🚨🇮🇷🇷🇺🇺🇸 BREAKING Iranian state media reports that Chechen units loyal to Ramzan Kadyrov are ready to deploy to Iran if a U.S. ground invasion begins.#Iran #Russia #USA pic.twitter.com/l47rsgVpkm
— Conflict Monitor (@ConflictM0nitor) April 1, 2026
Iran-Krieg
Tschetschenen-Kämpfer wollen Iran unterstützen
Gastkommentar
Heß: China möchte die europäische Wirtschaft ruinieren
Strategisches Dumping und globale Auswirkungen
Wenn ich mir das sonstige Handlungsprofil der VR China ansehe, liegt für mich daher die Vermutung nahe, dass der stalinistische Einheitsstaat mit diesen Aktionen die europäische Wirtschaft ruinieren möchte. Ich kann nur hoffen, dass Deutschland, die EU und andere Institutionen rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, um dieses Projekt zu durchkreuzen. Eines der trojanischen Geschenke von Temu war der Parfumflakon, der auf den Photos zu sehen ist. Der VR China nahestehende Kritiker meiner Positionierung für die Uiguren haben sich wiederholt über den Umstand lustig gemacht, dass ich noch nie in Xinjiang war. Nun bin ich weder ein deutscher Sinologieprofessor, der sich von den Sklavenhaltern einladen lässt, um hinterher deren Herrschaft mit „akademischen“ Weihen schönzuschreiben, noch schlage ich die Warnungen anderer, darunter Professoren aus den USA und der VR China, in den Wind, die vor den unwägbaren Gefahren solcher Reisen warnen, wenn man NICHT die offizielle Sichtweise der Kommunistischen Partei Chinas teilt.Einblicke frei Haus
Aber mit Verlaub: Ich muss ja gar nicht dorthin reisen, denn Temu liefert mir viele Informationen über die Lage dort frei Haus. Mit Sicherheit mehr, als Sinologiekoryphäen auf Potemkin-Reisen jemals sehen werden. Der Name des Parfums steht in großen Buchstaben auf Uigurisch vorne auf den Fläschchen, „Ätiri“. Das Wort kommt offensichtlich von dem uigurischen Wort für Parfum, ätir. Die Form ätiri selber habe ich in keinem Wörterbuch oder sonst wo belegt gefunden, theoretisch könnte sie „sein Duft“ oder „duftig“ bedeuten, aber sehr wahrscheinlich ist es ein einzigartiger Markenname. Das Wort „Ätiri“, abgesehen von vielleicht ein paar ornamentalen Schnörkeln, ist aber auch schon das Einzige, was an dem Parfumbehältnis uigurisch ist. Der gesamte erklärende Text auf der Rückseite ist chinesisch, ebenso wie ein Parallelname des Parfums auf der Vorderseite, der so viel wie „Goldenes Duftwasser“ bedeutet. Interessanterweise gibt es inmitten des Kleingedruckten auf der Rückseite aber auch einen Schriftzug in arabischer Sprache, in dem was ich für den arabischen Eigenname des Parfums halte, Yakin, zusammen mit dem arabischen Wort für „Parfum“ steht. Das Parfum ist also offensichtlich auch für den Vertrieb in der arabischen Welt bestimmt.Kulturelle Folklore als Marketinginstrument
Ich fasse zusammen: Obwohl das Produkt mit einer Bezeichnung aus der uigurischen Sprache für sich wirbt, ist diese Sprache ansonsten vollkommen unsichtbar. Das Uigurische ist nur noch eine Art exotisches Label, eine Art folkloristischer Rest, ähnlich dem Namen einer Disneylandfigur, die irgendwie an irgendetwas erinnert, was es in der Wirklichkeit irgendwann einmal gegeben haben mag, was aber komplett egal geworden ist. Die überwiegend muslimische Prägung der Uiguren wird instrumentalisiert, um sie als exotischen Faktor bei den gleichfalls überwiegend mehrheitlichen Arabern zu vermarkten. Für einen Araber sieht die uigurische Schreibweise Ätiri tatsächlich lustig, vielleicht sogar lächerlich aus (mir ist in Erinnerung, wie sich ein Araber mir gegenüber einmal vor Lachen ausschüttete, als er das türkische, aber aus dem Arabischen stammende, Wort hürriyet hörte, allein die Existenz eines „ü“ in einem arabischen Wort klang für ihn amüsant). Denn die Schreibweise „Ätiri“ verwendet Elemente derselben Schrift, die auch die Araber verwenden, aber in einer für Araber ungewohnten Weise. Der Effekt läuft ungefähr auf das hinaus, was man als Deutscher empfindet, wenn man Russischsprechende die Wörter parikmacherskaja, absac oder šlagbaum sagen hört.Die Anatomie des zynischen Imperialismus
Dieses winzige Fläschchen – das Parum ist übrigens exzellent für seinen Preis – lehrt also in nuce, wie man zynischen Imperialismus richtig macht. Nämlich durch die Beachtung folgender Regeln:- Versklave diejenigen, die sich nicht freiwillig deiner gottgegebenen Herrschaft unterwerfen;
- Verwende ihre Arbeitskraft, um dein Reich wirtschaftlich wachsen zu lassen;
- Nutze die disneylandartigen, folkloristischen kümmerlichen Reste, die du von ihrer Kultur (aus welchen Gründen auch immer) übriggelassen hast, um einen Effekt des Exotismus zu kreieren, den du dann zum Vertrieb der Kolonialwaren verwendest, die dein Sklavenhaltersystem ja in rauen Mengen produzieren kann;
- Nutze die Produktflut, die du durch Eroberung, Besetzung, Unterdrückung und Versklavung der Bevölkerung in deinem Machtbereich erzeugst, um die Wirtschaften der Länder zu schwächen, die deine Konkurrenten sind;
- Setze darauf, dass die Öffentlichkeit in den westlichen Ländern wie immer dumm genug bleibt, um all dem tatenlos zuzusehen.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.
