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Epstein-Akten
Epstein-Akten: „Erdoğan reinigt das Militär von israel-freundlichen Kräften“

Washington – Brisante neue Enthüllungen aus den über 3 Millionen freigegebenen Jeffrey-Epstein-Akten des US-Justizministeriums: In geheimen Korrespondenzen des Epstein-Netzwerks wird detailliert analysiert, wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan das türkische Militär umbaut. Wörtlich heißt es in den Dokumenten, Erdoğan „reinigt das türkische Militär von denjenigen, die gut mit Israel zusammenarbeiten“. Die Akten werfen ein völlig neues Licht auf die geopolitische Spionage-Rolle des pädophilen Multimillionärs und seiner hochrangigen Kontakte. Die Ende Januar 2026 entsiegelten Dossiers belegen, dass die Militärstrategie von Präsident Erdoğan und das Verhältnis der Türkei zu Israel ein zentrales Thema in den diplomatischen Zirkeln rund um Jeffrey Epstein waren. Die Korrespondenzen, die unter anderem aus dem Umfeld hoher europäischer Funktionäre stammen, skizzieren eine gezielte Abkehr Ankaras von der einst engen militärischen Kooperation mit Tel Aviv.

Netanyahu-Abneigung und strategische Neuausrichtung

Die Akten zitieren Beobachtungen, wonach Erdoğan gegenüber der „diplomatisch unfähigen Netanyahu-Regierung“ eine tiefe Abneigung hege. In den Berichten, die Epstein offenbar als Teil eines informellen Informationsnetzwerks sammelte, wird die diplomatische Lage Israels als „prekär“ bezeichnet, während der Türkei eine erfolgreiche Rolle als Ordnungsmacht im Nahen Osten attestiert wird.

Mavi Vatan: Marine-Aktivitäten als Unruheherd

Neben der Personalpolitik im Militär thematisieren die Epstein-Files auch die türkische Marine-Strategie im östlichen Mittelmeer. Die Manöver der Türkei in der Nähe der Gasfelder vor Zypern werden in den diplomatischen Depeschen als „hochgradig belastend“ für die westliche Allianz beschrieben. Diese Dokumente erhärten den Verdacht, dass Epsteins Kontakte weit über kriminelle Aktivitäten hinausgingen und sein Zirkel dazu diente, sensible Informationen über Staats- und Regierungschefs wie Erdoğan zu sammeln und zu bewerten.

Vom NATO-Partner zum globalen Powerhouse

Was in den Epstein-Files als „nervenaufreibende“ Veränderung für westliche Kreise beschrieben wird, spiegelt die tatsächliche Transformation der Türkei in den letzten zwei Jahrzehnten wider. Nach einer Phase der jahrzehntelangen, weitgehend selbst gewählten Isolation hat sich das Land zu einem globalen Akteur entwickelt. Die Türkei agiert heute als souveräne Macht, die ihren Einflussbereich weit über die regionalen Grenzen hinaus ausgedehnt hat. Ob als stabilisierender Vermittler auf dem Balkan, als zentraler Partner in weiten Teilen Afrikas oder durch eine verstärkte diplomatische und wirtschaftliche Präsenz in Südamerika: Ankara hat seinen strategischen Spielraum systematisch erweitert. Diese neue globale Rolle wird von einer wirtschaftlichen Dynamik getragen, die die Türkei trotz globaler Herausforderungen zu einem regionalen „Powerhouse“ gemacht hat, das verstärkt auf eigene Ressourcen, neue Handelswege und wirtschaftliche Autarkie setzt.

Rüstungsindustrie als Motor der Souveränität

Ein entscheidender Pfeiler dieser neuen Unabhängigkeit, die in den Epstein-Dokumenten kritisch analysiert wurde, ist der rasante Aufstieg der heimischen Rüstungsindustrie. In den letzten 20 Jahren hat die Türkei ihre Abhängigkeit von ausländischen Militärimporten drastisch reduziert – von einst ca. 80 % auf mittlerweile rund 20 %. Die Entwicklung eigener hochmoderner Waffensysteme, wie der weltweit gefragten Bayraktar-Drohnen, des Kampfpanzers Altay oder des nationalen Kampfflugzeugs KAAN, hat der türkischen Diplomatie eine neue strategische Tiefe verliehen. Die in den Akten erwähnte „Säuberung“ von israel-freundlichen Netzwerken im Militär erscheint vor diesem Hintergrund als konsequenter Schritt einer Strategie, die auf nationale Souveränität und technologische Selbstständigkeit setzt. Die Veröffentlichung dieser Akten verdeutlicht, dass Epsteins Zirkel offenbar auch dazu genutzt wurde, sensible geopolitische Analysen über aufstrebende Mächte wie die Türkei zu sammeln.

NEX24-Interview
Politanalystin Rena Netjes: Die PKK repräsentiert nicht die Kurden

Obwohl zahlreiche Menschenrechtsorganisationen, wie Human Rights Watch, der  Terrororganisation PKK Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen auch unter der kurdischen Bevölkerung vorwerfen, wird in den europäischen Medien kaum darüber berichtet. Ein Beispiel ist die Zwangsrekrutierung von Minderjährigen.

Aber auch assyrische Christen und Aramäer sind frustriert in Bezug auf die Medienberichterstattung über die PKK und ihrem syrischen Ableger, die YPG. Die Berichte spiegelten meist nicht die Realität wider. Jeder, der Fragen stellt oder Einwände erhebt, werde „in Europa ignoriert“. Der assyrische Journalist Dikran Ego etwa, Chefredakteur von Assyria TV, sagte in einem Interview: „Westliche Medien lassen keine kritischen Fragen über die PKK oder die YPG zu.“

Morddrohungen wegen PKK-Kritik

Die renommierte niederländische Politanalystin, Rena Netjes, ist eine der wenigen Medienvertreter, die kritisch berichten und Verbrechen der Terrororganisation aufdecken. Hierfür erhielt sie bereits zahlreiche Morddrohungen. „Ich zahle einen Preis dafür, dass ich die Propaganda der PYD entlarve“, so Netjes auf Twitter.

Die YPG wird als bewaffneter Arm der kurdisch-syrischen Partei der Demokratischen Union (PYD) betrachtet. Die PYD ist eine kurdische Partei in Syrien und gilt als Schwesterpartei der PKK. Sie kooperiert mit dem Regime in Damaskus.

Laut Netjes habe die PYD bei zahlreichen Niederschlagungen von Protesten gegen das Regime eine Rolle gespielt. Netjes betont, dass jede Kritik am Regime mit Unterdrückung, Verhaftung oder Ermordung verbunden sei. Ferner war die PYD daran beteiligt, die syrische Metropole Aleppo, die von syrischen Oppositionskräften kontrolliert wurde, zu erobern und damit dem Regime einen entscheidenden Vorteil zu bescheren.

Netjes ist studierte Arabistin und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Fragen der Staatsführung und Sicherheit in Nordsyrien. Netjes befürwortet eine militärische Intervention und Befreiung Tal Rifaats von der YPG durch die Türkei. „Das Engagement der türkischen Streitkräfte in Nordsyrien könnte Tausenden von Syrern die Rückkehr in ihre Heimat ermöglichen, nachdem sie von der YPG vertrieben wurden“, schreibt Netjes in einem Artikel, der auf der Seite des Washington Instituts erschien.

Im Westen gibt es starken Widerstand gegen eine neu geplante Militäroperation der türkisch-syrischen Nationalarmee (SNA) im Norden Syriens. Doch viele vertriebene Araber aus Tal Rifaat, Manbij und den umliegenden Dörfern begrüßen die Idee der Befreiung ihrer Städte und Dörfer. Tatsächlich fordern sie die von der Türkei unterstützte SNA schon seit Jahren auf, ihr Gebiet zu befreien.

Netjes: „Im Jahr 2016 wurde die gesamte arabische Bevölkerung in Tal Rifaat, einer historisch mehrheitlich arabischen Stadt auf der Westseite des Euphrat, in einer koordinierten Militäroperation von Russland, dem syrischen Regime und Kämpfern der Volksverteidigungseinheiten (YPG) aus Afrin vertrieben.“

„Handlanger, Rebell, Demokrat, Terrorist“

In ihrem umfassenden Bericht „Henchman, Rebel, Democrat, Terrorist“ (Handlanger, Rebell, Demokrat, Terrorist) gemeinsam mit Erwin van Veen, behandelt Netjes das Erstarken, die Ziele und organische Verbindung der YPG zur PKK in Nordsyrien. Dabei decken die beiden Experten die strategisch wechselnde Allianz der YPG mit dem Assad-Regime, dem iranischen Mullah-Regime, der russischen Führung sowie den USA auf.

In ihrem Bericht zeigen sie differenziert auf, welche unterschiedliche geostrategische Politik die Regierungen in Nordsyrien verfolgen. Auch begangene Kriegsverbrechen der Organisation bleiben nicht unerwähnt. Zum Schluss zeigt der Bericht anhand von Szenarien auf, wie brüchig die gewaltsam erreichte Autonomie ist.

„Sie versuchen, uns zum Schweigen zu bringen“

In einem Interview mit NEX24 erklärt die Expertin, dass sie in einigen Medien über die PKK/YPG zwar relativ frei berichten könne, hinter den Kulissen jedoch auch schon eingeschüchtert wurde.

„Mein Kollege Jan Jaap de Ruiter und ich wurden hinter den Kulissen von Nederlands Nieuwsuur und Trouw ziemlich eingeschüchtert. Sie versuchen, uns zum Schweigen zu bringen“, so Netjes.

