Christian Peacemaker Teams
Israel weist südafrikanischen Menschenrechtsaktivisten aus

"Würde Südafrika oder die Türkei einem ‚Aktivisten‘ gestatten, einzureisen, der das Land verbal (oder auf andere Weise) attackieren möchte?", fragte der israelische Botschafter Lenk in einem privaten Tweet.

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Johannesburg (nex) – Ein südafrikanischer Menschenrechtsaktivist warf am vergangenen Freitag den israelischen Behörden vor, ihn gedemütigt zu haben, indem er einer Leibesvisitation unterzogen und anschließend aus Israel ausgeflogen worden sei. Itani Rasalanavho, der mit der Nachrichtenagentur Anadolu sprach, beschrieb, wie er am vergangenen Freitag aus der Warteschlange der Ankunftskontrolle am Flughafen Ben Gurion abgeholt wurde.

„Ich wurde über den Zweck meines Besuchs befragt. Ich erwiderte, dass ich für eine kirchliche Menschenrechtsorganisation tätig bin, wurde aber dennoch festgenommen und einer Leibesvisitation unterzogen.“

Rasalanavho erzählte, dass er auf dem Weg nach Palästina gewesen sei, um sich dem Christlichen Friedensstifter Team (CPT) anzuschließen. Die Christian Peacemaker Teams sind eine weltweit tätige Menschenrechtsorganisation, die auch in den besetzten palästinensischen Gebieten aktiv sind.

„Ich wurde drei Stunden lang am Flughafen festgehalten, bevor ich in eine Hafteinrichtung gebracht wurde, wo ich einen ganzen Tag verbringen musste“, so Rasalanavho weiter.

Die Behörden hätten seinen Reisepass konfisziert und ihn am folgenden Tag zum Flughafen eskortiert. Er sei von dort aus nach Äthiopien ausgeflogen worden und habe anschließend einen Flug nach Südafrika genommen.

Der Menschenrechtsaktivist erklärte, dass die Handlungen der israelischen Behörden eine schwerwiegende Demütigung darstellten.

Die Nachrichtenagentur nahm Kontakt zum Ben Gurion Flughafen auf, wurde jedoch von einem Flughafenverantwortlichen, der erklärte, er wisse nichts von dem Zwischenfall, auf das israelische Außenministerium verwiesen. Letzteres konnte jedoch nicht erreicht werden.

Rasalanavho reiht sich in die lange Liste südafrikanischer Aktivisten ein, die entweder aus Israel ausgewiesen wurden oder keinen Zugang zu Palästina erhielten.

So wurde beispielsweise Na’eem Jeenah, ein Akademiker aus Johannesburg, 2011 wegen des Vorwurfs der Unterstützung des bewaffneten Widerstands gegen Israel ausgewiesen. Dem südafrikanischen Hochschulminister Blade Nzimande wurde 2015 ebenfalls der Zugang zu Palästina von Israel verwehrt, obwohl dieser sich auf einer offiziellen Reise in der Region befand.

Viele Südafrikaner, unter ihnen auch der Afrikanische Nationalkongress (ANC), haben öffentlich ihre entschlossene Unterstützung des palästinensischen Kampfes gegen die israelische Besatzung geäußert.

Als die Nachrichtenagentur Anadolu Kontakt zum israelischen Botschafter in Südafrika Arthur Lenk aufnahm, erklärte dieser, ihm seien keine Details über den Fall bekannt.

„Jedes Land, einschließlich Südafrika und der Türkei, lassen aus vielerlei Gründen nicht alle Ausländer ins Land. Würde Südafrika oder die Türkei einem ‚Aktivisten‘ gestatten, einzureisen, der das Land verbal (oder auf andere Weise) attackieren möchte?“, fragte Lenk in einem privaten Tweet. Jedes Land behalte sich das Recht vor, dieses nicht zu tun, erklärte er.

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