ZUM AUTOR

Baren-Aufstand
Berlin: Uiguren-Demo vor chinesischer Botschaft
Baren-Aufstand
Der Aufstand von Baren im April 1990 markiert einen der blutigsten Wendepunkte in der jüngeren Geschichte Ostturkestans. Was als friedlicher Protest gegen die erzwungene Geburtenkontrolle und die systematische Ansiedlung von Han-Chinesen begann, endete in einer brutalen militärischen Niederschlagung durch die chinesische Volksbefreiungsarmee. Für die uigurische Diaspora symbolisiert dieses Datum bis heute den ungebrochenen Widerstand gegen die Herrschaft der Kommunistischen Partei Chinas (KPC), während Peking das Ereignis als Akt des Terrorismus instrumentalisiert, um seine harte Linie in der Region zu rechtfertigen.Turksprachige Uiguren
Die Uiguren, eine turksprachige und überwiegend muslimische Minderheit, sehen sich laut UN-Berichten einem beispiellosen Unterdrückungssystem ausgesetzt. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu eine Million Menschen in sogenannten „politischen Umerziehungslagern“ inhaftiert sind. Ehemalige Häftlinge berichten von systematischer Folter, politischer Indoktrination und katastrophalen hygienischen Bedingungen. Über die Lager hinaus hat China in Xinjiang das weltweit umfassendste elektronische Überwachungssystem errichtet. Mittels Gesichtserkennung, DNA-Datenbanken und engmaschiger Polizeipräsenz wird nahezu jede Bewegung der Bevölkerung kontrolliert. Religiöse Praktiken wie das Tragen von Bärten oder Kopftüchern sind streng untersagt und werden als Anzeichen für „Extremismus“ gewertet.Anwar: Furcht vor China
Trotz dieser dokumentierten Menschenrechtsverletzungen bleibt eine geschlossene Reaktion der islamischen Welt aus. Der heutige malaysische Premierminister Anwar Ibrahim lieferte hierfür bereits 2018 eine prägnante Analyse: Viele muslimische Regierungen „fürchten sich vor China“. Diese Furcht ist tief in wirtschaftlichen Abhängigkeiten verwurzelt. China fungiert für zahlreiche Staaten im Nahen Osten und Südostasien als wichtigster Handelspartner und Investor. Im Rahmen der „Neuen Seidenstraße“ fließen Milliarden in Infrastrukturprojekte, was Kritik an der Behandlung der Uiguren politisch kostspielig macht. Malaysia selbst warnte in der Vergangenheit vor einer „neuen Version des Kolonialismus“, sah sich jedoch gezwungen, zwischen moralischer Verpflichtung und wirtschaftlicher Realität zu lavieren.📣JOIN US for a protest on 🗓️ April 5 📍 In front of the Chinese Embassy in Berlin 🇩🇪 🕒 12:00–14:00 Commemorating the 36th anniversary of the Baren Uprising and calling for justice for the Uyghur people. pic.twitter.com/00DvPTOHl7
— World Uyghur Congress (@UyghurCongress) April 2, 2026
ZUM THEMA
– Menschenrechtsverletzungen in China – Malaysischer Politiker Anwar Ibrahim: Muslimische Regierungen fürchten China
Anwars Äußerungen gehören zu den bisher schärfsten eines führenden Politikers in der islamischen Welt, der die Misshandlungen der muslimischen Minderheiten in China verurteilt.
Malaysischer Politiker Anwar Ibrahim: Muslimische Regierungen fürchten China
Iran-Krieg
Iran meldet Angriffe auf Siemens- und AT&T-Zentren
AT&T Forschungszentrum in Haifa
Parallel dazu soll laut Armeeangaben ein Forschungszentrum von AT&T in Haifa getroffen worden sein. Der Standort agiere angeblich als technologisches Rückgrat für Cloud-Computing-Anwendungen des israelischen Militärs. Während die Drohungen gegen die 18 US-Konzerne aufgrund der offiziellen Verlautbarungen als verifiziert gelten, bleibt der Erfolg der nun gemeldeten Drohnenangriffe unklar. Die Führung in Teheran betonte jedoch, man werde nicht zögern, weitere „Aggressoren“ zu bestrafen.ZUM THEMA
– Iran-Krieg – Iran droht US-Konzernen mit Vergeltungsmaßnahmen
Das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) hat eine weitreichende Drohung gegen die globale Technologiebranche ausgesprochen.
Iran droht US-Konzernen mit Vergeltungsmaßnahmen
Iran-Krieg
Iran droht US-Konzernen mit Vergeltungsmaßnahmen
Teheran – Das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) hat eine weitreichende Drohung gegen die globale Technologiebranche ausgesprochen.
In der offiziellen Erklärung , die über den Telegram-Kanal der staatlichen iribnews verbreitet wurde, definiert die Eliteeinheit führende US-amerikanische und internationale Unternehmen als militärische Ziele. Grund für diese Eskalation ist der Vorwurf, dass diese Konzerne durch Informationstechnologie (IKT) und Künstliche Intelligenz (KI) aktiv an der Planung und Durchführung von Attentaten gegen iranische Staatsbürger beteiligt seien.
Die Revolutionsgarden betonen in ihrem Schreiben, dass wiederholte Warnungen bezüglich der Unterstützung „terroristischer Operationen“ von den „aggressiven amerikanischen Machthabern“ und den mit ihnen verbundenen „Spionageunternehmen“ ignoriert worden seien.
Laut der Erklärung seien zuletzt erneut iranische Bürger durch Angriffe, die unter Beteiligung israelischer Verbündeter stattfanden, zu „Märtyrern“ geworden. Das IRGC sieht in der Bereitstellung von Daten und Zielerfassungssystemen durch die Tech-Branche eine direkte Kriegsbeteiligung.
Die Warnung ist mit einer konkreten Handlungsaufforderung verbunden: Mitarbeiter der genannten Institutionen sollen ihre Arbeitsplätze unverzüglich verlassen, um ihr Leben zu retten. Zudem richtet sich das Korps an die Zivilbevölkerung in der gesamten Region.