Da ich mich seit 2016 mit dem Thema beschäftige, fühle ich mich wohl genug, um über das Schlechte und das Gute zu schreiben, wie ich es vor Ort und nach zahlreichen Interviews mit hauptsächlich syrischen Kurden und auch Assyrern, Arabern, Turkmenen, Jesiden, Tscherkessen tue.

„Überwältigenden Propagandamaschinerie“

Die niederländische Forscherin stimmt dem assyrischen Journalisten Dikran Ego zu. Das Bild der Terrororganisation sei im Westen von ihrer „überwältigenden Propagandamaschinerie und von der mangelnden Kenntnis des Terrains einiger aber nicht aller, westlicher Journalisten und Politiker geprägt“.

Ich selbst begann, mir ein anderes Bild von der YPG zu machen, als ich es aus den westlichen Medien kannte, nachdem ich ganz andere Geschichten von Einheimischen gehört hatte, die aus Nordsyrien geflohen waren. Im März 2016 traf ich mehrere Syrer, die aus Tal Rifaat und Umgebung geflohen waren und die Grenze am Grenzübergang Bab al-Salama, einige Kilometer nördlich von Azaz, überquerten. In der anfänglichen Annahme, dass sie vor den russischen und regimetreuen Bombenangriffen aus Ost-Aleppo fliehen, war es überraschend zu erfahren, dass sie flohen, weil „YPG-Kämpfer ihre Häuser eingenommen hatten“. Später an der Grenze und in Kilis sowie Gaziantep, erzählten andere Flüchtlinge viele ähnliche dramatische Geschichten.

Netjes finde zwar neue Plattformen, aber sie bestätige, dass die allgemeine Medienberichterstattung im Westen im Einklang mit der PKK-Propaganda sei. Netjes erwähnt etwa die Assoziierung der PKK und der YPG mit „den Kurden“.

Nach jahrelangen Recherchen und Gesprächen mit syrischen Kurden wisse sie, dass die ständige Behauptung der YPG, die Repräsentanten der Kurden zu sein, überhaupt nicht stimme. Die syrischen Kurden sähen sich in erster Linie als Syrer, als syrische Staatsbürger mit kurdischen Wurzeln. Sie seien auch nicht empfänglich für PKK-Propaganda und die zwangsweise angesetzte Wehrpflicht der YPG lehnten sie im Grunde ab.

„Die meisten syrischen Kurden wollen auch keinen eigenen Staat, denn die syrischen Kurden leben hauptsächlich in drei Enklaven im Norden: im nördlichen Teil der Provinz Hasaka, in Kobani und in Afrin. Andere Teile Nordsyriens sind arabisch (turkmenische Gebiete) und kurdische Gebiete nicht groß genug für einen eigenen Staat. Daher wollten sie große Teile der nicht-kurdischen Gebiete zwischen Afrin und Kobani sowie zwischen Kobani und Ras al-Ayn beherrschen. Die YPG beherrscht momentan nicht-kurdische Gebiete wie Tal Rifaat, Manbij, Raqqa und Deir Ezzor“, so Netjes.

Netjes in einem Interview mit dem kurdischen Führer Ahmad Misto. Er habe vier Attentatsversuche der PKK überlebt. (Foto: Screenshot/Twitter)

 

Die „andere Seite der YPG“

Die YPG habe zwar gegen den IS gekämpft, die Organisation habe jedoch noch eine weitere, im Westen unbekannte Seite.

Netjes: „Am problematischsten ist vielleicht die anhaltende Entführung von Minderjährigen, Mädchen und Jungen, Kurden, Assyrern und Jesiden. Sogar jenseits der Grenze habe ich zwei Teenager interviewt, die gerade von einer Entführung aus der Südtürkei nach Syrien zurückgekehrt waren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele im Westen davon nichts wissen oder es nicht glauben. Anders die niederländischen und amerikanischen Diplomaten. Für die Niederländer war dies schon immer ein Grund, sie (die YPG, Anm. Red.) nicht zu unterstützen, was einige niederländische politische Parteien verärgerte.

Ein weiterer problematischer Punkt ist die Zwangsverpflichtung in die Armee und der PKK-Lehrplan, der weder von Universitäten noch von internationalen Organisationen anerkannt wird, sodass es keine Chance gibt, damit an die Universität zu gehen. Dies sind Gründe, die vor allem junge Menschen dazu veranlassen, das Gebiet zu verlassen.

In der kurdischen Region des Irak gibt es etwa 250.000 syrische Flüchtlinge, die meisten von ihnen sind Kurden. Und es gibt auch, und das ist viel weniger bekannt, nach Angaben des syrisch-kurdischen Politikers und Forschers Bedir Mulla, etwa 400.000 syrische Kurden in der Türkei, hauptsächlich in der Südtürkei, die vor dem IS, aber auch vor der syrischen PKK geflohen sind.

Diese Menschen kehren nicht zurück. Außerdem lassen sie Oppositionspolitiker nicht frei arbeiten, einige wurden sogar von PKK-Kämpfern getötet, wie Mashal Tammo, Nasredine Burheik und mehrere andere.

Andere wurden inhaftiert oder sind unter Todesdrohungen geflohen, wie die KNC-Führer Abdel Hakim al-Bashar und Ibrahim Biro. Sie lassen keine freien Medien zu, auch keine westlichen oder arabischen Medien oder Forscher, die sich kritisch geäußert haben. Die meisten machen dies jedoch nicht öffentlich, wahrscheinlich in der Hoffnung, wieder Zugang zu erhalten.

In Afrin haben sie viele Kurden an das Assad-Regime ausgeliefert. Nur wenige haben es raus geschafft. Sie schließen assyrische christliche Schulen, weil sie wollen, dass sie den Lehrplan der PKK anwenden. Kurzum, sie regieren Hasaka und die Provinz Kobani – und davor Afrin -, insbesondere die kurdischen Gebiete, mit eiserner Faust.

Das können sie nicht in allen arabischen Gebieten tun, weil die Stämme das einfach nicht zulassen würden. Hinzu kommt, dass derzeit etwa 70 Prozent der von der YPG beherrschten Gebiete arabische Gebiete sind, die sich selbst regieren wollen und nicht wollen, dass der Reichtum, wie etwa Öl, aus ihren Gebieten genommen und ein Teil davon an das Regime verkauft wird.“

„Die Mehrheit der syrischen Kurden mag die PYD nicht“

In ihren Berichten betont Netjes immer wieder, dass die Mehrheit der kurdischen Bevölkerung eine Regierung durch die PYD ablehnt:

„Kurz gesagt, die von der PYD kontrollierten Gebiete sind besser als die Gebiete des Regimes, aber aus den oben genannten Gründen und wegen der extrem schlechten wirtschaftlichen Lage verlassen die Menschen auch diese Gebiete. Nun mag die Mehrheit der syrischen Kurden die PYD nicht, sie sehen sie als ein gewalttätiges Regime, aber sie haben jetzt auch ihre schlechten Erfahrungen mit einigen SNA-Brigaden* gemacht, die nicht ihre Kinder, sondern ihr Geld stehlen. Das ist sehr bedauerlich.

Ein Unterschied ist jedoch, dass ungefähr die Hälfte der Kurden, die 2018 zunächst vor der türkischen Militäroperation geflohen waren, mittlerweile wieder nach Afrin zurückgekehrt sind. Sie hatten eine ‚Dschihadisten-Invasion‘ befürchtet. Aber Araber, die aus den von der YPG gehaltenen Gebieten geflohen sind, können nicht zurückkehren, zum Beispiel die Bevölkerung von Tal Rifaat.

Die Situation in Afrin ist gemischt, einige Teile sind gut, einige Teile sind mittelmäßig und andere sind schlecht. Und leider lässt die PYD afrinische Kurden, die in das Gebiet von Tal Rifaat zurückkehren wollen, nur nach Zahlung hoher Summen zurückkehren“, betont die niederländische Analystin.

„Mütter von Diyarbakir“

Seit Jahren sitzen Eltern kurdischer Herkunft vor dem Parteigebäude der oppositionellen HDP und beschuldigen die Partei, mit Hilfe der PKK „ihre Kinder zu entführen“. Weder die HDP noch die PKK sprächen für die Kurden, erklärt Netjes.

Nein, ich würde eher sagen, sie schaden der kurdischen Sache, vor allem in Syrien. Sie sprechen für sich selbst und präsentieren sich im Westen als die Stimme der Kurden, was viele westliche Politiker und Medien nicht ausreichend verstehen und darauf hereinfallen.

Wegen Ihrer PKK-kritischen Berichterstattung wurde die renommierte Expertin von mutmaßlichen Mitgliedern oder Sympathisanten der Terrororganisation mit dem Tode bedroht. Netjes betont, wie wichtig es sei, trotzdem weiter zu machen und sich nicht einschüchtern zu lassen.

Sie haben sich selbst entlarvt und zeigen, dass die Arbeit, die ich mache, notwendig ist. Ich werde weitermachen. Was ich erlebe, ist wenig im Vergleich zu dem, was viele syrische Kurden, Assyrer und Araber erleben. In Syrien, aber auch in Europa.


