Kampf gegen den Terror
Kurdische Armee will PYD-Regierung in Syrien „brechen“

Ein Peshmerga-Kommandeur der Autonomen Kurden-Region von Irak hat am Freitag bekanntgegeben, dass erste Kurden-Einheiten schon bald in Syrien einrücken werden. Die Rojava-Peschmerga werden von der internationalen Anti-IS-Koalition im Kampf gegen Terrormiliz IS unterstützt und will das Machtmonopol der PKK-nahen PYD im kurdischen Nordsyrien brechen.

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Ankara (eurasia/nex) – Die Rückkehr der sogenannten Rojava-Peschmerga nach Syrien ist nahe, sagte Kommandeur der irakische Kurden-Kommandeur Aziz Wesi, der darauf hinwies, dass das Mitglied der US-geführten Anti-IS-Koalition Türkei die Peschmerga bei diesem entscheidenden Schritt unterstützt. Über die militärischen Kapazitäten sagte der Kommandeur:

„Die Rojava-Peschmerga bilden eine professionelle Militäreinheit, die erfolgreich an Kämpfen der internationalen Koalition gegen den IS und allgemeinen Terrorismus teilnahm.“

Quellen aus der Kurdischen Demokratischen Partei in Irak, kurz KDP, kritisierten die politischen Praktiken der PKK-nahen PYD-Partei in Nordsyrien scharf. welche sie als anti-demokratisch und autoritär skizzieren. Die PYD und ihr Militärarm YPG verhinderte im Januar die Etablierung der „Armee von Syriens Kurdistan Peschmerga“, die in Nordsyrien gegen den IS operieren möchte. Mitglieder des Kurdischen Nationalrates, kurz KNC, wird regelmäßig verboten, das Kurden-Gebiet unter Kontrolle der PYD zu betreten. Seit 2013 kommt es im Einflussgebiet der PYD immer wieder zu Massenverhaftungen von Oppositionellen.

Die größte Oppositionsbewegung im mehrheitlich kurdisch besiedelten Rojava-Gebiet in Nordsyrien, die Kurdische Demokratische Partei von Syrien, kurz KDP-S, begrüßt die Stationierung von Peschmerga in Syrien, die sich derzeit im Irak aufhalten. Die ersten Einheiten sollen nach erfolgreichen Friedensgesprächen in der kasachischen Hauptstadt Astana, an denen die KDP-S teilnimmt, schon in der kommenden Woche entsandt werden.

Der hochrangige Parteivertreter der KDP-S Kawa Azizi sagte Ende Januar gegenüber dem kurdischen Nachrichtenportal Rudaw, dass die komplette Verlegung bis Juni dieses Jahr umgesetzt werden kann. Er informierte:

„Im Moment haben wir rund 7,000 syrische Peschmerga. Darunter fallen weibliche und männliche Kämpfer, die nach Syrien verlegt werden, wenn die Ausbildung von weiteren 7,000 Kämpfern beendet ist.“

Eurasia News sprach mit dem Analysten für kurdische Fragen des renommierten britischen Royal United Services Institute for Defence and Security Studies Michael Stephens. Der Wissenschaftler warnte vor einer Eskalation, da sich die PYD von der KDP-S durch die Verlegung der Peschmerga herausgefordert fühlen wird. Er schätzt die tatsächliche Zahl der syrischen Peschmerga auf zwischen 3.000 und 6.000 Mann ein und sagte:

„Die PYD wird eine militärische Kraft in ihrem Einflussgebiet, auch wenn sie kurdisch ist, niemals akzeptieren. Die Integration eines rivalisierenden Sicherheitssystems wird zu massiven Problemen führen.“

Stephens fürchtet, dass die Entsendung in einem neuen kriegerischen Konflikt ausarten könnte und sagte:

„Ich glaube nicht, dass die USA einer großen militärischen Verlegung in das PYD-Gebiet zustimmen werden. Das wäre der Beginn eines weiteren Bürgerkrieges in Syrien. Die PYD würde kurzen Prozess mit den Peschmerga machen.“

Der deutsche Syrien-Analyst Ömer Özkizilcik bemerkte gegenüber Eurasia News, dass die Kampfstärke der Peschmerga in Syrien sekundär ist. Er sagte:

„Wenn die Peschmerga einrücken, wird die Einheit dem kurdischen Volk eine Alternative zum PKK-Ableger geben. Nicht wenige PYD/YPG-Mitglieder könnten im Ergebnis zur KDP-S und den Peschmerga überlaufen.“

In Bezug auf die Türkei erklärte der Analyst:

„Die Türkei möchte den kurdischen Faktor im Nahen Osten nicht mehr übersehen. Stattdessen sucht sie nach kurdischen Akteuren, die bereit sind, mit der Türkei zusammenzuarbeiten anders als die PKK sowie ihre Ableger. Diese sind nicht konzessionsbereit, vor allem wenn es um die staatliche Integrität der Türkei geht.“

Die Beziehungen zwischen der KDP-S und der PYD, die als syrische Ablegerpartei der türkischen PKK gilt, sind angespannt. Die KDP-S unterhält enge Beziehungen zur Autonomen Kurden-Region in Nordirak. Iraks Kurden-Präsident Barzani kommentierte im Januar, dass die Rojava-Peschmerga noch nicht nach Syrien entsandt wurden, um das Blutvergießen unter Kurden zu vermeiden. Er warnte, dass die Geduld der Kurden-Regierung ihre Grenzen hat.

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Erschienen bei unserem Kooperationspartner Eurasia News

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