Anwohner, die sich im Umkreis von einem Kilometer zu Niederlassungen dieser Unternehmen befinden, werden aufgefordert, diese Gebiete zu evakuieren und sich an sichere Orte zu begeben. Als Stichtag für den Beginn möglicher Vergeltungsmaßnahmen wurde Mittwoch, der 1. April, um 20:00 Uhr Teheraner Zeit festgesetzt.
Die Liste der betroffenen Unternehmen umfasst 18 Schwergewichte der Weltwirtschaft:
1.Cisco, 2. HP, 3. Intel, 4. Oracle, 5. Microsoft, 6. Apple, 7. Google, 8. Meta, 9. IBM, 10. DELL, 11. Palantir (in der Quelle als Plantier gelistet), 12. Nvidia, 13. J.P. Morgan, 14. Tesla, 15. GE, 16. Spire Solution, 17. G42 und 18. Boeing.
Abschließend stellt das IRGC klar, dass jedes weitere Attentat mit der Zerstörung der jeweiligen Niederlassungen dieser Firmen vergolten werde. Die Erklärung schließt mit religiösen Formeln, die den Anspruch auf einen „Sieg durch Allah“ unterstreichen.

AUCH INTERESSANT
– Iran-Krieg – Mossad-Versprechen: Netanjahu frustriert über ausbleibenden Aufstand im Iran
Laut New York Times ist Benjamin Netanjahu frustriert über den ausbleibenden Aufstand im Iran. Mossad-Einschätzungen zur Destabilisierung Teherans stehen in der Kritik.
Mossad-Versprechen: Netanjahu frustriert über ausbleibenden Aufstand im Iran
Ausland
Türkei : Hobbygarten auf landwirtschaftlichen Flächen – Strafen 2026
Strafen bei „Hobbygärten“ in der Türkei
Viele Menschen kaufen sogenannte „Hobbygarten“-Grundstücke. Diese liegen aber oft auf landwirtschaftlich ausgewiesenem Land. Das bedeutet: Diese Flächen sind eigentlich nur für Landwirtschaft erlaubt – nicht zum Wohnen oder Bebauen. Grundsätzlich gilt schon immer: Wenn in der Tapu die Bezeichnung „Zeytinlik“ steht oder „Bahce“ , dar es nie bebaut werden, egal welches Material, es muss leer bleiben und muss landwirtschaftlich genutzt werden. Bauen ist nur mit offizieller Genehmigung erlaubt (auch auf Acker – in der Tapu als „Tarla“ ausgewiesen)Warum es problematisch ist, auf extra ausgewiesene landwirtschaftliche Flächen Hobbygärten mit Hütten, Containern oder Tiny Häusern zu bebauen
In der Praxis passiert oft Folgendes:- Grundstücke werden in kleine Parzellen aufgeteilt
- Es werden kleine Häuser, Container oder Hütten gebaut
- Menschen nutzen diese als Wochenendhaus oder sogar zum Wohnen
- keine Baugenehmigung vorliegt
- die Nutzung nicht dem Zweck der Fläche entspricht
Darf man dort überhaupt etwas bauen?
Grundsätzlich:- Auf landwirtschaftlichen Flächen wird diese Genehmigung von Behörden fast nie erteilt.
- sehr kleine Gebäude, die direkt der Landwirtschaft dienen
Welche Strafen drohen?
Wenn ihr so ein Grundstück habt oder dort gebaut wurde, können folgende Konsequenzen kommen: 1. Geldstrafen Es werden hohe Bußgelder verhängt Die Höhe kann je nach Fall stark variieren 2. Abriss Die Behörden können anordnen: Das Gebäude wird komplett abgerissen 3. Strafverfahren In manchen Fällen kann es auch strafrechtliche Folgen gebenWasser, Strom & Infrastruktur
Ein großes Problem ist auch die Versorgung. Oft gibt es keine offiziellen Strom- oder Wasseranschlüsse.- Illegale Anschlüsse können entdeckt werden und zu zusätzlichen Strafen führen
- Behörden können Anschlüsse sperren oder entfernen
- „Bau-Amnestie“ hilft meistens nicht
Was tun, wenn man betroffen ist?
Wenn bereits eine Strafe oder Abrissentscheidung da ist. Gegen eine Geldstrafe:- Einspruch innerhalb von 15 Tagen
- Klage innerhalb von 60 Tagen
Deshalb sollte man vor dem Kauf genau prüfen:
- Ist das Land als Bauland zugelassen?
- Nicht einfach bauen und sich im Zweifel rechtlich beraten lassen
- ist Bebauung meist illegal
- drohen Geldstrafen
- Abriss ist möglich
- Versorgung (Strom/Wasser) kann problematisch sein
ZUR AUTORIN
Die Autorin Marina Bütün lebt seit Anfang der 2000er Jahre an der türkischen Westküste gegenüber der griechischen Insel Rhodos. Seit 2020 veröffentlichte sie viele Bücher mit Türkeibezug , u.a. Ratgeber Auswandern Türkei oder den wahren Familienroman „Die Braut aus dem Osmanischen Reich“
AUCH INTERESSANT
– Türkei-Auswanderer – Steuerpflichten: Datenaustausch mit der Türkei
Immer mehr Deutsche ziehen in die Türkei – doch was lange als steuerlich überschaubar galt, wird zunehmend komplex. Der internationale Datenaustausch nimmt Fahrt auf.
Steuerpflichten: Datenaustausch mit der Türkei
MEINUNGSFREIHEIT
EU-Sanktionen gegen Israel-Kritiker Hüsegin Dogru ausgeweitet
Jedes Mal, wenn mein Fall in den Medien Beachtung findet, verhängen die deutschen Behörden noch repressivere Maßnahmen – nicht nur gegen mich, sondern auch gegen meine Familie. Sie bringen das Leben meiner Kinder wissentlich in Gefahr. Ich bitte die internationale Gemeinschaft um Unterstützung – nicht für mich, sondern für meine Kinder. Es geht jetzt um ihr Leben.