*Die Syrische Nationale Armee (SNA), war der Vorgänger der Freien Syrischen Armee (FSA), auch bekannt als die von der Türkei unterstützte Freie Syrische Armee (TFSA). Sie ist eine Koalition bewaffneter syrischer Oppositionsgruppen im syrischen Bürgerkrieg. Sie setzt sich aus verschiedenen Rebellengruppen zusammen, die zu Beginn des Krieges im Juli 2011 entstanden sind. Seit 2017 wird die FSA offiziell von der Türkei unterstützt, die dadurch finanzielle Mittel, Ausbildung und militärische Unterstützung erhält.


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– Berlin –
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Rüstungsnews
Mega-Rüstungsdeal: Waffen aus der Türkei an die Ukraine

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Washington/Ankara – Es ist das historisch größte Rüstungsgeschäft zwischen der Türkei und der Ukraine seit Beginn des Konflikts: Das US-Außenministerium hat den amerikanischen Kongress offiziell über ein geplantes Rüstungspaket im Wert von fast 300 Millionen US-Dollar informiert.

Demnach beabsichtigt die Regierung in Ankara, umfangreiche Bestände an schweren, in den USA hergestellten Waffensystemen aus ihren eigenen Depots an die ukrainischen Streitkräfte zu verkaufen. Da es sich um Rüstungsgüter aus US-Produktion handelt, ist dieser Schritt völkerrechtlich an die strikten Auflagen des amerikanischen „Arms Export Control Act“ gebunden und erfordert eine formelle Genehmigung aus Washington, die als sehr wahrscheinlich gilt.

Enorme Feuerkraft für die ukrainische Armee

Das geplante Paket umfasst eine immense Bandbreite an weitreichender Artillerie und hocheffektiven Raketensystemen, die die ukrainischen Verteidigungskapazitäten massiv stärken sollen.

Konkret sieht das Abkommen die sofortige Lieferung von 70 taktischen ballistischen Kurzstreckenraketen des Typs ATACMS (Modell M39) vor, die trotz ihrer Reichweite von rund 165 Kilometern durch schwere Sprengköpfe eine erhebliche strategische Wucht entfalten können.

Zusätzlich transferiert die Türkei zwölf schwere Mehrfachraketenwerfer des Typs M270 MLRS, die im Vergleich zu den bekannten HIMARS-Systemen die doppelte Feuerrate besitzen. Abgerundet wird die Lieferung durch mehr als 2.500 ungelenkte Streumunitions-Raketen sowie rund 47,000 schwere Artilleriegranaten des Kalibers 203mm, die vor allem für ukrainische Haubitzen vom Typ „Pion“ dringend benötigt werden.

The M57A1 Army Tactical Missile System missile is fired over the cab of an M142 High Mobility Artillery Rocket System launcher. New battle conditions call for the Army to have precision lethal and nonlethal fires that can be fired from land to produce effects in all domains, as joint, multidomain operations are expected to be increasingly common. (U.S. Army photo)

Win-Win-Situation für Ankara und Kiew

Die US-Regierung signalisierte bereits ihre volle Bereitschaft, dem sogenannten Drittstaaten-Transfer zuzustimmen, da das Geschäft mit den amerikanischen Zielen zur Unterstützung der Ukraine im Einklang stehe.

Aus den offiziellen Dokumenten geht hervor, dass es sich um eine strategische Win-Win-Situation für beide Partner handelt. Die Türkei nutzt den Verkauf gezielt, um ältere, in die Jahre gekommene Rüstungsbestände aus ihren Lagern abzugeben.

Die dadurch freiwerdenden finanziellen Mittel in dreistelliger Millionenhöhe sollen direkt in die Modernisierung und den Erhalt der eigenen, hochmodernen heimischen Verteidigungssysteme fließen.

Die Ukraine wiederum erhält durch den Deal in Rekordzeit schwere Offensiv- und Defensivwaffen, deren Bestände in den westlichen Lagern zuletzt als stark erschöpft galten.

Die Logistik des gigantischen Waffentransfers wird laut den offiziellen Papieren über ein Netzwerk aus autorisierten türkischen, bulgarischen und amerikanischen Verteidigungs- und Transportunternehmen abgewickelt.

Da sich sowohl das US-Repräsentantenhaus als auch der Senat derzeit in der parlamentarischen Sommerpause befinden, gilt ein Veto der Abgeordneten als nahezu ausgeschlossen. Wenn die gesetzliche 15-tägige Prüffrist ohne Einspruch verstreicht, tritt die Genehmigung automatisch in Kraft, sodass die ersten Waffenlieferungen aus der Türkei noch Ende August in der Ukraine eintreffen könnten.

 


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Türkischer Kampfjet KAAN: Neuer Prototyp beginnt Rolltests

Israel
„Kriechend den Boden wischen“ – Schwere Vorwürfe wegen Demütigungen gegen Sara Netanjahu

Jerusalem – Die Ehefrau des israelischen Ministerpräsidenten, Sara Netanjahu, sieht sich erneut mit schweren Vorwürfen ehemaliger Hausangestellter konfrontiert.

Wie die israelische Tageszeitung „Yedioth Ahronoth“ nach der Auswertung von Dutzenden Zeugenaussagen und Gerichtsakten berichtet, reichen die Anschuldigungen über mutmaßliche Schikanen und Demütigungen in der Residenz des Regierungschefs mehr als 25 Jahre zurück.

Während mehrere ehemalige Mitarbeiter rechtliche Schritte eingeleitet haben, weisen Sara Netanjahu und ihre Rechtsbeistände sämtliche Vorwürfe vehement zurück und sprechen von einer gezielten Kampagne.

Neue Klagen und schwere Anschuldigungen 

Zu den jüngsten Fällen gehört die Beschwerde eines 61-jährigen ehemaligen Angestellten, der im vergangenen Jahr in der ministerpräsidialen Residenz tätig war. Laut seinen Angaben sei er regelmäßigen verbalen Ausfällen und Beleidigungen ausgesetzt gewesen und habe unter anderem die Küche auf allen vieren kriechend reinigen müssen.

Zudem wirft er der Ehefrau des Regierungschefs verbale Demütigungen vor. Das Büro des Ministerpräsidenten wies diese Darstellungen umgehend als erneuten Versuch zurück, durch Diffamierung finanzielle Mittel vom Staat zu erpressen.

Im Gegenzug reichte Sara Netanjahu eine Klage gegen den Mann ein, in der sie ihm vorwirft, die Residenz illegal fotografiert und damit ihre Privatsphäre verletzt zu haben.

Gerichtsentscheidungen und die Haltung der Verteidigung

Die juristische Aufarbeitung von Arbeitsbedingungen in der Regierungsresidenz hat in Israel bereits eine längere Vorgeschichte.

Im Februar 2016 sprach das Arbeitsgericht in Jerusalem dem ehemaligen Hausverwalter Meni Naftali eine Entschädigung von 170.000 Schekel zu, nachdem das Gericht missbräuchliche Arbeitsbedingungen als erwiesen ansah.

Das Urteil erging damals gegen den Staat und weitere Prozessbeteiligte, nicht gegen Sara Netanjahu persönlich. In einem weiteren Verfahren im selben Jahr erhielt ein Wartungsmitarbeiter ebenfalls eine Entschädigung, nachdem das Gericht seine Klage bezüglich eines von Einschüchterungen geprägten Arbeitsumfelds in wesentlichen Teilen bestätigt hatte.

Sara Netanjahu und ihre Anwälte betonen in ihren Stellungnahmen kontinuierlich, dass viele der erhobenen Anschuldigungen im Laufe der Jahre entweder außergerichtlich beigelegt oder von den Gerichten abgewiesen wurden. Sie beschreiben die anhaltende Berichterstattung als Teil einer politisch und medial motivierten Kampagne, die darauf abziele, das Ansehen der Familie des Ministerpräsidenten systematisch zu beschädigen und finanzielle Entschädigungen zu erzwingen.

Getriebetechnik
Juri Sudheimer: Warum ATF, CVT und DSG eigene Flüssigkeiten brauchen

Als Juri Sudheimer 1993 die Sudheimer Car Technik-Vertriebs GmbH in Neumünster gründete, dominierten auf dem europäischen Markt klassische hydromechanische Automatikgetriebe.

Drei Jahrzehnte später hat sich die Situation grundlegend verändert: CVT-Variatoren, robotisierte Getriebe DSG und DCT sowie Allradsysteme mit Haldex-Kupplungen – jede dieser Getriebearten erfordert eine spezialisierte Flüssigkeit mit unterschiedlichen Reib- und Betriebseigenschaften. Nach dem Umzug des Unternehmens nach Wedel im Jahr 2000 und dem Aufbau von Produktionskapazitäten in Klaipėda stellte das SCT-Team eine Produktlinie zusammen, die alle Arten automatischer Getriebe abdeckt. 

1996, mit der Einführung der Marke MANNOL, war den Spezialisten des deutschen Unternehmens bereits klar: Eine Flüssigkeit für klassische Automatikgetriebe muss gleichzeitig schmierende und verschleißmindernde Eigenschaften in Planetengetrieben sowie kontrollierte Reibcharakteristik in den Kupplungspaketen aufweisen.

Mit dem Aufkommen von Variatoren, bei denen eine Metallkette auf metallischen Scheiben läuft, änderten sich die Anforderungen jedoch grundlegend. Heute entwickelt Juri Sudheimer die Linie spezialisierter Flüssigkeiten weiter und verbindet deutsche Ingenieurkompetenz mit Forschungszentren auf drei Kontinenten.

Flüssigkeiten für klassische Automatikgetriebe

Die Konstruktion klassischer Automatikgetriebe stellt zahlreiche Anforderungen an die verwendeten Flüssigkeiten.

