London
Jüdische Schauspielerin Miriam Margolyes wirft Israel Völkermord vor

In einem neuen Interview verurteilt die jüdische Harry-Potter-Darstellerin Miriam Margolyes die israelische Politik als geplanten Völkermord.

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London/Tel Aviv – Die altgediente britisch-australische Schauspielerin und Aktivistin, die vor allem durch ihre Rolle als Professorin Sprout in der Harry-Potter-Filmreihe bekannt ist, hat ihre Kritik an der israelischen Führung noch einmal drastisch verschärft.

In einer hochemotionalen Videorunde des britischen Independent-Mediums Double Down News lehnte die 85-Jährige, die selbst jüdisch ist, das Konzept eines rein jüdischen Staates offen ab. Flankiert wurde sie in der Debatte von dem bekannten Kinderbuchautor Michael Rosen und dem Comedian Alexei Sayle.

Der persönliche Wendepunkt in Syrien und Palästina

Auf ihre Motivation angesprochen, sich trotz massiven Gegenwinds immer wieder öffentlich zu äußern, verwies die BAFTA-Gewinnerin auf eine prägende Reise in die Region im Jahr 2012. Diese Erlebnisse hätten ihren Blick auf den Nahostkonflikt für immer verändert:

„Wenn man nach Israel reist und sieht, wie Palästina und die Palästinenser behandelt werden – so wie ich es 2012 bei meinem letzten Besuch erlebt habe –, dann war das für mich das Öffnen der Tür, das Anheben der Jalousie, und ich habe es gesehen.“

Margolyes betonte in der Runde nachdrücklich, dass das Entstehen eines Machtvakuums und die fortlaufende Besatzungspolitik die Region immer tiefer in den Abgrund reißen. Anstatt auf Ausgrenzung zu setzen, forderte sie einen radikalen Kurswechsel: „Nicht die Juden töten oder die Araber töten. Einfach die Grenzen einreißen.“ Sie könne die Idee eines exklusiv jüdischen Staates tief in ihrem Herzen nicht länger akzeptieren.

„Eine Schande für die Familie“: Isolation im privaten Umfeld

Für ihre klaren Worte zahlt die Schauspielerin im privaten Kreis einen hohen Preis. Wie das britische Nachrichtenportal The National berichtet, geht die Debatte quer durch Margolyes’ eigenes Umfeld.

Im Interview offenbarte sie, dass Verwandte sie aufgrund ihrer politischen Haltung im Stich lassen und sie direkt als „Schande für die Familie“ betiteln. Margolyes’ Konter in der Videorunde war unmissverständlich: „Sie sind die Schande.“ Wahre jüdische Werte basierten für sie auf Mitgefühl und Humanität, weshalb sie das Vorgehen der aktuellen israelischen Regierung als einen „geplanten Genozid“ verurteile. „Wie können Juden das tun?“, fragte die sichtlich bewegte Künstlerin.

Bereits 2025 scharfe Kritik von Margolyes

Es ist nicht das erste Mal, dass die für ihre Rolle als Prof. Sprout weltweit bekannte Darstellerin für internationales Aufsehen sorgt. Bereits im Mai 2025 warnte Margolyes in einem vielbeachteten Statement davor, dass die Politik der israelischen Führung das weltweite Ansehen der jüdischen Gemeinschaft massiv beschädige.

Damals zog sie in einem emotionalen Appell sogar einen drastischen historischen Vergleich und erklärte mit Blick auf den Verlust moralischer Werte, dass „Hitler gewonnen“ habe, wenn die Weltgemeinschaft angesichts des Leids in Gaza wegschaue. Ihre neuen Äußerungen verdeutlichen, dass sich ihre Haltung seither noch weiter verfestigt hat.

Gegenwind von jüdischen Verbänden

Während Margolyes für ihren Mut von pro-palästinensischen Initiativen und Organisationen wie Jewish Voice for Labour geschätzt wird, schlägt ihr von anderer Seite scharfe Ablehnung entgegen.

Jüdische Dachverbände und Organisationen wie die Campaign Against Antisemitism kritisieren ihre drastischen historischen Vergleiche seit Jahren scharf und werfen ihr vor, sich für eine politische Agenda instrumentalisieren zu lassen. Margolyes weist dies zurück und betont, dass fundierte Kritik an einer Regierung niemals mit Antisemitismus gleichgesetzt werden darf.

 


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