Der „Testfall“: Palästina-Solidarität
Hüseyin Doğru begreift sein Verfahren als einen präzedenzlosen „Testfall“ für die europäische Justiz. Er argumentiert, dass die EU das Instrumentarium der Russland-Sanktionen zweckentfremde, um unliebsame, pro-palästinensische Stimmen innerhalb Europas mundtot zu machen. Laut Doğru beträfen die im EU-Dossier gegen ihn vorgelegten „Beweise“ fast ausschließlich seine journalistische Arbeit zu Palästina und seine scharfe Kritik an der israelischen Kriegsführung sowie der deutschen Unterstützung für diese. Belastbare Belege für tatsächliche, steuernde Verbindungen zu russischen Staatsstellen fehlten in den Dokumenten hingegen weitgehend. Die Plattform red. media, die Doğru betrieb, hatte sich in den vergangenen Monaten intensiv auf die humanitäre Lage in Gaza konzentriert und das Vorgehen Israels wiederholt als völkerrechtswidrig und genozidal eingestuft. Doğru wirft den Behörden vor, eine gezielte Kriminalisierung seiner Arbeit zu betreiben, da er die offizielle deutsche Staatsräson zum Nahostkonflikt öffentlich infrage stellt.Wirtschaftlicher Zugriff auf die Familie
Die Ausweitung der Sanktionen auf die Ehefrau stellt eine neue Qualität der Verfolgung dar. Die ZfS begründet die Sicherstellung der Konten bei der Commerzbank damit, dass die Gelder der Frau faktisch unter der Kontrolle des sanktionierten Journalisten stünden. Als Indizien für diese „wirtschaftliche Verflechtung“ führt die Behörde unter anderem eine gemeinsame Kfz-Versicherung sowie Überweisungen an, die kurz nach Doğrus Listung getätigt wurden. Doğru schildert die Lage als existenzbedrohend. Er gab gegenüber Medien an, dass seine Familie derzeit über lediglich 104 Euro für zwei Erwachsene und drei Kinder – darunter zwei Säuglinge – verfüge. Durch die Einstufung als sanktionierte Person wird zudem jede Form der Unterstützung, selbst humanitäre Hilfe wie Lebensmittel oder Windeln durch Nachbarn, rechtlich als potenzielle Sanktionsumgehung gewertet. Sein Anwalt, Alexander Gorski, bezeichnete dies als eine Form der Repression, die der Menschenwürde widerspreche und die Gesundheit der Kinder bewusst gefährde.Gerichtliche Bestätigung der harten Linie
Ein Eilantrag Doğrus vor dem Amtsgericht Frankfurt am Main blieb erfolglos. Er hatte versucht, Freigaben für vertragliche Verpflichtungen auf seinem eigenen, eingeschränkten Konto bei der Comdirect zu erwirken. Das Gericht entschied jedoch, dass die monatlich gewährten 506 Euro zur Deckung der Grundbedürfnisse ausreichen müssten. Weitere Zahlungen an Dienstleister wurden nicht genehmigt, da Doğru deren Notwendigkeit zur Sicherung des Existenzminimums nicht ausreichend glaubhaft gemacht habe. Das Gericht betonte hierbei die strikte Bindung der Banken an das EU-Sanktionsrecht.Sevim Dagdelen: „Sippenhaftung“
Die BSW-Politikerin Sevim Dagdelen kritisierte das Vorgehen scharf und sprach von „Sippenhaftung“. Sie warf der Bundesregierung vor, durch die ZfS eine humanitäre Katastrophe in der Familie Doğru herbeizuführen. Ein Rechtsgutachten der ehemaligen EuGH-Richterin Ninon Colneric und der Völkerrechtlerin Alina Miron stützt diese Kritik. Die Expertinnen warnen vor einem „zivilrechtlichen Tod“ der Betroffenen, da Sanktionen ohne vorheriges rechtliches Gehör und ohne unmittelbare gerichtliche Kontrolle verhängt würden.Die Vorwürfe der Russland-Propaganda
Doğru ünterstütze mit seiner Arbeit „destabilisierende Aktivitäten Russlands“, so der Vorwurf der EU. Ihm wird vorgeworfen, durch die Verbreitung von Narrativen, die ethnische und politische Zwietracht schüren, russische Interessen in Europa zu fördern. Doğru weist diesen Vorwurf entschieden zurück. Er betont, dass er seine Arbeit für das von Russland finanzierte Format Redfish unmittelbar nach Beginn der Invasion in der Ukraine beendet habe, da er diesen Angriff stets als völkerrechtswidrig kritisiert habe. Er sieht in dem Verweis auf Russland lediglich einen juristischen Hebel, um seine unliebsame Berichterstattung über den Nahen Osten zu sanktionieren.„The Israeli media targets journalists in the Gaza Strip and also targets their supporters in the west.“ Journalists in Gaza show their solidarity and condemn the EU sanctions imposed on https://t.co/VDDoZLhACz founder Hüseyin Dogru @hussedogru @hussedog pic.twitter.com/i08suoGqmu
— 🔻agitprop + absurdity🔻 (@agtprpnabsrdty) June 10, 2025
Türkei-Auswanderer
Steuerpflichten: Datenaustausch mit der Türkei
Neuer Fokus: Internationaler Datenaustausch
Bütün erklärt – lange habe dieses System als stabil gegolten. Doch mit der Digitalisierung der Steuerbehörden verschiebe sich der Fokus zunehmend in Richtung Transparenz. Ein zentrales Instrument sei der automatische Informationsaustausch nach dem Common Reporting Standard (CRS). Banken und Finanzinstitute seien verpflichtet, Kontodaten und Kapitalerträge an Steuerbehörden zu melden. Die Türkei beteilige sich aktiv an diesem System und habe den Datenaustausch mit Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet. Das bedeute bisher konkret: Kontostände, Zinserträge und Kapitalbewegungen würden automatisch übermittelt, sofern eine steuerliche Ansässigkeit in Deutschland bestehe. Deutsche Finanzbehörden erhielten dadurch Einblick in ausländische Konten. Es gäbe keinen „blinden Fleck“ mehr, berichtet Bütün. Für Auswanderer habe dies spürbare Konsequenzen. Konten in der Türkei seien längst kein unbeobachteter Bereich mehr. Wer in Deutschland gemeldet sei oder dort steuerlich geführt werde, müsse davon ausgehen, dass Finanzämter Zugriff auf entsprechende Daten hätten. Fehlende oder falsche Angaben könnten daher Nachfragen oder sogar Steuerprüfungen nach sich ziehen. Gleichzeitig gebe es klare Grenzen: Der automatische Austausch betreffe ausschließlich Finanzkonten und Kapitalerträge. Immobilien, Fahrzeuge oder Rentenzahlungen seien bislang nicht Teil dieses Systems.Insolvenz und Vermögen im Ausland
