München – Der weit über Bayern hinaus bekannte Penzberger Imam und Buchautor Benjamin Idriz ist nun offiziell deutscher Staatsbürger. Nach drei Jahrzehnten gesellschaftlichen und interreligiösen Engagements blickt er auf seinen Weg zurück – und setzt ein deutliches Zeichen für Dialog, gegenseitigen Respekt und Demokratie.
Er gilt seit Jahrzehnten als eine der prägendsten Stimmen für ein europäisches Islamverständnis, ist als promovierter islamischer Theologe wie auch als Seelsorger ein geschätzter Ansprechpartner und genießt im interreligiösen Dialog breite Beliebtheit: Benjamin Idriz.
Der Initiator des Münchner Forums für Islam und Autor mehrerer Fach- und Sachbücher (Wie verstehen Sie den Koran, Herr Imam?: Grundgedanken für einen Islam heute und hier) setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, ein authentisches Islamverständnis zuvermitteln, das tief in der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verankert ist und die gemeinsamen Werte der Gesellschaft aus den islamischen Quellen ableitet.
Nun hat der Penzberger Imam nach 30 Jahren in Deutschland seine Einbürgerungsurkunde entgegengenommen.
„Deutschland ist längst meine Heimat“
In einer persönlichen Stellungnahme bezeichnete Idriz diesen Schritt als weit mehr als nur einen bürokratischen Akt:
„Nach 30 Jahren unermüdlichen Einsatzes für dieses Land durfte ich heute die deutsche Staatsbürgerschaft entgegennehmen. Heute ist für mich ein besonderer Tag. Deutschland ist längst meine Heimat. Mit der Einbürgerung darf ich nun auch staatsbürgerlich Verantwortung für dieses Land übernehmen.“
Der Weg bis zu diesem Moment sei nicht immer leicht gewesen, betont der Geistliche. Über die Jahre hinweg sah er sich immer wieder mit Verleumdungen und öffentlichen Angriffen konfrontiert:
„Dieser Weg war nicht immer einfach. Bis zuletzt gab es Einwendungen, Verleumdungen und öffentliche Angriffe. Es gab und gibt Versuche, meine Person und meine Arbeit zu diskreditieren. Ich weiß, dass dies auch künftig nicht ganz aufhören wird. Doch ich lasse mich davon nicht entmutigen. Ich glaube an den Rechtsstaat, an unsere Demokratie und an das Gute im Menschen.“
Muslime als fester Bestandteil der Gesellschaft
Idriz, der in Veröffentlichungen und Beiträgen immer wieder dazu aufruft, Muslime nicht als Fremde, sondern als selbstverständlichen Teil der deutschen Gesellschaft wahrzunehmen, unterstreicht, dass die Zukunftsgestaltung des Landes nur gemeinsam gelingen könne. Muslime stünden nicht am Rand, sondern arbeiteten täglich in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen, Unternehmen, in der Forschung wie auch in der Kultur und Politik.
Deutschsein definiere sich für ihn nicht über Namen oder Herkunft, sondern über die Zugehörigkeit und die gemeinsame Verantwortung für die Zukunft des Landes. Ein friedliches Zusammenleben gelinge daher nicht durch Angst oder Ausgrenzung, sondern durch Begegnung und Vertrauen.
Dank an die bayerischen Behörden
Für die Unterstützung während des Einbürgerungsverfahrens richtete der Imam seinen Dank an die zuständigen Stellen und die Politik in Bayern:
„Mein herzlicher Dank gilt Karl Straub, dem Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, für seine Unterstützung und Ermutigung. Ebenso danke ich dem Landrat sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landratsamtes Weilheim-Schongau für die freundliche und professionelle Begleitung meines Einbürgerungsverfahrens.“
Die deutsche Staatsbürgerschaft verstehe er als Verpflichtung und Ansporn zugleich, seinen Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Werte der Demokratie auch in Zukunft mit voller Überzeugung fortzusetzen.