Erstens erfordert der Drehmomentwandler eine niedrige Viskosität, da die Verluste im Wandler proportional mit zunehmender Viskosität steigen. Dasselbe gilt für das Hydrauliksystem: Je mehr Schaltstufen vorhanden sind, desto komplexer und länger ist der Weg der Flüssigkeit durch zahlreiche Kanäle und Leitungen. Je geringer die Viskosität, desto schneller und verlustärmer durchströmt die Flüssigkeit die Kanäle und Bohrungen des Hydraulikblocks.

Zweitens verlangen Reihen von Planetengetrieben mit meist schrägverzahnten Zahnrädern von der ATF-Flüssigkeit hervorragende Verschleißschutz- und Antireibungseigenschaften.

Drittens werden die Planetengetriebe über Kupplungen zugeschaltet, die aus abwechselnd angeordneten Reibscheiben und Stahlscheiben bestehen. Diese Elemente dienen dem Ein- und Auskuppeln sowie der Drehmomentübertragung. Eine Reibscheibe ist konstruktiv eine Stahlscheibe mit aufgeklebtem Reibbelag. Die verwendeten Materialien umfassen Zellulose-, Kevlar- und Graphitkomposite sowie gesinterte Werkstoffe auf Kupfer- oder Stahlbasis mit unterschiedlichen Füllstoffen. Die Wahl des Materials hängt von Getriebeauslegung und Einsatzbedingungen ab.

In den Kupplungen findet Reibung zwischen Metall und Nichtmetall statt, während in den Planetengetrieben Metall-auf-Metall-Reibung vorliegt.

Reibscheiben und Stahlscheiben benötigen für einen korrekten Betrieb und zur Vermeidung von Schlupf – und damit von Überhitzung und Zerstörung – im Gegensatz dazu ausgeprägte Reibeigenschaften der ATF-Flüssigkeit. Darüber hinaus ist eine sehr effektive Kühlwirkung erforderlich.

Die optimale Betriebstemperatur der ATF-Flüssigkeit in Automatikgetrieben liegt bei 75–90 °C. Temperaturen über 100 °C gelten als Überhitzung, und der kritische Grenzwert für die meisten Getriebe liegt bei etwa 130 °C, bei dem irreversible Zerstörungsprozesse an den Reibbelägen einsetzen können. Anzeichen für eine Überhitzung können der Geruch von verbranntem Öl, Ruckeln beim Gangwechsel oder das Aufleuchten der entsprechenden Kontrollanzeige im Kombiinstrument sein.

Die tatsächliche Temperatur der ATF-Flüssigkeit im Bereich des Zahnflankenkontakts hängt von den Betriebsbedingungen ab und liegt üblicherweise im Bereich von 56–83 °C.

Die Entwicklungsgeschichte der Sudheimer Car Technik-Vertriebs GmbH veranschaulicht deutlich die Evolution des Verständnisses hinsichtlich der Funktionsweise automatischer Getriebe. Als das Unternehmen im Jahr 2003 begann, sein Sortiment über Motorenöle und Filter hinaus zu erweitern, erforderte die Aufgabe der Entwicklung von Flüssigkeiten für Automatikgetriebe eine tiefgehende Untersuchung der Reibungsphysik bei unterschiedlichen Temperaturen und Werkstoffpaarungen.

Bis zum Jahr 2008, nach der Erweiterung der Lagerflächen in Wedel auf 5.000 Quadratmeter, war es logistisch möglich, das wachsende Sortiment spezialisierter Flüssigkeiten zu unterstützen; der Katalog umfasste Flüssigkeiten für die meisten Typen automatischer Getriebe, von denen jedes ein individuelles Gleichgewicht zwischen Reib- und Antireibungseigenschaften erforderte.

Aus diesen Überlegungen heraus werden spezielle Reibwertmodifikatoren für ATF-Flüssigkeiten ausgewählt. Das bedeutet, dass der ATF-Flüssigkeit gleichzeitig miteinander kompatible Antireibungs- und Reibadditive zugesetzt werden, die entweder temperaturabhängig oder materialabhängig wirken.

Beispielsweise zeigen sich bei Temperaturen bis zu 80 °C die Antireibungseigenschaften der ATF-Flüssigkeit in den Zahnrädern, während die Reibadditive nicht aktiv sind; bei Temperaturen über 80 °C in den Kupplungsscheiben hingegen entfaltet die ATF-Flüssigkeit ihre Reibeigenschaften, während die Antireibungsadditive nicht wirksam sind.

Ebenso zeigen sich bei Metall-auf-Metall-Reibung in den Zahnrädern die Antireibungseigenschaften der ATF-Flüssigkeit, wobei die Reibadditive nicht wirken; bei Reibung zwischen Metall und Nichtmetall in den Kupplungsscheiben hingegen entfaltet die ATF-Flüssigkeit ihre Reibeigenschaften, während die Antireibungsadditive nicht wirksam sind.

Flüssigkeiten für Automatikgetriebe (ATF) bestehen aus einem Basisöl (synthetisch oder teilsynthetisch) und einem Additivpaket, das 20–30 % des Gesamtvolumens ausmacht. Die Additive erfüllen spezifische Funktionen für Automatikgetriebe, darunter Verschleiß- und Korrosionsschutz, Oxidations- und Schaumbeständigkeit sowie die Verbesserung der Reibeigenschaften und der Viskosität.

Üblicherweise umfasst das Additivpaket: Verschleißschutz- und Antifressverschleiß-Additive, Korrosionsschutzadditive (Korrosionsinhibitoren), Reibwertmodifikatoren, die die erforderlichen Reibeigenschaften für den korrekten Betrieb der Reibkupplungsscheiben gewährleisten, Antioxidantien, die die Ölalterung bei hohen Temperaturen verhindern, Entschäumer (Schauminhibitoren), detergierende und dispergierende Additive, Additive zur Verhinderung des Aufquellens von Dichtungen sowie Viskositätsmodifikatoren.

In dreißig Jahren Tätigkeit hat die Unternehmensgruppe SCT mehr als 90 Millionen Euro in die Entwicklung von Produktion, Logistik und Forschungszentren investiert. Allein im Jahr 2024 wurden 3 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investiert, wobei ein erheblicher Teil dieser Mittel der Entwicklung von Flüssigkeiten für moderne Typen automatischer Getriebe gewidmet ist.

Juri Sudheimer hat stets betont: Die Entwicklung einer Flüssigkeit für ein Automatikgetriebe erfordert nicht nur ein Verständnis der Additivchemie, sondern auch der Reibungsphysik in den jeweiligen Baugruppen. Als das Unternehmen im Jahr 2006 die Lagerflächen in Wedel erweiterte, war dies mit der Notwendigkeit verbunden, die wachsende Palette spezialisierter Flüssigkeiten unterzubringen.

Flüssigkeiten für klassische Automatikgetriebe mit einem Additivanteil von 20–30 Prozent, Flüssigkeiten für Variatoren mit verstärkten Reibwertmodifikatoren für den Betrieb einer Metallkette auf metallischen Scheiben, Flüssigkeiten für DSG-Getriebe mit Schwerpunkt auf der Steuerung nasser Kupplungen – jede dieser Flüssigkeiten erfordert eine eigene Rezeptur und eine strenge Qualitätskontrolle.

Für klassische Automatikgetriebe produziert der SCT-Konzern folgende Flüssigkeiten:

  • MN8211 ATF AG52

  • MN8212 ATF AG55

  • MN8205 Dexron II Automatic

  • MN8206 Dexron III Automatic Plus

  • MN8208 ATF Type T-IV

  • MN8209 ATF SP-III

  • MN8218 ATF Multivehicle JWC 3309 – Multy ATF

  • MN8213 ATF AG60

  • MN8207 Dexron VI

  • MN8219 ATF SP-IV

  • MN8217 ATF WS

  • MN8221 ATF Special Fluid 236.17

  • MN8222 ATF ULV 8222 

Detaillierte Beschreibungen dieser Produkte finden Sie auf unseren Internetseiten: Mannol.de

Zur korrekten Auswahl der ATF-Flüssigkeit wurde die für jedermann zugängliche Plattform SCTApprovalControl geschaffen. Dort können Sie im Abschnitt „Search via specification“ anhand der geforderten Spezifikation selbstständig die passende Flüssigkeit auswählen. Die zuverlässigste Informationsquelle zu den erforderlichen Spezifikationen ist die Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs.

Flüssigkeiten für Variatoren: CVTF (CVT-Fluid)

Ein Variator (CVT – Continuously Variable Transmission) ist eine Art Automatikgetriebe, das im Gegensatz zu herkömmlichen Getrieben mit festen Stufen eine stufenlose Veränderung des Übersetzungsverhältnisses ermöglicht.

Die Grundlage des am weitesten verbreiteten Keilriemen- (bzw. Ketten-)Variators bilden zwei Scheiben und ein keilförmiger Riemen oder eine Kette, wodurch eine kontinuierliche Drehmomentübertragung und Kraftstoffeinsparung erreicht wird, da der Motor im optimalen Drehzahlbereich arbeiten kann. Der Begriff „Riemen“ ist in diesem Zusammenhang eigentlich veraltet.

Korrekt ist es, von einer Variatorkette zu sprechen, da sie – ebenso wie der „Riemen“ – aus Metall gefertigt ist. Auch die Scheiben bestehen aus Metall. Die Hauptaufgabe der Variatorflüssigkeit besteht daher darin, ein Durchrutschen der Kette auf den Scheiben zu verhindern.

