Typhoon-Kampfjets
Eurofighter: Großbritannien und Türkei unterzeichnen Kampfjet-Deal

Türkei und Großbritannien unterzeichnen Milliarden-Abkommen für Eurofighter-Support, Pilotentraining und den Ausbau der NATO-Luftkampfkapazitäten.

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London – Die Modernisierung der türkischen Luftwaffe nimmt in diesen Tagen eine historische Wendung.

Großbritannien und die Türkei haben am Mittwoch in London ein milliardenschweres Abkommen über ein neues Trainings- und Unterstützungspaket unterzeichnet. Dieser Vertrag ist Teil des im vergangenen Jahr geschlossenen Rüstungsgeschäfts über 8 Milliarden Pfund (ca. 10,73 Milliarden US-Dollar) für die Lieferung von Eurofighter Typhoon-Kampfjets.

Die feierliche Unterzeichnung erfolgte durch den türkischen Verteidigungsminister Yaşar Güler und den britischen Verteidigungsminister John Healey während eines offiziellen Besuchs des türkischen Ministers im Vereinigten Königreich. Der neue Kontrakt umfasst das Training für türkische Piloten und Bodenpersonal in Großbritannien, während sich die Türkei auf den Einsatz ihrer ersten Tranche britischer Jets vorbereitet, so TRT World.

Das Abkommen markiert die nächste Phase des Beitritts der Türkei zum Eurofighter-Programm und soll die Luftkampffähigkeiten der NATO an deren Ostflanke stärken. Im Rahmen der Vereinbarungen wird die Royal Air Force zehn türkische Instruktorenpiloten sowie fast 100 Wartungstechniker ausbilden.

BAE Systems, Leonardo UK, MBDA, Rolls-Royce

Ziel ist es, die türkischen Luftstreitkräfte in die Lage zu versetzen, das Training und den Support für zukünftiges Personal eigenständig durchzuführen. An dem Programm sind führende Verteidigungsunternehmen wie BAE Systems, Leonardo UK, MBDA, Rolls-Royce und Martin-Baker beteiligt. Diese Firmen liefern Komponenten, Ersatzeile, Support-Ausrüstung, hochpräzise Trainingssimulatoren sowie Systeme für die elektronische Kriegsführung.

BAE Systems wird den technischen Support für einen ersten Zeitraum von drei Jahren ab der Inbetriebnahme der Flugzeuge leisten. Die türkische Luftwaffe beabsichtigt, die Instandhaltung der Flugzeugzellen, Triebwerke und der Bordausrüstung auf Depot-Ebene direkt in der Türkei durchzuführen. Obwohl der exakte Wert des aktuellen Support-Vertrags nicht offiziell genannt wurde, lassen die Gesamtzahlen des im Oktober 2025 verkündeten Geschäfts Rückschlüsse zu.

Demnach zahlt die Türkei 5,4 Milliarden Pfund für den Kauf von 20 Typhoon-Kampfjets inklusive Waffen- und Integrationspaketen. Damit beläuft sich der Wert des begleitenden Support- und Trainingsvertrags auf maximal 2,6 Milliarden Pfund. Das Geschäft wurde möglich, nachdem Deutschland im Jahr 2025 sein Veto gegen den Verkauf aufgegeben hatte.

Transformation des türkischen Verteidigungssektors

Hintergrund dieser massiven Investitionen ist die Transformation des türkischen Verteidigungssektors zu einer globalen Macht in der Waffenentwicklung. Diese Entwicklung entstand ursprünglich aus der Not heraus, nachdem westliche Waffenembargos infolge der Zypern-Invasion 1974 Ankara dazu zwangen, eigene Kapazitäten aufzubauen.

Was mit einfachen Montagelinien begann, hat sich durch staatliche Anreize und Investitionen in Forschung und Entwicklung beschleunigt. Bis zum Jahr 2024 stieg die Türkei zum 13. größten Waffenexporteur der Welt auf.

Heute exportiert das Land Hightech-Ausrüstung in über 30 Staaten, darunter die im Einsatz bewährten Bayraktar TB2-Drohnen. Zum Portfolio gehören zudem Korvetten für Pakistan und Indonesien sowie T129-Kampfhubschrauber für die Philippinen und Nigeria. Mit dem aktuellen Eurofighter-Abkommen und der angestrebten technologischen Autonomie festigt die Türkei ihre Rolle als Brücke zwischen Ost und West in der Verteidigungsinnovation.

 


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