Washington – Der demokratische US-Kongressabgeordnete Jim McGovern setzt sich gemeinsam mit Dutzenden Kollegen für die Wiederöffnung eines medizinischen Evakuierungskorridors für Krebspatienten aus dem Gazastreifen ein.
In einem Schreiben an US-Außenminister Marco Rubio fordern die Abgeordneten die US-Regierung auf, Israel dazu zu bewegen, schwerkranken Palästinensern wieder lebensrettende Behandlungen in Ost-Jerusalem und im Westjordanland zu ermöglichen.
Neue Aufmerksamkeit erhielt McGoverns Initiative zuletzt durch die bekannte US-YouTuberin und Pädagogin Rachel Accurso, besser bekannt als Ms. Rachel. In einem Beitrag in den sozialen Medien schrieb sie, der Einsatz des Kongressabgeordneten habe sie zu Tränen gerührt.
„Dass Kinder mit Krebs von lebensrettenden Behandlungen ausgeschlossen werden und sterben – und dass ein Vater, der selbst seine geliebte Tochter Molly an Krebs verloren hat, versucht zu helfen“, schrieb Ms. Rachel. Abschließend bedankte sie sich bei McGovern für dessen Engagement.
Brief an Außenminister Rubio
Bereits am 11. Juni hatten McGovern, die Senatoren Ed Markey und Chris Van Hollen sowie die Abgeordneten Madeleine Dean und Maxine Dexter gemeinsam mit insgesamt 57 weiteren Kongressmitgliedern einen Brief an Außenminister Marco Rubio unterzeichnet.
Darin fordern sie die US-Regierung auf, die israelische Regierung zur Wiederherstellung eines medizinischen Korridors zu drängen, damit palästinensische Krebspatienten aus dem Gazastreifen lebensrettende Behandlungen in Krankenhäusern in Ost-Jerusalem und dem Westjordanland erhalten können.
Zudem verlangen die Abgeordneten, dass Krankenhäuser und die medizinische Infrastruktur im Gazastreifen wieder aufgebaut und künftig geschützt werden.
„Krebsdiagnosen sind in Gaza Todesurteile geworden“
In ihrem Schreiben erklären die Politiker, Krebsdiagnosen seien im Gazastreifen faktisch zu Todesurteilen geworden.
Nach ihren Angaben benötigen derzeit mehr als 18.500 Palästinenser dringend medizinische Behandlungen, die im Gazastreifen nicht verfügbar seien. Darunter befänden sich rund 11.000 Krebspatienten.
Als Beispiel führen die Abgeordneten den sechsjährigen Ghazal an. Der Junge sei an Leukämie erkrankt gewesen und gestorben, während sein Antrag auf eine medizinische Evakuierung noch auf die Genehmigung der israelischen Behörden gewartet habe.
Fünf Forderungen an die US-Regierung
In ihrem Schreiben formulieren die Kongressmitglieder fünf konkrete Forderungen an die Trump-Regierung.
Sie verlangen diplomatische Gespräche mit Katar, Ägypten und der Türkei, um medizinische Evakuierungen für krebskranke Kinder und ihre Begleitpersonen zu ermöglichen. Darüber hinaus solle der medizinische Korridor zwischen dem Gazastreifen sowie Ost-Jerusalem und dem Westjordanland wieder eingerichtet werden.
Außerdem fordern die Politiker Zusicherungen der israelischen Regierung, dass evakuierte Patienten und ihre Angehörigen nach Abschluss ihrer Behandlung nach Gaza zurückkehren dürfen. Ebenso verlangen sie den Wiederaufbau und den Schutz von Krankenhäusern und anderer medizinischer Infrastruktur im Gazastreifen sowie Antworten auf bereits im November 2025 gestellte Fragen zur medizinischen Versorgung.
Persönlicher Schicksalsschlag
Für Jim McGovern hat das Thema auch eine persönliche Bedeutung. Seine Tochter Molly McGovern starb im April 2025 im Alter von 23 Jahren nach einem fast sechsjährigen Kampf gegen eine seltene Form von Krebs.
Auf seiner Internetseite erklärte McGovern, Krebs sei früher nahezu immer ein Todesurteil gewesen, bis medizinische Fortschritte vielen Patienten Hoffnung gegeben hätten. Für zahlreiche Menschen im Gazastreifen gelte dies jedoch nicht mehr.
„Niemand – insbesondere kein Kind – sollte den körperlichen und seelischen Belastungen einer Krebsbehandlung ausgesetzt sein und gleichzeitig in einem Kriegsgebiet leben müssen“, erklärte der Kongressabgeordnete. Er werde sich weiterhin dafür einsetzen, dass krebskranke Kinder die medizinische Versorgung erhielten, die sie benötigten.
How many medical evacuation requests for cancer patients in Gaza have been approved by the Netanyahu government since June?
I asked Dr. Fadi Atrash and Dr. Khadra Salameh from Augusta Victoria Hospital in East Jerusalem. Their answer?
Zero. pic.twitter.com/O4ZJU0x6c4
— Rep. Jim McGovern (@RepMcGovern) July 30, 2026
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