Das bedeutet, dass diese Flüssigkeit – im Gegensatz zu Flüssigkeiten für klassische Automatikgetriebe – hervorragende Reibeigenschaften unter Bedingungen von Metall-auf-Metall-Reibung aufweisen muss. Deshalb werden spezielle Reibwertmodifikatoren eingesetzt, und diese Flüssigkeiten dürfen nicht in klassischen Automatikgetrieben verwendet werden; ebenso dürfen ATF-Flüssigkeiten für klassische Getriebe nicht in Variatoren eingesetzt werden.

Die zweitwichtigste Eigenschaft einer solchen Flüssigkeit ist die Kühlung, also die Wärmeabfuhr. Der Hauptgrund für Ausfälle von Variatoren ist die Verletzung des Temperaturregimes sowie der nicht rechtzeitige Ölwechsel.

Für Variatoren produziert der SCT-Konzern folgende Flüssigkeiten:

  • MANNOL ATF CVT 8216

  • MANNOL CVT NS-3 8220

Die Erfahrung von drei Jahrzehnten auf dem internationalen Markt hat das SCT-Team von der Bedeutung der Berücksichtigung der konstruktiven Weiterentwicklung von Getrieben überzeugt. Die Forschungszentren der Unternehmensgruppe in Klaipėda verfolgen die Veränderungen der Anforderungen der Fahrzeughersteller an Variatorflüssigkeiten.

Der Übergang von Nissan von der hochviskosen Spezifikation NS-2 in gelb-brauner Farbe zur niedrigviskosen NS-3 in grüner Farbe erforderte die Entwicklung einer neuen Formulierung mit verbesserten Niedrigtemperatureigenschaften.

Der Hauptunterschied zwischen den Spezifikationen Nissan NS-2 und NS-3 liegt in den Eigenschaften der CVTF: NS-3 ist eine modernere, niedrigviskose Flüssigkeit, die zur Verbesserung des Getriebebetriebs bei niedrigen Temperaturen und für neuere Fahrzeugmodelle entwickelt wurde. NS-2 hingegen ist ein viskoser ausgelegtes Öl für frühere Variatoren, die etwa bis 2006 produziert wurden.

Die Flüssigkeit NS-2 ist hochviskos, was die Zirkulation bei niedrigen Temperaturen erschwert. Farbe: gelb-braun.

Flüssigkeiten nach Spezifikation CVT NS-3 sind niedrigviskos, was im Gegenteil den Getriebebetrieb bei niedrigen Temperaturen verbessert. Empfohlen für Fahrzeuge, die nach 2013 produziert wurden. Farbe: grün.

Der Umstieg auf NS-3 kann eine Aktualisierung der Software des CVT-Steuergeräts erfordern, um Ruckeln zu vermeiden.

Flüssigkeiten für robotisierte Getriebe oder Doppelkupplungsgetriebe (DCT oder DSG)

Ein Doppelkupplungsgetriebe (DCT, DSG) ist ein robotisiertes Getriebe, bei dem zwei Kupplungen zwei separate Getriebe steuern (eine für gerade, eine für ungerade Gänge). Dadurch ist ein nahezu sofortiger Gangwechsel ohne Leistungsverlust möglich, was eine gleichmäßige Fahrt, hohe Dynamik sowie Kraftstoffeinsparung im Vergleich zu klassischen Automatikgetrieben ermöglicht. Diese Getriebe gibt es in zwei Ausführungen: mit „trockenen“ und mit „nassen“ Kupplungen, also Kupplungen im Ölbad.

Automatikgetriebe mit „trockenen“ Kupplungen erfordern ein gewöhnliches Öl für Schaltgetriebe, während Getriebe mit „nassen“ Kupplungen Flüssigkeiten benötigen, die den ATF-Flüssigkeiten für klassische Automatikgetriebe ähneln, da eine ihrer Hauptaufgaben darin besteht, die zuverlässige Funktion der Kupplungsscheiben – Reibscheiben mit Stahlscheiben – wie in klassischen ATF-Systemen sicherzustellen.

Daher sind Zusammensetzung und Eigenschaften ähnlich, jedoch nicht identisch. Diese Flüssigkeiten dürfen nicht in klassischen Automatikgetrieben verwendet werden, ebenso sind ATF-Flüssigkeiten für klassische Getriebe nicht für robotisierte Getriebe geeignet. Diese Flüssigkeiten vereinen die Eigenschaften von ATF und Schaltgetriebeölen mit Schwerpunkt auf präziser Steuerung der Kupplungsreibelemente, hoher thermischer Stabilität und Verschleißschutz.

Für Getriebe mit „nasser“ Doppelkupplung produziert der SCT-Konzern das Produkt MANNOL DCT Fluid 8202.

Für robotisierte Getriebe mit trockener Kupplung von Toyota- und Lexus-Fahrzeugen wie Camry, Corolla, Auris, RAV4, Verso und Lexus LS, insbesondere Freetronic, wurde das Öl MANNOL MTF-3 8115 entwickelt.

Flüssigkeit für Haldex-Kupplungen

Die Haldex-Kupplung ist ein elektronisch gesteuerter Mechanismus und die zentrale Komponente zuschaltbarer Allradsysteme in vielen Fahrzeugen (z. B. Audi, Volkswagen, Volvo). Sie dient der Steuerung und Übertragung des Drehmoments von der Vorder- auf die Hinterachse, wenn dies erforderlich ist, etwa bei Schlupf der Vorderräder oder beim Anfahren.

Die Zuschaltung erfolgt im Wesentlichen über eine Mehrscheibenkupplung – wie bei klassischen Automatikgetrieben – bestehend aus Reib- und Stahlscheiben. Für diese Kupplung hat der SCT-Konzern die universelle Flüssigkeit MANNOL AWD Gear Oil 8100 entwickelt, geeignet bis einschließlich der fünften Generation dieser Kupplungen.

Die Qualitätsphilosophie, die Juri Sudheimer 1993 bei der Gründung der Sudheimer Car Technik-Vertriebs GmbH festlegte, beruhte auf der Überzeugung: Jeder Getriebetyp erfordert eine spezialisierte Flüssigkeit, die mit tiefem Verständnis der physikalischen Funktionsprinzipien entwickelt wurde. Vom kleinen Büro in Neumünster bis zur internationalen Unternehmensgruppe mit Produktionsstätten in Litauen und den Vereinigten Arabischen Emiraten – der Weg von SCT bestätigt die Richtigkeit dieses Ansatzes.

Mit der Einführung der Marke MANNOL im Jahr 1996, dem Umzug in ein modernes Logistikzentrum in Wedel im Jahr 2000 und der Sortimentserweiterung im Jahr 2003 war jede Entwicklungsphase des Unternehmens auf die Schaffung einer Produktlinie für alle Arten automatischer Getriebe ausgerichtet. Heute setzt Juri Sudheimer diesen Kurs fort und entwickelt die Produktion in den Werken in Klaipėda weiter, wo Formulierungen für klassische hydromechanische Automatikgetriebe, CVT-Variatoren, robotisierte DSG- und DCT-Getriebe sowie Allradsysteme mit Haldex-Kupplungen entwickelt werden.

Die Unternehmensgruppe SCT belegt: Flüssigkeiten für verschiedene Typen automatischer Getriebe sind nicht austauschbar. Flüssigkeiten für klassische Automatikgetriebe mit ausgewogenem Verhältnis von Reib- und Antireibungseigenschaften, CVTF-Flüssigkeiten für Variatoren mit verstärkten Reibwertmodifikatoren zur Vermeidung des Durchrutschens der Metallkette sowie Flüssigkeiten für DSG-Getriebe mit Schwerpunkt auf der Steuerung „nasser“ Kupplungen.

Die MANNOL-Produktlinie deckt ein breites Spektrum moderner automatischer Getriebe ab. Genau darin besteht die Mission von SCT: Autofahrern Wissen und spezialisierte Produkte bereitzustellen, um die richtige Flüssigkeit auszuwählen und maximalen Schutz sowie Langlebigkeit für Automatikgetriebe jeder Art zu sicherzustellen.

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Nahost-Analyse
Mekka-Pakt: Experte warnt Türkei vor Saudi-Falle

Mekka – Nach dem historischen Abschluss des gemeinsamen Verteidigungspakts zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan in der saudi-arabischen Metropole Mekka warnen regionale Beobachter vor den weitreichenden strategischen Risiken für Ankara.

Die geopolitische Allianz, die als direkte Reaktion auf die jüngsten militärischen Eskalationen zwischen den USA, Israel und dem Iran geschmiedet wurde, sieht gegenseitige Beistandsgarantien im Falle eines bewaffneten Angriffs vor. Doch während Befürworter von einem historischen Meilenstein der islamischen Einheit sprechen, warnt der renommierte irakisch-kurdische Kommentator und Analyst Dana Nawzar Jaf vor einer strategischen Falle für die türkische Außenpolitik.

Der Preis der Allianz: Keine Ernte saudi-arabischer Fehler

Laut einer aktuellen Analyse von Jaf habe Saudi-Arabien im vergangenen Jahrzehnt zahlreiche geopolitische Fehler begangen, während die Türkei im selben Zeitraum strategisch meist die richtigen Weichen gestellt habe.