Ein oft missverstandener Punkt betreffe Insolvenzen. Werde in Deutschland ein Verfahren eröffnet, erfolge keine automatische Meldung an türkische Behörden. Auch gebe es keinen direkten Datenaustausch über Vermögenswerte wie Immobilien. Dennoch gelte, sagt die Buchautorin, wer glaube, Vermögen im Ausland dauerhaft „verbergen“ zu können, gehe ein Risiko ein.Nächster Schritt: Immobilien im Fokus
Genau hier zeichne sich nach Bütüns Recherchen ein grundlegender Wandel ab. Internationale Initiativen zielten darauf ab, den Datenaustausch deutlich auszuweiten. Im Zentrum stehe ein neues Abkommen: das IPI MCAA (Informationsaustausch über Immobilien). Künftig könnten auch Daten zu Immobilienbesitz und daraus erzielten Einkünften automatisch zwischen Staaten übermittelt werden. Deutschland unterstütze diese Initiative ausdrücklich. Ziel sei mehr Transparenz und die Bekämpfung von Steuervermeidung. Für Auswanderer bedeute das: Immobilien in der Türkei könnten perspektivisch ebenfalls für deutsche Behörden sichtbar werden.Auch Kryptowährungen im Visier
Parallel arbeite die OECD daran, den Datenaustausch auf weitere Vermögensklassen auszudehnen – insbesondere auf Kryptowährungen. Diese Entwicklungen seien Teil einer globalen Strategie, um grenzüberschreitende Vermögensbewegungen besser nachvollziehen zu können.Transparenz wird zum neuen Standard
Bütün weist darauf hin, für deutsche Auswanderer in der Türkei ergebe sich damit ein klarer Trend – die Zeiten begrenzter Einblicke gingen zu Ende. Zwar bleibe die steuerliche Grundstruktur vorerst bestehen – Rente in Deutschland, Immobilien in der Türkei. Doch gleichzeitig wachse die internationale Vernetzung der Behörden rasant. Bütün:„Wer dauerhaft in der Türkei lebt, aber Verbindungen nach Deutschland hat, sollte diese Entwicklung genau beobachten. Denn auch ohne neue Steuern steigt eines offenbar deutlich – die Transparenz über die eigene Vermögenslage“Gerade für Rentner und Pendler zwischen beiden Ländern werde dies zu einem entscheidenden Faktor. Gestaltungsspielräume blieben bestehen – bewegten sich jedoch zunehmend in einem Umfeld, das von digitalem Datenaustausch und internationaler Zusammenarbeit geprägt sei. Ratgeber Auswandern Türkei Die Vielzahl an Anfragen veranlasste Bütün, ihr Wissen in Büchern zu bündeln. Neben dem 2025 aktualisierten Ratgeber Auswandern Türkei veröffentlichte sie auch einen praxisnahen Leitfaden zum Immobilienerwerb oder Miete in der Türkei. Auf ihrer Social Media Seite über Auswandern setzt sie bewusst auf Aufklärung statt Fernweh: Im Mittelpunkt stehen Fakten und Erfahrungen – nicht Klischees von Sonne, Strand und Meer Ratgeber Auswandern Türkei – Link Immo Ratgeber Link
ZUR AUTORIN
Die Autorin Marina Bütün lebt seit Anfang der 2000er Jahre an der türkischen Westküste gegenüber der griechischen Insel Rhodos. Seit 2020 veröffentlichte sie viele Bücher mit Türkeibezug , u.a. Ratgeber Auswandern Türkei oder den wahren Familienroman „Die Braut aus dem Osmanischen Reich“
AUCH INTERESSANT
– Aufenthaltserlaubnis Türkei – Türkei-Aufenthalt 2026: Mindesteinkommen für das Ikamet
Aktuelle Anforderungen für das türkische Ikamet 2026: So viel Einkommen müssen Antragsteller pro Person für die Aufenthaltserlaubnis nachweisen.
Türkei-Aufenthalt 2026: Mindesteinkommen für das Ikamet
Gastkommentar
Henry Okorafor: „Deutschland rüstet auf, als wäre es 1985“
Ein Gastkommentar von Henry Okorafor
Fünf Wochen Krieg – keine Bodentruppen: Was der Iran-Israel-USA Konflikt über die Zukunft der Kriegsführung verrät.
Deutschland riskiert, Milliarden in eine Armee des 20. Jahrhunderts zu investieren, obwohl die Kriegsführung längst im 21. Jahrhundert angekommen ist. Während andere Staaten auf Drohnen, KI und automatisierte Systeme setzen, hält Berlin an veralteten Strukturen fest – mit Folgen für die Effizienz der Bundeswehr und die sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit des Landes.
Ein Krieg, der alles verändert – und doch niemanden überrascht:
Seit fünf Wochen eskaliert der militärische Konflikt zwischen Iran, Israel und den USA. Raketenangriffe, Drohnenschwärme, Cyberattacken und KI gestützte Abwehrsysteme bestimmen das Bild – und dennoch kommt der gesamte Konflikt ohne Bodentruppen, Panzerkolonnen und Infanterie aus.
Dieser Krieg wird aus der Distanz geführt: präzise, automatisiert, unbemannt. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer strategischen Entwicklung, die seit Jahren sichtbar ist: Staaten vermeiden Bodentruppen, weil sie politisch riskant und militärisch verwundbar sind. Moderne Kriege werden so geführt, dass die eigene Bevölkerung möglichst wenig belastet wird – ein Trend, der sich in allen großen Militärmächten beobachten lässt.
