Spanien
Ceuta: Einheimische gehen gegen rechte Demo auf die Straßen

Hunderte Einwohner Ceutas protestierten gegen einen rechten Anti-Migranten-Aufmarsch. Die Organisatoren sagten die geplante Kundgebung ab.

Teilen

Ceuta – Hunderte Einwohner der spanischen Exklave Ceuta haben nach einem Bericht internationaler Medien gegen einen geplanten rechtsextremen Anti-Migranten-Aufmarsch protestiert. Die Sender berichteten, dass die Organisatoren die Veranstaltung schließlich abgesagt hätten.

Die Proteste fanden wenige Tage nach der jüngsten Migrationskrise in der nordafrikanischen Exklave statt. Nach Angaben der spanischen Regierung hatten zuletzt rund 60.000 Menschen, überwiegend junge Männer aus Marokko, die Grenze nach Ceuta überschritten und damit die Stadt mit ihren rund 84.000 Einwohnern zeitweise an ihre Belastungsgrenze gebracht.

Ein Großteil der Migranten sei inzwischen nach Marokko zurückgekehrt. Die spanische Regierung teilte zudem mit, dass mindestens 72 Menschen bei dem Versuch ums Leben gekommen seien, die Exklave zu erreichen.

Nach Medienberichten kehrte am Sonntag zunächst weitgehend Normalität in Ceuta ein. Geschäfte öffneten wieder, und Einheimische sowie Touristen bevölkerten die Einkaufsstraßen, Restaurants und Straßencafés der Stadt.

Bereits am Samstagabend war es jedoch zu Spannungen gekommen. Der rechtspopulistische Europaabgeordnete Alvise Pérez, der die Ausweisung der Migranten gefordert hatte, wurde nach Medienberichten von einer Gruppe von Einwohnern mit lautstarken Protesten konfrontiert.

Demonstranten warfen ihm demnach vor, Migranten mit Muslimen gleichzusetzen und die Krise für seine politische Karriere auszunutzen. Als die Situation eskalierte, suchte Pérez den Berichten zufolge Zuflucht in einer Bar. Später brachte ihn die Polizei unter dem Jubel der Gegendemonstranten aus dem Bereich.

Am Sonntag reiste zudem der Vorsitzende der rechten Partei Vox, Santiago Abascal, nach Ceuta. Er bezeichnete die massenhafte Einreise als „Invasion“ und als „Akt des Krieges“ durch Marokko. Zugleich machte er Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez und dessen Migrationspolitik für die Krise verantwortlich.

Abascal erklärte, die Einwohner hätten das Recht auf „Selbstverteidigung“, falls die Regierung die verbliebenen Migranten nicht abschiebe.

Nach Angaben von Al Jazeera versammelten sich später Hunderte Einwohner Ceutas, um gegen den geplanten Anti-Migranten-Aufmarsch zu protestieren. Der Sender berichtet, dass die Organisatoren die Veranstaltung daraufhin abgesagt hätten.

 

 


AUCH INTERESSANT

US-Journalistin Belén Fernández: Wird Spanien bestraft?

Auch interessant

Mattner: Israelkritik ist kein linkes Randphänomen

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Wenn man sich anschaut, wer vor rund 20 Jahren deutliche Kritik an der israelischen Regierung geäußert hat, wird es aus...

Neues Atom-Bündnis: Was hinter dem Mekka-Pakt steckt

Ein Gastbeitrag von Toghrul Hasanzadeh Am 7. August 2026 unterzeichneten der türkische Präsident Erdoğan, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und der pakistanische Premier Shehbaz...

Westbank-Journalist Andrey X: „Sie haben auf mich geschossen“

Jerusalem - Der israelische Journalist und Aktivist Andrey X berichtet von einem weiteren gefährlichen Vorfall während seiner Arbeit im Westjordanland. Andrey X berichtet von einem...

Papst Leo XIV. verurteilt erneut Siedlergewalt

Vatikan - Der internationale Druck auf die israelische Siedlungspolitik und die ausufernde Gewalt extremistischer Siedler im besetzten Westjordanland erreicht eine neue Ebene. Nach einem...

Mattner: „Auch israelische Siedler können Terroristen sein“

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Ich bin ehrlich gesagt äußerst erstaunt – und zwar positiv –, dass die Frankfurter Rundschau so detailliert, so deutlich und...

Headlines

Papst Leo XIV. verurteilt erneut Siedlergewalt

Vatikan - Der internationale Druck auf die israelische Siedlungspolitik und die ausufernde Gewalt extremistischer Siedler im besetzten Westjordanland erreicht...

Mattner: „Auch israelische Siedler können Terroristen sein“

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Ich bin ehrlich gesagt äußerst erstaunt – und zwar positiv –, dass die Frankfurter Rundschau...

Safa: Netanjahu ist nicht das Problem, Israel ist

Beirut - Der libanesische Diplomat und Menschenrechtsaktivist Mohamad Safa hat in einem ausführlichen Kommentar den internationalen Fokus auf Israels...

Syrien: Baschar al-Assad zum Tode verurteilt

Damaskus - In einem historisch beispiellosen Prozess hat ein syrisches Gericht in der Hauptstadt Damaskus den gestürzten Präsidenten Baschar...

Meinung

Mattner: Israelkritik ist kein linkes Randphänomen

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Wenn man sich anschaut, wer vor rund 20 Jahren deutliche Kritik an der israelischen Regierung geäußert hat, wird es aus...

Papst Leo XIV. verurteilt erneut Siedlergewalt

Vatikan - Der internationale Druck auf die israelische Siedlungspolitik und die ausufernde Gewalt extremistischer Siedler im besetzten Westjordanland erreicht eine neue Ebene. Nach einem...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Araştırma: Dini İnanç, Gençleri Kaygı Bozukluklarından Koruyan Temel Bir Faktör

Almanya - Bochum Ruhr Üniversitesi (RUB) tarafından yürütülen güncel bir araştırma, dini inancın çocukların ve gençlerin ruh sağlığı için kritik bir koruyucu faktör olduğunu...