Gastkommentar
Çelik: „Geld ist seinem Wesen nach neutral“

Ein Gastkommentar von Özgür Çelik Der Mensch ist nicht auf diese Welt gekommen, um Besitz anzuhäufen, sondern um sein Herz zu reinigen; doch allzu oft wird diese Wahrheit im Trubel um das „Brotverdienen“ unsichtbar. In dem Moment, in dem Geld aufhört, ein Mittel in der Hand zu sein, und zu einer Sicherheit im Herzen wird, beginnt die Prüfung. Denn Geld ist nicht nur ein Spiegel des Einkommens, sondern auch dessen, worauf der Mensch sich stützt, wovor er sich fürchtet und welche Leere er zu füllen versucht. Sowohl Überfluss als auch Mangel polieren diesen Spiegel – doch die leiseste und zugleich schwerste Prüfung kommt meist mit dem Überfluss.
Geld, Herz und Teilen
Fragt man den Menschen nach dem „Warum“, lautet die Antwort meist dieselbe: wegen des Brotes. Diese Antwort klingt beim Armen wie beim Reichen ähnlich. Der eine verdient, um zu überleben, der andere sagt, er verdiene, um mehr Menschen Brot geben zu können; und doch wird die Welt gelebt, als wäre Brot knapp. Dabei ist die Erde für jene, die zu teilen wissen, reichlich gesegnet. Der Streit entsteht nicht aus Mangel an Versorgung, sondern aus der Enge der Herzen. Angst, Groll und Vorurteile schrumpfen die weite Welt zu einem Stadion; die Menschen werden zu sich jagenden Fans. Wer immer mehr will, fühlt sich mit jedem Gewinn unsicherer, denn Sicherheit wächst nicht durch Anhäufen. Geld ist seinem Wesen nach neutral. Es ist weder gut noch schlecht. Schwer wird es durch die Bedeutung, die der Mensch ihm beimisst. Der eine hält Geld für Sicherheit, weil er sich innerlich unsicher fühlt. Der andere hält es für Macht, weil er gesehen und überlegen sein will. Der eine hortet aus Verlustangst, der andere verschwendet, um eine innere Leere zu füllen. Geld erzeugt diese Zustände nicht, es legt sie offen. Geld, das im Herzen liegt, beschwert den Menschen; Geld, das in der Hand bleibt, kann zum Guten dienen. In Beziehungen ist Geld eines der empfindlichsten Felder. Zusammenleben bedeutet, nicht nur das Leben, sondern auch die innere Welt zu teilen. Wird über Geld nicht gesprochen, löst sich das Problem nicht; es wird lediglich in die unteren Schichten des Herzens verdrängt. Dort verhärtet es sich und kehrt eines Tages in anderer Gestalt zurück. Schweigen über Geld ist daher kein Frieden, sondern eine aufgeschobene Konfrontation. Gerechtigkeit bedeutet nicht, dass alles gleich ist, sondern dass jedem sein Recht gewährt wird. Wenn die Möglichkeiten des einen die Stimme des anderen ersticken, wenn mit Geld Überlegenheit hergestellt, Dankbarkeit erzwungen und Schweigen auferlegt wird, entsteht kein Segen, sondern Verantwortungsschuld. Denn Macht bringt Verantwortung mit sich; mehr Möglichkeiten verlangen mehr Barmherzigkeit. Versorgung ist nicht nur das Gehalt. Gesundheit, Einsatz, Geduld, Mitgefühl, Verständnis und gemeinsam verbrachte friedliche Zeit sind ebenfalls Versorgung. Werden die unsichtbaren Anstrengungen – getragene Lasten, aufgeschobene Träume, still ertragene Müdigkeit – nicht anerkannt, beginnt Unrecht. Unrecht besteht nicht nur darin, das Geld eines anderen zu nehmen, sondern auch darin, seine Mühe, seine Gefühle und seine Opfer zu ignorieren. Deshalb sollten Gespräche über Geld nicht in der Sprache der Abrechnung, sondern in der Sprache der Versöhnung geführt werden. Neben dem „Mein Recht“ muss auch das „Dein Herz“ geschützt werden. Psychologisch gesehen legt sich der Mensch Geld wie einen Schutzpanzer an. Der Gedanke „Wenn ich Geld habe, bin ich sicher“ ist ein Zeichen einer tieferliegenden Angst. Vorsorge hält das Leben aufrecht; doch Geld, das sich im Herzen festsetzt, untergräbt das Vertrauen. Vertrauen bedeutet nicht, nicht zu handeln, sondern das Ergebnis nicht an das Geld, sondern an Gott zu binden. Liebe lässt sich nicht versichern, Vertrauen nicht berechnen. Wahre Sicherheit ist das Gefühl, nicht auf halbem Weg verlassen zu werden. Die Mystik erinnert daran, dass das, was wir besitzen, kein Eigentum, sondern eine anvertraute Gabe ist. Eine Gabe ist nicht zum Festhalten da, sondern zum richtigen Gebrauch. Was den Menschen erhöht, ist nicht das Anhäufen, sondern die Treue zur anvertrauten Verantwortung. Diese Treue zeigt sich im Teilen, im achtsamen Handeln, im Geben ohne Überlegenheit und ohne das Erzeugen von Schuldgefühlen. Erzeugt Geld Hochmut im Herzen, wird es schwer; erzeugt es Dankbarkeit, wird es leicht. Die Vergänglichkeit des Lebens erinnert täglich an diese Wahrheit. Viele Menschen gehen, obwohl sie gesammelt haben, ohne geteilt zu haben; obwohl sie besessen haben, ohne es nutzen zu können. Was bleibt, ist nicht das Konto, sondern die geheilten Wunden oder die gebrochenen Herzen. Der Mensch nimmt aus dieser Welt nicht sein Geld mit, sondern seine Absicht und seine Moral. Tritt Geld in einer Beziehung vor die Liebe, beginnt die Prüfung; dient es der Liebe, reift die Beziehung. Wenn statt der Sprache von „meins“ und „deins“ die Frage „Was ist gut für uns?“ gestellt wird, wird Geld nicht zum Konflikt, sondern zur Möglichkeit. Am Ende erkennt der Mensch: Vertrauen lässt sich nicht mit Geld kaufen, sondern wird durch Liebe gewonnen. Geld wird gehalten, Liebe getragen. Geld wird gezählt, Liebe empfunden. Wahrer Reichtum ist die Fähigkeit, ohne Angst zu teilen; wahre Gemeinschaft besteht darin, das Anvertraute rein zu tragen, ohne den Geber der Versorgung zu vergessen. Die Welt ist weit für jene, die teilen können; es ist nicht das Geld selbst, das das Herz verengt, sondern die Absicht, die sich an es bindet.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.

Zum Autor

Özgür Çelik studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Philosophie an der Universität Duisburg-Essen. Seine Fachgebiete sind die deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei sowie zwischen der EU und der Türkei, türkische Politik, die türkische Migration und Diaspora in Deutschland
AUCH INTERESSANT

– Kommentar – Wenn Kritik zum Tabu wird: Warum wir Sophie von der Tann verteidigen müssen

Eine Korrespondentin, die sich traut, historische Zusammenhänge zu erklären, wird zur Zielscheibe jener, die jede Form von Kontext bereits als Relativierung brandmarken.

Wenn Kritik zum Tabu wird: Warum wir Sophie von der Tann verteidigen müssen

Digitale Trends
Biometrie, Echtzeit-Payments und digitale Identität: Holt die EU bei den Tech-Trends langsam auf?

0
Europa wirkt lange wie der Ort, an dem digitale Trends zuerst diskutiert, anschließend reguliert und erst danach umgesetzt werden. Darin liegt derzeit eine besondere Spannung, denn bei Biometrie, Echtzeit-Payments und digitaler Identität verdichten sich technologische Entwicklungen, politische Zielsetzungen und wirtschaftliche Interessen zu einem neuen Gesamtbild. Banken, FinTechs, Verwaltungen sowie große Technologiekonzerne ringen um die Frage, wie der Zugang zum digitalen Alltag künftig organisiert wird. Die Europäische Union setzt dabei nicht auf den schnellen Sprint, sondern auf einen tragfähigen Untergrund, auf dem digitale Prozesse dauerhaft funktionieren sollen.

Die EU zwischen Anspruch und Realität, Aufholen durch Regulierung statt durch Plattformmacht

Der europäische Ansatz unterscheidet sich deutlich von Entwicklungen in den USA oder in Teilen Asiens. Dort schaffen Plattformen und Gerätehersteller neue Standards oft im Alleingang, während Europa über Rahmenwerke und verbindliche Regeln agiert. Dieser Weg wirkt behäbig, entfaltet jedoch langfristig Wirkung, da gemeinsame Spielregeln entstehen. Digitale Identität, Biometrie und Zahlungsverkehr werden nicht isoliert betrachtet, sondern als zusammenhängende Infrastruktur verstanden, die grenzüberschreitend funktionieren muss. Der Anspruch ist hoch und die Umsetzung komplex, an diesem Punkt entscheidet sich, ob Aufholen mehr bedeutet als gut formulierte Verordnungen. Mit der European Digital Identity Wallet entsteht erstmals der Versuch, eine europaweit nutzbare digitale Identität verbindlich zu etablieren. Die Grundlage bildet die eIDAS-2.0-Reform, die nicht nur technische Standards definiert, sondern auch rechtlich festlegt, wie Identitätsnachweise, Signaturen und digitale Attribute anerkannt werden. Ziel ist eine Wallet, mit der sich Personen und Unternehmen online ausweisen, Dokumente signieren und ausgewählte Eigenschaften teilen können, angefangen beim Altersnachweis bis hin zur IBAN. Relevant ist dabei die Interoperabilität. Nationale Einzellösungen haben lange für Reibungsverluste gesorgt, während globale Technologiekonzerne mit wenigen Klicks grenzüberschreitende Identitätssysteme etablierten. Die EUDI-Wallet setzt bewusst auf einen offenen Standard, der staatliche Stellen, Banken sowie zertifizierte Dienstleister einbindet und proprietären Identitätsmodellen eine regulierte Alternative entgegensetzt.

