Türkei-Wahlen
Türkei: Ali Babacan könnte für Präsidentschaft kandidieren

Der türkische Politiker Ali Babacan, Vorsitzender der Oppositionspartei DEVA, erklärte, er sei bereit, für das Präsidentenamt zu kandidieren.

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Ankara – Der türkische Politiker Ali Babacan, Vorsitzender der  Oppositionspartei DEVA (Demokratie und Fortschritt), erklärte, er sei bereit, für das Präsidentenamt zu kandidieren, falls sich sechs Oppositionsparteien nicht auf einen alternativen Kandidaten einigen können.

Die sechs Parteien, einschließlich der DEVA, hätten keine Namen besprochen, sondern nur die Qualifikationen, die ein Kandidat haben sollte, sagte Babacan in einem Fernsehinterview mit dem Nachrichtensender Habertürk am Donnerstag.

Die sechs Oppositionsparteien, von denen die Republikanische Volkspartei (CHP) die größte ist, haben ein Bündnis auf der Grundlage gemeinsamer Prinzipien gebildet, das sich auf die Abschaffung des präsidentiellen Regierungssystems in der Türkei konzentriert. Der gemeinsame Kandidat könnte einer der sechs Parteivorsitzenden sein, aber auch eine andere Person, sagte Babacan.

Der einstige Weggefährte des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, trat im Juli 2019 aus der regierenden „Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung“ (AKP) aus und gründete im März 2020 eine neue Partei. Er kritisiert die Regierung besonders in Wirtschaftsfragen. Er war einst für die türkische Wirtschaft verantwortlich.

Ihm schreibt man den Verdienst zu, den Wirtschaftsboom des Landes in den 2000er-Jahren ausgelöst zu haben. Auch der deutsch-türkische Abgeordnete Mustafa Yeneroglu, der wie zahlreiche andere 2019 aus der AKP ausgetreten war, gehörte zu den Mitgründern der neuen Partei. Insgesamt gab es 90 Gründungsmitglieder.

Babacan war 2001 Mitgründer der AKP und arbeitete jahrelang eng mit Präsident Erdogan zusammen. Er war zudem Chefunterhändler für die EU-Beitrittsgespräche und wurde 2007 Außenminister und Stellvertreter des damaligen Ministerpräsidenten Erdogan.

„Die Priorität ist es, zu umarmen und nicht zu polarisieren“, so Babacan gegenüber Habertürk.

„Am Sechs-Parteien-Tisch ist nie ein Name in den Vordergrund getreten. Im Gegenteil, es gab den Vorschlag, noch nicht über Namen zu sprechen“, sagte Babacan.

Der CHP-Vorsitzende Kemal Kılıçdaroğlu hat sich bereit erklärt, für das Präsidentenamt zu kandidieren, sollte er von seinen Verbündeten gewählt werden. Kılıçdaroğlu sagte, dass ein Präsidentschaftskandidat Erfahrung im Staatswesen haben sollte, und schloss damit offenbar die Kandidatur der CHP-Bürgermeister von Ankara und Istanbul aus. Meinungsumfragen zeigen, dass einer der beiden Bürgermeister unter den führenden Anwärtern auf das Amt die besten Chancen hätte, Erdoğan zu besiegen.

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