Jüdische Gemeinde in der Türkei
Neve-Shalom-Synagoge: Juden beten für Erdogan und Türkei

In der historischen Neve-Shalom-Synagoge in Istanbul hat erstmals eine türkische Amtsperson eine jüdische Hochzeit abgehalten. Nach den Chanukka-Feiern unter freiem Himmel im Dezember erlebte die jüdische Gemeinde in der Türkei damit eine weitere weit über die Grenzen der Stadt wahrgenommene Großveranstaltung.

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Istanbul (nex) – Eine historische Hochzeit hat am Sonntagabend in der Neve-Shalom-Synagoge in Istanbul stattgefunden. Erstmals hat eine lokale Amtsperson eine jüdische Hochzeitszeremonie geleitet. Eine große Anzahl an Gästen und Prominenten aus der jüdischen Community in der Türkei nahm an der Zeremonie in der Synagoge im Istanbuler Bezirk Beyoğlu teil.

Der Bürgermeister von Beşiktaş, Murat Hazinedar, leitete die Hochzeit zwischen Selin Saporta und Vedat Peranva, nachdem Chefrabbiner İsak Haleva das Paar im Rahmen einer religiösen Zeremonie verheiratet hatte.

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde der Türkei, İshak İbrahimzadeh, erklärte auf seinem Twitter-Account, man bete im Rahmen dieser „wegweisenden“ Zeremonie auch für den türkischen Staat und den Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Neve Shalom ist die größte Synagoge in Istanbul, wo die Mehrheit der 23 000 Juden in der Türkei lebt.

Gleichzeitig ist sie bevorzugter Veranstaltungsort für Hochzeiten von Gemeindemitgliedern. Obwohl religiöse Hochzeiten nicht zwingend in einer Synagoge stattfinden müssen, ist es erforderlich, vom Amt des Bürgermeisters oder dem Standesamt eine Hochzeitslizenz zu erwerben.

Die jüdische Gemeinde ist in der Vergangenheit vonseiten der türkischen Republik nicht so starken Repressionen ausgesetzt gewesen wie andere Minderheiten, die einem kompromisslosen Assimilationsdruck ausgesetzt waren. Allerdings konnten sich auch Juden in der Türkei nicht immer sicher fühlen, zumal die Neve-Shalom-Synagoge seit ihrer Eröffnung 1951 bereits drei Mal Ziel von Anschlägen waren, die auch Menschenleben forderten.

Diese Erfahrungen sorgten vielfach für Angst um die eigene Sicherheit unter den Gemeindemitgliedern. Die Hochzeit war das zweite epochale Großereignis für die jüdische Community in der Türkei im Laufe von zwei Monaten. Im Dezember hatte es in Istanbul die ersten Chanukka-Feierlichkeiten unter freiem Himmel gegeben, nachdem über lange Zeit hinweg auf Grund von Sicherheitsbedenken keine solchen durchgeführt worden waren.

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