Damit zeigt sich ein grundlegender Wandel: Die Kriegsführung der Zukunft findet längst statt. Und sie zwingt Deutschland zu einer Frage, die es bisher ausweicht: Warum Milliarden in Strukturen investieren, die moderne Kriege gar nicht mehr entscheiden? Die Bundeswehr wirkt in diesem Kontext wie ein Relikt aus einer Zeit, in der Masse, Präsenz und Personalstärke entscheidend waren. Heute aber entscheidet Technologie über Überlegenheit – nicht die Anzahl der Soldaten.
Der Krieg der Zukunft ist da – und er braucht kaum noch Soldaten
Der Iran-Israel-USA Konflikt macht drei Entwicklungen unübersehbar. Drohnen übernehmen Aufgaben, für die früher ganze Bataillone nötig waren. Sie operieren rund um die Uhr, sind billig, präzise und können in Schwärmen eingesetzt werden, die selbst modernste Abwehrsysteme überfordern. Raketen ersetzen Panzer, weil entscheidende Schläge heute aus hunderten Kilometern Entfernung erfolgen.
Kein Panzer, kein Schützenfahrzeug, kein gepanzertes System kann sich gegen moderne Präzisionswaffen behaupten. Und künstliche Intelligenz ersetzt klassische Kommandostrukturen, weil Algorithmen schneller reagieren als jeder Mensch. KI analysiert Daten, erkennt Muster, priorisiert Ziele und steuert Abwehrsysteme in Echtzeit.
Diese Realität ist nicht theoretisch – sie ist sichtbar, täglich, global. Sie verändert nicht nur die Art, wie Kriege geführt werden, sondern auch die Art, wie Staaten Macht projizieren. Wer die technologische Dominanz besitzt, bestimmt die Regeln. Wer sie nicht besitzt, wird abhängig – militärisch, politisch und wirtschaftlich.
Deutschland aber rüstet auf, als wäre 1985
Deutschland investiert Milliarden in Strukturen, die schon im Kalten Krieg als schwerfällig galten.
Die Bundeswehr kämpft seit Jahrzehnten mit ineffizienten Beschaffungswegen, veralteten Systemen und strukturellen Schwächen. Und statt dieser Probleme zu lösen, werden sie nun mit Geld übergossen – ohne strategische Neuausrichtung. In meinem ersten Artikel – „Kriegstüchtigkeit“ ohne nukleare Abschreckung: Deutschland rüstet auf – aber in die falsche Richtung? – heißt es treffend: „Die Bundesregierung investiert in Strukturen, die seit Jahrzehnten als ineffizient gelten.“ Genau das setzt sich fort.
Die strategische Fehlannahme: Dass Kriege noch mit Bodentruppen entschieden werden
Die jüngsten Konflikte – Ukraine, Bergkarabach, das Rote Meer und nun Iran–Israel – zeigen klar, dass Bodentruppen nur noch eine Nebenrolle spielen. Drohnen zerstören Panzer schneller, als sie produziert werden können. Cyberangriffe legen Infrastruktur lahm, ohne dass ein Soldat die Grenze überschreitet. KI gestützte Systeme treffen Ziele, bevor ein Mensch reagieren kann.
Raketenangriffe entscheiden politische Verhandlungen, nicht Infanterie. Die Vorstellung, dass große Truppenbewegungen noch kriegsentscheidend sein könnten, ist eine Illusion aus einer vergangenen Epoche.
Trotzdem hält Verteidigungsminister Boris Pistorius an der Idee fest, Deutschland „kriegstüchtig“ zu machen, indem er die Truppenstärke erhöht. Doch wie kriegstüchtig kann ein Land werden, wenn es Milliarden in Strukturen steckt, die moderne Kriege längst überholt haben? Oder wie ich in meinem ersten Artikel schrieb: „Die Milliarden fließen in Systeme, die im Ernstfall gegen eine Atommacht kaum eine Rolle spielen würden.“
Diese Aussage ist heute aktueller denn je.
500 Milliarden Euro – aber in die falsche Richtung?
Die Bundesregierung plant, 500 Milliarden Euro in die Modernisierung der Bundeswehr zu investieren. Doch die Realität moderner Kriege sieht anders aus als Pistorius’ Konzept. Bodentruppen werden kaum noch eingesetzt, Deutschland aber setzt auf massiven Ausbau.
Drohnen sind entscheidend, Deutschland bleibt jedoch unterentwickelt. Cyberabwehr ist zentral, aber chronisch unterfinanziert. KI-Systeme sind international Standard, in Deutschland jedoch kaum vorhanden. Raketenabwehr ist überlebenswichtig, Deutschland verfügt aber nur über Fragmente. Autonome Systeme dominieren moderne Konflikte, in Deutschland existieren sie bisher nur als Projekte.
Deutschland investiert also nicht zu wenig – sondern falsch. Und diese Fehlallokation wird sich in einer Krise bitter rächen.
Was Deutschland wirklich bräuchte
Wenn Pistorius Deutschland wirklich „kriegstüchtig“ machen will, braucht es eine strategische Neuausrichtung: eine europäische Raketenabwehr, moderne Drohnenprogramme, KI gestützte Lage- und Abwehrsysteme, autonome Fahrzeuge, starke Cyberkapazitäten und eine ernsthafte Debatte über europäische Abschreckung. Nicht mehr Soldaten, sondern mehr Technologie. Nicht mehr Personal, sondern mehr Präzision. Nicht mehr Kasernen, sondern mehr Rechenzentren.
Deutschland muss sich entscheiden: Will es eine Armee der Vergangenheit – oder eine Armee der Zukunft?
Der Krieg der Zukunft hat begonnen – Deutschland rüstet für den Krieg der Vergangenheit
Der Iran-Israel-USA Konflikt zeigt unmissverständlich: Die Zukunft der Kriegsführung ist unbemannt, digital und automatisiert. Deutschland aber investiert in Strukturen, die diese Realität ignorieren.
