Teheran – Die iranischen Streitkräfte haben Berichte über den Abschuss einer ballistischen Rakete in Richtung des türkischen Hoheitsgebiets offiziell dementiert. In einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung hieß es, der Iran respektiere die Souveränität des „nachbarlichen und freundschaftlichen Landes Türkei“. Ein Angriff auf türkisches Territorium habe nicht stattgefunden.
Die Gegendarstellung folgt auf eine Mitteilung des türkischen Verteidigungsministeriums vom Mittwoch. Demnach sei eine ballistische Rakete, die vom Iran aus gestartet wurde und den Luftraum über Syrien und dem Irak durchquert hatte, durch NATO-Luft- und Raketenabwehrsysteme über dem östlichen Mittelmeer zerstört worden.
Vorfall in der Provinz Hatay und diplomatische Konsequenzen
Trümmerteile, die im Distrikt Dörtyol in der südtürkischen Provinz Hatay niedergingen, stammen laut Angaben des Ministeriums von der Abfangrakete, die zur Neutralisierung der Bedrohung eingesetzt wurde. Bei dem Vorfall wurden keine Opfer gemeldet. Das türkische Verteidigungsministerium betonte die Entschlossenheit und Kapazität, die Sicherheit des Landes und seiner Bürger auf höchstem Niveau zu gewährleisten.
Als unmittelbare diplomatische Reaktion bestellte die Türkei den iranischen Botschafter, Mohammad Hassan Habibollahzadeh, in das Außenministerium ein. Türkische Beamte übermittelten einen entschiedenen Protest und äußerten tiefe Besorgnis über den Vorfall. Es wurde unterstrichen, dass jegliche Schritte, die eine Ausweitung von Konflikten und eine weitere Destabilisierung der Region riskieren, vermieden werden müssen.
Details zum Abfangvorgang und Zielobjekt
Ein hochrangiger US-Militärbeamter sowie ein westlicher Beamter konkretisierten gegenüber der New York Times, dass der Angriff offenbar der Luftwaffenbasis Incirlik in der Türkei galt. Die Basis beherbergt als NATO-Stützpunkt sowohl amerikanische Truppen als auch Kontingente anderer verbündeter Staaten. Obwohl die Türkei zuvor erklärt hatte, ihren Luftraum nicht für Angriffe gegen den Iran zur Verfügung zu stellen, rückte die Basis nun in das Zentrum der militärischen Auseinandersetzung.
Beide Beamten bestätigten, dass die iranische Rakete von einem Abfangkörper abgeschossen wurde, der von einem US-Kriegsschiff im östlichen Mittelmeer gestartet worden war. Der US-Militärvertreter fügte hinzu, dass der Abschuss kurz vor Mitternacht (Eastern Standard Time) am Dienstag erfolgte. Zum Einsatz kam dabei ein SM-3-Abfangraketensystem, das von dem Zerstörer U.S.S. Oscar Austin abgefeuert wurde.
NATO reagiert auf Eskalation am Persischen Golf
NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte am Donnerstag, dass das Abfangen der Rakete derzeit keine Aktivierung von Artikel 5 des NATO-Vertrags (Kollektive Verteidigung) rechtfertige. Rutte betonte jedoch die erhöhte Wachsamkeit des Bündnisses angesichts der eskalierenden Spannungen.
„Niemand spricht über Artikel 5“, so Rutte. Die Allianz habe jedoch Stärke und Wachsamkeit demonstriert, die seit den Ereignissen vom vergangenen Samstag weiter intensiviert worden sei. Artikel 5 legt fest, dass ein Angriff auf ein Mitglied als Angriff auf alle Mitglieder gewertet wird.
The General Staff of Iran’s Armed Forces has released a statement denying firing any missile towards Turkiye, which yesterday said NATO defences downed a missile from Iran as it headed into its airspace.
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— Al Jazeera English (@AJEnglish) March 5, 2026
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