Gaza – Die Ruinen des Gazastreifens werden zunehmend zur Leinwand für globalen Dank und Solidarität.
Palästinensische Künstler haben dort nun ein großflächiges Porträt einer US-amerikanischen Fast-Food-Mitarbeiterin gemalt. Die Frau war zuvor entlassen worden, nachdem sie einem Kunden gegenüber „Free Palestine“ geäußert hatte.
Der Vorfall löste eine weltweite Welle der Unterstützung aus.Trotz der verheerenden humanitären Lage vor Ort haben die palästinensischen Künstlerinnen Layan Alquqa und Aseel ein markantes Zeichen gesetzt. Auf den Trümmern eines zerstörten Wohnhauses im Gazastreifen schufen sie ein Porträt der US-Bürgerin Arianna (auch Ariana) Hamilton.
Mit der Aktion wollten sie sich im Namen der Menschen in Gaza für den Mut der jungen Frau bedanken. Flankiert wurde die Aktion von Videos in den sozialen Netzwerken, in denen unter anderem ein junges Mädchen das Logo der Fast-Food-Kette Burger King mit einem roten „X“ übersprüht
Hintergrund des Wandbildes ist ein Vorfall in einer Burger-King-Filiale in Breinigsville im US-Bundesstaat Pennsylvania. Hamilton, eine dortige Angestellte, war mit dem Kunden Rami Feinstein, einem israelisch-amerikanischen Musiker, in eine verbale Konfrontation geraten.
Nachdem Feinstein auf seine Herkunft verwies und eine Kette mit dem Davidstern zeigte, entgegnete Hamilton den Satz „Free Palestine“ (Freies Palästina).Feinstein filmte Teile des Vorfalls, forderte eine Rückerstattung und stellte das Video mit der Frage online, ob das Lokal für jüdische Kunden noch sicher sei. Burger King entließ die Mitarbeiterin daraufhin prompt und berief sich auf Richtlinien gegen „Aufhetzung zum Hass“.
Hamilton selbst wies dies zurück und betonte, sie habe lediglich von ihrer Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht. Im Netz erfuhr sie enorme Solidarität: Eine GoFundMe-Kampagne brachte innerhalb einer Woche über 243.000 US-Dollar für ihre Lebenshaltungskosten ein, während gleichzeitig internationale Boykottaufrufe gegen die Kette laut wurden.
Ein bekanntes Muster der Dankbarkeit in Gaza
Es ist nicht das erste Mal, dass die Menschen im Gazastreifen ihre Dankbarkeit für internationale Unterstützung durch monumentale Straßenkunst zum Ausdruck bringen.
Erst kürzlich erregte eine ganz ähnliche Aktion weltweite Aufmerksamkeit: Lokale Künstler und Kinder – angeführt von dem jungen Mädchen Layan – malten ein großes Porträt des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez auf die Trümmer Gazas.
Mit diesem Wandbild dankte die Bevölkerung dem spanischen Regierungschef für dessen klare politische Haltung. Sánchez gilt als einer der schärfsten europäischen Kritiker der israelischen Regierung, erkannte den Staat Palästina offiziell an und stellte sich zudem schützend vor den spanischen Nationalspieler Lamine Yamal, als dieser wegen des Zeigens palästinensischer Flaggen in die Kritik geraten war.
Die Kunstaktionen in Gaza zeigen, dass öffentliche Worte der Solidarität und Akte des Mutes – ob von Spitzenpolitikern oder einfachen Angestellten im Ausland – die Menschen im Kriegsgebiet direkt erreichen und dort tiefen Eindruck hinterlassen.
What a wonderful and touching gesture.
Arianna Hamilton lost her job at Burger King after taking a stand and saying, “Free Palestine.”
The people of Palestine painted a mural in her honor, celebrated her, and thanked her for standing with them. pic.twitter.com/DirrjWF2FP
— (@Malcolm_Pal9) August 12, 2026
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