Wenn Sicherheit das Ziel ist, braucht es eine strategische Neuausrichtung – weg von Personalromantik, hin zu technologischer Souveränität. Pistorius’ Milliardenprogramm mag politisch gut klingen, aber ohne Zukunftsorientierung bleibt es ein teures Placebo.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.
ZUM AUTOR
Henry Okorafor, Politikwissenschaftler (M.A. Politikwissenschaft, Philosophie, Geschichte), Stadtrat a.D. Katholische Universität Eichstätt-Ingolstad

AUCH INTERESSANT
– Kommentar –
Wall Street Journal: Die Türkei muss eingedämmt werden
Ein Gastkommentar von Özgür Çelik über die Debatte im Wall Street Journal zur strategischen „Eindämmung“ der Türkei und deren neue Rolle im Nahen Osten.
Wall Street Journal: Die Türkei muss eingedämmt werden
Antisemitismus
Kommentar: „Ich bin ein Antisemit
Doch ich bin kein Judenhasser, sofern „Antisemit“ dies bedeuten soll. So wie meine muslimischen Vorfahren in der Geschichte keine Antisemiten waren – im Gegenteil: Sie agierten gegen den europäisch-christlichen Antisemitismus, retteten und beschützten Juden –, so bin auch ich gewiss kein Antisemit. Und ich lasse mich sicher nicht von „verstandes-, wissens- und anstandslosen Individuen“ diskreditieren, nur weil diese ihre eigene antisemitische oder rassistische Geisteskrankheit auf andere projizieren wollen. Ich bin aus Überzeugung und mit ganzem Herzen kein Antisemit, zumal viele der Propheten vor dem letzten Propheten Muhammad Nachkommen unseres „Vaters“ Abraham waren. Jakob, der Enkel Abrahams und Sohn Isaaks, wurde von Gott mit dem Namen Israel bedacht. Bis zu Jesus gab es viele israelitische bzw. jüdische Propheten. Gemäß meinem Glauben mache ich keinen Unterschied zwischen den Propheten und liebe sie mehr als mich selbst. Die muslimische Liebe und Hinwendung zu allen Propheten gehört zum Fundament des islamischen Glaubens: „Sprecht: ‚Wir glauben an Allah und an das, was uns herabgesandt wurde, und an das, was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und seinen Enkeln/Nachkommen herabgesandt wurde, und an das, was Moses und Jesus gegeben wurde, und an das, was allen Propheten von ihrem Herrn zuteilwurde. Wir machen keinen Unterschied zwischen ihnen, und wir sind Ihm/Gott ergeben.‘“ (Sure 2:136) Das ist kein Geschwafel im Sinne einer „Taqiyya“ (Verheimlichung), wie man sie bei den vom deutschen Staat und den Medien geliebten Gülenisten oder bei den zionistisch-messianistischen Evangelikalen findet. Letztere warten ihrer Ideologie gemäß nur darauf, dass der Messias kommt, das tausendjährige Reich ausruft und alle Juden „umtauft“, heucheln sich jedoch bis dahin als „Freunde Israels“ zurecht. „Der folgende [in der Endzeit stattfindende] Holocaust, in dem zwei Drittel der jüdischen Bevölkerung vernichtet werden, ist nach dem Direktor von Falwells Liberty Home Bible Institut soteriologisch zu interpretieren, er ist „Teil des göttlichen Heilsplanes“ für Israel, insofern dadurch „ein Rest … erkennen wird, daß Jesus der Messias war, und wenn Jesus dann wiederkommt, werden sie Ihn diesmal als ihren Messias annehmen.“ Die Falwells sind übrigens starke Unterstützer Donald Trumps.3 Doch zu Recht wird „In Israel selbst […] diese massive Hinwendung durchaus auch kritisch gesehen. Dass es sich um wahre Liebe handelt, wird vielfach bezweifelt“. Denn die große Mehrheit der Juden glaubt nicht, dass Jesus der Messias ist. Bis dahin unterstützen sich jedoch radikale „Christenisten“ und „Judenisten“ gegenseitig und sehen im Islam den Erzfeind, weshalb es sehr wichtig sei, „daß die christliche Kirche, eine klare geistliche – und das heißt auch politische und militärische – Entscheidung für Israel und gegen die islamische Welt trifft, denn: „Israels Feind ist der Islam. Die winzige Nation Israel ist in gewisser Hinsicht ausersehen, den Islam in seinem Vormarsch auf die Weltherrschaft aufzuhalten, aber es ist jetzt Zeit für die Kirche, sich wie nie zuvor geistlich in diese Schlacht einzumischen, damit sie nicht von den Mächten, die hinter dem Islam stehen, verschlungen wird. … Es gibt heute keine Nationen auf der Erde, die gefährlicher und tödlicher und begieriger sind, jede andere Nation auf der Erde zur zerreißen, als die islamischen Nationen“. Auf der anderen Seite, der jüdisch-zionistischen, tat Netanjahu schon vor Jahrzehnten alles dafür, dass der Islam stets mit Terror in Verbindung gebracht wird. Für dieses „Heuchelei-Bündnis“ missachten sie die Grundpfeiler ihrer eigenen Religion, wie etwa die Nächstenliebe (Jesus) oder das Gebot „Du sollst nicht töten“ (Moses). Es waren zudem vor allem extremistische „Christenisten“, die den Zionismus ins Leben riefen und die Juden sozusagen dazu „aufstachelten“: Als Herzl darüber debattierte, wo ein Zufluchtsort für die Juden zu finden sei …, sandte ihm Pfarrer William E. Blackstone eine Ausgabe des Alten Testaments, in dem überall die prophetischen Stellen markiert waren, die sich auf die Rückkehr der Juden in das Land Israel beziehen. Der Einfluß dieser christlichen Gestalten ist Beleg für eine unabweisbare Tatsache: Die Ursprünge der Zionistischen Bewegung sind viel älter als Herzl, sie sind in der Bibel festgelegt und in der tausendjährigen Hoffnung auf jüdische Rückkehr in das Land Israel, wie es die hebräischen Propheten versprochen haben. Und tatsächlich stellten sich Christen als die heraus, die mit der größten Gewissheit an diese prophetischen Verse glaubten und als die stärksten Fürsprecher der Rückführung der Juden nach Zion.