KYC, Gambling und regulierte Märkte als Beschleuniger neuer Identitätslösungen

Gerade dort, wo Regulierung strikt ist, zeigt sich der praktische Nutzen digitaler Identität sehr deutlich. KYC-Prozesse, Altersverifikation und Herkunftsnachweise sind im Glücksspiel, im Trading sowie bei Finanzprodukten unverzichtbar. Im Bereich Gambling sind mittlerweile sogar Online Casinos ohne KYC im Trend, denn diese versprechen den Nutzern ein anonymisiertes Spielerlebnis. Eine standardisierte digitale Identität kann diese Abläufe vereinfachen, ohne die regulatorische Kontrolle zu unterlaufen. Für Anbieter bedeutet das schnellere Onboardings und geringere Abbruchquoten, für Aufsichtsbehörden eine bessere Nachvollziehbarkeit. Die Harmonisierung auf EU-Ebene wirkt dabei wie ein Beschleuniger, da nationale Sonderwege an Bedeutung verlieren.

Attributbasierte Identität und Privacy-by-Design als europäischer Sonderweg

Ein zentrales Element dieses Konzepts ist die attributbasierte Identität. Statt vollständige Datensätze weiterzugeben, werden nur jene Informationen geteilt, die für einen konkreten Zweck erforderlich sind. Ein Altersnachweis bestätigt die Volljährigkeit, ohne das Geburtsdatum offenzulegen. Dieses Prinzip folgt der europäischen Datenschutzlogik und soll Vertrauen schaffen, insbesondere in sensiblen Bereichen wie Finanzdienstleistungen oder Glücksspiel. Gleichzeitig bleibt Kritik präsent. Zivilgesellschaftliche Stimmen warnen vor dem Risiko der Überidentifikation, falls zu viele Attribute in einer einzigen Wallet gebündelt werden. Auch die Frage nach möglichen zentralen Angriffspunkten steht im Raum. Die technische Architektur verspricht hohe Sicherheitsstandards, doch erst die praktische Umsetzung wird zeigen, ob Privacy-by-Design im Alltag mehr ist als ein theoretisches Ideal.

Biometrie in Europa, vom Smartphone-Feature zur regulierten Infrastruktur

Biometrische Verfahren gehören längst zum digitalen Alltag und sind meist unauffällig in Endgeräte integriert. Der Fingerabdruck entsperrt das Smartphone, die Gesichtserkennung autorisiert den Login. In Europa verschiebt sich der Fokus zunehmend weg vom reinen Komfortmerkmal hin zu einer regulierten Infrastruktur, die Identität, Authentifizierung und Zahlung miteinander verbindet. Technologische Standards wie FIDO2 und Passkeys spielen dabei eine zentrale Rolle. Biometrie fungiert als lokaler Entsperrfaktor, während auf Serverebene kryptografische Schlüssel genutzt werden. Das reduziert potenzielle Angriffsflächen und passt gut zur europäischen Vorstellung von Datensparsamkeit. Biometrische Merkmale verbleiben auf dem Endgerät, während die Identitätsprüfung über sichere Schlüssel erfolgt. Der Reiz biometrischer Lösungen liegt in ihrer Benutzerfreundlichkeit, doch darin liegt auch die Herausforderung. Europa setzt klare Grenzen für den Einsatz biometrischer Daten. Zweckbindung, Transparenz und Minimierung gelten nicht als freiwillige Leitlinien, sondern als verbindliche Vorgaben. Im internationalen Vergleich verlangsamt das schnelle Skalierung, verhindert jedoch datengetriebene Geschäftsmodelle, die auf umfangreicher Profilbildung basieren. In regulierten Märkten wie Finanzprodukten oder iGaming gewinnen biometrische Faktoren dennoch an Bedeutung. Sie werden zunehmend mit Verhaltensanalysen kombiniert, um Betrug, Account-Sharing oder automatisierte Angriffe zu erkennen. Die Aufholbewegung der EU zeigt sich weniger in spektakulärer Hardware, sondern in der sauberen Einbettung biometrischer Verfahren in rechtssichere Prozesse.

Echtzeit-Payments als neues Rückgrat des Zahlungsverkehrs

Echtzeit-Payments verändern den Zahlungsverkehr leise, aber grundlegend. Überweisungen, die innerhalb weniger Sekunden verfügbar sind, lösen das klassische Verständnis von Bankarbeitstagen und Wertstellungsfristen auf. Mit der Instant-Payments-Verordnung treibt die EU diese Entwicklung aktiv voran und verpflichtet Banken, Echtzeitüberweisungen anzubieten und preislich an klassische SEPA-Transfers anzugleichen. Dadurch entsteht eine Infrastruktur, die nicht nur schneller arbeitet, sondern auch neue Geschäftsmodelle ermöglicht. Zahlungen werden planbarer, Liquidität lässt sich besser steuern und Auszahlungen erfolgen ohne Verzögerung. Besonders Plattformen, Marktplätze und stark regulierte Branchen profitieren von dieser Verlässlichkeit. Echtzeit-Payments, die seit Oktober in 10 Sekunden Überweisungen ermöglichen, erhöhen den Druck auf Betrugsprävention, da klassische zeitliche Puffer entfallen. Entsprechend wächst der Einsatz KI-gestützter Systeme, die Transaktionen innerhalb von Millisekunden bewerten. Verhaltensbiometrie, Device-Fingerprinting und Kontextdaten fließen in Risikomodelle ein, die kanalübergreifend arbeiten. Der Wettbewerb um die Schnittstelle zum Nutzer bleibt offen. Große Technologiekonzerne dominieren Endgeräte und Betriebssysteme, Banken verfügen über Vertrauen sowie regulatorische Erfahrung, FinTechs bringen Geschwindigkeit und Nutzerfokus ein. Die EU versucht, durch Interoperabilität und klare Zugangsregeln zu verhindern, dass einzelne Akteure die Identitäts- und Zahlungsebene dauerhaft monopolisieren.

Holt die EU wirklich auf oder bleibt sie strukturell im Hintertreffen

Im Vergleich zu früheren Jahren hat Europa sichtbar aufgeholt, zumindest im Bereich von Standards und Regulierung. eIDAS 2.0, Echtzeit-Payments und der Fokus auf Biometrie als sicheren Authentifizierungsfaktor ergeben ein konsistentes Fundament für die Wirtschaft. Die eigentliche Herausforderung liegt in der breiten Nutzung. Ohne attraktive Anwendungen bleibt jede Infrastruktur abstrakt. Die kommenden Jahre eröffnen Europa ein seltenes Zeitfenster. Digitale Identität, Zahlungsverkehr und Sicherheit wachsen erstmals zu einer gemeinsamen Infrastruktur zusammen. Gelingt es Banken, FinTechs und Plattformen, daraus reibungslose Nutzererlebnisse zu entwickeln, kann aus regulatorischer Stärke praktische Relevanz entstehen. Scheitert dieser Schritt, werden andere Akteure den Zugang zum digitalen Alltag definieren. Die Richtung ist gesetzt, das Tempo entscheidet.
AUCH INTERESSANT

Klimawandel – Grüne Technologien – enormes Synergiepotential für die Türkei und Österreich

Diese Woche Dienstag fand in der Hauptstadt der Türkei Ankara eine hochinteressante Veranstaltung statt, die Unternehmensvertreter österreichischer Firmen mit Medienvertretern zusammenbrachte.

Grüne Technologien – enormes Synergiepotential für die Türkei und Österreich
   

Ratgeber
Start in die Ausbildung: Welche Versicherungen sind nötig?

Der Ausbildungsbeginn ist für junge Menschen ein entscheidender Gamechanger des bisherigen Lebens. Viele Dinge werden jetzt zum ersten Mal relevant, insbesondere wenn sich der Azubi eine eigene Wohnung sucht und nicht mehr im Elternhaus lebt. Zu selten werden in der Schule die relevanten Themen gelehrt, sodass viele Fragen offen bleiben, besonders zum Thema Versicherungen. Wir verraten Ihnen, was Sie hier wissen müssen.

Als Azubi benötigen Sie eine eigene Krankenversicherung

In Deutschland besteht Krankenversicherungspflicht. Bis zum 25. Lebensjahr können junge Menschen über die Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse mitversichert bleiben. Sobald jedoch das erste eigene Einkommen aus einer Ausbildung fließt, endet diese Möglichkeit. Azubis benötigen deshalb zwingend eine eigene Krankenversicherung während der Ausbildung. Bei einer dualen Ausbildung greift in der Regel die gesetzliche Krankenversicherung. Der Beitrag wird automatisch vom Gehalt abgezogen, der Arbeitgeber zahlt einen Anteil. Die Kosten richten sich nach dem Einkommen, somit ist der Einstieg für Auszubildende finanziell gut machbar. Wer bereits vor der Ausbildung privat versichert war, sollte rechtzeitig prüfen, ob ein Tarifwechsel möglich oder sinnvoll ist. Wichtig ist, dass Sie sich aktiv mit dem Thema Leistungen beschäftigen. Jede Krankenkasse bietet einen anderen Leistungskatalog. Zusatzleistungen wie Zahnreinigung, Osteopathie oder Impfungen können große Unterschiede machen. Prüfen Sie außerdem Bonusprogramme und Apps. Viele Kassen bieten digitale Services, die den Alltag erleichtern.

