Zeist/Utrecht – Ein Video aus den Niederlanden hat weltweit Empörung ausgelöst. Die Aufnahmen zeigen niederländische Polizisten, die eine neun Monate schwangere Syrerin zu Fall bringen, über den Boden schleifen und an den Haaren ziehen.
Der Vorfall ereignete sich am Abend des 19. Mai 2026 in Zeist, einer Stadt nahe Utrecht, wo sich ein temporäres Asylbewerberheim befindet.
Mehrere Videos die auf sozialen Medien kursierten zeigten verschiedene Ausschnitte des Vorfalls. In einer Aufnahme ist zu sehen wie ein Polizist mit einem Polizeihund die Frau zu Boden reißt.
In einem zweiten Clip ziehen zwei Beamte die Frau über den Boden — einer von ihnen hält sie dabei an den Haaren. Die Aufnahmen verbreiteten sich innerhalb von Stunden weltweit und lösten scharfe Kritik aus.
„Das ist was meiner Frau und meiner Tochter passiert ist“
Wesam Mekdad, der Ehemann der Frau, meldete sich auf Facebook zu Wort. „Das ist Ungerechtigkeit“, schrieb er und veröffentlichte die Videos. Er beschrieb, wie er seine hochschwangere Frau auf dem Boden liegen sah — und auf den Polizisten zuging.
Mekdad wurde daraufhin festgenommen. Die niederländische Polizei bestätigte die Verhaftung eines 30-jährigen Mannes aus Zeist, nannte aber keine weiteren Details.
Mekdad schilderte die Situation seiner Familie: Er ist Palästinenser aus Gaza, seine Frau Syrerin.
Beide hatten über Ägypten, die Türkei, Griechenland und Deutschland die Niederlande erreicht und Asyl beantragt. Kurz vor dem Vorfall hatte Mekdad nach eigenen Angaben einen Ablehnungsbescheid erhalten — er solle nach Ägypten abgeschoben werden, seine Frau nach Deutschland, obwohl das Kind möglicherweise in den Niederlanden zur Welt kommen würde.
Polizei spricht von „dynamischer Situation“
Die niederländische Polizei veröffentlichte ein Statement und erklärte, die Videos zeigten nur einen Ausschnitt des Vorfalls. Die Beamten hätten in einer „dynamischen Situation“ gehandelt und schnell reagieren müssen — im Interesse der Sicherheit aller Anwesenden.
Der Einsatz von Gewalt werde nun auf Basis der bekannten Fakten und Umstände überprüft. Gleichzeitig betonte die Polizei ihr Vertrauen in die Professionalität der beteiligten Beamten.
Laut Polizei waren die Beamten wegen Meldungen über Bedrohungen, Vandalismus und eines Messers gerufen worden. Mekdad selbst räumte ein, in einem Moment der Verzweiflung nach Erhalt der schlechten Nachrichten einen Fernseher und die Tür seines Zimmers beschädigt zu haben — er habe jedoch niemanden angegriffen oder Gewalt gegen andere Personen ausgeübt. Seine Frau habe den Beamten mitgeteilt, dass er freiwillig mitgehen würde.
Baby wurde gesund geboren
Mekdad postete kurz darauf Fotos seiner neugeborenen Tochter und schrieb, sie sei wohlauf. Der Fall sorgt weiter für Diskussionen über den Umgang niederländischer Behörden mit Asylsuchenden — und darüber, ob der Einsatz von Gewalt gegen eine erkennbar hochschwangere Frau verhältnismäßig war.
🇳🇱 Outrage in the Netherlands after footage appeared to show a police officer forcefully throwing a pregnant woman to the ground during an arrest, raising questions about the use of force. pic.twitter.com/S0e8BNnlnQ
— Ramy Abdu| رامي عبده (@RamAbdu) May 30, 2026
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