EU-Ausstieg
Barak Obama warnt Großbritannien vor einem EU-Ausstieg

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Washington (nex) – US-Präsident Barack Obama drängt Großbritannien zum Verbleib in der Europäischen Union. Das sei auch eine Frage des Vertrauens in die gemeinsame Arbeit der transatlantischen Union. In einem Interview mit der BBC sagte Obama, Washington wolle sicher gehen, dass London den wichtigen Einfluss beibehalte: „Die Europäische Union ist ein Eckpfeiler der Institutionen, die nach dem Zweiten Weltkrieg gebildet wurden und die internationale Gemeinschaft sicherer und wohlhabender gemacht haben“. Er lobte auch den britischen Premierminister David Cameron für seine Arbeit, da Großbritannien die Vorgaben der Nato erfüllt habe, mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für den Verteidigungshaushalt auszugeben.

Atommüll
„Spiegel“: Bayern verhandelte über Rücknahme von Atommüll

München (dts) – Anders als von der bayerischen Landesregierung dargestellt, haben Vertreter des Freistaats mehrmals mit dem Bund über die Rücknahme von Atommüll verhandelt. Wie aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums (BMUB) auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl (Grüne) hervorgeht, ist das bayerische Umweltministerium zwischen Oktober 2013 und Juni 2015 zu dem Thema kontaktiert worden. Im vergangenen März bestätigte es die „technische Machbarkeit“, wiederaufbereiteten und aus Deutschland stammenden Atommüll im AKW Isar bei Landshut einzulagern, schreibt der „Spiegel“ in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe. Mitte Juni hatte das BMUB die Regierungen von Schleswig-Holstein, Baden- Württemberg, Hessen und Bayern dann vorab informiert, 26 Castoren aus Wiederaufbereitungsanlagen auf die vier Bundesländer zu verteilen.  

Islamverband DITIB
Türkischer Islamverband DITIB bezichtigt „Focus“ der Lüge

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„Erdoğans Schattenkrieger“: DITIB wirft Focus „moralischen Tiefpunkt vor“
Köln (nex) – In einem Artikel über angebliche Spionagenetzwerke des türkischen Geheimdienstes in Deutschland wirft der „Focus“ dem Islamverband DITIB vor, nachrichtendienstliche Informationen an die türkische Regierung zu übermitteln. Der Verband wehrt sich nun in einem offenen Brief. In seiner Ausgabe 27/2015 veröffentlichte das Magazin „Focus“ unter dem Titel „Erdoğans Schattenkrieger“ eine Reportage über ein angebliches Agentennetz, das der Chef der Nationalen Geheimdienstorganisation der Türkei, Millî İstihbarat Teşkilatı (MİT), Hakan Fidan, unter türkischen Einwanderern in Deutschland gespannt haben soll. Hintergrund ist ein umstrittener Prozess gegen drei Deutschtürken in Karlsruhe, denen vorgeworfen wird, den MİT von Deutschland aus mit Informationen über Gruppen versorgt zu haben, die im Verdacht des Terrorismus gegen die Türkei stehen oder die als Risiko für deren nationale Sicherheit eingestuft werden.
Dabei hat das Magazin sogar die Moschee des größten Islamverbandes in Deutschland, der DITIB, in Köln-Ehrenfeld als „wichtigen Stützpunkt von Hakan Fidans Geheimdienst MİT“ bezeichnet. Die Vorbeter dort würden angeblich angewiesen, „Informationen über Erdogans Kritiker sowie Personenfotos über vermeintliche Landesverräter zu liefern“. Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) ist eine öffentlich-rechtliche Einrichtung, die der 1924 gegründeten staatlichen Religionsbehörde der Türkei zugeordnet ist. Die DITIB hat nun in einem offenen Brief die Darstellungen des Magazin entschieden zurückgewiesen und erklärt, die Behauptung, die DITIB-Moschee in Köln-Ehrenfeld gelte als „wichtiger Stützpunkt“ des türkischen Geheimdienstes MİT, sei „schlichtweg unwahr“ und reihe sich ein „in eine Vielzahl von falschen, tendenziösen Berichten, Behauptungen und Fehldeutungen über die mitgliedsstärkste islamische Gemeinschaft in Deutschland“. Der „Focus“-Bericht bediene „lächerliche Verschwörungstheorien, die immer da ansetzen, wo Vorurteile und Vorbehalte im Spiel sind, es keine Unschuldsvermutung gibt und es keiner Rechtsstaatlichkeit bedarf“, so die DITIB weiter. Dem DITIB-Verband eine verborgene Agenda illoyaler Machenschaften zu unterstellen, sei bezeichnend für die mehrheitliche Berichterstattung über den Islam in Deutschland und „Focus“ selbst markiere „mit diesem Bericht den stilistischen wie moralischen Tiefpunkt in der öffentlichen Debatte“. DITIB sieht in dieser Art der Berichterstattung einen Zusammenhang mit Bestrebungen, einen „deutschen Islam“ zu konstruieren, wie ihn politische Akteure und Medien in Deutschland als Gegensatz zum traditionellen, etablierten Islam der Einwanderermilieus etablieren zu wollen scheinen. Der Islamverband werde sich weiterhin für den individuellen und gesellschaftlichen Frieden einsetzen, heißt es in einer Erklärung, man wolle jedoch „verleumderische Unterstellungen und Polemik dieser Couleur nicht durch weitere Kommentare aufwerten“.

