Diskriminierung
Kopftuchverbot: „Mama, du musst das Kopftuch abnehmen“

Der BSF Hamborn 07 Top Fit ließ eine muslimische Mutter und ihre Kinder nicht rein, weil sie ein Kopftuch trug.

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Duisburg (nex) – Der BSF Hamborn 07 Top Fit ließ eine muslimische Mutter und ihre Kinder nicht rein, weil sie ein Kopftuch trug.

Die in Duisburg geborene 29-Jährige hatte ihren kleinen Töchtern Azra (6) und Elif (4) beim Verein BSF Hamborn 07 Top Fit Tanzunterricht versprochen und für die erste Schnupperstunde neue Sportschuhe gekauft. Wie die Tageszeitung WAZ berichtet, habe man die Familie am Empfang aufgrund des Kopftuchs der Muslimin aber nicht reingelassen.

„Kein Zutritt mit Kopftuch“, habe man ihr am Eingang gesagt, berichtet die WAZ weiter. Dass die Mutter gar nicht selbst mittanzen wolle, habe keine Rolle gespielt.

Ihre Freundin Jennifer Schiller, die an diesem Tag ebenfalls ihren Sohn Moritz (4) zum Sport bringen wollte, habe Tuba ermutigt, mit dem Fall an die Öffentlichkeit zu gehen. Ihren Nachnamen möchte die 29-Jährige laut WAZ nicht veröffentlicht sehen. Seit dem Vorfall fühle sie sich stigmatisiert. Es ärgere sie, dass sie vor ihren Töchtern in Tränen ausgebrochen sei. Als Mutter wolle man doch stark sein.

„Hätten sie mich nicht zur Seite nehmen können? Dann hätte ich mir für die Kinder eine andere Erklärung einfallen lassen“, so die 29-Jährige gegenüber WAZ und fügte hinzu: „Wie soll man das einer Vier- und einer Sechsjährigen erklären?“.

„Mama, du musst das Kopftuch abnehmen. Sonst dürfen wir niemals tanzen“, hätten die Töchter gesagt.

Auf Anfrage der WAZ habe der 1. Vorsitzende des Vereins, Udo Salzburger, auf die Satzung verwiesen.

„Der Verein hat zur Aufgabe, nach dem Grundsatz der Freiwilligkeit und unter Ausschluss von parteipolitischen, konfessionellen, beruflichen, rassischen und militärischen Gesichtspunkten den Sport zu fördern“, stehe dort.

WAZ-Autorin Anna Ernst verurteilt das Vorgehen des Vereins in einem Kommentar:

„‚Die anderen wollen sich nicht integrieren.‘ Solche Sätze hört man oft. Aber geben wir ihnen so überhaupt eine Möglichkeit? Tuba und ihre Familie aber müssen sich nicht erst integrieren. Sie sind in Duisburg geboren, sie sind Teil dieser Gesellschaft. Und sie zahlen Steuern – von denen auch der BSF Top Fit profitiert. Er ist gemeinnützig. Nur auf dem Papier?

 

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