Naher Osten
Erdogan warnt : „Israel muss gestoppt werden“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat in einer Reihe von Beiträgen auf X Israel scharf verurteilt und die internationale Gemeinschaft zum Handeln aufgerufen.

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Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat in einer Reihe von Beiträgen auf X Israel scharf verurteilt und die internationale Gemeinschaft zum Handeln aufgerufen.

Als Vorbild nannte er dabei ausdrücklich Spanien und seinen Premierminister Pedro Sánchez — der sich in Europa als einer der konsequentesten Kritiker Israels profiliert hat.

„Es ist eine historische Verantwortung, dass andere Länder den Mut und die besonnene Haltung zeigen, die Spanien in Europa an den Tag gelegt hat“, schrieb Erdoğan auf X.

„Sicherheit der Türkei beginnt nicht nur in Hatay“

„Damaskus und Beirut sind die beiden Partnerstädte Istanbuls. Die Sicherheit der Türkei beginnt nicht nur in Hatay, sondern auch in Aleppo, in Damaskus und in Beirut. Wir dulden keine Einmischung in den Ländern unserer Brüder und Schwestern und sehen Angriffen auf sie nicht tatenlos zu“, so Erdoğan.

Er warnte vor den globalen Folgen der israelischen Politik: „So wie heute die ganze Welt den Preis für die ungelöste Hormuz-Krise zahlt, wird die gesamte Menschheit gemeinsam mit der Region die Folgen tragen müssen, wenn dem Banditentum Israels kein Einhalt geboten wird.“

Erdoğan machte die Untätigkeit der Weltgemeinschaft direkt verantwortlich für das Leid in Gaza: „Das Blut des Völkermords, der heute in Gaza fortdauert, klebt an den Händen und im Gesicht derer, die darauf nicht reagieren.“

Er weitete den Blick auf die gesamte Region aus: „Auch für die Folgen dieser Aggression, die in Iran und im Libanon begann und Syrien, das Mittelmeer und Afrika bedroht, werden diejenigen verantwortlich sein, die untätig bleiben.“

Dann folgte die zentrale Botschaft: „Israel muss gestoppt werden. Dies ist die Pflicht der Menschheit und der humanitären Front. Die Geschichte darf sich nicht wiederholen.“

Der türkische Staastchef lehnte auch das Konzept eines „Groß-Israel“ ab: „Wir sind uns des Endziels der Wahnvorstellung ‚Groß-Israel‘ voll und ganz bewusst. Und wir werden niemals zulassen, dass dies geschieht.“

Abschließend bekräftigte er Ankaras eigene Haltung: „Die Türkei wird trotz aller Sabotageakte Israels alles in ihrer Macht Stehende tun, um Frieden und Stabilität in der Region zu gewährleisten.“

Israels wachsende internationale Isolation

Erdoğans Worte fallen in eine Phase, in der Israels diplomatische Isolation weltweit zunimmt. In Europa bröckelt der jahrzehntelange Rückhalt für Israel auf institutioneller Ebene.

Spanien und Irland fordern gemeinsam eine dringende Überprüfung des EU-Israel-Abkommens und argumentieren, die Achtung der Menschenrechte müsse ein „wesentliches Element“ der Beziehung sein. Norwegen, Belgien und Slowenien haben Israel in den vergangenen Monaten scharf kritisiert und teilweise konkrete diplomatische Schritte eingeleitet.

Eine europaweite Bürgerinitiative — „European Citizens‘ Initiative: Justice for Palestine“ — zur Aussetzung des diplomatischen Sonderstatus Israels beim Europarat erreichte im April die Marke von über einer Million Unterzeichner. Israel hält seit 1957 den Beobachterstatus in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats — die Organisation steht nun vor der Frage, ob sie die Einhaltung ihrer eigenen Standards erzwingt.

Auf internationaler Ebene haben Länder des Globalen Südens — darunter Südafrika, Brasilien und Kolumbien — deutliche Signale gesetzt: von Botschaftsabberufungen bis hin zu Klagen vor dem Internationalen Gerichtshof. Frankreich diskutiert parlamentarische Schritte um Israel in die Pflicht zu nehmen. Spaniens Sánchez gehört zu den wenigen westlichen Regierungschefs die Israels Vorgehen offen und wiederholt als unverhältnismäßig bezeichnet haben — und erhält dafür im In- und Ausland breite Unterstützung.

 


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