Ci-Nex Film Review
Die Größe zählt (nicht) – Ant-Man

Die Größe zählt (nicht) – Ant-Man

Review von Julius Zunker
Mit Ant-Man setzt Marvel endlich wieder die Hürden für einen der Helden des „Marvel Cinematic Universe“ tiefer an. Nicht die Welt in Gänze ist in Gefahr, sondern es steht zu verhindern, dass ein gefährliches Stück Technologie in die falschen Hände gerät. Der darum gesponnene Film hat zwar ein paar Längen, ist jedoch noch immer einer der „nur“ guten Marvelfilme. Viel davon verdankt er „Ant-Man“ Paul Rudd persönlich, aber auch der restliche Cast schafft es den Film auf ein mit Witz und Charme belegtes Niveau zu heben, ohne dabei in Albernheiten zu verfallen.
In vielen Belangen geht Marvel in „Ant-Man“ einen Schritt zurück. Weg von Göttern und Weltzerstörern, wieder hin zu menschlichen Kontrahenten ohne eigene Superkräfte. Eine „Gegnerabteilung“, die in der letzten Zeit in die TV-Abteilung „Agent Carter“, „Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.“ und vor kurzem Netflix „Daredevil“ abgeschoben schien. Dabei spielt „Ant-Man“ nur kurz nach den Ereignissen aus „Avengers 2“ und kurz vor dem im nächsten Jahr erscheinenden „Captain America 3: Civil War“. Elemente aus dem letzten Abenteuer der Avengers wurden bereits schon im letzten Viral für „Ant-Man“ eingewoben und finden auch im Film eine ähnlich subtile Verwendung. Sie werfen allerdings auch deutliche Schatten für kommende Ereignisse voraus. Nicht nur entfernen sich die Avengers weiter voneinander und vertrauen einander seit „Avengers: Age of Ultron“ nur noch bedingt über den Weg, auch Kräfte, die vielleicht hätten zu ihnen gehören können, stehen den Avengers misstrauisch gegenüber.
So findet Dr. Hank Pym (im Film der „originale“ Ant-Man, gespielt von Michael Douglas) deutliche Worte auf Scott Langs / Ant-Mans (Paul Rudd) Frage, warum denn nicht einfach die Avengers über die Gefahren der Erfindung seines ehemaligen Schülers Darren Cross (Corey Stoll) informiert werden. Die Gründe für Dr. Pyms Antwort finden sich bereits in den ersten Momenten des Films. In der Baustelle des späteren S.H.I.E.L.D. Hauptquartiers treffen 1989 Dr. Hank Pym (ein gruselig verjüngerter Michael Douglas), eine dezent gealterte Peggy Carter (Hayley Atwell), Howard Stark („Mad Men“ John Slattery) und S.H.I.E.L.D. Agent Mitchell „Mitch“ Carson (Martin Donovan) aufeinander und sofort bricht Streit um Pyms Superserum aus. Ein Streit, der genau die Ereignisse in Bewegung setzt, die „Ant-Man“ 26 Jahre später vorantreiben. Hauptcharakter Scott Lang aber hat eigentlich zunächst ganz andere Sorgen. Grade noch im Gefängnis nun ohne Bleibe muss der ehemalige Ingenieur bei seinem vormaligen Zellengenossen Luis (Michael Peña) einziehen. Scotts Plan ist es von nun an die Finger von kriminellen Unternehmungen zu lassen.