Mit der Berufsunfähigkeit sichern Sie sich ab

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung klingt für junge Menschen oft weit weg. Viele glauben, dass gesundheitliche Probleme erst in späteren Jahrzehnten auftreten, doch die Realität sieht anders aus. Berufsunfähigkeit betrifft nicht nur Menschen im hohen Alter. Unfälle, psychische Belastungen oder chronische Erkrankungen können dazu führen, dass Sie Ihre Ausbildung nicht fortführen können. Gerade für Azubis kann eine Unterbrechung der Ausbildung gravierende Folgen haben. Ohne Einkommen bricht schnell die finanzielle Basis weg. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung springt in solchen Situationen ein und zahlt eine vereinbarte monatliche Rente. Der große Vorteil im jungen Alter liegt im Gesundheitszustand, denn je gesünder Sie sind, desto weniger zahlen Sie monatlich. Viele Versicherer bieten spezielle Einsteigerpakete für Auszubildende an. Sie starten mit niedrigen Beiträgen und lassen sich später erhöhen. Diese Flexibilität ist sinnvoll, weil das Einkommen in den ersten Berufsjahren meistens noch wächst. Vor einem Abschluss sollten Sie sich beraten lassen. Achten Sie auf klare Bedingungen und nachvollziehbare Klauseln.

Privathaftpflichtversicherung ist nur in manchen Fällen nötig

Eine Privathaftpflichtversicherung schützt Sie vor Schäden, die Sie anderen Personen zufügen. Klassische Beispiele sind zerbrochene Smartphones, beschädigte Möbel beim Umzug oder ein Fahrradunfall mit Sachschaden. Ohne Versicherung müssen Sie solche Kosten selbst tragen. Das kann teuer werden. Viele Auszubildende sind jedoch noch über die Eltern mitversichert. Das hängt davon ab, ob die Ausbildung die erste Ausbildung ist und ob Sie noch im Haushalt der Eltern leben. Auch das Alter spielt eine Rolle. Ziehen Sie in eine eigene Wohnung, kann die Familienversicherung enden. Dann ist eine eigene Privathaftpflicht sinnvoll. Der Beitrag ist überschaubar. Bereits einfache Tarife enthalten eine gute Grundabsicherung. Achten Sie auf Leistungen wie Schäden durch Schlüsselverlust oder Gefälligkeitsschäden. Wenn Sie Freunden beim Umzug helfen und dabei etwas kaputt geht, schützt eine gute Privathaftpflicht vor Ärger.

Kfz-Versicherung für Azubis mit Führerschein

Wer während der Ausbildung Auto fährt, benötigt eine Kfz-Versicherung. Ohne sie darf kein Fahrzeug am Straßenverkehr teilnehmen. Für viele Azubis ist der eigene Wagen allerdings teuer. Die Beiträge richten sich nach Alter, Schadensfreiheitsklasse und Fahrzeugtyp. Es gibt jedoch clevere Wege, um zu sparen. Wenn Sie das Auto über die Eltern versichern und als Fahrer eintragen lassen, sinkt der Beitrag oft deutlich. Versicherer bewerten erfahrene Fahrer günstiger. Sobald Sie eigene Schadenfreiheitsklassen aufbauen, werden die Beiträge im Laufe der Jahre kleiner. Vergleichen Sie regelmäßig die Tarife. Digitale Vergleichsportale liefern gute Hinweise, ersetzen jedoch keine individuelle Beratung. Wählen Sie keine extrem hohen Selbstbeteiligungen, wenn das Budget knapp ist. Eine solide Absicherung ist wichtiger als ein minimaler Preis.
AUCH INTERESSANT

– Auto-News – Kfz-Versicherung: Auch im Dezember ist ein Wechsel möglich

Bei einer Erhöhung der Versicherungsprämie gilt ein Sonderkündigungsrecht / Autofahrer mittleren Alters besonders offen für Versicherungswechsel / ADAC Autoversicherung rät zu Preis- und Leistungsvergleich

Kfz-Versicherung: Auch im Dezember ist ein Wechsel möglich

Büromanagement
Digitale Ordnung schaffen So bewältigt man den Datenberg im Büroalltag

0
Im digitalen Büroalltag wächst die Datenmenge stetig an. Dokumente, Bilder und Dateien häufen sich auf Festplatten und in Cloud-Speichern, während die Übersicht schwindet. Besonders Bilddateien wie JPGs nehmen oft viel Platz ein und lassen sich schwer in einheitliche Dokumentstrukturen einbinden. Die Organisation digitaler Daten stellt viele Unternehmen vor Herausforderungen. Die Suche nach Informationen kann viel Zeit in Anspruch nehmen und führt häufig zu Produktivitätsverlusten sowie Frustration im Team. Effiziente Dateikonvertierung und -organisation sind daher essenziell für moderne Arbeitsabläufe. Der Umgang mit verschiedenen Dateiformaten und deren Umwandlung in standardisierte Formate wie PDF gehört mittlerweile zu den Grundkompetenzen im Büro. Besonders die strukturierte Verwaltung von Bilddateien kann den Arbeitsalltag erheblich vereinfachen und die digitale Ordnung langfristig voranbringen.

Die Herausforderung digitaler Überflutung im modernen Büro

Im Büroalltag wächst die Datenmenge rasant. Die Verwaltung der ständig wachsenden Anzahl an Dateien wird zunehmend komplexer. Diese Flut an digitalen Informationen führt zu typischen Problemen: Dokumente landen mehrfach auf Speichern, Dateien werden uneinheitlich benannt und an verschiedenen Orten abgelegt. Die Suche nach Informationen nimmt einen erheblichen Teil der Arbeitszeit ein.

Datenwachstum und typische Probleme

Der Markt für Dokumentenmanagementsysteme wächst jährlich deutlich. Unternehmen investieren verstärkt in digitale Lösungen, um den Überblick zu behalten und Suchzeiten zu verkürzen. Unübersichtliche Datenbestände verursachen nicht nur Zeitverlust, sondern können auch den Stress im Team erhöhen und zu Fehlentscheidungen führen, wenn Informationen unvollständig sind. Bilddateien wie JPGs bereiten besondere Schwierigkeiten. Sie werden häufig als E-Mail-Anhänge oder über Messaging-Dienste geteilt. Oft passen sie nicht in gängige Dokumentenstrukturen und erschweren das Wiederfinden von Inhalten. Ein praktisches Vorgehen ist das JPG in PDF umwandeln, wodurch Bilder in durchsuchbare Dokumente integriert werden können. Viele Unternehmen berichten von Herausforderungen bei der Verwaltung von Bilddateien.

Effiziente Methoden gegen Datenchaos

Die digitale Datenflut verlangt nach klaren Methoden zur Verwaltung. Ohne sinnvolle Strategien entstehen Informationsverlust, Doppelarbeit und sinkende Produktivität. Unternehmen müssen strukturierte Ansätze verfolgen, um den wachsenden Datenberg zu steuern. Der gezielte Einsatz digitaler Tools kann die Zusammenarbeit und Kommunikation innerhalb von Unternehmen deutlich verbessern.

Effektive Dateibenennung und Ordnerstrukturen entwickeln

Eine eindeutige Dateibenennung ist die Grundlage für digitale Ordnung. Ein erprobtes Schema wie Datum-Projekt-Version-Format, zum Beispiel „2023-05-15_Marketingkonzept_V2.pdf“, lässt jede Datei rasch erkennen. So verringern sich Suchzeiten, und Verwechslungen werden vermieden. Konsistente Benennungskonventionen helfen allen Teammitgliedern, Dateien schnell zu identifizieren und richtig einzuordnen. Bei der Entwicklung von Ordnerstrukturen stehen Unternehmen vor der Wahl zwischen hierarchischen und flachen Systemen. Hierarchische Strukturen mit mehreren Ebenen bringen Übersicht, fordern aber konsequente Pflege. Flache Ablagen sind schneller zugänglich, benötigen aber präzisere Dateinamen. Praktisch sind Hauptordner nach Abteilungen wie Marketing oder Buchhaltung, darunter Unterordner nach Projekten, Kampagnen oder Jahren. Metadaten spielen eine große Rolle für die bessere Auffindbarkeit. Viele Unternehmen setzen zusätzlich Schlagworte ein, um Dokumente noch schneller zu lokalisieren. Jede Abteilung kann eigene Kernordner und eine Farblogik festlegen. Das vereinfacht die Suche und reduziert Abstimmungsbedarf im Alltag. Besonders bei Bilddateien ist die Umwandlung in durchsuchbare Formate wie PDF hilfreich für die Integration in bestehende Dokumentenstrukturen.

