Verschwörungstheorien zu den Anti-Terror-Demos am 10. April
PKK-Verein: „Der türkische Geheimdienst ist hinter den Demos am 10. April“

PKK-nahe Vereine und einige Medien wie die linksextreme „Junge Welt“ wollen eine vom türkischen MIT gesteuerte Aktion hinter den bevorstehenden Friedensdemonstrationen am 10. April erkannt haben.

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Köln (nex) – Die Verschwörungstheorien deutscher Medien bezüglich des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan scheinen immer groteskere Züge anzunehmen.

Wenn man Artikeln wie jenem in der früheren FDJ-Zeitung „Junge Welt“ von heute Glauben schenken mag, könnte man meinen, Erdogan befehle und kontrolliere von seinem „Protzpalast“ in Ankara aus mithilfe des türkischen Geheimdienstes (MIT) jeden Schritt, der unternommen und jede Entscheidung, die von türkischstämmigen Bürgern in Deutschland getroffen werde und sei es auch nur ein kleines Moscheefest mit Leckereien wie Börek und Lahmacun.

Das letzte Opfer dieser Hetzkampagne deutscher Medien ist eine Gruppe türkischstämmiger Mütter geworden. Ein von diesen initiiertes, unabhängiges Bündnis plane für den 10. April in verschiedenen Städten wie Hamburg, Köln oder München Demos gegen den Terror zu veranstalten und diesem Unterfangen solle „im Namen der Demokratie die Stirn geboten“ werden, so der Verband kurdischer Studierender e.V., den die Zeitung „Junge Welt“ zitiert.


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„In Zeiten der eskalierenden Gewalt in Teilen der Türkei und zunehmender Feindseligkeit, die durch radikale kurdische Nationalisten auch innerhalb der Einwanderercommunitys in Deutschland und zum Teil durch Medien geschürt wird, wollen wir nun als ein unabhängiges Bündnis, bestehend aus türkischen und kurdischen Müttern, am 10.04.2016 in Hamburg Anti-Terror-Demonstrationen ausrichten“, heißt es auf der Facebookseite des Bündnisses mit dem Namen AYTK.

Die „Junge Welt“ schreibt dazu: „Türkische Nationalisten rufen zu bundesweiten Protesten gegen PKK auf – im Hintergrund zieht offenbar AKP-Regierung die Fäden“.

Auf der Seite des faschistischen Vereins „YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan e. V.“, dessen Ziel ein Großkurdisches Reichs zu sein scheint, wird sogar der türkische Geheimdienst MIT mit dem Mütter-Bündnis in Verbindung gebracht. Es sei ein „offenes Geheimnis, dass der türkische Staat seit Jahrzehnten in Deutschland und in Europa geheimdienstlich, organisatorisch und propagandistisch tätig“ sei.

Die türkischen Mütter hinter diesen Demos seien also tatsächlich im Auftrag der türkischen Regierung unterwegs und eigentlich Geheimagenten. In den Kinderwagen könnten ja vielleicht sogar Waffen transportiert werden.

Die „Junge Welt“ spekuliert weiter: „Für eine angeblich neue Gruppe dürfte es kaum möglich sein, gleichzeitige Aktion in sieben Großstädten zu starten. Vielmehr dürfte die AKP-Regierung mit Hilfe des Geheimdienstes MIT im Hintergrund die Fäden ziehen. Auch das Angebot der AYTK, arbeits- oder wohnungslosen Türken oder türkischstämmigen Strafgefangenen in Deutschland soziale und rechtliche Unterstützung zukommen zu lassen, deutet auf eine starke, mit dem türkischen Staat verbundene Struktur hin.“

Vergessen scheinen die zahlreichen Pro-PKK-Demos, die oft schon innerhalb von wenigen Stunden deutschlandweit organisiert werden konnten. Anscheinend hatte auch hier der türkische Staat seine Finger im Spiel.