Auch wenn ihm das merklich schwer fällt, denn immer machen seine Worte deutlich, dass er im Innersten sehr stolz auf seine Brüche ist, obwohl sie ihn ins Gefängnis brachte und von seiner Familie entfremdeten. Den Kontakt zu seiner Tochter Cassie (eine unglaublich niedliche Abby Ryder Fortson) wiederherzustellen ist nun sein erklärtes Ziel. Doof nur, dass er nicht nur Job um Job verliert, sobald seine Vergangenheit zu Tage tritt, sondern dass Maggie (Judy Greer), die Mutter seiner Tochter, ausgerechnet mit dem toughen Cop Paxton (Bobby Cannavale) zusammen ist. Nach dem Geburtstag seiner Tochter lässt er sich dann auch auf einen Plan seines Mitbewohners Luis ein und beschließt mit Hilfe von Luiz Freunden Kurt (David Dastmalchian) und Dave (T.I.) in das Haus irgendeines alten Millionärs einzubrechen und dessen Tresor auszuräumen. In dem (extrem und merkwürdig) gut gesicherten Tresor finden sich jedoch keine Dinge von Wert, sondern nur ein komischer Anzug in Retrodesign und einige Flaschen. Scott nimmt frustriert den Anzug mit, testet diesen später daheim und findet sich plötzlich geschrumpft in der Badewanne wieder.
Zu allem Überfluss redet auch noch durch das Intercom seines Helms ein alter Mann mit ihm.Die Geschichte um Dr. Pym, seine Tochter Hope van Dyne (eine zunächst schrecklich ernste Evangeline Lilly), den ehemaligen Ersatzsohn Darren Cross und die Hintergründe um den Ur-Ant-Man werden schön in die Handlung um Scott eingewoben. Auch die in der Gegenwart liegenden Ereignisse sind liebevoll in Szene gesetzt und haben, verglichen mit anderen Marvel Filmen, sehr viel Wärme ohne dabei albern zu wirken. Diese geht insbesondere von Hauptdarsteller Paul Rudd aus. Aber den muss man ja auch einfach mögen. Überzeugend kommt auch besonders die Performance von Michael Douglas als Hank Pym an. Auch wenn die Arbeit, die die Maske geleistet hat um ihn für die erste Szene zu verjüngen, irgendwie gruslig ist. Wenn er kurz darauf mit gewohntem Alter und Bart wieder auftritt wirkt das deutlich beruhigender. Ebenfalls nachvollziehbar spielt Corey Stoll seine Rolle als Damian Cross / Yellowjacket. Auch hier findet sich endlich wieder ein Gegner, der eben nicht von Grund auf böse ist, sondern schlussendlich durch seine Forschung und durch Dr. Pyms Ablehnung finstere Seiten entwickelte.
Die Spezialeffekte in „Ant-Man“ sind gewohnt gut, liegen allerdings besonders bei den Ameisen, die Ant-Man zu Diensten sind, eher auf der Comic-Seite und erscheinen im Vergleich zu bisherigen Marvel Filmen deutlich weniger realistisch (sofern man derlei über Filme um Götter und Männer in fliegenden Anzügen sagen darf). So richtig aufdrehen darf das Special-Effects-Team aber erst im großen Finalen zwischen Dr. Pyms alter Firma und Cassies Kinderzimmer. Hierbei fliegen nicht nur die Fetzen (und Spielzeuge), es gibt auch genug zu lachen (dank der ständigen Größenwechsel zwischen Ant-Man und Yellowjacket) und es geht sogar hinab ins subatomare (auch wenn Dr. Pym genau davor warnt). Alles in allem ist „Ant-Man“ ein guter Marvel Film, der nicht enttäuscht. Er überrascht aber auch nicht. Regisseur Peyton Reed leistet solide Arbeit, aber immer wieder treten Momente zu Tage, die vermuten lassen, wie viel besser der Film mit Edgar Wright (Shaun of the Dead, Hot Fuzz, The World’s End) sowohl als Drehbuchautor und Regisseur hätte werden können. Vielleicht wirkt auch deswegen das Ende von „Ant-Man“ etwas abrupt und man kommt nicht umhin zu vermuten, dass der Film wichtiges für kommende Ereignisse im MCU uns Zuschauern vorenthält. Ach und nicht vergessen: Bis zum Ende des Abspanns sitzenbleiben.
Julius Zunker