Automatisierte Sortierung durch Dateiregeln

Automatisierte Sortierregeln sparen Zeit und minimieren Fehler. E-Mail-Programme und Dateisysteme verschieben eingehende Dateien automatisch in vorgesehene Ordner, zum Beispiel anhand von Absender oder Dateityp. So finden digitale Rechnungen direkt den Weg in den richtigen Ablagebereich, ohne manuellen Aufwand. Skripte und Makros übernehmen routinemäßige Aufgaben wie Umbenennen, Konvertieren und Ablegen neuer Dateien. Die automatische Umwandlung von Bilddateien in PDF wird oft aktiviert, sobald ein bestimmter Ordner erkannt wird. Das mindert den manuellen Aufwand deutlich und sorgt für einheitliche Dokumentenformate. Leistungsfähige Dokumentenmanagementsysteme erkennen Dateitypen, extrahieren Metadaten und ordnen alles nach festgelegten Regeln zu. Das kann Fehlzuweisungen verringern und Mitarbeitenden mehr Zeit für inhaltliche Aufgaben geben.

Digitale Aufräumroutinen etablieren

Ein fester Aufräumplan hält das Dateisystem schlank und funktional. Temporäre Dateien sollten regelmäßig entfernt werden. Ein monatlicher Blick auf laufende oder abgeschlossene Projekte vereinfacht das gezielte Archivieren. Quartalsweise ist es sinnvoll, den Cloud-Speicher zu prüfen und Zugriffsrechte zu kontrollieren. Regelmäßige Aufräumaktionen helfen dabei, das unkontrollierte Anwachsen des Datenbergs zu vermeiden. Die Priorisierung von Dokumenten nach Wichtigkeit, Aktualität und Projektstatus hilft bei der Entscheidung, welche Dateien aktiv gehalten und welche archiviert werden sollten. Eine systematische Checkliste für digitales Aufräumen umfasst das Löschen von Dubletten, das Umbenennen verbleibender Dateien nach Konvention und die Überprüfung der Ordnerstruktur. Danach lassen sich Ordner anpassen und Metadaten ergänzen. Für abgeschlossene Vorgänge eignen sich stabile Formate wie PDF. Unterlagen bekommen passende Metadaten, was spätere Suchen einfacher macht. Unternehmen müssen gesetzliche Aufbewahrungsfristen berücksichtigen. Buchhaltungsbelege sind in der Regel zehn Jahre zu archivieren, Personalakten können bis zu 30 Jahre aufbewahrt werden. Ein dokumentierter Löschprozess schützt das Unternehmen vor versehentlichem Datenverlust und juristischen Risiken.

Digitale Werkzeuge zur Bewältigung des Datenbergs

Digitale Werkzeuge sind heute unverzichtbar für die Verwaltung großer Datenmengen. Dokumentenmanagementsysteme bieten Funktionen wie Versionierung, Zugriffssteuerung und Automatisierung. So kann die Software mit den Anforderungen wachsen und unterstützt kleine wie große Firmen. Zentrale Organisation gewährleistet Übersicht und unterstützt die Zusammenarbeit. Cloud-basierte Kollaborationsplattformen ermöglichen paralleles Arbeiten unabhängig vom Standort. Dokumente können in Echtzeit bearbeitet und geteilt werden. Klare Rechtevergaben sorgen für nachvollziehbare Zugriffe und erhalten die Kontrolle im Arbeitsprozess. Formatkonvertierungstools schaffen einheitliche Standards, etwa durch die zentrale Umwandlung verschiedener Formate in PDF. Gerade für Bilddateien ist diese Funktion besonders wichtig im Arbeitsalltag. Schnelle Suchfunktionen und Indexierung sparen Zeit bei der Informationssuche. Im Unternehmensalltag können aktuelle Daten so ohne Umwege gefunden und genutzt werden, da nicht nur Dateinamen, sondern auch Metadaten und Inhalte durchsuchbar sind. Die Datensicherung und Wiederherstellungsoptionen gehören ebenfalls dazu und sind Bestandteil einer ausgearbeiteten Organisationsstrategie.

Dokumentenstandards für bessere Zusammenarbeit

Einheitliche Dateiformate im Team bieten große Vorteile. Wer mit denselben Standards arbeitet, senkt Fehlerquellen und spart Konvertierungsaufwand. Besonders bei projektbasierten Abläufen entstehen klare Kommunikationswege und Effizienz. Die Einführung standardisierter Dokumentenformate kann Prozesse beschleunigen und die Zufriedenheit bei der Informationsbeschaffung erhöhen. Das PDF-Format ist beim Dokumentenaustausch etabliert. Unabhängig vom System oder von genutzter Software bleiben Layout und Inhalte erhalten. PDFs können durch Passwörter und digitale Signaturen geschützt werden, was sie für sensible und offizielle Unterlagen besonders geeignet macht. Die Umwandlung von Bilddateien in PDF liefert durchsuchbare Arbeitsdokumente. Texterkennung macht gescannte Belege, Notizen oder Fotos digital auffindbar. Zahlreiche Online-Tools zur Formatkonvertierung stehen ohne Installation bereit und decken viele Anwendungsfälle ab. Lösungen wie PDF24 oder iLovePDF ermöglichen die einfache Umwandlung gängiger Formate. So gelingen gelegentliche Konvertierungen schnell und ohne Schwierigkeiten. Sie ergänzen Bürosoftware und unterstützen flexible Workflows im Unternehmen.
AUCH INTERESSANT

– Psychologie – Internetsucht: Verbote allein reichen nicht aus

Internetabhängigkeit sollte nicht nur mit Verboten, sondern auch mit alternativen Freizeitangeboten begegnet werden. Das rät der Arzt und Experte für Internetabhängigkeit Dr. Bert te Wildt Lehrern und Eltern von Betroffenen

Internetsucht: Verbote allein reichen nicht aus

Orthodoxer Friedhof
Grabschändung in Kosovo: Sechs Tatverdächtige festgenommen

Pristina – Die Polizei im Kosovo hat sechs Personen, darunter fünf Minderjährige, wegen des Verdachts der Beschädigung von Grabsteinen auf einem orthodoxen Friedhof im Dorf Plemetina in der Nähe von Obilic festgenommen, wie die Behörden am Dienstag bestätigten. Der Vandalismus ereignete sich am 13. Dezember auf dem Friedhof in Plemetina, einem Dorf mit überwiegend serbischer Bevölkerung. Berichten zufolge wurden zwei Grabsteine von Mitgliedern der Familie Jakovljević umgestürzt und schwer beschädigt. Angehörige der Verstorbenen entdeckten die Beschädigungen bei einem Besuch auf dem Friedhof und meldeten sie umgehend der Polizei, woraufhin eine Untersuchung eingeleitet wurde. In einer Erklärung gab die Polizei des Kosovo bekannt, dass die Ermittler sechs Verdächtige identifiziert und festgenommen haben, von denen fünf minderjährig sind. „Die Arbeit der Ermittler führte zur Identifizierung und Festnahme von sechs Verdächtigen (fünf davon minderjährig), gegen die der begründete Verdacht besteht, dass sie an dem Vorfall beteiligt waren, der sich am 13. Dezember in Plemetina bei Obilic ereignet hat“, erklärte die Polizei. Die Verdächtigen wurden in Gewahrsam genommen und müssen sich wegen der Straftat der Schändung von Gräbern oder Grabsteinen verantworten. Berichte von Medien aus dem Kosovo, darunter KoSSev – ein Nachrichtenportal, das sich auf serbische Gemeinschaften im Kosovo konzentriert – hoben die Auswirkungen des Vorfalls auf die Anwohner hervor und beschrieben ihn als beunruhigende Tat angesichts der anhaltenden Sensibilität in Bezug auf religiöse und kulturelle Stätten in der Region. Andere kosovarische Quellen wie Telegrafi und Koha bestätigten die Festnahmen in der Gemeinde Obilic wegen Beschädigung von Friedhöfen, gaben jedoch in ihrer ersten Berichterstattung keine Angaben zur Religionszugehörigkeit der Stätte. Vorfälle von Vandalismus auf orthodoxen Friedhöfen werden im Kosovo regelmäßig gemeldet und stoßen oft auf Kritik von lokalen und internationalen Beobachtern, die sich um die interethnischen Beziehungen sorgen. Die Ermittlungen dauern an, weitere Details zu möglichen Motiven wurden nicht bekannt gegeben.
AUCH INTERESSANT

– Osmanischer Friedhof – Friedhofschändung in Griechenland: Urteile sorgen für Kritik

Urteil nach Zerstörung eines historischen türkisch-muslimischen Friedhofs in Horozlu sorgt für Kritik