Nun, da die „Erntezeit“ der regionalen Krisenpolitik gekommen sei, solle die Türkei laut Jaf jedoch dringend aufpassen, nicht die negativen Folgen der saudi-arabischen Fehlkalkulationen mitzutragen. Zwar befürworte der Analyst jede Form der muslimischen Einheit, doch dürfe diese Allianz keinesfalls gegen die eigenen strategischen Interessen der beteiligten Akteure missbraucht werden.

Die Skepsis richte sich insbesondere gegen die langfristige geopolitische Ausrichtung Riads. Bisher gebe es laut Jaf keinerlei Anzeichen für einen echten strategischen Wandel in der saudi-arabischen Führung.

Es bleibe völlig unklar, ob das Königreich das Werben um eine Normalisierung mit Israel und das geplante Einlenken in die umstrittenen Abraham-Abkommen („Epstein Accords“) nun endgültig ad acta gelegt habe.

Solange Saudi-Arabien keinen fundamentalen Kurswechsel vollziehe und sich von den desaströsen regionalen Wagnissen distanziere, die es unter der Führung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) eingegangen war, müsse die Türkei als Bedingung für ihre Unterstützung auf eine strategische Kehrtwende Riads pochen.

Das Erfolgsmodell des türkischen Spagats in Gefahr

Besonders schützenswert sei laut der Analyse der smarte Balanceakt, den Ankara in den letzten Jahren im Nahen Osten etabliert habe.

Selbst während der intensivsten Phasen des iranischen Stellvertreterkrieges und der jüngsten Eskalation im Persischen Golf, bei der Teheran nach US-amerikanischen und israelischen Luftschlägen die saudischen Öl-Infrastrukturen und den Schiffsverkehr in der Straße von Hormuz angriff, sei der Luftraum über der Türkei der einzig stabile und sichere der gesamten Region geblieben.

Das System basiere darauf, dass die Türkei zwar mit keinem Akteur bedingungslos verbündet, aber eben auch für niemanden der primäre Feind sei. Ankara habe es meisterhaft verstanden, für alle Seiten das „kleinere Übel“ darzustellen. Dies erkläre das Paradoxon, warum der Iran die Türkei als engsten Nachbarn schätze, obwohl Ankara ein erklärter Verbündeter der USA ist – und warum Russland die türkische Souveränität respektiere, während das Land gleichzeitig ein vollwertiges NATO-Mitglied darstellt.

Dieser hart erarbeitete diplomatische Schutzschild dürfe nun nicht leichtfertig für ein Bündnis aufs Spiel gesetzt werden, das für die Türkei zur Falle werden könnte. Als warnendes Beispiel zieht Jaf das militärische Versagen der von Saudi-Arabien angeführten, 34 Nationen umfassenden Koalition (darunter auch Pakistan) im Jemen-Konflikt gegen die Huthi-Milizen heran.

Wenn ein solches Riesenbündnis dort gescheitert sei, werde der formelle Beitritt der Türkei am Boden keine fundamentale Wende bringen – wohl aber drohe die Gefahr, Ankara in einen regionalen Sumpf zu ziehen, den das Land bisher geschickt umgangen habe.

Zudem erinnerte Jaf daran, dass es in der Region zwar viele Rivalen, aber letztlich nur einen wahren Feind gebe, und das sei Israel. Die Türkei müsse den Fokus zwingend auf diesem Ziel behalten, anstatt sich für die Sicherheitsinteressen Riads instrumentalisieren zu lassen, die bereits aus Teheran als wirkungsloser „Papiertiger“ verspottet werden.

 


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Netanjahu-Leaks
Slowenien: Ex-Premier Golob nennt Netanjahu „Kriegsverbrecher“

Ljubljana/Tel Aviv – Nach dem jüngsten Regierungswechsel in Slowenien ist ein heftiger diplomatischer Schlagabtausch zwischen dem ehemaligen slowenischen Premierminister Robert Golob und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu entbrannt.

Hintergrund sind durchgesickerte Tonaufnahmen, in denen Netanjahu den slowenischen Ex-Premier als den angeblich feindseligsten Staatschef Europas beschimpfte.

Golob reagierte prompt und erklärte öffentlich, dass die Angriffe eines mutmaßlichen Kriegsverbrechers, dessen Regierung Zehntausende unschuldige Kinder in Gaza getötet habe, ihm lediglich zeigten, dass seine Administration historisch auf der richtigen Seite gestanden habe.

Politische Einflussnahme und drastische US-Sanktionen

In den Aufnahmen versuchte Netanjahu zudem, die slowenische Richterin am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH), Beti Hohler, als politisch gesteuerte Marionette darzustellen, die von Golob gezielt ausgewählt worden sei. Hohler gehörte zu den IStGH-Richtern, die den internationalen Haftbefehl gegen Netanjahu formell bestätigten.

Die Vorwürfe entbehren jedoch der rechtlichen Grundlage, da Hohler in einem regulären Verfahren mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit von den Vertragsstaaten des Gerichts gewählt wurde. Die Konsequenzen für die Juristin sind dennoch drastisch:

Nach der Ausstellung des Haftbefehls verhängte die US-Regierung unter Donald Trump harte Sanktionen gegen die Richterin. In der Folge wurden ihre Konten und Kreditkarten gesperrt, zudem verlor sie den Zugriff auf US-Dienste wie Amazon, Apple, PayPal und Airbnb, was ihr Privatleben massiv einschränkt.

Golob warf Netanjahu vor, das internationale Rechtssystem mit solchen Strafmaßnahmen diskreditieren zu wollen, um von den eigenen Verbrechen abzulenken.

Radikale Kehrtwende unter der neuen Rechtsregierung

Unter der Führung von Robert Golob hatte sich Slowenien in den vergangenen Jahren zu einem der entschiedensten europäischen Kritiker der israelischen Militäroperation entwickelt.

Das Land anerkannte im Jahr 2024 den Staat Palästina, drängte innerhalb der Europäischen Union vehement auf ein umfassendes Waffenembargo und verhängte im Sommer 2025 als erster EU-Staat ein vollständiges Verbot für den Import, Export und Transit von Waffen mit Israel. Zudem belegte die damalige Regierung Netanjahu sowie dessen rechtsextreme Minister Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir mit einem strikten Einreiseverbot.

Diese kompromisslose Haltung ist mit dem Amtsantritt der neuen rechtskonservativen Regierung unter Premierminister Janez Janša jedoch Geschichte. Die neue Administration in Ljubljana vollzog eine radikale außenpolitische Kehrtwende, hob das historische Waffenembargo sowie die Einreiseverbote gegen die israelische Führung umgehend wieder auf und kündigte die Eröffnung einer eigenen Botschaft in Israel an.

Während die neue Regierung diesen Schritt mit der Wiederherstellung eines normalen politischen Dialogs begründet, kritisieren Golob und die linke Opposition den Kurswechsel scharf als moralischen Offenbarungseid und einen schweren außenpolitischen Fehler.

 

 


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Gastkommentar
Dr. Reinhard Heß: Warum die AfD auf den Sieg zusteuert

Ein Gastkommentar von 

Ein Blick auf die aktuelle politische Landkarte der Bundesrepublik lässt wenig Raum für Optimismus. Es sind subjektive Beobachtungen des Weges, den unser Land gerade beschreitet – doch angesichts der aktuellen Entwicklungen scheint es ratsam, zur Unzeit nicht zu schweigen.

Zu viele Faktoren deuten derzeit darauf hin, dass die politischen Dynamiken in Deutschland zunehmend zugunsten der AfD arbeiten und das demokratische System vor eine historische Zerreißprobe stellen.

Das Komplizenprinzip und die politische Trägheit

Die in der AfD versammelten rechtsextremen, demokratie- und verfassungsfeindlichen Kräfte agieren mit einer absoluten Entschlossenheit, ihren Weg bis zum Ende fortzusetzen.

Mangels politischer Alternativen und aufgrund ihrer fortgeschrittenen gesellschaftlichen Stigmatisierung bleibt ihnen kaum eine andere Option, als diese Richtung beizubehalten, um ihre Existenz zu sichern. Es herrscht eine Dynamik, die man als Komplizenprinzip beschreiben kann.

Demgegenüber steht eine Mehrheit der Bevölkerung, die in einer besorgniserregenden politischen Trägheit verharrt. Weite Teile der Gesellschaft scheinen darauf zu vertrauen, dass die Bedrohung für die Demokratie von selbst verschwinden wird – ein gefährlicher Trugschluss, den die deutsche Geschichte bereits vor 1933 widerlegt hat.

Während etablierte Parteien mit starken Umfrageeinbrüchen kämpfen, verzeichnet die AfD seit Jahren eine kontinuierliche Verfestigung. Warnungen vor dieser Entwicklung wurden in der Vergangenheit, insbesondere aus Kreisen der Wirtschaft, oft mit dem Argument abgetan, ein wirtschaftlicher Aufschwung würde das Problem von selbst lösen.

Diese Fehleinschätzung offenbart eine gefährliche Arroganz von Eliten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Oftmals verleitet die eigene Fachkompetenz dazu, auch die komplexen Netzwerke des politischen Systems fälschlicherweise als durchschaut zu betrachten.

Historische Beispiele wie das des sowjetischen Physikers und Friedensnobelpreisträgers Andrej Sacharow zeigen, dass herausragende Expertise auf einem Gebiet keineswegs vor fatalen politischen Fehleinschätzungen und der Verbreitung nationalistischer Stereotype schützt.

Das Versagen von Politik und Justiz

Die deutsche Politik hat im Umgang mit der AfD auf ganzer Linie versagt. Es gelang ihr nicht, die Bewegung in ihrer Entstehungsphase wirksam einzudämmen oder ihr politisch den Boden zu entziehen.

