Berlin – Deutschland ist das Land mit den meisten Superreichen in Europa — und die Zahl wächst weiter.
Laut dem Knight Frank Wealth Report 2026 leben in Deutschland derzeit 38.215 sogenannte Ultra-High-Net-Worth-Individuals (UHNWIs), also Menschen mit einem Nettovermögen von mindestens 30 Millionen Dollar (rund 25,7 Millionen Euro). Damit führt die Bundesrepublik die europäische Rangliste mit deutlichem Abstand an.
Zwischen 2021 und 2026 kamen in Deutschland 9.273 neue Mitglieder zu diesem exklusiven Kreis hinzu — der höchste absolute Zuwachs aller europäischen Länder. In prozentualen Zahlen bedeutet das ein Plus von 32 Prozent innerhalb von fünf Jahren.
Europa wächst — Deutschland vorn
Insgesamt stieg die Zahl der Superreichen in Europa im selben Zeitraum um 26 Prozent. Von 146.525 im Jahr 2021 wuchs die UHNWI-Bevölkerung des Kontinents auf 183.953 im Jahr 2026 — das entspricht rund 37.400 neuen Einträgen in diesem exklusiven Club.
Fast ein Viertel aller Superreichen weltweit lebt in Europa.
Hinter Deutschland folgen Großbritannien mit 27.876 und Frankreich mit 21.528 UHNWIs. Kein weiteres europäisches Land überschreitet die Marke von 20.000.
Die Schweiz kommt auf 17.692, Italien auf 15.433. Spanien verzeichnet 9.186 Superreiche, Schweden 6.845 und die Niederlande 5.077. Die Türkei liegt mit 4.208 im Mittelfeld, knapp vor Österreich mit 4.188.
Prozentualer Anstieg: Osteuropa holt auf
Betrachtet man das prozentuale Wachstum, zeigt sich ein anderes Bild: Polen verzeichnete mit einem Plus von 109 Prozent den stärksten Anstieg in ganz Europa — die Zahl der Superreichen hat sich dort mehr als verdoppelt.
Dicht dahinter folgen die Türkei mit 94 Prozent und Rumänien mit 93 Prozent. Griechenland, Tschechien und Portugal verzeichneten jeweils ein Wachstum von mindestens 50 Prozent.
Deutschland liegt mit 32 Prozent im soliden Mittelfeld. Großbritannien bildet mit lediglich 12 Prozent das Schlusslicht unter den großen Volkswirtschaften. Schweden verzeichnete mit acht Prozent den niedrigsten Wert aller untersuchten Länder.
Globale Verschiebungen der Vermögen
Weltweit halten derzeit mehr als 710.000 Menschen ein Nettovermögen von mindestens 30 Millionen Dollar. Die USA dominieren mit 387.422 UHNWIs mit weitem Abstand. Liam Bailey, globaler Forschungschef bei Knight Frank, spricht von einer der bedeutendsten Verschiebungen in der weltweiten Vermögensverteilung der neueren Geschichte.
Der Aufschwung sei vor allem durch Gewinne im Technologiesektor angetrieben worden — insbesondere durch den Boom rund um Künstliche Intelligenz.
Der Bericht weist zudem darauf hin, dass steigende Steuern und wachsender Regulierungsdruck die globale Mobilität von Vermögen beschleunigen. Superreiche organisierten ihr Leben laut Knight Frank zunehmend über mehrere Länder hinweg, während Family Offices aktiv Steuer-, Lifestyle- und politische Risiken managen.