Friedhofschändung in Griechenland: Urteile sorgen für Kritik

Uigurische Literatur
Ziya Sämädis prophetischer Blick auf die Uigurenverfolgung

Von Dr. Michael Reinhard Heß Ziya Sämädi (1914-2000) gilt als einer der bedeutendsten uigurischen Dramatiker und Schriftsteller. Sein Roman Mayimxan (1965) ist vermutlich der erste uigurische Roman, dessen gedruckte Originalversion bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben ist. Seinen unbestreitbaren Rang im Pantheon der uigurischen Literatur festigte Sämädi auch vermittels weiterer „historische Romane“, durch die er dieses Genre entscheidend mitprägte, und zwar lange, bevor es auch in der historischen Heimat der Uiguren in der Volksrepublik China ab dem Ende der 1979 Jahre zu Fuß fassen begann. Geboren in einem kleinen Dorf in der Nähe der Stadt Zharkent (Ostkasachstan), kam Sämädi als junger Mann nach Zharkent und Ghulja. Obwohl er früh seinen Vater verlor und sich und seine Familie daher als Händler durchbringen musste, stieg er in den 1930er Jahren rasch zu einer zentralen Figur im uigurischen Unterrichtswesen, Theater und in der Literatur auf. Diese glänzende und vielversprechende Laufbahn wurde jedoch jäh unterbrochen, als Sämädi im Zuge einer großangelegten Säuberungswelle des nominell für die KMT-Regierung als Militärgouverneur (chinesisch 督办Dūbàn) beziehungsweise „Kommandeur der Grenzverteidigungskommission“ agierenden kapriziösen Warlords Sheng Shicai (1897-1970) im Jahr 1937 verhaftet wurde. Erst nach sieben langen und elenden Jahren durfte Sämädi im Jahr 1944 wieder die Luft der Freiheit atmen. Nach dem jähen Ende der aus der sogenannten „Dreiprovinzenrevolution“ (ab Herbst 1944) hervorgegangenen „Republik Ostturkestan“ (1944-1949) arrangierte sich Sämädi wie viele andere uigurische Intellektuelle mit der Herrschaft der Kommunisten und sah in ihr möglicherweise sogar ein gangbares Modell für die Zukunft. Doch auch diese Phase der Einbettung in staatstragende und öffentliche Strukturen nahm ein brutale Ende. Denn nach der von Mao befohlenen „Hundertblumenkampagne“ wurde Sämädi als „Rechter“ und „Nationalist“ beschuldigt. Die Folge war die Einweisung in ein Internierungslager am Rande der Taklamakan-Wüste, in dem Sämädi von Ende April 1958 bis Oktober 1960 schmachtete, bis er aufgrund seines lebensbedrohlich verschlechterten Gesundheitszustandes freigelassen wurde. Im November 1961 gelang Sämädi die Flucht ins angrenzende Kasachstan, wo er bis zu seinem Lebensende als gefeierter Schriftsteller und vor wie nach der Unabhängigkeit hochangesehener Intellektueller, Berater und Figur des öffentlichen Lebens wirkte. In der gegenwärtigen Wahrnehmung der Situation der Uiguren in der VR China unter Xi Jinping scheint die Ansicht zu dominieren, dass es Ende 2016 beziehungsweise Anfang 2017 einen jähen Bruch in der Politik der KP Chinas gegenüber den Uiguren gegeben habe. Diese Radikalisierung sei die Ursache für die seither geschehenen und gut dokumentierten systematischen Menschenrechtsverletzungen gegen die Uiguren und andere muslimisch-turksprachige Minderheiten der VR China, denen geschätzt gut eine Million Menschen zum Opfer gefallen sind. Da diese Verfolgungswelle mit dem erkennbaren Versuch der VR-chinesischen Führung verbunden ist, die Kultur und Sprache der (als Minderheit in dem Land nichtsdestoweniger immer schon anerkannten) Uiguren zu eliminieren, hat man in diesem Kontext auch von „kulturellem Genozid“ gesprochen (zum Beispiel Sawa 2023 [2021]). Andere sparen sich die Einschränkung „kulturell“ und sprechen direkt von Völkermord. Unter anderem haben (Stand: Februar 2022) die USA, Frankreich, Kanada und die Niederlande das Vorgehen Beijings gegen die Uiguren und andere muslimische Minderheiten in Xinjiang offiziell als „Genozid“ anerkannt (Lenz 2022; Sterling/ Meijer 2022 [2021]; vgl. Pearson 2022; Defranoux 2023; Defranoux 2023 [2021]a; Friedländer 2023; Hoshur/ Lipes 2023 [2021]). Der Periodisierungsansatz, der die unbestreitbare Intensivierung der gegen Uiguren und andere autochthone turksprachig-muslimische Gruppen innerhalb der VR China gerichteten Maßnahmen ab 2016/2017 verbal eskalierend als „Genozid“ beziehungsweise „kulturellen Genozid“ etikettiert, mag als phänomenologische Diagnose und in juristischer Hinsicht zwar zutreffend sein, ist jedoch insofern problematisch, als er Tendenz haben könnte, zu suggerieren, dass die gegen dieselben Minderheiten gerichtete Praxis der VR China vor dem Beginn der Verfolgungsradikalisierung 2016/2017 etwas anderes gewesen sein könnte als kultureller Genozid. Die resultierende Wahrnehmung wäre demzufolge, dass der VR-chinesische Staatapparat vor 2016 ,netterʻ zu seinen uigurischen und sonstig turksprachigen muslimischen Staatsangehörigen gewesen sei. Demgegenüber lässt sich argumentieren, dass sich ab Ende 2016 zwar die manifesten Erscheinungsformen des Vorgehens der VR China gegen die Uiguren und andere turksprachig-muslimische Minderheiten änderte, die zugrundelegenden Prinzipien aber schon lange Zeit vorher festgezurrt waren. Genau an dieser Stelle wird die Position Ziya Sämädis interessant. Seine eingangs skizzenhaft umrissene Lebensleidgeschichte dürfte verdeutlichen, dass er in Bezug auf die Stellung der Uiguren innerhalb Chinas und insbesondere deren in verschiedenen Perioden erlittene Verfolgung über eine unbestreitbare zeugenschaftliche Kompetenz verfügt. Denn er hat nicht nur die negativen Folgen dieser diskriminierenden Politik schmerzlich erfahren, sondern bis 1937 auch die (damals noch nationalistisch-)chinesische Provinz-Kulturverwaltung Chinas, in der Zeit der „Republik Ostturkestan“ verschiedene Aspekte der Politik des Landes und von 1950 bis 1958 den Kulturbetrieb der VR China in hohen Positionen intensiv kennengelernt. Sein Wort hat nicht nur als Schriftsteller Gewicht. Die folgende Äußerung Sämädis dürfte aus dem Jahr 1989 oder kurz danach stammen. Der Schriftsteller begründet darin, warum er sein 1989 begonnenes Memoirenprojekt vorerst beiseitelegte und stattdessen den Roman „Herr Äxmät“ (Äxmät Äpändi) über Äxmätjan Qasimiy (1914-1949), den wichtigsten uigurischen Politiker während der „Dreiprovinzenrevolution“ und der Republik Ostturkestan, schrieb. Konkret nennt er als sein Hauptmotiv den Versuch der chinesischen Kommunisten, die historische Rolle Qasimiys und anderer uigurischer Figuren zu verfälschen. Terminus ante quem für das nachstehende Zitat ist in jedem Fall das Ersterscheinungsdatum von Äxmät Äpändi, 1995. Sämädi sagte zu seinem Sohn Riza um 1989 Folgendes: „Mein Sohn, als ob es nicht schon genug wäre, dass sie [sc. die Chinesen, Xitaylar – M. R. H.] sich mit Gewalt zu Herren über den heiligen uigurischen Boden und dessen unter- und oberirdische Bodenschätze aufgeworfen haben, unsere viele Jahrhunderte zurückreichende Geschichte nach ihrem Belieben verfälschen, die tapferen Söhne unseres Volks, die ihrem Vaterland und ihrer Nation in unendlicher Treue verbunden sind, umbringen oder in Gefängnisse oder Kerker sperren, die menschliche Freiheit und die Menschenrechte unserer Nation mit Füßen treten und sogar die Art, wie wir gehen und stehen, wie wir handeln und uns bewegen und unsere Worte und Reden unter strenger Kontrolle halten, kommt nun doch auch noch als Gipfel der Gemeinheit hinzu, dass sie unsere nationale Dreiprovinzenrevolution, die sie ja selber anerkannt haben, und deren Anführer und Helden aus dem Gedächtnis unseres Volkes auszuradieren versuchen.“ Interessant scheint aus heutiger Sicht insbesondere die Formulierung, dass die kommunistischen Herrscher in China „sogar die Art, wie wir gehen und stehen, wie wir handeln und uns bewegen und unsere Worte und Reden unter strenger Kontrolle halten“ (hätta žürüš-turuš, iš-härikät, gäp-sözlirini qattiq nazarät astida tutuvatqanliġi), zu sein. Fast drei Jahrzehnte vor dem Beginn der aktuellen Verfolgungswelle benennt Sämädi genau die allumfassende Kontrollwut und Herrschsucht, die hinter den aktuellen gründlichen Kontroll- und Überwachungsanprüchen des Staates steckt, und dies, obwohl damals noch niemand auch nur im Entferntesten hätte ahnen können, welche Macht zur tatsächlichen Umsetzung dieser Ansprüche dem VR-chinesischen Staat als Folge der digitalen Revolution heute an die Hand gegeben ist. In der Summe scheint es so, als ob der leidgeprüfte Sämädi das Wesen der VR-chinesischen Politik gegenüber den Uiguren wesentlich klarer zu erkennen und benennen imstande war als selbst viele Uiguren aus der VR vor 2016. Es stellt sich die Frage, ob man bis zu diesem Jahr, ab dem der radikal intensivierte Verfolgungs- und Unterdrückungscharakter dieser Politik vor den Augen der ganzen Welt unleugbar wurde, sowohl innerhalb der uigurischen Community in der VR China (und teilweise in der Diaspora) als auch in der weltweiten Öffentlichkeit nicht viel oberflächlicher und naiver war, als man es hätte sein können, wenn man auf die Warnungen erfahrener Dissidenten wie Sämädi gehört hatte. Stattdessen arrangierten sich viele Uiguren mit dem VR-chinesischen Staat, und etliche kooperieren und profitieren bis heute gerne von diesem Arrangement, während ihre Volksgenossen ihrer elementarsten Menschenrechte beraubt werden. Der sogenannten Weltöffentlichkeit einschließlich der universitären und sonstigen Bildungsinstitutionen kann man vorwerfen, wie so oft ein Problem – in diesem Fall eine menschenverachtende Ideologie und deren logische Folgen – nicht in seiner Realität als solches erfasst, sondern im Interesse des Geldes und politischer Konzessionen seitens der zur Weltmacht aufgestiegenen Volksrepublik das Beschweigen vorgezogen zu haben, bis es sich infolge der Xinjiang Police Papers nicht mehr aufrechterhalten ließ. Auch in diesem Fall hatte man nicht die historische Lektion gelernt, dass der Versuch, einen Tiger zu besänftigen, indem man ihm Fleisch hinwirft, in der Regel nicht zum Sinken des Appetits der Raubkatze führt. Die Photographie zu diesem Post stammt aus Ziya Sämädis unter dem Titel „Wille und Schicksal” (Istäk vä qismät) in Almaty erschienenen Lebenserinnerungen. Laut der Unterschrift zeigt es den Schriftsteller im Mai 1960, während einer vorübergehenden Entlassung aus der chinesischen Lagerhaft (Sämädi 2008, zwischen Seite 408 und 409).
ZUM AUTOR
PD Dr. Michael Reinhard Heß, geboren in Offenbach am Main, ist ein renommierter Turkologe, der an der Universität Frankfurt am Main Geschichte, Turkologie, Islamkunde und Griechische Philologie studierte. Nach seiner Promotion und Habilitation wirkt er seit 2005 als Privatdozent für Turkologie an der Freien Universität Berlin und hat über 130 wissenschaftliche Arbeiten verfasst, darunter Beiträge zur türkischen Literatur und Kulturgeschichte. Als Übersetzer und Gründer des Verlags Gulandot widmet er sich der Förderung türkischer Literatur in deutscher Sprache, etwa durch Werke zu Imadeddin Nasimi oder der kulturellen Bedeutung von Schuscha.
AUCH INTERESSANT