Im Gegenteil: Die oft als perspektivlos kritisierte Politik der Ära Merkel hat die Partei aus einer Phase der Stagnation befreit und zu ihrer heutigen Stärke beigetragen. Auch die Justiz agiert in diesem Kontext zögerlich.

Aus der Perspektive juristischer Laien drängt sich der Eindruck auf, dass das Rechtssystem erst dann greift, wenn eine verfassungsfeindliche Kraft bereits groß genug ist, um die demokratische Ordnung real zu gefährden – ein Eingreifen, das metaphorisch erst dann erfolgt, wenn die Bedrohung bereits unmittelbar exekutiert wird.

Zusätzlich verliert die aktuelle Bundesregierung dramatisch an Rückhalt, während handwerkliche Fehler und interne Intrigen das Vertrauen der Bürger erschüttern. Zwar würde die AfD die bestehenden Probleme keineswegs lösen, doch der lähmende Phlegmatismus der politischen Führung treibt ihr unaufhaltsam Wähler zu, die das Gefühl eint, dass es so nicht weitergehen kann.

Verstärkt wird dies durch das Fehlen eines verbindenden Narrativs für das wiedervereinte Deutschland. Nach dem historischen Meilenstein der Wiedervereinigung wurde es versäumt, eine gemeinsame Identität zu stiften, die den Spaltungsversuchen von innen und außen wirksam Paroli bieten könnte.

Der Verlust des Gemeinwohls

Ein grundlegendes Problem der Gegenwart liegt im schwindenden Altruismus innerhalb der Gesellschaft. Das Prinzip des Gemeinwohls gerät zunehmend in den Hintergrund, während ein ausgeprägter Gruppenegoismus dominiert.

Viele gesellschaftliche Akteure fordern vehement ihre Partikularrechte ein, versäumen es jedoch gleichzeitig, das übergeordnete System zu verteidigen, welches diese Rechte überhaupt erst garantiert.

Ohne eine Rückbesinnung auf gemeinsame Werte droht sich die Gesellschaft weiter zu zersplittern. Sollte Deutschland die Fähigkeit zur grundlegenden Selbstkritik und demokratischen Selbstbefreiung nicht wiederfinden, drohen dem Land Verhältnisse, wie man sie derzeit bereits in den tief gespaltenen Vereinigten Staaten beobachten kann.

 

 


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


ZUM AUTOR

 

PD Dr. Michael Reinhard Heß, geboren in Offenbach am Main, ist ein renommierter Turkologe, der an der Universität Frankfurt am Main Geschichte, Turkologie, Islamkunde und Griechische Philologie studierte. Nach seiner Promotion und Habilitation wirkt er seit 2005 als Privatdozent für Turkologie an der Freien Universität Berlin und hat über 130 wissenschaftliche Arbeiten verfasst, darunter Beiträge zur türkischen Literatur und Kulturgeschichte. Als Übersetzer und Gründer des Verlags Gulandot widmet er sich der Förderung türkischer Literatur in deutscher Sprache, etwa durch Werke zu Imadeddin Nasimi oder der kulturellen Bedeutung von Schuscha.


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Gastkommentar
Siedler-Anwalt Yehuda Shimon schockiert: „Ein jüdisches Leben ist mehr wert als zehn Millionen palästinensische Leben“

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner

Ich habe heute ein Bild gesehen. Bevor ich so etwas veröffentliche, mache ich etwas völlig Verrücktes: Ich recherchiere. Wer ist der Mann? Hat er das wirklich gesagt? Ist das Zitat authentisch? Die Antwort lautet: Ja. Deshalb habe ich auch die wertende Überschrift entfernt.

Die braucht es nämlich gar nicht, denn das Originalzitat reicht völlig aus. Yehuda Shimon ist ein israelischer Anwalt und eine bekannte Persönlichkeit der Siedlerbewegung. Ein Anwalt.

Es gibt Berufe, bei denen ich davon ausgehe, dass ein Mindestmaß an ethischem Kompass vorhanden sein sollte – Ärzte, Richter und Juristen allgemein gehören für mich dazu. Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht altmodisch.

Wenn ein Jurist Menschenleben aufrechnet

Und dann sagt ausgerechnet ein solcher Jurist öffentlich: „Ein jüdisches Leben ist mehr wert als zehn Millionen palästinensische Leben.“ Das muss man erst einmal sacken lassen. Natürlich empfindet jeder Mensch mehr für seine eigene Familie oder sein eigenes Land, das ist völlig normal.

Aber zwischen dem Gefühl „Ich fühle mit meinen Landsleuten“ und der Aussage „Zehn Millionen andere Menschen sind weniger wert als einer von uns“ liegen moralische Galaxien. Ich persönlich mache diesen Unterschied nicht. Ob ein Mensch in Tel Aviv, Gaza, Hamburg oder Lagos stirbt – jedes verlorene Leben ist eines zu viel.

Das Schweigen der doppelten Standards

Was mich aber mindestens genauso beschäftigt, ist die Reaktion darauf – oder besser gesagt: das weitgehende Ausbleiben einer Reaktion. Spielen wir doch einmal das beliebte Spiel „Was wäre, wenn…?“. Was wäre wohl passiert, wenn ein palästinensischer Anwalt vor laufender Kamera gesagt hätte: „Ein palästinensisches Leben ist mehr wert als zehn Millionen jüdische Leben.“

Wie lange hätte es wohl gedauert, bis sämtliche Talkshows Sondersendungen veranstaltet hätten? Wie viele Leitartikel wären geschrieben worden und wie viele Politiker hätten sich gegenseitig mit ihrer Empörung überboten? Ich vermute, es hätte ungefähr bis zur nächsten vollen Stunde gedauert.

Hier dagegen erntet die Aussage vor allem Achselzucken, vielleicht noch ein paar Erklärungsversuche, ein bisschen Kontext oder ein wenig Relativierung. Man kennt das inzwischen. Offenbar hängt die Empörung heute nicht mehr davon ab, was gesagt wird, sondern wer es sagt.

Für mich bleibt der Maßstab jedenfalls derselbe: Wer Menschenleben so kalt gegeneinander aufrechnet, hat jeden moralischen Kompass verloren. Und wenn ausgerechnet ein Anwalt das tut, ist das nicht nur eine persönliche Entgleisung. Es ist ein moralischer Offenbarungseid, denn ein juristisches Examen ersetzt eben keinen Charakter.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von NEX24 dar.


Zum Autor

Susanne Mattner wurde im Ruhrgebiet geboren und studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowohl in den USA als auch an der Universität Dortmund. Nach ihren Studienstationen verbrachte sie in den 1990er-Jahren auch einige Zeit im Nahen Osten. Nach ihren längeren Auslandsaufenthalten lebt sie heute verheiratet in Hamburg. In ihren Beiträgen verfolgt sie aufmerksam das internationale Zeitgeschehen mit einem geschulten Blick für mediale Narrative. Ihre Schwerpunkte liegen auf geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten, gesellschaftlichen Debatten sowie der kritischen Analyse doppelter Standards in der Berichterstattung.


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Neues Tropen-Virus in Deutschland nachgewiesen: Alarm in der Landwirtschaft

Stuttgart/Zürich – Ein neuartiges, tropisches Rindervirus breitet sich derzeit unbemerkt von der großen Öffentlichkeit in Süddeutschland und der Schweiz aus. Nach offiziellen Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, wurde der Erreger erstmals bei Rindern in Baden-Württemberg und grenznahen Schweizer Kantonen nachgewiesen.

Das tückische Virus, das zur sogenannten Simbu-Serogruppe gehört, wirft in der Veterinärmedizin viele Fragen auf und versetzt die heimische Landwirtschaft in Alarmbereitschaft.

Übertragung durch Mücken und Klimawandel im Fokus

Der Erreger wird nicht von Tier zu Tier übertragen, sondern durch winzige Gnitzen. Diese extrem kleinen Bartmücken profitieren massiv von den zunehmend milden Wintern und den heißen Sommermonaten in Mitteleuropa, wodurch sie sich rasant nach Norden ausbreiten.

Während das Virus nach derzeitigem Wissensstand für den Menschen und für Verbraucher beim Konsum von Milch und Fleisch weitgehend ungefährlich sein dürfte, stellt es für die betroffenen Viehbestände eine erhebliche Bedrohung dar.

Das tatsächliche gesundheitliche Potenzial für den Menschen muss laut Forschern zwar noch abschließend untersucht werden, für die Landwirtschaft zeichnen sich jedoch bereits konkrete Schäden ab. 

Infektionen bei trächtigen Tieren führen häufig zu schweren Fehlbildungen bei Kälbern und Lämmern oder zu Totgeburten, was für die betroffenen Betriebe immense wirtschaftliche Schäden bedeutet.

Behörden schlagen Alarm und fordern Wachsamkeit

Da es sich um ein völlig neues Phänomen in diesen Breitengraden handelt, stehen Tierärzte und Labore vor einer großen Herausforderung. Das Friedrich-Loeffler-Institut hat die Landwirte und Tierärzte in ganz Deutschland zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen.

Symptome wie ein plötzlicher Rückgang der Milchleistung, Fieber oder unerklärliche Verwerfungen bei den Muttertieren müssen ab sofort sofort gemeldet und im Labor untersucht werden.

