AOK-Fachprüfungsstempel
Gesundheit: Online-Recherche führt häufig zu Verunsicherung

83 % der Deutschen suchen Gesundheitsinfos online, doch jeder Dritte ist verunsichert. Erfahren Sie, warum die AOK jetzt ein neues Qualitätssiegel einführt.

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Berlin – 83 Prozent der Bürgerinnen und Bürger nutzen das Internet für die Recherche zu Gesundheitsthemen.

Gleichzeitig führt die Online-Suche nach Diagnosen, Behandlungen und Co. bei einem Drittel der Befragten zu Verunsicherung. Das ergab eine forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes unter rund 2.000 Personen. Um das Vertrauen in Gesundheitsinformationen zu stärken und die fachliche Kompetenz zu bescheinigen, hat die AOK ein Qualitätssiegel eingeführt.

„Gesundheitsinformationen aus dem Internet sorgen aus unterschiedlichen Gründen leider häufig für Verunsicherung. Jede dritte Person in Deutschland hat beispielsweise Probleme damit, vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen zu finden“, erklärt Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes.

Drei Viertel dieser verunsicherten Personen (74 Prozent) fällt es schwer, verlässliche Quellen zu erkennen. Drei von vier Menschen (73 Prozent) vermuten zudem, dass die Suchergebnisse kommerziell beeinflusst sind oder wirken.

Zwei Drittel (66 Prozent) sagen, es sei oft unklar, ob die Online-Informationen wissenschaftlich überprüft worden seien. Gut die Hälfte der Befragten (48 Prozent) gibt an, dass ihnen Fachwissen fehle, um die Informationen einzuordnen.

Wenn Bürgerinnen und Bürger online nach Gesundheitsinformationen recherchieren, nutzen 90 Prozent mehr als eine Quelle. Fast zwei Drittel der Online-Suchenden (61 Prozent) empfinden die gefundenen Informationen häufig als widersprüchlich und jeder Zweite (53 Prozent) zweifelt an der Richtigkeit.

Für rund ein Viertel (23 Prozent) geht die Online-Recherche nach hinten los: Sie fühlen sich danach unwissender als zuvor. 27 Prozent der Befragten, die zum Thema Gesundheit im Internet gesucht haben, sind außerdem schon einmal auf Informationen gestoßen, die sich im Nachhinein als falsch herausgestellt haben.

„Wir nehmen die Schwierigkeiten und Herausforderungen der Menschen in der digitalen Welt ernst und wollen sie in diesem Informationsdschungel nicht allein lassen. Daher haben wir uns für die Einführung eines Qualitätssiegels entschieden“, so Reimann.

Seit Ende 2025 werden von Expertinnen und Experten geprüfte medizinische Inhalte auf allen AOK-Kanälen mit dem „AOK-Fachprüfungsstempel“ gekennzeichnet. „Mit diesem Siegel garantieren wir, dass diese Gesundheitsinformationen vorab von Fachpersonen inhaltlich auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft wurden“, erklärt AOK-Chefin Reimann.

Das AOK-Engagement kommt zum richtigen Zeitpunkt: 65 Prozent der Befragten würden die Einführung von Kennzeichen zur Qualitätsprüfung bei Gesundheitsinformationen begrüßen. 79 Prozent halten ein solches Kennzeichen für besonders vertrauenswürdig, wenn es von einer gesetzlichen Krankenkasse stammt. Noch größer ist das Vertrauen (85 Prozent), wenn ärztliche Fachgesellschaften und Universitäten dahinterstehen.

Die aktuelle Studie liefert auch Ergebnisse zu der Frage, wie oft in Deutsch-land bei der Suche nach Gesundheitsinformationen bereits auf Künstliche Intelligenz zurückgegriffen wird. Laut Selbsteinschätzung nutzen 16 Prozent der Befragten Suchergebnisse, die mithilfe künstlicher Intelligenz generiert wurden.

Bei jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren ist dies deutlich häufiger der Fall (35 Prozent) als in der Generation 60 plus (6 Pro-zent). Das könnte auch mit dem Vertrauen in die moderne Technik zu tun haben, denn hier zeigen sich ähnliche Unterschiede: 21 Prozent der Jüngeren zwischen 18 und 29 Jahren vertrauen der künstlichen Intelligenz als Quelle für Gesundheitsinformationen, von den über 60-Jährigen tun dies jedoch nur sieben Prozent.

Dazu AOK-Vorständin Reimann: „Die Nutzung von künstlicher Intelligenz wird auch im Kontext Gesundheit weiter zunehmen. Dennoch ist es wichtig, auch Informationen der KI weiterhin kritisch zu hinterfragen.“

Tipps zur Online-Suche nach Gesundheitsinformationen:

  • Achten Sie bei der Suche nach Gesundheitsinformationen darauf, dass die Quellen seriös sind. Zu den ersten Anlaufstellen gehören Ärzte und Ärztinnen und anderes medizinisches Fachpersonal, Informationen/Webseiten von Krankenkassen, Informationsangebote von staatlichen Institutionen und Gesundheitsportale von unabhängigen Instituten oder auch die Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.
  • Erkennen Sie in 60 Sekunden, ob eine Quelle vertrauenswürdig ist: Achten Sie auf das Impressum, Aktualisierungsdatum, klare Quellen-angaben, Verlinkung auf Leitlinien/Studien, Qualitätssiegel wie den AOK-Fachprüfungsstempel, die Qualifikation der Autorinnen und Autoren sowie mögliche Interessenkonflikte. Möchte die Webseite, auf der Sie suchen, Ihnen etwas verkaufen? Dann beeinflusst das wahrscheinlich die Empfehlungen, die sie Ihnen gibt.
  • Nutzen Sie Künstliche Intelligenz (KI), um sich medizinische Begriffe und Fachwörter erklären zu lassen. Bei komplizierten Sachverhalten empfiehlt es sich, vor einer Entscheidung die Fachmeinung eines Arztes oder einer Ärztin einzuholen.
  • Widerspruch = Warnsignal: Wenn Sie bei einer Recherche auf starke Widersprüche treffen, fragen Sie medizinisches Fachpersonal, das sich mit dem Thema auskennt.
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