Boxsport
Boxer Ünsal Arik unterstellt Promoter Özen-Otto Nähe zur PKK

Profi-Boxer Ünsal Arik hat dem Chef des Universum Boxstalls, Ismail Özen-Otto, eine Nähe zur Terrororganisation PKK unterstellt.

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Hamburg – Profi-Boxer Ünsal Arik hat dem Chef des Universum Boxstalls, Ismail Özen-Otto, eine Nähe zur Terrororganisation PKK unterstellt.

„Er hat mich angerufen und sich beschwert, dass ich schlecht über ihn spreche. Aber wenn mich die Leute auf ihn angesprochen haben, habe ich gesagt, dass ich mit Terroristen nichts zu tun haben will“, sagte Arik gegenüber der BILD. Damit spiele er auf Özen-Ottos angebliche Sympathien für die PKK an. In Deutschland wird sie als Terror-Organisation eingestuft. Nach einem Box-Kampf hatte sich Özen-Otto mit Kurdenpolitiker Selahattin Demirtas ablichten lassen. Die türkische Regierung wirft dem heute inhaftierten Politiker eine Nähe zur PKK vor.

(Screenshot)

Wie die BILD weiter berichtet, schreibt Arik auf türkisch auf Twitter:

„Es besteht nun die Möglichkeit, gegen Ismail Özen, der für seiner Nähe zur PKK bekannt ist, zu boxen. Wenn die Formalitäten geklärt sind, wird das ganze sportlich im Ring geklärt!“

Özen-Ottos Antwort lässt nicht lange auf sich warten:

„Er stellt mich politisch in eine Ecke, in die ich nicht gehöre. Leider haben seine Worte im Netz dazu geführt, dass es anschließend auch Beleidigungen gegen meine Familie gab. Das will ich nicht auf mir sitzen lassen. Wenn er sportlich kommt, boxe ich ihn. Egal wo, auch in einer Telefonzelle.“

Ünsal daraufhin gegenüber BILD:

„Es reicht ihm offenbar nicht, dass er in eine Milliardärs-Familie eingeheiratet hat. Er braucht Aufmerksamkeit und die versucht er, über mich zu bekommen. Weil er sie mit Geld nicht kaufen kann. Wenn er unbedingt will – wir sind bereit für ein gutes Angebot und freuen uns über einen geschenkten Gegner. Bis dahin soll er lieber weiter brav Sitz bei seiner Frau machen und um mehr Taschengeld betteln.“

 

Bemerkenswert an der BILD-Meldung ist, dass für Arik Begriffe wie „pöbelt“ benutzt werden, wo er doch in der Vergangenheit als Held gefeiert wurde, als er Erdogan-Wähler kritisierte.

Arik hatte 2017 in Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royal“ den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan kritisiert. Arik, der Erdogan ein kleines Ego unterstellte und als einen Feigling bezeichnete, behauptete, dieser traue sich nur mit seinen „500 Bodyguards“ aus dem Haus. Auch Hitler durfte in der Sendung nicht fehlen. Adolf sei cool gewesen, erklärte Arik, „weil er hat Adolf umgebracht.“

2015 hatte der bekennende Kemalist nach einem Kampf ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Bu ülke Atatürk’ün, Tayyip’in değil“ – zu Deutsch: „Dieses Land gehört Atatürk, nicht Tayyip“ – angezogen.

2016 war er kurz nach dem vereitelten Putschversuch in der Türkei im Sat1 Frühstücksfernsehen aufgetreten, wo er Erdogan als Hitler 2.0 bezeichnet und auf die Frage der Moderatorin, warum Erdogan noch so beliebt bei den AKP-Anhängern sei, erwidert hatte, dass „99 Prozent des türkischen Volkes dumm ist“.

In der ZDF-Sendung „Neo Magazin Royal“ sagte er: „Ich bin sehr enttäuscht von allen Türken, die hier leben und Deutschland gegenüber keinen Respekt zeigen“, bedauerte er „Wir leben hier und haben Deutschland sehr viel zu verdanken.“

Gegenüber der Bild erklärte er später: „Jeder Türke, dem es hier nicht passt, weiß doch, wo der Flughafen ist. Wenn es so toll in der Türkei unter Erdogan ist, sollen die Türken hier doch Deutschland verlassen und uns in Ruhe lassen.“

In seiner Anmoderation hatte Böhmermann seine Bewunderung für den Boxer ausgesprochen. Sein Auftritt sei mutig, denn nur noch wenige Erdogan-Gegner trauten sich öffentlich, sich gegen den türkischen Staatschef zu äußern.

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