Der „Verband der Studierenden aus Kurdistan e. V.“ ruft auf seiner Seite dazu auf, den Demos der Türkischen Mütter mit Gegendemos „die Stirn [zu] bieten“ – was regelmäßig eine Umschreibung dafür ist, Gewalt auszuüben und für Unruhen zu sorgen.Wir haben uns mit den Organisatoren der Demos in Verbindung gesetzt und ein Interview vereinbart.

NEX: Frau Unkel, sind Sie ein Geheimagent der türkischen Regierung?

Unkel: So aufregend das auch klingen mag, nein bin ich nicht.

NEX: Sie arbeiten nicht für den türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan?

Unkel: Nein, auch das ist nicht zutreffend.

NEX: Für wen arbeiten Sie dann?

Unkel: Ich bin Mutter zweier Kinder und arbeite freiberuflich als Fotografin.

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NEX: Fotografieren Sie vielleicht Erdogan-Kritiker in Deutschland?

Unkel: Nein. Ich fotografiere zwar Personen, die politischen interessieren mich dabei aber weniger. Sind ja jetzt auch nicht immer die ästhetischen Offenbarungen.

NEX: Zu wem gehört dann das sogenannte AYTK Bündnis?

Unkel: AYTK gehört zu niemandem. Es ist ein loses, unabhängiges Bündnis, welches sich zum Ziel gesetzt hat, sich für die Belange türkischstämmiger Bürger einzusetzen. Aufgrund der momentan von Terrororganisationen wie der PKK oder dem sogenannten IS ausgehenden Gewalt ist das Thema natürlich aktueller als je zuvor. Zum Bündnis gehören Türken und Kurden, Sunniten und Aleviten, Gläubige und auch weniger Gläubige. Egal, was die Medien oder aggressive PKK-Vereine behaupten.

NEX: Die türkische Regierung bombardiert doch Kurden…

Unkel: Das ist entweder eine sehr schlichte Auffassung oder aber eine bewusste Verkürzung, um die tatsächliche Situation zu verschleiern. Sehr viele Kurden in der Türkei werden Ihnen nachdrücklich erklären, dass die PKK bombardiert wird nicht „die Kurden“.

NEX: Der Friedensprozess wurde aber doch letztes Jahr von der Regierung Erdogan aufgekündigt…

Unkel: Nein, die Regierung hat die Friedensgespräche erst aufgekündigt, nachdem die PKK wieder zur Gewalt gegriffen und damit begonnen hat, Sicherheitskräfte zu ermorden. Die PKK hatte aber auch in den Jahren zuvor immer und immer wieder Angriffe und Anschläge gegen Polizei, Armee und Zivilisten vorgenommen. Vor allem aber hat sie stets ein unehrliches Spiel gespielt. Sie hat die Zeit der Waffenruhe genutzt, um ihr Arsenal neu zu bestücken. Und diese Waffen setzt sie jetzt verstärkt zu neuem Terror ein.

NEX: Sind Sie Nationalistin?

Unkel: Ich denke, das wüsste ich. In der Türkei ist der Nationalismus ein Grundprinzip der Verfassung, das hat in der Geschichte des Landes zu Härten geführt, die sich nicht positiv auf die Stärke und den inneren Zusammenhalt ausgewirkt haben. Ich begrüße es, dass die türkische Regierung seit 2002 viel bewegt hat und die Rechte von Minderheiten und Volksgruppen gestärkt hat, die zuvor unter dem Banner des Nationalismus eingeengt wurden. Ich finde ein respektvolles und konstruktives Miteinander besser. In der Türkei wie in Deutschland.

NEX: Sind sie AKP-Mitglied?

Unkel: Ich bin SPD-Mitglied und versuche dort, etwas für ein besseres Miteinander zu bewirken.

NEX: Wir bedanken uns für das Gespräch.

 


Die „MIT“- Demos am 10.April

aytk.nachrichtenexpress

 

 

 

 

 

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