Islam in Deutschland
Penzberg: Anschlag auf Schild mit muslimischen Gebetszeiten

Nur wenige Tage nach der bundesweit viel beachteten Montage der neuen Hinweistafeln an den Penzberger Ortseingängen ist die interreligiöse Initiative Ziel eines mutwilligen Vandalismus-Akts geworden.

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München – Nur wenige Tage nach der bundesweit viel beachteten Montage der neuen Hinweistafeln an den Penzberger Ortseingängen ist die interreligiöse Initiative Ziel eines mutwilligen Vandalismus-Akts geworden.

In der Nacht auf Samstag beschmierten bislang unbekannte Täter das neu angebrachte Schild, welches neben den christlichen Gottesdienstzeiten auch auf das muslimische Freitagsgebet verweist, großflächig mit Farbe.

Politische Beobachter und Regionalexperten hatten bereits am ersten Tag der feierlichen Einweihung öffentlich befürchtet, dass die radikale und von Algorithmen befeuerte Hetze in den sozialen Netzwerken unweigerlich zu realen Straftaten im öffentlichen Raum führen würde.

Bayerischer Staatsschutz übernimmt die Ermittlungen

Da ein fremdenfeindlicher oder politischer Hintergrund bei dieser Sachbeschädigung auf der Hand liegt, hat die Kriminalpolizei den Fall unverzüglich an die zuständige bayerische Staatsschutz-Abteilung übergeben. Die Beamten haben die Ermittlungen wegen politisch motivierter Sachbeschädigung sowie der Beschädigung öffentlicher Einrichtungen an den Zufahrtsstraßen offiziell aufgenommen und sichern vor Ort Spuren.

Scharfe Kritik der islamischen Gemeinde an Intoleranz

Auf den feigen Anschlag reagierte die Islamische Gemeinde Penzberg unter Führung von Imam Benjamin Idriz mit einer offiziellen und viel beachteten Stellungnahme. Die Gemeinde verurteilte die Tat als einen direkten Ausdruck von Intoleranz, Feindseligkeit und Muslimfeindlichkeit.

Die Täter hätten in dieser Nacht nicht bloß gegen ein rund einen halben Meter langes Metallschild gekämpft, sondern gezielt gegen die Werte von Offenheit, Religionsfreiheit und gegenseitigem Respekt, für die diese Schilder in Oberbayern stehen. In der Erklärung wird scharf kritisiert, dass seit Jahren versucht werde, Muslime pauschal als Bedrohung für die Gesellschaft darzustellen, während nun weggesehen werde, wenn sich der Hass real gegen muslimische Einrichtungen richte.

Appell zur Besonnenheit und digitale Solidarität

Der Vorstand betonte, dass Menschenwürde und Religionsfreiheit entweder für alle Bürger oder am Ende für niemanden gelten.Gleichzeitig richtete die Gemeindeführung einen dringenden Appell an ihre Mitglieder, trotz der schweren Provokation besonnen zu bleiben und Ruhe zu bewahren.

Das beschmierte Metall werde die Gemeinde nicht davon abhalten, weiterhin Brücken zu bauen und zum Dialog einzuladen, da Vertrauen nur in der Begegnung entstehen könne. Wer die Offenheit beschmiere, werde die demokratische Haltung der Muslime vor Ort nicht verändern, weshalb die Türen der international bekannten Leuchtturm-Moschee weiterhin für Menschen aller Konfessionen und Weltanschauungen offenstehen.

Ungeachtet des Vorfalls formiert sich im digitalen Raum auch eine breite Solidaritätswelle aus der Bevölkerung. Zahlreiche Bürger setzen mit mutmachenden Kommentaren ein klares Signal für das gesellschaftliche Miteinander. So betonte beispielsweise ein Nutzer, dass man sich keineswegs entmutigen lassen dürfe, da man fest zusammengehöre, was den anhaltenden Rückhalt für das Projekt in der Region unterstreicht.

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