– Bergkarabach-Krise – Turkologe Heß: Was passiert in Karabach?

Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die damalige „Autonome Region Berg-Karabach“ (NKAO) brach Ende 1987 aus und weitete sich nach dem Zerfall der Sowjetunion zu einem vollumfänglichen Krieg aus.

Turkologe Heß: Was passiert in Karabach?

Türkei
Türkische Kampfflugzeuge schießen Drohne über dem Schwarzen Meer ab

Ankara – Türkische F-16-Kampfflugzeuge haben ein unbemanntes Luftfahrzeug (UAV) abgefangen und zerstört, das die Kontrolle verloren hatte und sich aus Richtung Schwarzes Meer dem türkischen Luftraum näherte, wie das türkische Verteidigungsministerium am Montag mitteilte. Die Drohne wurde im Rahmen routinemäßiger Überwachungsmaßnahmen entdeckt und als „außer Kontrolle geratenes Luftziel“ identifiziert. Um mögliche Risiken für bevölkerte Gebiete oder Infrastruktur zu vermeiden, wurden NATO-zugeordnete und national kontrollierte F-16-Kampfflugzeuge zu einer Alarmmission entsandt. Die Drohne wurde laut Angaben des Ministeriums an einem sicheren Ort außerhalb von Zivilgebieten neutralisiert. Es wurden keine Details über die Herkunft, den Typ oder den genauen Ort der Abfangaktion bekannt gegeben. Der Vorfall ereignete sich inmitten eskalierender Spannungen in der Schwarzmeerregion, wo der anhaltende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zu wiederholten Angriffen auf die Handelsschifffahrt geführt hat. Nur wenige Tage zuvor, am 13. Dezember, hatte eine russische Drohne das unter türkischer Flagge fahrende Frachtschiff Viva auf offener See innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone der Ukraine angegriffen. Das Schiff, das Sonnenblumenöl transportierte und mit 11 türkischen Staatsbürgern besetzt war, wurde beschädigt, setzte jedoch seine Reise nach Ägypten fort, ohne dass Opfer zu beklagen waren. Die ukrainische Marine warf Russland vor, das zivile Schiff absichtlich angegriffen zu haben, während russische Streitkräfte in den letzten Wochen Angriffe auf ukrainische Häfen durchgeführt hatten, bei denen andere türkische Schiffe beschädigt wurden. Türkische Regierungsvertreter haben wiederholt vor einer Ausweitung des Krieges auf das Schwarze Meer gewarnt und betont, dass die Sicherheit der Schifffahrt und der Handelswege geschützt werden müsse. Präsident Recep Tayyip Erdoğan bezeichnete solche Vorfälle als „besorgniserregende Eskalation“ und forderte alle Parteien zur Zurückhaltung auf, um zu verhindern, dass das Meer zu einem Schauplatz der Konfrontation wird. Das Verteidigungsministerium bekräftigte die Entschlossenheit der Türkei, ihren Luftraum und ihre maritimen Interessen zu schützen, und erklärte, dass die Streitkräfte weiterhin in höchster Alarmbereitschaft seien. Nach dem Abschuss der Drohne wurden keine weiteren Zwischenfälle gemeldet, und die Untersuchungen zur Herkunft des UAV dauern an. Dieses Ereignis unterstreicht die wachsenden Risiken für die regionale Stabilität, wobei die Türkei – mit der längsten Schwarzmeerküste – eine Schlüsselrolle bei den Forderungen nach Deeskalation und geschützten Schifffahrtskorridoren spielt.

Bondi Beach-Attentat
Anschlag in Australien: Muslimischer Held stoppt Angreifer

Sydney – In einem erschütternden Terrorakt, der die festliche Stimmung der Chanukka-Feierlichkeiten am berühmten Bondi Beach in Sydney zerstörte, eröffneten zwei bewaffnete Männer das Feuer auf unschuldige Strandbesucher und töteten mindestens 12 Menschen und verletzten Dutzende weitere. Doch inmitten des Chaos wendete die außergewöhnliche Tapferkeit eines Mannes das Blatt: Ahmed al Ahmed, ein 43-jähriger muslimischer Vater von zwei Kindern und Besitzer eines Obstladens, entwaffnete einen der Angreifer heldenhaft mit bloßen Händen und rettete damit wahrscheinlich unzählige Leben. Der Angriff ereignete sich am Sonntagmittag, als sich Familien und Freunde auf dem sonnenverwöhnten Sandstrand von Bondi Beach zu einer Gemeinschaftsveranstaltung anlässlich des jüdischen Chanukka-Festes versammelt hatten. Augenzeugen berichteten von einer Szene plötzlicher Hektik – Schreie durchdrangen die Luft, als zwei Angreifer, die offenbar die jüdische Versammlung ins Visier genommen hatten, Schüsse abfeuerten. „Es war wie in einem Albtraum“, sagte ein Überlebender, der anonym bleiben wollte. „Die Menschen rannten überall herum und versteckten sich hinter Sonnenschirmen und Kühlboxen.“ Die australischen Behörden stufen den Vorfall als Terroranschlag ein. Erste Ermittlungen deuten darauf hin, dass die Schützen möglicherweise aus antisemitischem Hass gehandelt haben. Einer der Täter wurde identifiziert, Details werden jedoch bis zur offiziellen Anklageerhebung unter Verschluss gehalten. Der zweite Schütze wurde von der Polizei überwältigt, doch zuvor hatte der Angriff bereits einen hohen Blutzoll gefordert. Da kam Ahmed al Ahmed ins Spiel, ein Einwohner von Sutherland Shire libanesischer Abstammung, der gerade in der Nähe spazieren ging, als die Schießerei ausbrach. Ohne zu zögern schlich sich der unbewaffnete Vater – von seinen Angehörigen als „ruhiger Familienvater ohne militärischen Hintergrund” beschrieben – hinter einen der Schützen und rang ihn zu Boden. In einem heftigen Kampf, der teilweise auf einem Video von Umstehenden festgehalten wurde, entriss Ahmed dem Angreifer die Waffe und hielt ihn so lange fest, bis andere eingreifen konnten. Doch sein Heldentum hatte einen hohen Preis. Während Ahmed kämpfte, schoss der zweite Schütze aus einer nahe gelegenen Position und traf ihn zweimal – einmal in die Hand und einmal in die Schulter. Ahmed wurde mit starken Blutungen in ein örtliches Krankenhaus gebracht, wo er am späten Sonntagabend notoperiert wurde. Sein Cousin Mustafa sprach vor dem Krankenhaus mit Reportern, seine Stimme war vor Emotionen gebrochen. „Er kam gerade vorbei und traf eine spontane Entscheidung“, sagte Mustafa. „Er ist jetzt dort drinnen, und wir wissen nicht genau, was vor sich geht, aber wir hoffen, dass es ihm gut geht. Er ist zu 100 Prozent ein Held.“ Ahmed, ein hingebungsvoller Vater von zwei kleinen Kindern und eine feste Größe auf dem Obstmarkt seiner Gemeinde, verkörpert den unerschütterlichen Geist der einfachen Australier. „Ahmeds Handeln hat dieses Monster davon abgehalten, weitere Schüsse in die Menge abzufeuern“, fügte Mustafa hinzu. „Er hat Juden, Muslime, alle dort Anwesenden gerettet – ohne zu zögern.“ Der Vorfall wurde von Politikern und Religionsführern aller Couleur scharf verurteilt. Der australische Premierminister Anthony Albanese bezeichnete ihn als „verabscheuungswürdigen Angriff auf unser multikulturelles Gefüge“ und versprach eine umfassende Untersuchung sowie verstärkte Sicherheitsmaßnahmen für religiöse Veranstaltungen. Führende Vertreter der jüdischen Gemeinde lobten Ahmeds Tapferkeit, und ein Rabbiner bemerkte: „Angesichts des Hasses hat uns dieser muslimische Bruder gezeigt, wie wahre Menschlichkeit aussieht.“ In den sozialen Medien gab es eine Welle der Unterstützung, mit Hashtags wie #AhmedTheHero, die weltweit zum Trend wurden, mit Videos von seiner mutigen Intervention und Forderungen, ihm die höchste zivile Auszeichnung des Landes zu verleihen. Während Bondi Beach unter starker Polizeipräsenz verstummt, dient die Geschichte von Ahmed al Ahmed als Leuchtfeuer der Hoffnung inmitten tiefer Trauer. In einer Nation, die oft durch Spannungen gespalten ist, erinnert uns seine selbstlose Tat daran, dass Mut keine Glaubensrichtung kennt – nur den unerschütterlichen Willen, einander zu schützen. Mit Anbruch des Morgens in Sydney werden weitere Informationen zu den Opfern und den Ermittlungen erwartet.

