Naher Osten
Erdogan: Saudi Arabien will türkische Kampfdrohnen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte am Dienstag, dass Saudi-Arabien den Wunsch geäußert habe türkische Kampfdrohnen zu kaufen. Gleichzeitig kritisierte Erdoğan die Entscheidung des Königreichs, gemeinsame Luftübungen mit Griechenland durchzuführen.

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Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte am Dienstag, dass Saudi-Arabien den Wunsch geäußert habe türkische Kampfdrohnen zu kaufen. Gleichzeitig kritisierte Erdoğan die Entscheidung des Königreichs, gemeinsame Luftübungen mit Griechenland durchzuführen.

„Saudi-Arabien führt gemeinsame Übungen mit Griechenland durch“, sagte Erdoğan bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Mitgliedern des Präsidialrats von Bosnien und Herzegowina in der Hauptstadt Ankara

„Aber auf der anderen Seite, gerade jetzt gibt es eine Anfrage von Saudi-Arabien für bewaffnete UAVs von der Türkei. Das sind die neuesten Entwicklungen,“ sagte er, ohne näher darauf einzugehen.

Mehrere Länder haben in den letzten Jahren Interesse an Drohnen aus türkischer Produktion gezeigt, die in regionalen Konflikten wie Syrien, Libyen und Berg-Karabach erfolgreich waren.

Letzte Woche hatte Erdoğan sein „Bedauern“ über die gemeinsame griechisch-saudische Militärübung ausgedrückt. „Ich bedauere, dass Saudi-Arabien gemeinsame militärische Übungen mit Griechenland durchführt,“ sagte der türkische Staatschef am vergangenen Freitag.

Griechenland und Saudi-Arabien führen derzeit ein gemeinsames Luftwaffenmanöver im östlichen Mittelmeer durch. Mehrere saudi-arabische Kampfflugzeuge des Typs F-15C trafen hierfür letztes Wochenende auf Kreta ein. Bei dem Manöver „Falcon Eye 1“ kommen F-15C Flugzeuge der RSAF und F-16, Dassault Mirage 2000 und F-4 Phantom Flugzeuge der griechischen Luftwaffe zum Einsatz. Die Übungen konzentrierten sich auf die Durchführung mehrerer Trainingseinsätze, die offensive und defensive Gegenoperationen sowie Luftunterstützungsoperationen umfassten.

Die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und der Türkei hatten sich in den letzten Jahren verschlechtert. Als Saudi-Arabien und seine Verbündeten 2017 eine Wirtschaftsblockade gegen Katar verhängten, brachte die Türkei ihre Unterstützung für Doha zum Ausdruck und verstärkte ihre Handels- und Militärbeziehungen mit diesem Land. Der schreckliche Mord an dem regimekritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul im Oktober 2018, hat die Beziehungen weiter belastet. In den letzten Monaten haben jedoch beide Länder den Wunsch für eine Verbesserung der Beziehungen angekündigt.

Die Hoffnungen der Türkei, die Spannungen mit Saudi-Arabien abzubauen, sind Teil einer größeren regionalen Anstrengung. Ankara hat wiederholt gesagt, dass es auch Aussichten sieht, die Beziehungen zu Ägypten zu verbessern, die angespannt sind, seit die ägyptische Armee 2013 einen Präsidenten der Muslimbruderschaft stürzte, der Erdogan nahe stand.

Erdoğan und der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu betonten letzte Woche, die Türkei habe die diplomatischen Kontakte mit Ägypten wieder aufgenommen und wolle weiter zusammenarbeiten.

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