Berlin – Bei einem antisemitischen Vorfall im Berliner Bezirk Mitte ist der Vorsitzende einer orthodoxen jüdischen Gemeinde auf offener Straße verbal attackiert und mit dem Tod bedroht worden.
Ein im Internet kursierendes Video dokumentiert die Tat, bei der auch der verbotene Hitlergruß gezeigt wurde. Die Polizei konnte einen Tatverdächtigen bereits vorläufig festnehmen. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.
Wie das israelische Nachrichtenportal Ynet News unter Berufung auf Videomaterial und Berichte aus der jüdischen Gemeinde meldete, ereignete sich der Vorfall in der Brunnenstraße. Das Opfer, der Vorsitzende der traditionsreichen jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel, befand sich zu diesem Zeitpunkt aufgrund seiner traditionellen Kleidung erkennbar auf dem Weg zum Schabbat-Gebet in die Synagoge.
Bedrohung auf offener Straße
Auf den Videoaufnahmen ist zu sehen, wie zwei junge Männer gezielt die Konfrontation mit dem jüdischen Repräsentanten suchen. Neben antisemitischen Beschimpfungen sprachen die Täter eine konkrete Morddrohung in englischer Sprache aus. Unmittelbar danach zeigte einer der Aggressoren mehrfach den in Deutschland streng verbotenen Hitlergruß in Richtung des Gemeindevorsitzenden zu.
Die alarmierte Berliner Polizei reagierte umgehend auf den Vorfall. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen konnte der gefilmte Hauptverdächtige, welcher die verfassungsfeindliche Geste ausführte, im Rahmen der Fahndung vorläufig festgenommen werden.
Gegen ihn werde nun wegen Volksverhetzung, Bedrohung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§ 86a StGB) ermittelt.
Unabhängige Dokumentation bestätigt den Vorfall
Der Vorfall wurde inzwischen auch von zivilgesellschaftlichen Stellen in Deutschland erfasst. Sowohl das offizielle Berliner Register (Chronik rechtsextremer und diskriminierender Vorfälle) als auch die Amadeu Antonio Stiftung führen den Angriff in ihren aktuellen Dokumentationen für antisemitische Straftaten.
Die Attacke wiegt für die betroffene Gemeinde besonders schwer: Die Synagoge in der Brunnenstraße, welche das Opfer besuchen wollte, war bereits im Oktober 2023 Ziel eines versuchten Brandanschlags mit Molotowcocktails geworden. Seither steht das Gebäude unter erhöhtem Schutz, was den erneuten, aggressiven Übergriff im direkten Umfeld der Institution umso brisanter macht.
Nazi salute suspect arrested after alleged death threat against Berlin Jewish leader
Police detain man filmed giving Nazi salute as Jewish community member says antisemitic abuse and murder threats targeted senior figurehttps://t.co/g86elpzxdV pic.twitter.com/k5QycMwC3q
— Ynet Global (@ynetnews) July 29, 2026
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