NEX24-Interview
Marina Bütün: Vom Osmanischen Reich ins Sudetenland

Marina Bütün wurde als Kind sudetendeutscher Eltern in Deutschland geboren und wuchs im Wittelsbacher Land in Altbayern auf. Seit mehr als 23 Jahren lebt sie mit ihrem türkischen Mann in der Türkei und schrieb bisher Bücher mit Schwerpunkt Türkei – ihre Wurzeln aber hat sie nie vergessen und jetzt wieder neu entdeckt – durch die Recherchen zu ihrem neuen Buch. Die Erlebnisse ihrer Großeltern und deren Vorfahren hat sie nun in einem fesselnden Familienroman festgehalten.
Verlorene Spuren im Egerland
Noch vor Weihnachten, am 13.12.2025 erschien ihr neues Buch “Verlorene Spuren im Egerland”, das sich einer historischen Epoche mit besonderer Aufmerksamkeit widmet. Es schildert nicht nur die historischen Entwicklungen ab etwa 1810 in dem als Sudetenland bekannten Böhmen und Mähren im heutigen Tschechien, sondern begleitet die Familiengeschichte bis in die Jahre 1945/46 und rückt dabei die persönlichen Erfahrungen der Betroffenen in den Mittelpunkt – Menschen, die oft nur mit einem Koffer, einigen Dokumenten und großer Ungewissheit ihre Heimat verlassen mussten. NEX24: Wie kommt der Sprung vom Osmanischen Reich ins Sudetenland zustande? Ihr letzter Zweiteiler Die Braut aus dem Osmanischen Reich war sehr erfolgreich. Warum nun der Ausflug in eine völlig andere Welt? Bütün: Das lässt sich ganz einfach erklären: Die beiden Bände (Band 1 Osmanisches Reich, Band 2 Republik Türkei) erzählen die Lebensgeschichte der Großmutter väterlicherseits meines türkischen Mannes ab ihrer Geburt 1908 mit allen historischen Ereignissen. Das Leben unter dem Sultan, das Leben in der neuen Republik. Durch eine einzige Begegnung mit dem späteren Staatsgründer Atatürk vor ihrer Hochzeit, die aber ihren weiteren Weg bestimmen sollte, der durch den Bevölkerungsaustausch von Griechen und Türken außergewöhnlich tragisch war, ist der Schritt von dort in das ehemalige Nachbarreich Kaiser Franz Josephs gar nicht so groß. Beide Reiche besaßen zeitweise sogar eine gemeinsame Grenze. Beide wurden nach einem Weltkrieg zerrissen und Menschen vertrieben, enteignet und aus dem Land verwiesen und standen nur mit dem da, was sie tragen konnten. Obwohl ich die Mutter meines Schwiegervaters am Ende ihres Lebens persönlich kennenlernen durfte, hat mich die Auseinandersetzung mit der Geschichte meiner eigenen Familie beim Schreiben emotional deutlich stärker gefordert. Während ich bei der Osmanischen Braut am liebsten gar nicht aufgehört hätte zu schreiben, habe ich bei diesem Buch zum ersten Mal während der Arbeit Tränen vergossen. Es ging mir sehr nahe. Dabei ist mir auch bewusst geworden, warum ich die historische Beschäftigung mit dem Dritten Reich schon in der Schulzeit instinktiv abgelehnt habe – ohne dass in meiner Familie viel darüber gesprochen worden wäre. Interessant ist zudem, dass beide Reiche, trotz völlig unterschiedlicher Religionen, zahlreiche Parallelen aufweisen: Sie beherbergten verschiedene Ethnien und religiöse Minderheiten und standen zeitversetzt vor erstaunlich ähnlichen Herausforderungen. Beide Geschichten sind auf ihre Weise faszinierend.“ NEX24: Gab es denn einen bestimmten Anlass, dieses Buch gerade jetzt zu schreiben? Bütün: Ja, den gab es. Es war ein trauriger Anlass: der Tod meiner Mutter in diesem Jahr. Sie hatte eine schwere Kindheit durch Krieg und Vertreibung erlebt, später aber auch eine unbeschwertere Zeit. Kurz vor Weihnachten im Jahr 2024 erzählte sie mir noch einmal Dinge, die mich nicht mehr losließen. Die Erzählungen meiner Großeltern hatte ich ohnehin im Kopf, aber sie ergaben nie ein vollständiges Bild. Als wir nach ihrem Tod eine alte Schuhschachtel mit Fotos fanden, die sie gut versteckt hatte, war ich richtig aufgeregt. Ich dachte, ich kenne alle Bilder – doch es war nicht so. Einige waren über 100 Jahre alt. Gemeinsam mit meiner Tochter begann ich, in alten österreichischen und tschechischen Kirchenbüchern zu forschen. Nach der Beerdigung sagte ich beiläufig, man könne aus all dem vielleicht ein Buch machen. Eine meiner Tanten meinte, wir wüssten viel zu wenig darüber. Das war für mich erstrecht der Ansporn, es trotzdem zu versuchen – und es wurden über 300 Seiten.“ NEX24: 2025 jährte sich die Vertreibung der Deutschen aus dem Sudetenland zum 80. Mal. War auch dies ein Anstoß zur Veröffentlichung? Bütün: „Ehrlich gesagt: Nein. Als ich zu schreiben begann, dachte ich nicht daran. Für mich war es eine Form, meine Trauer zu verarbeiten. Erst während der Recherche stieß ich zufällig auf mehrere Artikel, nachdem ich mich in einer Ahnenforschungsgruppe auf Facebook angemeldet hatte. Deshalb beschloss ich, zusätzlich eine Seite zu erstellen, die sich mit dem Thema Vertreibung historisch befasst – ähnlich aufgebaut wie das Buch. Sie beginnt bei der Einwanderung deutscher Siedler im 12. und 13. Jahrhundert nach Böhmen und Mähren. Die kleinen historischen Beiträge dort sind unabhängig vom Buch und sollen allen dienen, die sich mit dem Thema befassen möchten. Viele wissen heute kaum noch, wo das Sudetenland lag und dass der Begriff ursprünglich aus politischen Gründen geprägt wurde.“ Als Sie geboren wurden, war der Krieg schon 15 Jahre vorbei. Spielte das Thema dennoch eine Rolle? Bütün: „Ja – ich hatte noch immer den Stempel Flüchtlingskind, obwohl ich erst Jahre später verstehen konnte, warum. Ich wuchs in einer Kleinstadt im Dreieck Ingolstadt–München–Augsburg auf. Dort lebten sehr viele Vertriebene. Bereits 1949 wurde der Ortsverein der Sudetendeutschen Landsmannschaft gegründet. Bis zum 2. Dezember 1945 waren etwa 7.000 Vertriebene und Flüchtlinge im Landkreis einquartiert, davon 700 in der Stadt. Bis Ende 1946 kamen weitere 8.706 hinzu – darunter 2.048 in der Stadt. Insgesamt also rund 15.700 Menschen allein in den Jahren 1945/46. Meine Großeltern und deren Freunde unterschieden noch lange zwischen „Bayern“ und „Flüchtlingen“ – sie bezeichneten sich selbst so. Und so war auch ich automatisch ein Flüchtlingskind. Im Kindergarten bekam ich das noch deutlich zu spüren. Einmal musste ich grundlos Ohrfeigen einer Klosterschwester einstecken, die alles abstritt und mir im Beisein meiner Großmutter ein Bonbon gab. Bei der Hochzeit einer Kindergärtnerin durfte ich trotz guter Singstimme nicht nach vorne – dort standen die Kinder der örtlichen Geschäftsleute. Auch in der zweiten Klasse behandelte mich eine ältere Lehrerin anders, als sie sollte. Es war eine schwierige Zeit, aber nicht zu vergleichen mit dem Leid meiner Mutter oder ihrer Geschwister.“ NEX24: Wie sah Ihr Freundeskreis der Kindheit dann damals aus? Bütün: „In unserer Straße lebten viele Flüchtlingsfamilien mit Kindern in meinem Alter. An diese Zeit erinnere ich mich gern. Eine damalige Freundin ist heute die Frau des Bürgermeisters der Stadt. Ihren schönen Puppenwagen durfte ich manchmal fahren – das habe ich nie vergessen. Dass sie später jenen Jungen heiraten würde, der damals im gleichen Haus wohnte und den auch ich vom Sehen kannte, erfuhr ich erst viele Jahre später aus der Zeitung – da lebte ich schon in der Türkei. Beide stammen ebenfalls aus Vertriebenenfamilien. Leider verloren wir nach der Kindheit den Kontakt. NEX24: Änderte sich der Umgang im Laufe der Zeit? Bütün: „Ja, vermutlich durch unseren Umzug. Ende der 1960er Jahre baute mein Opa kurz vor seiner Rente ein Haus im nächsten Dorf. Dort waren die Menschen sehr freundlich. In dem neuen Baugebiet fanden wir schnell Anschluss, und im Dorf spielte die Bezeichnung ‚Flüchtling‘ keine Rolle mehr. Nur im Wortschatz meiner Großeltern blieb das Wort noch lange bestehen. NEX24: Wie wirkten die Folgen der Vertreibung in Ihrer eigenen Familie nach?“ Bütün: Das ist ein schwieriges Kapitel. Wie in vielen Familien wurden die schönen Zeiten erzählt, die dramatischen Erlebnisse des Krieges und der Vertreibung hingegen oft verschwiegen. Kinder wie meine Mutter, die damals noch keine zwölf Jahre alt waren und alles bewusst erlebten, trugen ein Leben lang ein Trauma mit sich. Sie sprachen wenig darüber – oder erst sehr spät. Manches war verdrängt, anderes überdeutlich präsent. Die älteren Generationen, wie meine Großeltern, schwiegen bewusst. Über Hitler wurde in der großen Familie kaum oder nur abwertend gesprochen. Auch das beschreibe ich im Buch ausführlich. Beim Sichten der Fotos wurde sichtbar, dass es Menschen gab, von denen nur ich wusste – weil ich von Geburt an von meinen Großeltern betreut wurde und meine Großmutter mir vieles erklärt hatte. Etwa Brüder meiner Großeltern, die nicht aus dem Krieg zurückkamen, oder ein Bruder meines Großvaters, der aufgrund eines Familienstreits nie erwähnt wurde. Einige ältere Familienmitglieder, die die Vertreibung selbst erlebt hatten, kannten sie gar nicht mehr. Das war ein weiterer Grund, dieses Buch zu schreiben. Ich bin wohl eine der Letzten unserer Familie, die all das noch weiß.“ NEX24: Was möchten Sie den Lesern zu ihrem Buch abschließend noch sagen? Bütün: Ich habe das Buch zwar für die Nachkommen unserer Familie geschrieben, insbesondere für alle Enkelkinder die eines Tages fragen werden, aber keiner mehr da sein wird, der es ihnen so erzählen kann. Aber – für mich ist generell etwas überaus wichtig – in einer Zeit, in der historische Gewissheiten zunehmend verblassen, leistet dieses Buch einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung gemeinsamer Erinnerung, auch gerade für diejenigen, die von ihren Vorfahren überhaupt nichts erfahren konnten. Es soll auch Mut machen, vielleicht ein wenig nachzuforschen. Als ich anfing mit dem Buch, hatte ich ausser dem Namen und dem Geburtsdatum eines einzigen Urahnen, dem Opa meiner Mutter gar nichts. Als ich fertig war, hatte ich, gezählt ab meinem Enkel, die siebte Generation von beiden Elternteilen meiner Mutter um das Jahr 1790 entdeckt. Mein Buch „Verlorene Spuren im Egerland“ macht sichtbar, wie sehr Geschichte im Privaten weiterlebt – und wie wichtig es ist, die Stimmen der Vergangenheit zu hören, bevor sie für immer verstummen. Was mir noch sehr wichtig ist, mein Buch ist keine versteckte Anklage – denn es ist unablässlich, dass eine Versöhnung der beteiligten Staaten standfindet und das scheint – trotz der schlimmen Ereignisse von damals – geglückt zu sein. In einem Beitrag eine deutschsprachigen tschechischen Zeitung wurde kürzlich darauf hingewiesen, welch historischen Charakter der kommende Sudetendeutsche Tag besitzt: Er soll erstmals nicht in Deutschland, sondern in der Tschechischen Republik stattfinden – und zwar in Brünn. Die Zeitung betont, dass dieser Schritt noch vor wenigen Jahrzehnten kaum denkbar gewesen wäre. Dass ausgerechnet Brünn, eine Stadt, die selbst stark von den Ereignissen der Zeit geprägt wurde, nun Gastgeber ist, werte man dort als ein wichtiges Zeichen der Annäherung und des offenen Dialogs. Der geplante Begegnungsrahmen sei, so die Prager Zeitung, weniger Ausdruck politischer Symbolik als vielmehr ein Angebot, sich der gemeinsamen Geschichte respektvoll zu nähern und neue Formen des Miteinanders zu finden.  
Ein Beitrag zur Erinnerungskultur
Das Buch zeigt eindrücklich, wie eng private Lebensgeschichten und große Politik miteinander verflochten sind. Es rekonstruiert Fluchtwege, beleuchtet regionale Besonderheiten und macht durch Zeitzeugenberichte und Familienüberlieferungen sichtbar, wie tief der Verlust von Heimat in den folgenden Generationen verankert blieb. Zugleich zeigt es, wie viel Mut, Anpassungsfähigkeit und Kraft die Vertriebenen beim Aufbau eines neuen Lebens brauchten. Auch 80 Jahre nach den Ereignissen bleibt die Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit wichtig. Das Buch versteht sich deshalb als Beitrag zur historischen Erinnerungskultur – und als Einladung, die Geschichten der eigenen Familie nicht verstummen zu lassen. Bücher der Autorin (Auswahl):
  • Verlorene Spuren im Egerland: Ein sudetendeutscher Familienroman über Heimat, Verlust und Vertreibung (1810 – 1946) (Link)
  • Ratgeber Auswandern Türkei: Wegweiser für Auswanderer und Rückkehrer (Link)
  • Weißwurst mit türkischem Tee: Auswandern in die Türkei für Anfänger (Link)
  • Die Braut aus dem Osmanischen Reich: Unter der Obhut des Sultans (1908 -1922) (Link)
 
