Erdogans Ungarn-Besuch
Kommentar: Islamhass und Kultur schließen sich gegenseitig aus

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther Politik kann oft paradox sein. Am 8. und 9.10. wird Erdogan nun Ungarn besuchen. Der Besuch wird sicher ungetrübter ablaufen als der in Deutschland. Orban war einer der ersten, der Erdogan zu seinem Wahlsieg gratuliert hat. Jetzt will er gar die Mitgliedschaft der Türkei in der EU unterstützen. Eigentlich nennt Orban Muslime Invasoren und baut um Ungarn einen Zaun. Weiß er, dass Erdogan Muslim ist und die Türken, die dann über die EU alle ins schöne Ungarn kommen dürfen, meistens auch? Man kann seine Zweifel haben, denn schon wenn Orban sich zum Vertreter ungarischer Kultur und Tradition aufspielt, dann sieht es für die ungarische Kultur schlecht aus. Deshalb ein Detail, über das leider, aber verständlicherweise wenig berichtet wurde. Schon am 28.3.2017 letzen Jahres hat der Stadtrat von Budapest beschlossen, eine 1985 in einem zentralen Park der Stadt aufgestellte Statue des großen ungarischen Philosophen György Lukacs in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zu entsorgen. Eine internationale Petition, sie wieder aufzustellen, war erfolglos. Noch gravierender ist es, dass am 24.5. diesen Jahres der letzte Mitarbeiter des Archivs des großen Philosophen, das sich in seinem bis zu seinem Tode von ihm bewohnten Haus befand und auch seine gesamte Bibliothek mit all seinen Notizen in seinen Büchern enthielt, entlassen wurde. Das Archiv war eine international hochgeschätzte Forschungsstätte. Ihre Schließung war lange angekündigt und durch systematischen Entzug der Finanzierung vorbereitet. Eine internationale Petition, die auch ich und zahlreiche Gelehrte unterschrieben haben, hatte keinen Erfolg. Lukacs war der vielleicht größte marxistische Philosoph des letzten Jahrhunderts, ein großer Vertreter der literarischen Ästhetik dazu: Thomas Mann hat ihm in seinem ,Zauberberg‘ ein Denkmal gesetzt. Im christlichen (nicht christlich-jüdischen) Ungarn der Kulturbanausen ist für einen marxistischen und jüdischen Denker kein Platz. Die Demontierung von Lukacs ist ein Verbrechen an der ungarischen Kultur. Wer große Männer der Kultur an ihrer politischen Einstellung misst, der bedient sich der Methoden Stalins und der Nazis. Diese Zerstörung ungarischer Kultur wird jeden Freund gerade dieses kleinen Landes mit seiner dennoch so reichen Kultur schockieren. Was hat dieses von der Geschichte gebeutelte kleine Land der Welt zu bieten, wenn nicht seine große Kultur? Ungarn hat, als ein kleine Land, umgeben von großen fremden Ethnien, immer um sein Überleben kämpfen müssen. Es konnte sich nur als ein Land von Revolutionären behaupten. Schon der prominenteste Vertreter der Schaffung der modernen ungarischen Sprache, Ferenc Kazinczy, hat einen großen Teil seines späten Lebens im Gefängnis verbracht. Ungarns größter Dichter, Sandor Petöfi, war ein frecher junger Revolutionär, der kompromisslos die Ideale einer antibürgerlichen Revolution vertreten hat und dafür gestorben ist. Er hat Gedichte geschrieben wie ,Hängt die Könige und Fürsten auf‘. Was hätte er wohl über den bürgerlichen Spießer und Islamhasser Orban geschrieben. Ich habe keine Hoffnung, dass Lukacs in Ungarn auf absehbare Zeit rehabilitiert wird. Ich schlage Herrn Orban vor, auch alle Petöfistatuen niederzureißen, ihn aus dem Schulunterricht zu verbannen und durch den heiligen Stephanus und Attila zu ersetzen. Nein! Besser noch, Orban und Konsorten sollen den Mut haben, endlich auch durch eine niegelnagelneue Statue des Antisemiten und Schergen des Holocaust Admiral Horthy im Zentrum von Budapest zu zeigen, wer der Held des neuen Ungarn ist. Fazit: Islamhasser sind zumeist zugleich kulturlos und oft antisemitisch. Denn Islamhass und Kultur schließen sich gegenseitig aus.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Prof. Dr. Hans-Christian Günther
Lebenslauf Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen.  

Das Shaman Dance Theatre
„Anatolian Legends of Love“ kommen nach Deutschland!

