Osnabrück
Frieden und Vielfalt in Osnabrück: Das Akyürek-Fest begeistert Tausende

Die Stadt Osnabrück hat den verstorbenen Yılmaz Akyürek, einen der ersten türkischen Gastarbeiter in der Hasestadt, mit einem großen „Kultur- und Friedensfest“ geehrt.

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Von Yasin Baş

Die Stadt Osnabrück hat den verstorbenen Yılmaz Akyürek, einen der ersten türkischen Gastarbeiter in der Hasestadt, mit einem großen „Kultur- und Friedensfest“ geehrt.

Tausende Besucher strömten zum mittlerweile fünften „Akyürek-Fest“, das die Stadt in Kooperation mit dem Büro für Friedenskultur zu Ehren des 2007 verstorbenen Brückenbauers ausrichtete. Akyürek war 1999 mit der Ehrenmedaille der Stadt Osnabrück ausgezeichnet worden.

(Foto: Emily Ates)

Das Festival fand auf dem Yılmaz-Akyürek-Platz statt, einer zentralen Kreuzung zwischen Iburger Straße und Im Brink, die bereits 2008 nach dem engagierten Bürger benannt wurde. Für die türkischstämmigen Osnabrücker ist der Platz zu einem wichtigen Symbol der Anerkennung geworden.

Oberbürgermeisterin Pötter: „Ein Fest der Begegnung“

Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) betonte in ihrer Eröffnungsrede die Bedeutung des Festes:

„Diese Veranstaltung steht für Zusammenhalt, Respekt und gelebte Vielfalt. Sie bringt Menschen aus der Nachbarschaften und der gesamten Region zusammen – ganz im Sinne von Yılmaz Akyürek.“

Sie würdigte den Verstorbenen als eine Persönlichkeit, die sich mit ganzer Kraft für die Integration von Zugewanderten, den interkulturellen Austausch und den Brückenschlag zwischen den Religionen eingesetzt habe.

Akyürek habe sein Leben dem gegenseitigen Kennenlernen und der Versöhnung gewidmet. Pötter weiter: „Wir ehren heute sein Andenken – und ich bin überzeugt, dass wir damit genau das tun, was ihn glücklich machen würde: Wir reden miteinander, wir lernen uns kennen, wir feiern gemeinsam und profitieren von der Vielfalt unserer Kulturen.“ Die bunte Veranstaltung sei ein unverzichtbarer Beitrag für die Friedensstadt Osnabrück.

(Foto: Emily Ates)

Töchter erinnern an den Brückenbauer

Im Namen der Familie sprach Yılmaz Akyüreks Tochter Tülin Akyürek, die als Unternehmerin in Köln lebt. Sie dankte der Stadt und dem Büro für Friedenskultur für die Organisation und Ausrichtung des Festes.

Ihr Vater sei weit über die Grenzen Osnabrücks als hilfsbereiter und weitsichtiger Mensch bekannt gewesen. „Er hat unermüdlich Brücken gebaut. Er war überzeugt, dass wir alle voneinander lernen können – egal welche Herkunft, welche Sprache oder welchen Glauben wir haben. Für ihn war Vielfalt kein Problem, sondern ein Geschenk, für das man dankbar sein sollte.“

Akyürek war viele Jahre Vorsitzender des „Türkischen Elternvereins Osnabrück“ (1977–1985) und setzte sich besonders für die Bildung türkischer und zugewanderter Schüler ein. Mehr als zwei Jahrzehnte engagierte er sich aktiv im Ausländerbeirat der Stadt.

Im Namen der Familie sprach Yılmaz Akyüreks Tochter Tülin Akyürek (Foto: Emily Ates)

Bunte Show, begeisterte Besucher, internationale Gäste

Das Bühnenprogramm begeisterte Jung und Alt: Besonders die Folklore-Tanzgruppe der Jugendabteilung der DİTİB-Moschee aus der Frankenstraße erntete großen Applaus. Schüler aus umliegenden Schulen sowie weitere Künstler trugen Lieder auf Gitarre und Saz vor, während internationale Musik- und Tanzgruppen für ein weltoffenes Flair sorgten.

Zahlreiche Vereine und städtische Einrichtungen präsentierten sich zudem auf Ständen. Unter den Gästen waren auch Vertreter der Partnerstädte Osnabrücks – aus der Türkei war die Stadt Çanakkale offiziell vertreten. Das Fest endete mit sportlichen und kulturellen Vorführungen verschiedener Organisationen und Vereine – ganz im Sinne des großen Versöhners und Vorbilds Yılmaz Akyürek.

 


Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?” sowie „nach-richten: Muslime in den Medien”.


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