Wahlen in Russland
Muslimin Aina Gamzatova tritt gegen Putin an

Aina Gamzatova, eine 46-jährige Frau aus Dagestan, hat es nun offiziell bekannt gegeben. Sie will bei der Präsidentschaftswahl im März 2018 gegen Wladimir Putin antreten.

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Machatschkala (nex) – Die 46-jährige Dagestanerin Aina Gamzatova  hat es nun offiziell bekannt gegeben: Sie will bei der Präsidentschaftswahl im März 2018 gegen Wladimir Putin antreten.

Gamzatova leitet den größten muslimischen Medienkonzern Russlands Islam.ru, der Fernsehen, Radio und Printmedien umfasst. Sie schreibt Bücher über den Islam und steht einer Wohltätigkeitsorganisation vor.

Ihr Ehemann, Ahmad Abdulajew, ist der Mufti von Dagestan, Russlands unruhiger Provinz, in der bei Kämpfen zwischen tschetschenischen Rebellen und Regierungstruppen Tausende zum Opfer gefallen sind.

Rein rechnerisch hat Gamzatova keine Chance zu gewinnen, selbst dann nicht, wenn alle 20 Millionen Muslime Russlands in einem Land mit mehr als 140 Millionen Menschen für sie stimmen würden. Sie könnte aber eine hohe Anzahl von Stimmen in Dagestan und im Nordkaukasus erhalten – etwas, das Putins Image in der von Arbeitslosigkeit geprägten Region ruinieren wird, die stark von Subventionen des Bundes abhängt und in der – laut Wahlbeobachtern – Beamte routinemäßig auf Wahlmanipulationen und Wählerzwang zurückgreifen.

„Natürlich wird sie nicht Präsident werden“, schrieb Zakir Magomedov, ein beliebter Blogger aus Dagestan und fügt hinzu: „Sie wird aber hier definitiv eine Mehrheit erhalten – und Putin wird seine traditionellen 146 Prozent nicht von der Republik bekommen“, schrieb Magomedow. Er spielt damit auf einen Scherz unter Kreml-Kritikern über den Prozentsatz von Putins Loyalisten an.

Gamzatova schrieb auf Facebook: „Unser Land, Russland, ist unser Zuhause, und wenn wir uns in Muslime und Christen, Kaukasier und Russen spalten, werden wir aufhören zu existieren.“

Meine Kandidatur sollte nicht in einem klerikalen Kontext gesehen werden oder als ein Versuch von Muslimen  betrachtet werden, einen Konkurrenten für Wladimir Putin zu schaffen. Es ist der Wunsch, auf föderaler Ebene eine harte Anti-Wahhabismus-Haltung öffentlich bekannt zu machen und zu unterstützen.“

Gamzatova gehört zu einem Sufi-Orden, der Zehntausende von Anhängern hat und dessen Anführer, Said-Afandi Chirkavi, 2012 von einer weiblichen Selbstmordattentäterin im Kaukasus getötet wurde.

Der muslimische Führer Said Muhammad Abubakarov, Gamzatovas erster Ehemann, wurde 1998 in seinem Auto in die Luft gesprengt. Seine Mörder sind nie gefunden worden, aber er hat öffentlich „Wahabbis“ beschimpft – ein Begriff, den Gamzatova oft benutzt, um die Kämpfer zu beschreiben, gegen die sie hart durchgreifen will.

Sie sind „doppelzüngig“ und „blutrünstig“, sagte sie in Büchern und Reden, trotz Morddrohungen und der Ermordung anderer Sufi-Mitglieder in Dagestan.

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