“ Wenn wir bei den Nachkommen Abrahams sind, sei daran erinnert, dass Abraham mehrere Kinder hatte, darunter Isaak und Ismael. Isaak bzw. sein Sohn Jakob gilt als Vater der Israeliten/Juden, Ismael als Vater der Araber. Beide Völker sind semitisch, und Hass gegen beide Völker ist Antisemitismus! Das zionistische Argument, Gott habe das Heilige Land vor tausenden Jahren „den Nachkommen Abrahams versprochen“ (1. Mose 15,18), gilt somit auch für die Nachkommen Abrahams aus der Linie Ismaels (1. Mose 16: „Und Hagar gebar Abram einen Sohn, und Abram nannte den Sohn, den ihm Hagar gebar, Ismael“). Meine Kritik und die Kritik der Muslime richten sich gegen den politischen, ideologischen und messianistischen Zionismus (sowohl den jüdischen als auch den christlichen). Es gibt wenige Ausnahmen unter Muslimen, die offensichtlich die Kritik am Zionismus mit Kritik am Judentum verwechselt haben. Daher mahne ich immer wieder: Wenn der Kampf gegen den Zionismus dich zu einem Antisemiten macht, hat der Zionismus gewonnen und du verloren. Doch egal, wie oft diese historische und religiöse Tatsache betont wird: Es gibt in Deutschland Gruppierungen innerhalb der Parteienlandschaft, die versuchen, ihre eigene Rechtsradikalität und ihren Antisemitismus zu verbergen oder zu relativieren. Sie verpassen keine Chance, ohne Fakten, Wissen oder Anstand von einem „importierten Antisemitismus“ zu sprechen. Während die Bundestagsabgeordnete Klöckner vor einigen Jahren Lutz Bachmann – einen der Gründer der rechtsextremen Pegida-Bewegung, der wegen des verbotenen Hitlergrußes kritisiert wurde – verteidigte und erklärte, dies falle unter die Meinungsfreiheit, zeigt sie heute deutlich ihre Unterstützung für eine rechtsextremistische Regierung in Israel, die laut dem Internationalen Gerichtshof und Menschenrechtsorganisationen in Gaza einen Völkermord begeht. Ein ähnliches Beispiel ist der bayerische Wirtschaftsminister und Vorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, der mit der CSU in einer Koalition sitzt. Als 2023 bekannt wurde, dass Aiwanger als Schüler eine antisemitische Broschüre verteilt hatte, wies er die Schuld von sich, anstatt Verantwortung zu übernehmen. Er blieb im Amt. Ein Jahr später sagte er: „Bayern steht an der Seite Israels.“ Wer online nach „Politiker und Hitlergruß“ sucht, findet weitere Beispiele für Antisemitismus in der deutschen Politik, die oft folgenlos blieben. Statt sich ernsthaft mit rassistischen Strukturen in den eigenen Reihen auseinanderzusetzen, tat die Parteilandschaft Folgendes: Am 5. November 2024 nahm der Bundestag mit den Stimmen von SPD, CDU/CSU, Grünen und FDP den Antrag „Nie wieder ist jetzt: Jüdisches Leben in Deutschland schützen, bewahren und stärken“ an. Auch die bekanntermaßen rechtsextreme AfD stimmte dafür. Die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch lobte insbesondere den Beitrag der Grünen, da darin der Begriff „importierter Antisemitismus“ verwendet wurde. Damit sind insbesondere Migranten muslimischer Herkunft aus arabischen Ländern und Muslime im Allgemeinen gemeint. Während also die deutsche Politik und die Medien den „Ich bin der Geist, der stets verneint“ (Mephisto) spielen, wenn es um die eigene Schuld oder den eigenen Antisemitismus geht, und versuchen, sich der Welt gegenüber als „geläutert“ zu präsentieren, verpassen sie keine Gelegenheit – wie auch der jetzige Bundeskanzler, unter anderem mit Hilfe fragwürdiger und vermeintlicher „Experten muslimischen Glaubens“ –, Muslime und Menschen mit Migrationshintergrund pauschal als Quelle des Antisemitismus15 und neuerdings auch als Quelle der Gewalttätigkeit zu verunglimpfen, obwohl die Statistiken eine andere Sprache sprechen.16 Wenn es bedeutet, dass ich ein Antisemit gemäß der unseligen und für das Judentum insgesamt eigentlich destruktiven – und somit selbst antisemitischen – IHRA-Definition bin, dann bin ich ein Antisemit; zumal ich weiterhin den Zionismus sowie die rechtsextremistischen, rassistischen und messianistischen Zionisten in Israel und weltweit kritisieren werde. Wenn mir aber Antisemitismus vorgeworfen wird, weil ich ein Judenhasser sei, nur weil ich genau die eben genannte Kritik äußere, der möge sich die „Antisemitismus-Keule“17 – auf gut Deutsch gesagt – „sonst wohin stecken“.Ich bin mir sicher, dass viele aus Wut, Verzweiflung oder Unverständnis ebenso sagen würden: „Ich bin ein Antisemit“. Nicht, weil sie tatsächlich antisemitisch oder antijüdisch sind, sondern weil sie aufgrund ihrer berechtigten Israelkritik als Antisemiten beleidigt werden.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.
Zum Autor
AUCH INTERESSANT
– Israel-Kritik – Ana Kasparian: „Ihr werdet nicht gehasst, weil ihr jüdisch seid“
Die US-Journalistin Ana Kasparian sorgt derzeit für eine gewaltige Resonanz in den sozialen Medien. Mit einer pointierten Botschaft reagiert sie auf Vorwürfe gegen ihre Person
Ana Kasparian: „Ihr werdet nicht gehasst, weil ihr jüdisch seid“


