jahre alt wird, betont die besondere Freude, die ihm dieser Roman bereitet habe: „Das werde ich niemals wiederholen können – und ich werde nie mehr in eine solche Schreibfreude kommen.“ In 52 Kapiteln werde erzählt, wie einer versuche, sich von jeder Abhängigkeit zu befreien: „Er will nicht mehr abgelenkt werden von sich.“ Walser nahm auch Stellung zu den aktuellen politischen Debatten. „Die Populisten sind eine Kampfansage gegen die politische Klasse“, sagte er. Wenn er die Diskussionen der Experten verfolge, dann seien diese für den „Normalverbraucher“ oft nicht mehr nachvollziehbar. „Trotzdem meine ich, wir sind in keiner Gefahr.“

Nach Befreiung vom IS
Geschäfte, Schulen, Krankenhäuser: Türkische Regierung baut Dscharablus wieder auf

Ankara (nex) – Die Zahl der Einwohner der nordsyrischen Stadt Dscharablus ist nach ihrer Befreiung vom IS (Daesh) durch die von der Türkei unterstützte Freie Syrische Armee von 3.500 auf etwa 35.000 gestiegen. Dies hat die Nachrichtenagentur Anadolu anhand von ihr vorliegenden Daten ermittelt. Vor Beginn des Krieges hatte die Stadt etwa 30.000 Einwohner. Die Türkei startete die Militäroperation Schutzschild Euphrat am 24. August mit dem Ziel der Verbesserung der Sicherheitslage, Unterstützung der Koalitionskräfte und Eliminierung der Terrorbedrohung entlang der türkischen Grenze, bei der mit Panzern, Artillerie und Kampfjets der Türkei unterstützte Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) zum Einsatz kamen. Etwa 1.900 Quadratmeter Land in Nordsyrien wurde bislang im Zuge der Operation von IS (Daesh)-Terroristen bereinigt. Seit dem Ausbruch des Krieges in Syrien vor fast sechs Jahren befand sich Dscharablus nicht nur unter der Kontrolle des IS (Daesh), sondern zeitweise auch der PKK/PYD. Die Stadt war in der Hand des IS (Daesh), als sie im Zuge der von der Türkei angeführten Operationen befreit wurde. Kurz nach der Befreiung stellten das Gouverneurs- sowie das Bürgermeisteramt von Gaziantep Trinkwasser und Strom für die Provinz bereit. Die türkische Regierung ließ auch Schulen nach dreijähriger kriegsbedingter Auszeit wiederaufbauen. Krankenhäuser und Notfallzentren wurden ebenfalls mit Unterstützung der türkischen Regierung eröffnet. Einkaufszentren, Restaurants, Bäckereien und sogar Juweliergeschäfte konnten den Betrieb aufnehmen. „Die Geschäfte laufen gut“, sagte Muslum Ali, der sein Juweliergeschäft in Dscharablus vor drei Monaten eröffnet hat, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Anadolu. „Es ist gut für uns, in unserer Heimat zu sein.“ Der Präsident der Versammlung von Dscharablus, Mohammad Habash, wies darauf hin, dass der Zuzug nach Dscharablus aus anderen benachbarten Städten seit dem vergangenen August zugenommen habe.  

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EU im Abseits
Kommentar: Deutschland will türkisch-russische Kooperation über Syrien verhindern

