Hormuz-Krise
Türkei: Irak will 1 Million Barrel Öl pro Tag liefern

Wegen der Hormuz-Krise intensivieren die Türkei und der Irak ihre Energieallianz: Bagdad bietet Ankara täglich bis zu eine Million Barrel Öl an.

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Ankara – Angesichts der anhaltenden Seblockade der Straße von Hormuz und der regionalen Spannungen suchen die Türkei und der Irak den Schulterschluss im Energiebereich.

Bei seinem Antrittsbesuch in Ankara bot der irakische Premierminister Ali Zeydi dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan die Lieferung von täglich bis zu einer Million Barrel Rohöl an.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Präsidialkomplex in Ankara unterstrich Staatspräsident Erdoğan die strategische Bedeutung des Angebots: „Unser Nachbar ist direkt hier. Unser Ziel ist es nun, so schnell wie möglich ein umfassendes Energiekooperationsabkommen zu unterzeichnen, das beiden Seiten nützt. Sobald wir 1 Million Barrel Öl aus dem Irak beziehen, ist unser Bedarf gedeckt.“ Zeydi bestätigte diese Zahl ausdrücklich vor den Medien.

Historischer Schritt beim Ölfeld Kirkuk

Ein bindender Vertrag über die genauen Liefermengen und Zeitpläne steht zwar noch aus, dennoch erzielten beide Seiten bereits einen konkreten Durchbruch: Die staatliche türkische Erdölgesellschaft Turkish Petroleum übernimmt einen 15-prozentigen Anteil an den Operationen von BP im Ölfeld Kirkuk. Erdoğan bezeichnete diesen Schritt als „historischen Meilenstein“.

Die Türkei deckt knapp 90 Prozent ihres Ölbedarfs über Importe. Der anhaltende Iran-Konflikt und die Schließung der Straße von Hormuz haben die globalen Energiepreise stark steigen lassen und Ankara unter Zugzwang gesetzt, alternative Versorgungsrouten abseits des Persischen Golfs zu sichern.

Neuer Schwung für die „Entwicklungsstraße“

Ein weiteres zentrales Thema der Gespräche war das 17 Milliarden US-Dollar schwere Infrastrukturprojekt der sogenannten „Entwicklungsstraße“. Das Megaprojekt – ein 1.200 Kilometer langes Netz aus Autobahnen, Eisenbahnstrecken und Pipelines – soll den irakischen Hafen Basra direkt mit der türkischen Grenze und weiter mit Europa verbinden.

Nach Angaben des türkischen Transportministers Abdülkadir Uraloğlu stehen die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss. Der Baubeginn sei noch vor Ende 2026 geplant, um den Irak unabhängig von den unsicheren Seewegen im Golf an europäische Märkte anzubinden.

Parallel dazu verhandeln beide Staaten über ein Nachfolgeabkommen für die im Juli 2026 ausgelaufene Kirkuk-Ceyhan-Pipeline. Energieminister Alparslan Bayraktar betonte, dass ein neuer Vertrag die volle Kapazität der Pipeline von bis zu 1,5 Millionen Barrel pro Tag garantieren müsse. Zudem prüfe die Türkei Möglichkeiten, den Irak zur Behebung lokaler Engpässe mit Erdgas für dessen Kraftwerke zu versorgen.

 


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