Bundesliga
Rummenigge: Bundesligisten sollten TV-Rechte selbst aushandeln können

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München (dts) – Karl-Heinz Rummenigge, FC-Bayern-Vorstandschef, hat sich für neue Regeln bei der Vergabe der Bundesliga-TV-Rechte ausgesprochen. „Würden wir unsere TV-Rechte selbst vermarkten, könnten wir mit 200 Millionen Euro glatt das Vierfache unserer heutigen Erlöse erzielen“, sagte Rummenigge dem „manager magazin“. Bislang werden die Bundesliga-Übertragungsrechte in Deutschland zentral vom Ligaverband DFL vermarktet. Nun schlägt Rummenigge vor, dass alle Bundesligavereine ihre TV-Einnahmen künftig eigenständig aushandeln sollten. Damit kleinere Klubs auch weiterhin nicht zu kurz kommen, solle ein Solidartopf eingerichtet werden, in den die Großen zum Beispiel 50 Prozent ihrer Fernseherlöse einzahlen. „Mit diesem Modell könnte sich die Bundesliga besser stellen – inklusive der kleineren Vereine“, so Rummenigge. „Wenn die zentrale Vermarktung nicht die erhofften Einnahmen und Zuwächse erbringt, sollte man es mit einem neuen Vergabeprinzip versuchen.“ Bayern München hofft nun auf Unterstützung durch das Bundeskartellamt. Die Kartellwächter könnten prüfen, ob eine dezentrale Vermarktung vorstellbar wäre. Rummenigge stört auch, dass der Pay-TV-Anbieter Sky einen Großteil der Bundesligarechte hält. Künftig, so Rummenigge, sollten die TV-Rechte stärker auf mehrere Anbieter verteilt werden: “Das Monopol von Sky führt offensichtlich dazu, dass sich die Preise in Deutschland nicht nachhaltig bewegen.“ In England hingegen buhlen mit British Telecom und BSkyB gleich zwei große Wettbewerber um die Rechte und treiben so die Preise hoch. Ab 2016 erhalten die Klubs der englischen Premier League pro Saison 2,3 Milliarden Euro. Die Bundesliga hofft auf eine Milliarde Euro – ab 2017, berichtet das Magazin.  

Türkei
Grünen-Chef Özdemir: Überfällige Wende in der türkischen Politik

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Berlin (dts) – Der Parteivorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, hat das Einlenken der türkischen Regierung im Konflikt mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) begrüßt. Er hätte allerdings auf eine frühere Wende gehofft, sagte Özdemir am Freitag im rbb-Inforadio: „Es kommt reichlich spät. Die Türkei hat lange Zeit auf die Strategie gesetzt, der Feind meines Feindes ist mein Freund. Alles was hilft, den syrischen Diktator Assad zu beseitigen, ist gut und hat im schlimmsten Fall die Augen zugemacht gegenüber dem Islamischen Staat.“ Meldungen, wonach die Türkei dem NATO-Partner USA erlaubt, einen Luftwaffenstützpunkt im Kampf gegen den IS zu nutzen, lassen Özdemir hoffen. „Die Türkei hat den Kampf gegen den IS bisher massiv erschwert. Dass der Stützpunkt Incirlik jetzt benutzt werden darf, und dass die türkische Luftwaffe selber Angriffe gegen den IS fliegt, könnte ein game changer sein. Ich hoffe, dass die Türkei mit der gestrigen Nacht endgültig ihre Position verändert hat.“  

