Tel Aviv – Der rechtsextreme israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, hat mit neuen, drastischen Äußerungen über den Umgang mit palästinensischen Häftlingen für erhebliche internationale Empörung gesorgt.
In einer über die sozialen Netzwerke verbreiteten Videobotschaft brüstete sich der Minister öffentlich mit den extrem harten und erniedrigenden Bedingungen in den israelischen Haftanstalten seit dem Beginn des Gaza-Konflikts. Er nutzte diese Schilderungen gezielt, um die umstrittene Linie seines Ministeriums im Strafvollzug als politischen und sicherheitspolitischen Erfolg zu zelebrieren.
Besonders detailliert ging der Minister in dem Video auf einen konkreten Vorfall ein, der den prominenten palästinensischen Politiker und Fatah-Anführer Marwan Barghouti betrifft.
Gvir, der für das Gefängnis- und Foltersystem des Landes gegenüber Palästinensern verantwortlich ist, sagte, palästinensische Häftlinge würden sich aus Angst in die Hose machen, wenn er israelische Gefängnisse betrete, und behauptete, er habe Barghouti vor Angst weinend vorgefunden.
„Wenn wir die Gefängnisse Israels betreten, pinkeln die palästinensischen Gefangenen sich in die Hosen, sobald sie uns sehen, sie pinkeln sich vor Angst in die Hosen. Das ist kein Scherz – sie machen sich in die Hose. Sie haben Angst. Die Angst beherrscht sie, und genau so sollte es auch sein.“
Er habe zudem die Zelle von Marwan Barghouti betreten, woraufhin dieser vor Todesangst geweint habe. Im Anschluss habe er den Wärtern die strikte Anweisung erteilt, die Häftlinge weiterhin so zu behandeln.
Der 66-jährige Barghouti befindet sich seit 2002 in Haft und ist laut Meinungsumfragen die beliebteste politische Persönlichkeit unter den Palästinensern.
Das Video knüpft an eine Reihe früherer Veröffentlichungen an, bei denen das Ministerium Bildmaterial des sichtlich geschwächten Barghouti in Einzelhaft verbreitet hatte, um Stärke zu demonstrieren.
Internationale Kritik und Vorwürfe der systematischen Folter
Die Veröffentlichung des aktuellen Videos löste umgehend scharfe Reaktionen von palästinensischen Opferverbänden und internationalen Menschenrechtsorganisationen aus.
NGOs wie Amnesty International wiesen darauf hin, dass die prahlenden Aussagen des Ministers als offizielles Eingeständnis einer systematischen Misshandlung, Demütigung und psychologischen Folter in den israelischen Gefängnissen gewertet werden müssen. Bereits in der Vergangenheit hatten die Vereinten Nationen das Vorgehen des Ministers und die gezielte mediale Bloßstellung von Häftlingen scharf als einen direkten Angriff auf die grundlegende Menschenwürde verurteilt.
Politische Beobachter betonen, dass Ben-Gvir mit diesen provokanten Auftritten primär seine radikale Wählerbasis in Israel bedienen will, während die Berichte über die Zustände in den Gefängnissen den diplomatischen Druck auf die israelische Regierung im Ausland weiter verschärfen. Die Debatte um die Einhaltung internationaler Konventionen im Umgang mit Gefangenen im Nahen Osten erhält durch diese unzensierten Einblicke eine neue, hochexplosive Dynamik.
„Cuando entramos en las prisiones de Israel, los prisioneros palestinos se orinan en sus pantalones al vernos, se orinan del miedo. Entramos en la celda de Marwan Barghouti y estaba llorando aterrorizado. Les dije a los carceleros que continuaran tratándoles así“.
Ben Gvir, el… pic.twitter.com/D5eGX5NRGp
— Daniel Mayakovski (@DaniMayakovski) July 18, 2026

