Ukraine-Krieg
Friedensabkommen: Ukraine soll den Donbass an Russland abtreten

Präsident Selenskyj bestätigt gegenüber Reuters: Die USA knüpfen Sicherheitsgarantien an einen Donbass-Abzug. Erfahren Sie alles über den wachsenden Druck aus Washington, die Gespräche in Miami und die Hintergründe der Anchorage-Formel.

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Kiew/New York – In der Debatte um ein Ende des Ukraine-Krieges erhöht die US-Regierung massiv den Druck auf Kiew. Wie Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Exklusiv-Interview mit Reuters am Mittwoch bestätigte, knüpft Washington künftige Sicherheitsgarantien an eine harte Bedingung: Die Ukraine müsse ihre Truppen aus dem gesamten Donbass abziehen.

Selenskyj zeichnete ein ernüchterndes Bild der aktuellen Verhandlungen. Während die USA zunehmend durch den Konflikt mit dem Iran im Nahen Osten gebunden sind, drängt Präsident Donald Trump auf ein schnelles Ende des vierjährigen Krieges in Europa.

„Der Nahe Osten hat definitiv Auswirkungen auf die nächsten Schritte von Präsident Trump“, so Selenskyj gegenüber Reuters. Er kritisierte, dass die US-Strategie derzeit darauf abzuzielen scheint, den Druck primär auf die ukrainische Seite auszuüben: „Die Amerikaner sind bereit, diese Garantien auf hoher Ebene abzuschließen, sobald die Ukraine bereit ist, sich aus dem Donbass zurückzuziehen.“

Die „Anchorage-Formel“ und der Druck aus Florida

Laut Berichten von Ukrainska Pravda, die sich auf die jüngsten Gespräche in Miami (21.–22. März) beziehen, fordern US-Unterhändler die Umsetzung der sogenannten „Anchorage-Formel“.

Dieser Rahmen, der angeblich auf einem Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska im August 2025 basiert, sieht vor, dass die ukrainischen Streitkräfte die noch gehaltenen Gebiete in den Regionen Donezk und Luhansk räumen. Im Gegenzug stellt Washington umfassende Sicherheitsgarantien für die nächsten 20 Jahre in Aussicht.

Für Kiew ist dies eine gefährliche Gratwanderung. Selenskyj warnte, dass ein Rückzug aus dem befestigten Donbass die Sicherheit der gesamten Ukraine und Europas gefährden würde, da man strategisch wertvolle Verteidigungslinien aufgeben müsste. Zudem sieht er das Risiko einer Spaltung der ukrainischen Gesellschaft. „Ich sehe das nicht einfach als Land. Ich sehe es als Verrat an Hunderttausenden von Menschen, die dort leben“, betonte er bereits zuvor gegenüber der BBC.

USA drohen mit Abbruch der Gespräche

Die Dringlichkeit aus Washington hat einen strategischen Grund: Sollte in den kommenden Wochen kein Durchbruch gelingen, drohen die USA damit, sich vollständig aus dem Vermittlungsprozess zurückzuziehen.

„Die Amerikaner sehen derzeit nicht, wo wir eine Einigung erzielen können“, zitiert Ukrainska Pravda eine Quelle aus Selenskyjs Umfeld. Dies könnte Washington dazu bewegen, den Prozess ganz zu verlassen und den Fokus endgültig auf den Iran zu legen.

Russland setzt unterdessen darauf, dass der Westen das Interesse verliert. Trotz der diplomatischen Sackgasse dankte Selenskyj der Trump-Administration für die fortgesetzte Lieferung von Patriot-Abwehrsystemen, die trotz des hohen Bedarfs am Golf weiterhin die ukrainischen Städte schützen.

Dennoch bleibe die Lage prekär: Ohne ein klares Sicherheitsdokument, das Selenskyj bereits im Januar als „zu 100 % fertig“ bezeichnet hatte, steht die Zukunft der Ukraine auf dem Spiel. Ein geplanter Gipfel zwischen Trump, Putin und Selenskyj gilt derzeit als einzige Hoffnung, um die territorialen Fragen und Garantien doch noch zu besiegeln.

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