Atça/Aydın – In der westtürkischen Provinz Aydın sind die Dreharbeiten zum historischen Kurzfilm „Das Massaker in der Çomaklı-Ebene von Atça“ abgeschlossen worden.
Die Produktion basiert auf dem dritten Band des Werkes Yörük Ali Efe des Autors Sabahattin Burhan und greift historische Ereignisse aus den Jahren des Türkischen Unabhängigkeitskrieges auf.

Der Film erzählt die Geschehnisse in der Çomaklı-Ebene bei Atça während der griechischen Besatzung Westanatoliens im Jahr 1921. Im Mittelpunkt stehen Gewaltverbrechen an der türkischen Zivilbevölkerung, die sich nach türkischen historischen Quellen während der Besatzungszeit von 1919 bis 1922 ereignet haben und bis heute einen festen Platz in der regionalen Erinnerungskultur einnehmen.
Die Dreharbeiten fanden an Originalschauplätzen in und um Atça statt. Besonderer Wert wurde auf eine authentische Rekonstruktion der Epoche gelegt – von den Kostümen über die Ausstattung bis hin zur Gestaltung der historischen Schauplätze. Die Aufnahmen, die am 11. Juli 2026 begonnen hatten, wurden in der vergangenen Woche planmäßig abgeschlossen.
Regie führt Osman Emre. Für die Kamera zeichnen Deniz Kuyumcu und Aydın Yücel verantwortlich. Die Produktionsleitung übernimmt Kamil Okyay, die Gesamtkoordination liegt bei Oğuz Mucan. Die künstlerische Leitung verantwortet Dilek Üstaş, während die Filmmusik von Saykı und Oğuz Mucan komponiert wird. Zum Ensemble gehören Mustafa Benli, Alperen Şahin, Tanzer Ünal, Niyazi Üstaş, Mehmet Gülseven, Hasan Yüksel, Sait Özçakır und Firdevs Serpil Biçer.

Das Filmprojekt wurde mit maßgeblicher Unterstützung des Ortsvorstehers (Muhtar) von Atça, Ali Keleş, sowie der Einwohnerinnen und Einwohner und örtlichen Gewerbetreibenden realisiert.
Ziel der unabhängigen Produktion ist es, ein bislang wenig bekanntes Kapitel der Geschichte Westanatoliens einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und die Erinnerung an die zivilen Opfer der Kriegsjahre filmisch aufzuarbeiten.

Nach dem Abschluss der Dreharbeiten befindet sich der Kurzfilm derzeit in der Postproduktion. Im Anschluss ist eine Präsentation auf nationalen und internationalen Filmfestivals vorgesehen.
In der türkischen und aserbaidschanischen Geschichtswissenschaft hat sich der Fachbegriff Mezalim für massenhafte Gewaltverbrechen an der muslimischen Zivilbevölkerung etabliert.
Kemal Bölge, Aydın

