New York – Kostenlose Abendbetreuung für Familien, kommunale Supermärkte mit 30 Prozent Rabatt auf Grundnahrungsmittel und der Abbau eines 12-Milliarden-Dollar-Defizits trotz scharfer Angriffe von Donald Trump als „Kommunist“.
New Yorks demokratisch-sozialistischer Bürgermeister Zohran Mamdani lässt nach seinen Erfolgen bei Kriminalitätsbekämpfung und Sozialpolitik nun die Wirtschaft aufhorchen.
Mit der Initiative „OPEN for Small Business“ kündigte der erste muslimische Bürgermeister der Metropole, der auch für seine klare Haltung gegen Israels Vorgehen im Gaza-Krieg international im Fokus steht, ein umfassendes Entlastungspaket für rund 180.000 Kleinunternehmer an.
Während der Bürgermeister zuletzt mit Plänen für fünf städtische Supermärkte – die ab 2027 Familien bis zu 1.000 US-Dollar im Jahr sparen sollen – sowie seinen Vorstößen zu Haftbefehlen gegen Benjamin Netanjahu für Schlagzeilen sorgte, nimmt seine Verwaltung nun die lokale Wirtschaft ins Visier. Die neue Initiative setzt dort an, wo bisher fast ausschließlich Großkonzerne von städtischen Privilegien profitierten.
Unterstützung wie für Großkonzerne
Das Paket „OPEN for Small Business“ umfasst mehr als 50 konkrete Bürokratie- und Regulierungsreformen. Hauptziel ist es, kleinen Händlern, Barbiere, Kiosken und Gastronomen den behördlichen Alltag spürbar zu erleichtern.
Zentrales Element ist das Support-Programm „NYC Best“: Jedem Kleinbetrieb wird künftig ein fester Ansprechpartner in der Verwaltung zugewiesen, der aktiv durch Genehmigungsverfahren und Inspektionen führt. Einen solchen Concierge-Service konnten sich bisher meist nur Konzerne mit teuren Rechtsabteilungen leisten.
Zudem schafft die Stadt doppelte Lizenzanforderungen ab. So benötigten Barbiere in New York bislang bis zu drei verschiedene Lizenzen, während Gastronomen für den Verkauf von Speiseeis eine eigene Genehmigung beantragen mussten. Zudem sollen kleine Ersterstverstöße künftig mit Warnungen statt sofortigen Bußgeldern geahndet werden.
Pragmatismus statt Ideologie
Aus dem Umfeld des Bürgermeisters heißt es, dass Bürokratieabbau kein rein konservatives Thema sei, sondern gerade kleinen Nachbarschaftsbetrieben nütze, während Großkonzerne administrative Hürden mühelos überspringen.
Trotz anhaltender Skepsis marktliberaler Kritiker stößt das Paket bei lokalen Gewerbetreibenden auf breite Zustimmung. Mamdani zeigt damit erneut, dass seine Administration nach dem Ausgleich des Haushaltsdefizits und dem gemeldeten Tiefstand bei der Kriminalität bereit ist, pragmatische Lösungen über ideologische Grenzen hinweg umzusetzen.
Opinion: For roughly 180,000 small businesses operating in New York, the Democratic socialist mayor intends to offer the kind of support that was previously reserved for large companies. https://t.co/ck7JvJb5FC pic.twitter.com/Ofam7Finw0
— Financial Times (@FT) July 29, 2026
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