Vereinigte Föderation Zypern
Zypern: Akıncı hat „das Leid der griechischen Einwohner Nordzyperns“ anerkannt

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Lefkosa (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat bei seinem Besuch in der hauptsächlich nur von der Türkei anerkannten „Türkischen Republik Nordzypern“ am Montag von einer „Chance“ gesprochen, die man ergreifen solle, um eine Vereinigung der faktisch seit 40 Jahren geteilten Mittelmeerinsel zu erreichen. Beide Seiten sollten die Gelegenheit zu einer gerechten Lösung nutzen, erklärte der türkische Präsident. Der Besuch Erdoğans fiel – was viele Inselgriechen als Provokation betrachteten – auf den 41. Jahrestag der Besetzung der hauptsächlich von türkischen Zyprern bewohnten Inselteile im Norden des Landes. In einer der Situation auf der Halbinsel Krim 2014 ähnelnden Lage hatte die türkische Regierung unter Premierminister Bülent Ecevit entschieden, am 20. Juli 1974 türkische Truppen auf die Insel zu entsenden, um eine ethnische Säuberung durch die nationalistische Regierung zu verhindern, die infolge eines von Griechenland unterstützten Putsches gegen den zyprischen Präsidenten, Erzbischof Makarios, an die Macht gekommen war. Die Putschisten strebten damals den Anschluss der gesamten Insel an das ebenfalls von einer Militärjunta regierte Griechenland an.
Bereits in den Jahren vor dieser Entwicklung hatte es vielfach Übergriffe und Pogrome gegen die türkische Bevölkerung auf Zypern gegeben. Die unter dem Namen „Operation Atilla“ durchgeführte Militäraktion führte in weiterer Folge zum Ende der Militärdiktatur in Griechenland, die türkischen Truppen blieben dennoch auf Nordzypern stationiert und 1983 erklärte der dort entstandene De-facto-Staat unter dem bis 2005 regierenden Langzeitpräsidenten Rauf Denktaş seine Unabhängigkeit. In den letzten Jahren gab es mehrere Versuche, die Insel zu einigen, 2004 scheiterte jedoch ein Referendum zur Wiedervereinigung an einer „Nein“-Mehrheit im griechischen Teil und im Herbst des Vorjahres wurden Gespräche abgebrochen, nachdem die Türkei Beobachtungsschiffe vor die zyprische Küste entsandt hatte, um die Exploration eines Erdgasfeldes zu überwachen, die von der südzyprischen Regierung genehmigt worden war. Die Türkei und Nordzypern lehnen die Ausbeutung der Erdgasvorkommen vor einer Wiedervereinigung der Insel ab. Am Donnerstag erklärte der im April 2015 ins Amt des nordzyprischen Staatspräsidenten gewählte frühere Architekt Mustafa Akıncı, Zypern könnte unter dem Namen „Vereinigte Föderation Zypern“ wiedervereint werden.
Es könne, wenn die im Mai 2015 wiederaufgenommenen Gespräche in der derzeitigen Form weiterlaufen, binnen Monaten zu einer Lösung kommen, berichtet die Tageszeitung Sabah. Dafür sollten erst ein türkischer und ein griechischer Staat mit jeweils eigenem Staatsangehörigkeitssystem gegründet werden, die sich anschließend zu einer Föderation zusammenschließen sollen. Es solle auf zwei Ebenen Parlamente geben und Niederlassungsfreiheit für alle Zyprer in allen Landesteilen geben. Akıncı, der ursprünglich nicht der Wunschkandidat Erdoğans für die Präsidentschaft gewesen war, hat zudem in einem historischen Schritt als erster türkisch-zyprischer Politiker das Leid der griechischen Einwohner Nordzyperns anerkannt, die infolge der Invasion getötet oder vertrieben wurden und ihr Hab und Gut verloren. So wie die türkischen Zyprioten in den fünfziger und sechziger Jahren enormes Leid erfahren hätten, so sei der 20. Juli 1974 eine Tragödie für die griechischen Einwohner Zyperns gewesen, erklärte Akıncı am Vorabend des Jahrestags. Die „Friedensoperation“ sei auch ein Krieg gewesen. Der Präsident des griechischen Teils Zyperns, Nikos Anastasiades, begrüßte die Erklärung und nannte sie „heldenhaft“. Im Rahmen einer Zeremonie für die 1974 gefallenen Soldaten erklärte er: „Wir müssen darauf hinarbeiten, die Wunden zu heilen.“

