Stuttgart/Zürich – Ein neuartiges, tropisches Rindervirus breitet sich derzeit unbemerkt von der großen Öffentlichkeit in Süddeutschland und der Schweiz aus. Nach offiziellen Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, wurde der Erreger erstmals bei Rindern in Baden-Württemberg und grenznahen Schweizer Kantonen nachgewiesen.
Das tückische Virus, das zur sogenannten Simbu-Serogruppe gehört, wirft in der Veterinärmedizin viele Fragen auf und versetzt die heimische Landwirtschaft in Alarmbereitschaft.
Übertragung durch Mücken und Klimawandel im Fokus
Der Erreger wird nicht von Tier zu Tier übertragen, sondern durch winzige Gnitzen. Diese extrem kleinen Bartmücken profitieren massiv von den zunehmend milden Wintern und den heißen Sommermonaten in Mitteleuropa, wodurch sie sich rasant nach Norden ausbreiten.
Während das Virus nach derzeitigem Wissensstand für den Menschen und für Verbraucher beim Konsum von Milch und Fleisch weitgehend ungefährlich sein dürfte, stellt es für die betroffenen Viehbestände eine erhebliche Bedrohung dar.
Das tatsächliche gesundheitliche Potenzial für den Menschen muss laut Forschern zwar noch abschließend untersucht werden, für die Landwirtschaft zeichnen sich jedoch bereits konkrete Schäden ab.
Infektionen bei trächtigen Tieren führen häufig zu schweren Fehlbildungen bei Kälbern und Lämmern oder zu Totgeburten, was für die betroffenen Betriebe immense wirtschaftliche Schäden bedeutet.
Behörden schlagen Alarm und fordern Wachsamkeit
Da es sich um ein völlig neues Phänomen in diesen Breitengraden handelt, stehen Tierärzte und Labore vor einer großen Herausforderung. Das Friedrich-Loeffler-Institut hat die Landwirte und Tierärzte in ganz Deutschland zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen.
Symptome wie ein plötzlicher Rückgang der Milchleistung, Fieber oder unerklärliche Verwerfungen bei den Muttertieren müssen ab sofort sofort gemeldet und im Labor untersucht werden.
Während politische Debatten und das aktuelle Sommerwetter die Schlagzeilen der Republik beherrschen, schwelt im ländlichen Raum die Sorge vor einer großflächigen Epidemie, die die ohnehin kriselnde Agrarbranche hart treffen könnte.
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