Gastbeitrag von Ali Özkök Hochrangige Entscheidungsträger der deutschen Politik haben angesichts der trilateralen Kooperation der Türkei, Russlands und Irans über Syrien gewarnt. Die Angst ist, dass der Westen seinen Einfluss im Nahen Osten signifikant verliert. Nachdem über Jahre hinweg die Türkei dafür ins Kreuzfeuer genommen wurde, dass sie angeblich zu hart ins Gericht mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ging, kommen aus Berlin seit Tagen ganz andere Töne. „Mit Assad gibt es keinen Frieden.“ Mit diesen Worten ließ sich am Wochenende der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Norbert Röttgen (CDU), von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zitieren. Röttgen meint, dass der syrische Präsident „kein wirklich entscheidender Akteur“ in Syrien sei, sondern nur „ein Vehikel für Russland und Iran“. Als die Türkei al-Assad noch stürzen wollte, gab es allerdings kaum Unterstützung aus Berlin. Vielmehr tat man türkische Pläne für eine Sicherheitszone im Stile der laufenden „Euphrat Schutzschild“-Operation als unrealisierbar ab. Auch die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Türkei wurde zum Problem und artete in eine sogenannte „Flüchtlingskrise“ für die EU aus. Kritiker der europäischen Außenpolitik sprechen von einer gezielten Politik, die Türkei in Syrien in die Sackgasse zu locken, um effektiv Einfluss auf die Regierung in Ankara zu nehmen. Die Türkei setzte sich allerdings durch. Vielmehr zeigte sie sich als die flexiblere Kraft und anders als die EU als eine mit Einfluss auf das Geschehen in Syrien. Genau genommen, fürchtet man sich vor dem, was kommt: Eine starke Türkei, die solide Beziehungen mit Russland, eine Veto-Macht bei den Vereinten Nationen, und Iran unterhält, ist in vielerlei positiv für Ankara. Während Russland in der Lage ist Angriffe der USA, Frankreichs und Großbritanniens auf internationaler Ebene abzuwehren, ist Teheran die Kraft, mit der Ankara, seine größten Probleme im Nahen Osten hat. Eine Verständigung zwischen der Türkei und Iran würde die Bekämpfung der Terrormiliz „Islamischer Staat“ deutlich Antrieb geben und regionale Spannungen zugunsten der Interessen beider Länder regeln. Am Dienstag sagte Russlands Verteidigungsminister Schoigu, dass alle früheren „Versuche, sich mit den USA oder ihre Partner zu einigen“, gescheitert sind. Der Grund ist. „Keiner von ihnen hat wirklichen Einfluss auf die Situation vor Ort“, erklärte der Minister. Europa und der Westen betrachten es als Problem, wenn die Türkei Alternativen in der Rückhand hat. Denn damit macht sich Ankara unabhängig und damit gefährlich für ein Europa, dass seine Nachbarn kontrollieren will. In das selbe Horn blies der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion: „Es wird auf Dauer keine Zukunft mit Assad geben“, erklärte Niels Annen, ehemaliger Senior Transatlantic Fellow des German Marshall Fund. Die Organisation ist für ihren harten Kurs gegen alle eurasische Orientierungen bekannt. Im Gespräch mit der Bild-Zeitung gestand Norbert Röttgen am Montag, dass es Europa nicht gelungen ist, „irgendeinen relevanten Einfluss“ vor Ort auszuüben. Deshalb warnten die Außenpolitiker davor, dass Russland und die Türkei eine gesonderte Absprache über Syrien treffen könnten. „Eine der gefährlichsten Entwicklungen ist ein russisch-türkisches Arrangement in Syrien“, sagte Röttgen. Hier drohe „ein weiteres diplomatisches Desaster für den Westen“. Der FAS zufolge scheiterte Washington dabei, die Terroristen in Ost-Aleppo zu überzeugen, einen Waffenstillstand mit der syrischen Armee zu vereinbaren. Dagegen sei der türkischen Regierung dies gelungen. Die Beamten Deutschlands fürchten, dass Deutschland deshalb leer ausgehen könnte in Syrien. Dieser Umstand bewirkt, dass sich die deutschen Politiker stärken an die USA und ihre Syrien-Politik anlehnen. Washington und die Obama-Regierung haben den syrischen Ableger der terroristischen PKK, auch als YPG/PYD bekannt, zu ihrem engsten Verbündeten im arabischen Bürgerkriegsland auserwählt. Auf diese Weise erhofft sich Deutschland, auch einen Hebel auf die Türkei zu haben, die seit 2015 einen vehementen Krieg mit der PKK in Anatolien, Nordirak und seit August dieses Jahr in Nordsyrien führt. Türkei umgeht mit einem Bündnis mit Russland auch diese Gefahr. Annen warnte vor dem Treffen der türkischen Außen- und Verteidigungsminister mit russischen sowie iranischen Amtskollegen am Dienstag vor einem „Deal zwischen Putin und Erdogan“. Moskau könnte die Präsenz der Türkei im Norden Syriens akzeptieren, die sich gegen die Kurden richtet, wenn Ankara im Gegenzug dafür nicht mehr die Assad-Gegner unterstützt. Sollte Trump seinen bisherigen Ankündigungen tatsächlich folgen, in Syrien den Kampf gegen den IS einem Regimechange vorzuziehen, stünde die EU mit ihren Forderungen alleine da. In diesem Fall würde sich die europäische Politik immer mehr von den tatsächlichen Fakten vor Ort entfernen.  

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Sicherheitspolitik
Hofreiter: CSU setzt auf Spaltung und Zwist

Osnabrück (nex) – Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat von der CSU „konstruktive Lösungen “ für die Sicherheits- und Asylpolitik gefordert. Die Zeit der „Muskelspiele“ sei vorbei, sagte Hofreiter der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit Blick auf die CSU-Klausur in Seeon. Parteichef Horst Seehofer setze weiter „auf Spaltung und Zwist“. Statt den Schulterschluss mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu suchen, wiederhole Seehofer „fast schon mantrahaft seine abgedroschene populistische Forderung nach einer Obergrenze“. Die eigene Profilierung sei alleiniges Ziel des bayerischen Ministerpräsidenten. Ernsthafte Lösungsansätze bleibe die CSU schuldig, das gelte zum Beispiel für Vorschläge zur besseren Koordinierung der Flüchtlingspolitik in der EU oder zu funktionierenden Rücknahmeabkommen mit den Herkunftsländern von Zufluchtsuchenden.