Während politische Debatten und das aktuelle Sommerwetter die Schlagzeilen der Republik beherrschen, schwelt im ländlichen Raum die Sorge vor einer großflächigen Epidemie, die die ohnehin kriselnde Agrarbranche hart treffen könnte.

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"No problem too small"
„Kein Problem zu klein“: New Yorks erster muslimischer Bürgermeister geht mit Reparatur-Videos viral

New York – Kostenlose Abendbetreuung für Familien, rabattierte kommunale Supermärkte und ein milliardenschweres Entlastungspaket für Kleinunternehmer: New Yorks erster muslimischer und demokratisch-sozialistischer Bürgermeister Zohran Mamdani lässt nach seinen sozialpolitischen Erfolgen nun mit einem viralen Social-Media-Trend aufhorchen

Bürger markieren das Stadtoberhaupt direkt in ihren Beiträgen, um auf Missstände in ihren Vierteln aufmerksam zu machen. Das Rathaus reagiert oft so verblüffend schnell, dass die Vorher-Nachher-Videos im Netz Millionen Klicks generieren – und der Bürgermeister packt bei den Reparaturen oft sogar selbst mit an.

Soziale Medien als direkter Draht zum Rathaus

Die Dynamik des Trends nahm rasant an Fahrt auf, als ein TikTok-Nutzer den offiziellen Account von Bürgermeister Zohran Mamdani in einem Video markierte, das tiefe Schlaglöcher auf einer lokalen Straße zeigte.

Die Reaktion folgte prompt: Noch am selben Tag rückten städtische Bautrupps an, um den Asphalt komplett zu erneuern. Ein kurz darauf veröffentlichtes Follow-up-Video, das die blitzschnelle Reparatur feierte, ging plattformübergreifend viral.

Seitdem häufen sich die Fälle. New Yorker nutzen die Reichweite von Plattformen wie TikTok und X zunehmend als digitalen Kummerkasten. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Straßenschäden. Hyperlokale Probleme, die im bürokratischen Alltag sonst oft untergehen, rücken so direkt ins Blickfeld der Entscheider.

Dass sich Mamdani in mehreren Clips selbst mit Schaufel oder Werkzeug an den Arbeiten beteiligt, verleiht den Beiträgen zusätzliche Authentizität und sorgt für eine enorme algorithmische Reichweite.

Spielplätze und Hitzeschutz im Fokus

Wie effektiv dieser unkonventionelle Kommunikationsweg ist, zeigen jüngste Beispiele abseits des Straßenverkehrs. Nachdem Anwohner per Brief- und Social-Media-Kampagne auf eine akute Gefahrenstelle an einem öffentlichen Spielplatz hinwiesen, wurde die Anlage innerhalb kürzester Zeit instand gesetzt.

Auch angesichts einer drohenden Extremwetterlage mit Rekordtemperaturen reagierte die Stadtverwaltung präventiv und installierte im Prospect Park in Rekordzeit temporäre Trinkwasserbrunnen, um Parkbesuchern eine kostenlose Abkühlung zu ermöglichen.

Das Prinzip: „Kein Problem ist zu klein“

Hinter den öffentlichkeitswirksamen Aktionen steht eine klare politische Leitlinie der aktuellen Administration unter Mamdani: Kein Problem der Bürger sei zu unbedeutend, um ignoriert zu werden. Die blitzschnellen Reaktionen sorgen nicht nur für spürbare Verbesserungen im Alltag, sondern haben eine digitale Kettenreaktion in Gang gesetzt.

Es entsteht ein hocheffizienter Kreislauf aus Mängelmeldung, prompter Reaktion und videografischer Dokumentation, der immer mehr Einwohner zur digitalen Bürgerbeteiligung motiviert.

Nahtlose Fortsetzung einer populären Reformpolitik

Für den Bürgermeister der Metropole, der international auch für seine klare Haltung gegen Israels Vorgehen im Gaza-Krieg im Fokus steht, reiht sich die Social-Media-Aktion nahtlos in eine Reihe populärer Maßnahmen ein.

Während Kritiker über eine perfekt inszenierte PR-Kampagne debattieren, verweist das Rathaus auf die tieferliegende Philosophie der Bürgernähe.

Diese zeigte sich bereits bei wegweisenden Projekten wie der kostenlosen Abendbetreuung für Familien oder den Plänen für fünf kommunale Supermärkte mit 30 Prozent Rabatt auf Grundnahrungsmittel, die ab 2027 spürbare Entlastungen bringen sollen.

Zusammen mit der Initiative „OPEN for Small Business“ zur Unterstützung von 180.000 Kleinunternehmern und dem gleichzeitigen Abbau eines 12-Milliarden-Dollar-Defizits untermauert die Verwaltung damit ihren Anspruch, dass große Strukturreformen und die Behebung kleinster alltäglicher Probleme im Rathaus denselben Stellenwert besitzen.

 


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„Palestine Convoy“
Bosnien: Fahrzeugkolonne mit über 500 Aktivisten nach Palästina unterwegs

Sarajewo – Mehr als 500 Aktivisten aus über 20 Ländern sind von Srebrenica in Bosnien und Herzegowina im Rahmen des internationalen Konvois „Palestine Convoy“ zu einer Fahrzeugkolonne in Richtung Palästina aufgebrochen.

Die Organisatoren wählten den Ort des Starts bewusst: Von der Stätte des Völkermords von Srebrenica aus wollen sie nach eigenen Angaben ein Zeichen gegen das Leid der Palästinenser in Gaza und im Westjordanland setzen. Inzwischen hat der Konvoi die südosttürkische Stadt Adana erreicht.

Der Arzt und Konvoi-Sprecher Hüseyin Durmaz erklärte gegenüber türkischen Medien, die Teilnehmer hätten in Srebrenica der Opfer des Genozids gedacht und für sie gebetet.

„Wir glauben, dass alle Formen von Ungerechtigkeit miteinander verbunden sind. Damals konnten wir nicht eingreifen und nicht helfen. Deshalb wollen wir heute angesichts dessen, was in Gaza, im Westjordanland und in Palästina geschieht, nicht schweigen.“

Durmaz betonte außerdem, einer der Schwerpunkte der Initiative sei das Westjordanland.

„Wir wollen nicht, dass das Westjordanland zu einem neuen Gaza wird. Es ist unsere Pflicht, das zu verhindern.“

Über Albanien und Griechenland in die Türkei

Nach dem Start in Bosnien führte die Route über Albanien und Griechenland, bevor der Konvoi am Grenzübergang İpsala die Türkei erreichte. Nach Angaben der Organisatoren reisen inzwischen mehr als 500 Aktivisten mit 17 Bussen und zahlreichen weiteren Fahrzeugen. In mehreren türkischen Städten wurden sie von Bürgern und zivilgesellschaftlichen Organisationen empfangen.

Zuletzt erreichte der Konvoi die südosttürkische Stadt Adana. Vor der Zentralmoschee versammelten sich zahlreiche Menschen zu einem Solidaritätsprogramm mit Koranrezitationen, Gebeten und Redebeiträgen.

„Wir werden Gaza nicht allein lassen“

Der Vorsitzende der Ülfet-Bildungs- und Hilfsorganisation, Gazi Kılıçparlar, erklärte gegenüber türkischen Medien, die Initiative wolle auf das Leid der Palästinenser aufmerksam machen und deren Anliegen auf internationaler Ebene sichtbar halten.

„Unser Ziel ist das Westjordanland, Jerusalem und die Al-Aqsa-Moschee. Wir werden die gerechte Sache Palästinas überall zur Sprache bringen.“

Auch der Mufti der Provinz Adana, Mehmet Taşçı, begrüßte die Teilnehmer und bezeichnete die Fahrt als Gewissensreise.

„Wir sind hier, wir werden euch nicht allein lassen. Wir werden weiterhin an der Seite unserer Brüder und Schwestern in Gaza stehen.“

Der islamische Theologe Dr. İdris Polat bezeichnete den Konvoi gegenüber türkischen Medien als weit mehr als eine gewöhnliche Reise.

„Dies ist eine Reise der Einheit. Sie bringt die Gemeinschaft wieder zusammen und vereint die Menschen gegen das Unrecht.“

„Gewaltfreier, aber entschlossener Widerstand“

Vorstandsmitglied Davut Daşkıran sagte gegenüber türkischen Medien, die Teilnehmer setzten bewusst auf zivilen und friedlichen Protest.

„Wir führen einen gewaltfreien, aber entschlossenen Widerstand. Wir sprechen die universelle Sprache des Gewissens und nicht die radikale Sprache, die Israel hören möchte.“

Zugleich rief Daşkıran dazu auf, die Aktion in den sozialen Medien zu unterstützen. Jede Veröffentlichung helfe dabei, die internationale Aufmerksamkeit für die Lage der Palästinenser zu erhöhen.

Ziel ist das Westjordanland

Nach Angaben der Organisatoren verfolgt der Konvoi drei zentrale Ziele: Er wolle verhindern, dass das Westjordanland das Schicksal des Gazastreifens teile, die humanitäre Lage in Gaza trotz zwischenzeitlicher Waffenruhen im internationalen Fokus halten und den friedlichen Druck für ein Ende der Besatzung aufrechterhalten.

Die Initiative versteht sich nach eigenen Angaben als parteipolitisch unabhängige zivile Bewegung. Die Route soll über die Türkei, den Irak und Jordanien bis in das besetzte Westjordanland führen. Die Ankunft in Grenznähe ist nach Angaben der Organisatoren für die zweite Augusthälfte geplant.

 


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