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Mediennutzung 2026: Zwischen KI-Euphorie und Deepfakes Generationen driften im Medienverhalten weiter auseinander

Zwei von drei Personen empfinden es als problematisch, KI-generierte Inhalte nicht zuverlässig erkennen zu können.

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  • Social Media ist die Medienform mit der stärksten Nutzerbasis (78%), doch erste Personen ab Mitte 50 fahren ihre Nutzung zurück.
  • Das Interesse der Deutschen am Generieren eigener KI-Videos ist groß (43%), allerdings haben zwei Drittel Schwierigkeiten, KI-generierte Inhalte im Netz zu erkennen.
  • Der Konsum von Video-Streaming-Diensten nimmt weiter zu; viele (43%) könnten sich eine Bündelung unterschiedlicher Angebote auf einer Plattform vorstellen.
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    Soziale Netzwerke sind die reichweitenstärkste Medienform bei Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland. 78 Prozent sind auf den Plattformen aktiv. Bei Personen unter 25 Jahren sind es sogar 91 Prozent. Fast die Hälfte von ihnen (43%) nutzt soziale Medien heute intensiver als noch im Vorjahr. Doch der verstärkte Einsatz künstlicher Intelligenz bringt eine neue Unsicherheit mit:

    Zwei von drei Personen empfinden es als problematisch, KI-generierte Inhalte nicht zuverlässig erkennen zu können. Zudem geben 56 Prozent an, in sozialen Netzwerken immer häufiger Inhalte ohne Mehrwert zu sehen, die offensichtlich KI-generiert sind. Erste Personen (6%) aus der Altersgruppe ab Mitte 50 fahren ihren Social-Media-Konsum zurück.

    Bei der Erstellung eigener Inhalte ist die neue Technologie aber sehr beliebt. So haben bereits 22 Prozent der Befragten mittels KI Bilder erstellt, weitere 11 bzw. neun Prozent sogar Videos bzw. Musik. Ein weiteres Drittel kann sich vorstellen, zukünftig Multimedia-Inhalte zu kreieren (Bilder: 30%; Videos: 32%; Musik 28%).

    Am stärksten werden KI-Anwendungen derzeit für die Informationssuche (35%) und um sich zur Nachrichtenlage zu informieren (29%) genutzt. Altersübergreifend wäre sogar jeder Fünfte (20%) bereit, monatlich mehr als 10 Euro für Abonnements von KI-Anwendungen auszugeben. Weitere 17 Prozent würden bis zu 10 Euro im Monat zahlen.

    „Die Verbraucherinnen und Verbraucher zeigen sich aufgeschlossen und experimentieren mit den Möglichkeiten von KI-Anwendungen. Gleichzeitig führen KI-Inhalte im Netz zu Verunsicherung. Es braucht klare Lösungen wie transparente Kennzeichnung, um Vertrauen im digitalen Raum zu stärken“, sagt Sophie Pastowski, Medienexpertin und Director bei Deloitte.

    Deloittes Media Consumer Trends 2026 zeigen aktuelle Verhaltensmuster und Einstellungen der Mediennutzer in Deutschland. Für die Analyse wurden im Januar 2026 2.000 Personen im Rahmen einer repräsentativen Online-Erhebung interviewt.

    Fragmentierte Streaming-Landschaft stärkt Wunsch nach übergreifender Plattform

    Die Deutschen verbringen immer mehr Zeit mit Video-Streaming, kein Medienangebot erfährt so viel Nutzungszuwachs (vgl. Abbildung 1). Ein Drittel der Befragten verwendet zahlungspflichtige Video-on-Demand-Dienste häufiger als noch vor zwölf Monaten, nur neun Prozent nutzen sie weniger. Trotz der zunehmenden Nutzung stagnieren erstmals die Abonnementzahlen. Wie im Vorjahr haben 64 Prozent der deutschen Haushalte mindestens einen Anbieter abonniert, die Zahl der Abonnements pro Haushalt bleibt dort mit 2,5 konstant.

    Die Hälfte der Verbraucher empfindet das fragmentierte Angebot als unübersichtlich. Grundsätzlich können sich viele Mediennutzer (43%) vorstellen, verschiedene Dienste über eine gemeinsame Plattform zu bündeln. 60 Prozent der Befragten erwarten hierfür jedoch im Gegenzug einen Preisvorteil.

    „Video-Streaming ist ein reifer Markt, in dem intensivere Nutzung nicht automatisch zu mehr Abonnements führt“, ordnet Thomas Henkel, Medienexperte und Partner bei Deloitte, ein. „Die Konsolidierung von Diensten kann eine neue Chance sein, den Markt weiterzuentwickeln und gleichzeitig Komplexität für Nutzerinnen und Nutzer zu reduzieren.“

    Radio vor Podcast als Informationsquelle

    Im Audiomarkt setzt sich der Strukturwandel fort. Mit 65 Prozent wöchentlicher Hörer bleibt Radio der reichweitenstärkste Audiokanal, verliert aber bei den Unter-25-Jährigen an Bedeutung – nur 38 Prozent in dieser Altersgruppe schalten regelmäßig ein, 13 Prozent täglich.

    Weiter in der Nutzung zulegen können Musik-Streaming und Podcasts (vgl. Abbildung 1), und das Radio verzeichnet als einziges Audioangebot einen leichten Rückgang. Besonders Podcasts rücken in den Fokus: Bereits 22 Prozent der Befragten hören häufiger Podcasts als Radio, in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen überwiegt die Podcast-Nutzung bereits.

    Beim Thema Information bleibt jedoch das Radio führend: 54 Prozent stufen es als informativer ein, nur 19 Prozent sehen Podcasts vorn. „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass sich der Audiomarkt weiter ausdifferenziert – aber auch, dass Vertrauen ein knappes Gut bleibt. Hohe Informationsdichte und Unsicherheit lassen die Menschen bekannte und verlässliche Quellen mehr denn je schätzen“, schließt Thomas Henkel.

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