Israel
Oppositionspolitiker Jair Lapid: Netanjahu ist gealtert und müde

Ex-Premier Lapid nennt das Iran-Abkommen eine Katastrophe und wirft Netanyahu vor, gealtert und von ungeeigneten Menschen umgeben zu sein.

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Jerusalem – Jair Lapid, ehemaliger israelischer Premierminister und heutiger Oppositionsführer, hat scharfe Kritik an Premierminister Benjamin Netanyahu und dem sich abzeichnenden Abkommen zwischen den USA und Iran geübt.

„Das sich abzeichnende Abkommen mit Iran ist eine Katastrophe“, schrieb Lapid auf X. „Ich habe den Krieg gegen Iran von Anfang an unterstützt, aber das politische Management des gesamten Ereignisses hätte nicht schlechter sein können. Alles, was nicht hätte passieren dürfen — ist passiert.“

Lapid machte Netanyahu persönlich für das Versagen verantwortlich: „Benjamin Netanyahu ist ein talentierter Mensch, aber er ist gealtert, er ist müde geworden — und er ist von den am wenigsten geeigneten Menschen zur Führung eines Staates umgeben.“

Was das Iran-Abkommen vorsieht

Hintergrund ist ein sich abzeichnendes Memorandum of Understanding zwischen den USA und Iran, das die Grundlage für weitere Verhandlungen über Irans Nuklearprogramm legen soll.

US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, die Einigung beinhalte die Wiedereröffnung der Straße von Hormus — erwähnte aber das iranische Atomprogramm nicht, obwohl er zuvor wiederholt betont hatte, Iran dürfe keine Atomwaffen entwickeln und müsse seinen Bestand an auf 60 Prozent angereichertem Uran aufgeben.

Israelische Sicherheitsbeamte zeigen sich laut CNN besorgt, dass das Abkommen Iran Zeit zur wirtschaftlichen und militärischen Erholung verschaffe — danach wäre es „für die Amerikaner und uns schwer, zurückzukehren und zu kämpfen“. Auch führende republikanische Senatoren in den USA bezeichneten die gemeldeten Bedingungen als „Alptraum für Israel“.

Avigdor Liberman, Chef der israelischen Oppositionspartei Yisrael Beytenu, erklärte: „Jedes Abkommen ist aus unserer Sicht eine Katastrophe, weil jedes Abkommen die Ajatollahs an der Macht lässt.“

Lapid: Ehemaliger Premier und scharfer Netanyahu-Kritiker

Jair Lapid ist keine unbedeutende Stimme in der israelischen Politik. Von Juli 2022 bis Dezember 2022 war er Premierminister Israels, davor langjährig Finanzminister und Oppositionsführer.

Als Gründer und Chef der Partei Jesch Atid gehört er zu den profiliertesten Kritikern Netanyahus. Lapid hatte Netanyahu bereits in der Vergangenheit mehrfach gewarnt — unter anderem vor dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023, als er öffentlich vor einer drohenden Sicherheitskatastrophe warnte.

Beobachter weisen darauf hin, dass Lapids Aussagen — Netanyahu sei „gealtert“ und „von den falschen Menschen umgeben“ — besonderes Gewicht haben, weil sie aus dem israelischen Establishment selbst kommen und nicht von außen.

Sie treffen Netanyahu in einem Moment, in dem seine Umfragewerte auf einem historischen Tiefpunkt liegen und die Opposition laut aktuellen Erhebungen eine Mehrheit im Parlament erreichen könnte

 


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