Griechenland-Krise
SPD für staatliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Griechenland

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Berlin (dts) – Die SPD hat staatliche Beschäftigungsprogramme und Investitionshilfen der Geldgeber für Griechenland gefordert – unter anderem in Form von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. „Die Gipfel-Vereinbarung allein ist kontraproduktiv für das Wirtschaftswachstum in Griechenland“, sagte der finanzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lothar Binding, der „Rheinischen Post“. Die Bundesregierung solle durchsetzen, dass die Euro-Länder zusätzlich noch mehr für Wachstum und neue Arbeitsplätze tun. „Wir müssen auch Subventionen geben, etwa für öffentlich-rechtliche Beschäftigungsgesellschaften oder in Form von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, um die Kaufkraft der Leute zu steigern“, so Binding. Zudem verlangte der SPD-Politiker „Investitionshilfen in der Energiewirtschaft, Landwirtschaft und im Tourismus“. Griechenland muss im Gegenzug für ein drittes Hilfspaket Spar- und Reformgesetze auf den Weg bringen. Erste Maßnahmen wurden bereits beschlossen, etwa die Anhebung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel und eine neue Zivilprozessordnung.  

Betreuungsgeld
CDU-Vize Klöckner für Einführung von „Landesfamiliengeld“

Berlin (dts) – Julia Klöckner, Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU in Rheinland-Pfalz, hat sich – dem gekippten Betreuungsgeld – für die Einführung eines Landesfamiliengeldes ausgesprochen. „Die CDU hat eine festgelegte Position, dass das Geld bei den Familien bleiben soll, und jetzt muss man sich natürlich mit dem Koalitionspartner SPD einigen“, sagte Klöckner in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. „Ich zum Beispiel plädiere für ein Landesfamiliengeld.“ Das Bundesverfassungsgericht hatte vor wenigen Tagen das von der CSU eingebrachte Betreuungsgeld als unvereinbar mit dem Grundgesetz befunden. Die betroffenen Eltern bräuchten Planungssicherheit. „Der Zuspruch ist ja da, es sind ja weit über 450.000 Anträge gestellt worden.“ Die Länder sollten deshalb die frei werdenden Mittel aus dem Betreuungsgeldvorhaben den Familien zukommen lassen können.  

Sicherheitssitzung
Türkei: Ministerpräsident Ahmet Davutoglu empfängt Geheimdienstchef Hakan Fidan und Generalstabchef Necdet Özel

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Ankara (nex/trt) – Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat den Geheimdienstchef Hakan Fidan und den Generalstabchef Necdet Özel empfangen. Im Anschluss daran wurde unter Vorsitz von Ministerpräsident Davutoglu eine Sicherheitssitzung veranstaltet. Daran nahmen zuständige Minister wie der Geheimdienstchef Hakan Fidan, Generalstabschef Necdet Özel, Kommandant der Landstreitkräfte General Akar, Kommandant der Gendarmerie, General Atay teil. Bei der Sitzung wurden die jüngsten Terroranschläge, Grenzsicherheit und Kampf gegen die Terrormiliz IS erörtert.