Naher Osten
Israel: Türkei stellt „größte Bedrohung“ dar

Ein israelischer Minister hat die Türkei als größte Sicherheitsbedrohung für den israelischen Staat bezeichnet und vor den strategischen Risiken gewarnt

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Jerusalem – Ein israelischer Minister hat die Türkei als größte Sicherheitsbedrohung für den israelischen Staat bezeichnet und vor den strategischen Risiken gewarnt, die durch die aggressive Außenpolitik Ankaras und die zunehmende militärische Präsenz in der Region entstehen.

Amichai Chikli, Israels Minister für Diaspora-Angelegenheiten und Bekämpfung von Antisemitismus, warnte in einem Interview mit dem israelischen Fernsehsender Kan, dass die Türkei derzeit die größte Bedrohung für Israel darstelle.

Er sagte, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und Außenminister Hakan Fidan eine „äußerst aggressive Außenpolitik“ in der Region verfolgten.

Chikli wies auf die wachsende militärische Präsenz der Türkei in Nordsyrien hin, darunter den Bau von Stützpunkten zur Unterstützung von Mitgliedern der Hayat Tahrir al-Sham, und bezeichnete dies als direktes Sicherheitsrisiko für Israel. Er betonte die strategischen Gefahren, die von den Aktivitäten und dem Einfluss Ankaras ausgehen, und erklärte, Israel müsse erkennen, dass „das Böse aus dem Norden kommen wird”.

„Das Böse wird aus dem Norden kommen“, fügte der Minister hinzu und unterstrich mit biblischen Anspielungen die Gefahr, die von den nördlichen Grenzen der Türkei ausgeht.

Chiklis Äußerungen kommen zu einer Zeit, in der die Spannungen zwischen Jerusalem und Ankara zugenommen haben. Er hob insbesondere die Unterstützung der Türkei für militante Gruppen in Nordsyrien hervor, darunter die Einrichtung von Militärstützpunkten. „Wir sehen Erdoğans Türkei als den neuen Iran – nicht weniger“, erklärte Chikli.

„Aggressive Außenpolitik der Türkei“

Die Äußerungen des Ministers berühren auch weiterreichende strategische Belange. Chikli kritisierte die „äußerst aggressive Außenpolitik“ der Türkei unter Erdoğan und Außenminister Hakan Fidan und verwies dabei auf den wachsenden Einfluss Ankaras im östlichen Mittelmeerraum und darüber hinaus. Als Reaktion darauf forderte er eine Stärkung der Allianzen mit den Partnern im Mittelmeerraum. Israel führte kürzlich gemeinsame Marineübungen mit griechischen Streitkräften in der Region durch, was Chikli als unerlässlich für die Bekämpfung des türkischen Expansionismus lobte.

Er sprach sich außerdem für eine Vertiefung der Beziehungen zu Zypern und Italien aus, um wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen zu wahren. Im Bereich der Verteidigung lehnte Chikli den Verkauf moderner F-35-Stealth-Kampfflugzeuge durch die USA an regionale Akteure ab, sofern dieser nicht mit einer diplomatischen Normalisierung der Beziehungen zu Israel verbunden sei – eine Haltung, die die Besorgnis Jerusalems über die Verbreitung von Waffen in einer volatilen Nachbarschaft widerspiegelt.

Er bekräftigte auch Israels entschiedene Ablehnung der Gründung eines palästinensischen Staates als Teil eines saudischen Normalisierungsabkommens und bezeichnete dies als eine nicht verhandelbare rote Linie. Obwohl Chiklis Äußerungen noch keine offizielle Reaktion von türkischer Seite hervorgerufen haben, spiegeln sie doch seit langem bestehende gegenseitige Vorbehalte wider. Die Türkei hat Israel wiederholt vorgeworfen, die Region zu destabilisieren, und Erdoğan selbst bezeichnete Premierminister Benjamin Netanjahu im Juni als „größte Bedrohung für die regionale Sicherheit.

Türkei blockiert Israels Teilnahme an NATO-Übung

Ankaras Blockade der israelischen Teilnahme an NATO-Manövern Anfang dieses Jahres und seine lautstarke Unterstützung für palästinensische Anliegen haben die Beziehungen weiter belastet, die einst durch wirtschaftliche Partnerschaften gestützt wurden, nun aber durch geopolitische Differenzen zerrüttet sind. Israelische Sicherheitsanalysten haben unterschiedliche Meinungen zu dieser Einschätzung.

Einige, wie beispielsweise in einem Bericht der israelischen Negal-Kommission vom Mai, stufen die Ambitionen der Türkei – insbesondere ihre Verstrickungen in Syrien – sogar als eine noch größere Gefahr ein als die unmittelbaren Gefahren durch den Iran.

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