Terror in der Türkei
Update: Explosion im Stadtzentrum von Ankara – Opferzahl steigt auf mindestens 20

In der türkischen Hauptstadt Ankara kam es im Regierungsviertel Çankaya zu einer Explosion. Berichte sprechen von einem Anschlag auf zwei Militärfahrzeuge.

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Ankara (nex) – In der türkischen Hauptstadt Ankara ist es am Mittwochabend zu einer lauten Explosion im Regierungsviertel Çankaya gekommen. Dem privaten Fernsehsender CNN Türk zufolge soll diese sich in der Nähe von Militärwohngebäuden ereignet haben.

Es soll mindestens fünf Tote und zehn Verletzte geben. Auf Fernsehbildern war Feuer zu sehen. Über die Ursache der Explosion und die Umstände ist noch nichts bekannt, die Doğan-Nachrichtenagentur spricht von einem Angriff auf ein Militärfahrzeug. In den sozialen Medien wurden Bilder gepostet, die eine Rauchsäule aus dem Stadtzentrum zeigen.

Anwohner berichten, dass die Explosion auch in einigen Außenbezirken zu hören gewesen sei. In Fernseh-Liveberichten ist die Rede davon, dass sich die Explosion gegen 17:35 Uhr zugetragen habe, als zwei Armeeservicefahrzeuge an einer Bushaltestelle standen. Nach der Explosion standen zwei Servicebusse in Flammen, die die Armeeangehörigen zu ihren Arbeitsplätzen fahren sollten. Die Polizei sperrt die gesamte Gegend wegen der Gefahr möglicher weiterer Explosionen ab. Mehrere Ambulanzen wurden an den Anschlagsort geleitet. Noch ist unklar, ob sich Menschen im Bus befanden und wenn ja, ob und wie viele verletzt oder verstorben sind.

Die Explosion wurde offenbar durch Fernzündung ausgelöst. Es wurde vorerst eine Nachrichtensperre verhängt.

UPDATE 20:17 Uhr

Nach dem bisherigen Stand der Erhebungen ist die Zahl der Opfer des Terrors in Ankara auf mehr als 20 Tote und mindestens 61 Verletzte angestiegen. Eine Vermutung, wonach 20 oder 21 Menschen getötet worden sein könnten und 61 ins Krankenhaus gebracht wurden, äußerte Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoğlu gegenüber der Zeitung Hürriyet. Ankaras Gouverneur Mehmet Kılıçdar erklärte, der Anschlag sei mittels einer Autobombe ausgeführt worden. Schauplatz war das Stadtzentrum, wenige hundert Meter von bedeutenden Militärzentralen, dem Parlament und dem Büro des Premierministers entfernt.

Premierminister Ahmet Davutoğlu kündigte an, dass es eine detaillierte Untersuchung der Explosion geben werde. Er sagte seine für den heutigen Abend geplante Reise nach Brüssel ab. „Der Terror hat in hinterhältigster Form Ankara heimgesucht“, erklärte der Sprecher der regierenden AKP, Ömer Çelik. „Wir verfluchen diesen Anschlag.“ Die Bombe explodierte, als im Präsidentenpalast ein Sicherheitstreffen auf höchster Ebene mit Premierminister Recep Tayyip Erdoğan stattfand. Auch der Generalstab verurteilte den Angriff in einem Statement und erklärte, es wären mehrere Armeeangehörige unter den Opfern. Kondolenzadressen kamen unter anderem aus der US-amerikanischen und der britischen Botschaft.

Bei dem Anschlag in Ankara handelt es sich um die zweite gravierende Bluttat in einem halben Jahr. Am 10. Oktober wurden 101 Menschen getötet, als zwei mutmaßlich der Terrormiliz IS (Daesh) zuzuordnende Selbstmordattentäter zwei Bomben zum bis dato schwersten Anschlag zündeten, den die Türkei in der jüngeren Geschichte erlebte. Neben dem IS hatten jedoch auch der PKK zuzuordnende Terroristen in jüngster Zeit Gewalt angedroht, etwa die so genannten „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG), die im Januar in einem Video zu weltweiten Anschlägen gegen die Türkei aufgerufen hatten.

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