AUCH INTERESSANT

– Ausstellung in Frankfurt – Traditionelle Kunstform: Die türkische Keramikmalerei

NEX24-Interview mit der Kunstpädagogin Ayşe Kurt. Am 1. Juni findet im Türkischen Kulturzentrum in Frankfurt am Main eine Keramikmalerei-Ausstellung statt.

Traditionelle Kunstform: Die türkische Keramikmalerei

Osmanischer Friedhof
Friedhofschändung in Griechenland: Urteile sorgen für Kritik

Xanthi/İskeçe – Im Prozess um die 2022 durch Baufahrzeuge der Stadtverwaltung von Balustra (Avdira) verursachte Zerstörung des historischen türkisch-muslimischen Friedhofs im Dorf Horozlu in Nordostgriechenland wurde am Freitag (12. Dezember) nur einer von vier Angeklagten verurteilt. Der für die Reinigungsdienste zuständige stellvertretende Bürgermeister erhielt wegen seiner Verantwortung eine auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafe von neun Monaten. Die drei weiteren Beschuldigten wurden freigesprochen. Der Fall wurde von den damaligen Abgeordneten Hüseyin Zeybek und Burhan Baran angezeigt, die auf die Vernichtung eines bedeutenden kulturellen Erbes der türkischen Minderheit in Westthrakien hingewiesen hatten. Zeybek kritisierte nach der Urteilsverkündung, die Entscheidung befriedige das Gerechtigkeitsempfinden nicht, da die Hauptverantwortlichen ohne Konsequenzen geblieben seien. Baran betonte, die Strafe könne den Verlust nicht ungeschehen machen, sehe jedoch in der gerichtlichen Feststellung einer „historischen Zerstörung“ einen wichtigen Schritt. Die Nachricht von der Zerstörung des historischen Friedhofs aus osmanischer Zeit sorgte bei Mitgliedern der türkischen Minderheit damals für heftige Proteste. Der griechische Historiker Georgios Mpatzakidis, der sich für den Schutz von historischen Denkmälern aus osmanischer Zeit einsetzt, erklärte nach der Zerstörung des Friedhofs 2022: „Das hier ist ein alter Friedhof, ein türkischer Friedhof. Wir sehen hier, dass zahlreiche Fälle von Vandalismus vorliegen. Mit welcher Genehmigung das gemacht wurde, wissen wir nicht. Vor 6,7,8 Monaten waren schon einmal Baufahrzeuge hier, um Ausbesserungen vorzunehmen. Darüber hatten wir eine Mitteilung erhalten und daher gelang es uns die Zerstörung zu verhindern. Was wir heute hier sehen, ist die Fortsetzung von damals. Es ist eine bedrückende Sache. Das ist nicht mit den Werten einer zivilisierten Gesellschaft vereinbar. Diese Angelegenheit ist mit dem Wert des Respekts vor der Kultur nicht vereinbar. Gleichzeitig passt es nicht in die multikulturelle Stadt von İskeçe/Xanthi.“ Kemal Bölge
AUCH INTERESSANT

– Gaza-Krieg – Griechenland: Hafenarbeiter behindern Waffentransport nach Israel

Hafenarbeiter in Griechenland haben die Verschiffung eines für Israel bestimmten, mit Munition gefüllten Containers blockiert

Griechenland: Hafenarbeiter behindern Waffentransport nach Israel