Hakan Fidan in Ägypten
Türkischer Außenminister Hakan Fidan: „Netanjahu wird im Blut seiner Opfer ertrinken“

Die israelische Führung beobachtet die Normalisierung und die enge Koordination der beiden militärisch einflussreichsten Akteure der Region in der Palästina-Frage mit wachsender Besorgnis.

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Kairo –  Der Ton zwischen Ankara und Tel Aviv hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Bei einem offiziellen Staatsbesuch in Ägypten hat der türkische Außenminister Hakan Fidan die israelische Regierung unter Premierminister Benjamin Netanjahu scharf kritisiert und mit deutlichen Worten vor den Konsequenzen der aktuellen Gaza-Politik gewarnt.

Nahezu zeitgleich untermauerte Präsident Recep Tayyip Erdoğan die Linie Ankaras mit einer weitreichenden Warnung vor einer regionalen Ausweitung des Konflikts.

Fidan in Ägypten: „Müssen die Welt aufrütteln“

Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem ägyptischen Amtskollegen in El-Alamein im Zuge seiner Gaza-Diplomatie fand Fidan erschütternde Worte für das Vorgehen des israelischen Regierungschefs:

„Der Tyrann wird zusammen mit seiner Tyrannei aus der Geschichte ausgelöscht werden. Ihr werdet sehen, dass dies auch Netanjahu widerfahren wird. Ihr werdet sehen, dass das Blut der Menschen, die er dem Hunger ausliefert, die er tötet und die er aus Vergnügen jeden Tag mit festgelegten Quoten von Scharfschützen ins Visier nehmen lässt, ihn ertränken wird.“

Angesichts dieser Lage forderte der Chefdiplomat der zweitstärksten NATO-Armee ein globales Erwachen: „Wir müssen die Welt aufrütteln. Nicht nur Staaten, sondern auch NGOs müssen aktiv werden“, erklärte er nachdrücklich.

Scharfe Ablehnung der vollständigen Gaza-Besetzung

Fidan reagierte damit auch direkt auf jüngste Signale aus Tel Aviv, den Gazastreifen dauerhaft und vollständig zu besetzen. „Wir lehnen Israels Absicht, Gaza vollständig zu besetzen, auf das Schärfste ab; dieser Plan ist eine neue Phase der expansionistischen und völkermörderischen Politik Israels“, so Fidan.

Er stellte unmissverständlich klar: „Palästina gehört den Palästinensern. Jede Bemühung, die darauf abzielt, die Palästinenser aus ihrem eigenen Land zu vertreiben, ist null und nichtig und zum Scheitern verurteilt.“ Die Türkei und Ägypten würden sich solchen Szenarien weiterhin geschlossen entgegenstellen.

Als konkreten politischen Schritt kündigte Fidan an, dass die Türkei in ihrer Funktion als amtierender Vorsitzender des Rates der Außenminister die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIZ) zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen hat, um eine geschlossene Front der islamischen Welt zu koordinieren.

Israel besorgt über die neue Achse Ankara-Kairo

Dass diese Botschaft ausgerechnet in Ägypten verkündet wurde, setzt ein schweres geopolitisches Zeichen. Nach Jahren der Eiszeit demonstrieren die regionalen Schwergewichte Türkei und Ägypten eine beispiellose strategische Annäherung. Berichten zufolge sorgt diese neue Dynamik hinter den Kulissen für erhebliche Nervosität in Tel Aviv:

Die israelische Führung beobachtet die Normalisierung und die enge Koordination der beiden militärisch einflussreichsten Akteure der Region in der Palästina-Frage mit wachsender Besorgnis.

Erdoğan zieht rote Linien: „Sicherheit beginnt nicht in Hatay“

Flankiert wurden Fidans Aussagen durch eine Reihe drastischer Statements von Präsident Recep Tayyip Erdoğan auf der Plattform X. Erdoğan weitete den Blick auf die gesamte Region aus und zog direkte Sicherheitslinien für die Türkei:

„Damaskus und Beirut sind die beiden Partnerstädte Istanbuls. Die Sicherheit der Türkei beginnt nicht nur in Hatay, sondern auch in Aleppo, in Damaskus und in Beirut. Wir dulden keine Einmischung in den Ländern unserer Brüder und Schwestern und sehen Angriffen auf sie nicht tatenlos zu.“

Erdoğan warnte vor den globalen Folgen der israelischen Politik und zog einen Vergleich zur Hormuz-Krise: „So wie heute die ganze Welt den Preis für die ungelöste Hormuz-Krise zahlt, wird die gesamte Menschheit gemeinsam mit der Region die Folgen tragen müssen, wenn dem Banditentum Israels kein Einhalt geboten wird.“ Das Blut des Völkermords klebe an den Händen derer, die schweigend zusehen.

Spanien als Vorbild für Europa

Der türkische Staatschef lehnte zudem das Konzept eines „Groß-Israel“ als „Wahnvorstellung“ ab und rief die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf. Als Vorbild in Europa nannte er dabei ausdrücklich Spanien und seinen Premierminister Pedro Sánchez, der sich als einer der konsequentesten Kritiker Israels profiliert hat.

„Es ist eine historische Verantwortung, dass andere Länder den Mut und die besonnene Haltung zeigen, die Spanien in Europa an den Tag gelegt hat“, so Erdoğan. Trotz aller Sabotageakte werde die Türkei weiterhin alles in ihrer Macht Stehende tun, um Frieden und Stabilität in der Region zu gewährleisten.

 


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