Das Shaman Dance Theatre bringt Anatolien nach Deutschland Das Shaman Dance Theatre, das mit Tanz und Musik die anatolische Kultur der Welt präsentiert, wird im November erstmalig mit seiner Produktion „Anatolian Legends of Love“ in Deutschland zu Gast sein. In Kooperation mit Seans Worldwide Entertainment präsentiert sich das Ensemble Kultur- und Kunstliebhabern in den Städten Offenbach, Berlin, Hamburg und Essen. NEX24 sprach mit dem Direktor des Shaman Dance Theaters Murat Uygun; Wann und mit welcher Mission wurde das Shaman Dance Theatre gegründet? Murat Uygun: Die Gründung des Shaman Dance Theatres im Jahre 2004 in Istanbul, basierte auf der Idee, alle darstellenden Künste in einem Ganzen zu vereinen. Das Ziel war es, große Kunstdisziplinen wie Tanz, Musik, Rhythmus und Theater, traditionell und modern aus Ost und West unter einem Dach miteinander zu verbinden. Mit internationalen Choreografen aus aller Welt haben wir seither, zusammen mit den Künstlern des Ensembles, Werke schaffen können, die den kulturellen Reichtum der eurasischen Geographie in einer universellen Sprache widerspiegeln. Wie kam es damals zur Namensgebung „Shaman Dance Theatre“? Murat Uygun: Der Schamane, der mit zeitgenössischem Blick als produktiver Künstler seiner Zeit definiert wird, setzt darstellende Künste als Kommunikations- und Heilungsmittel ein, welche mittlerweile zu einem universellen und künstlerischen Symbol geworden und auch unabhängig von religiösen Überzeugungen sind. Daher wählten wir für unser Ensemble den Namen „Shaman Dance Theatre“, mit dem Ziel originelle Inszenierungsformen mit innovativen Produktionen zu schaffen. Aus wie vielen Künstlern setzt sich das Ensemble zusammen? Murat Uygun: Das Shaman Dance Theatre, mit Sitz in Istanbul besitzt mittlerweile eine Gemeinschaft von 70 internationalen Künstlern aus 6 verschiedenen Ländern. Wie können wir uns die Arbeit des Ensembles genau vorstellen? Murat Uygun: Das Shaman Dance Theatre verändert und passt seine Produktionen fortlaufend neu an. Dafür nutzen wir unsere eigenen technischen Produktionseinrichtungen welche Tanzstudios, Kostümwerkstätten, ein Musikstudio und ein Lichtdesign Atelier umfassen. In welchen Ländern trat das Ensemble bereits auf? Shaman Dance Theatre hat in den letzten 14 Jahren über 1000 Aufführungen gegeben. Neben regelmäßigen Auftritten in der Türkei, fanden Gastspiele in Bulgarien, Rumänien, der Niederlande, Italien, Aserbaidschan, Kasachstan, Japan und in Katar statt. Im Jahre 2012 realisierten wir eine Tournee in Holland mit 37 Aufführungen innerhalb von 45 Tagen. Das war erstmalig eine der längsten Tourneen einer türkischen Dance Company. Seither haben wir mit unseren Vorstellungen über hunderttausend Menschen erreicht.  Können Sie uns näheres über die kommende Deutschland-Tournee erzählen? Murat Uygun: In Kooperation mit der Produktionsfirma SEANS Worldwide Entertainment sind vier Gastspiele geplant. In gewisser Weise wird es das erste Treffen mit Kultur und Kunstliebhabern in Deutschland sein. Diesen möchten wir die anatolische Kultur vorstellen und näherbringen. Wann genau findet die Tournee statt? Murat Uygun: Die Deutschlandtournee beginnt am 23. November in der Stadthalle von Offenbach. Am 24. November, sind wir zu Gast im Berliner Admiralspalast. Es folgen Gastspiele am 26. November in Hamburg und am 27.November in Essen. Wir freuen uns sehr darauf!  

Türkei-EU-Beziehungen
Türkei: Erdogan plant Volksabstimmung zum EU-Beitritt

Istanbul (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erwägt eine Volksabstimmung über die Frage, ob sein Land weiterhin eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union anstreben soll oder nicht. Ein Referendum über den Beitritt zur Europäischen Union könnte im Sinne der Türkei sein, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag. Bei der Abschlusssitzung des TRT-Weltforums in Istanbul sagte Präsident Erdogan, er werde einen solchen Schritt mit Regierungsmitgliedern besprechen. „Es ist 2018, und sie lassen uns immer noch warten. Es ist an uns, unser Volk zu fragen, welche Entscheidung 81 Millionen Menschen treffen werden“, sagte er.
In den letzten Jahren hat die direkte Demokratie durch Volksabstimmungen den türkischen Wählern ein Mitspracherecht bei so wichtigen Themen wie „Wahl des Präsidenten“ und der „Veränderung des Regierungssystems“ der Türkei gegeben.
Um Mitglied der EU zu werden, muss die Türkei Verhandlungen über 35 politische Kapitel, die Reformen und die Übernahme europäischer Normen beinhalten, erfolgreich abschließen, . Bis Mai 2016 wurden insgesamt 16 Kapitel eröffnet und eines abgeschlossen. Im Dezember 2016 sagten die Mitgliedsstaaten jedoch, dass keine neuen Kapitel eröffnet werden. Auf die Frage, ob das EU-Projekt der Türkei kurz vor dem Ende steht, sagte Erdogan gegenüber TRT World: „Es sieht so aus“ Die Türkei hatte 1987 den Aufnahmeantrag in die EU gestellt, die Beitrittsverhandlungen waren allerdings erst 2005 aufgenommen worden. 2007 war es jedoch wegen der Haltung der Türkei in der Zypernfrage zu einem Stillstand in den Verhandlungen gekommen. Auch die deutsche und französische Regierung hatten sich gegen die volle EU-Mitgliedschaft der Türkei gestellt. „Wir haben alle unsere Aufgaben als Beitrittskandidat erfüllt und machen das auch weiterhin. Die EU hingegen hat ihre Versprechen uns gegenüber nicht gehalten und uns sogar noch Vorwürfe gemacht, das ist nicht akzeptabel. Auch die Visa-Erleichterungen wurden nicht eingehalten. Inzwischen hat man sogar irgendwelchen südamerikanischen Ländern die Visabestimmungen erleichtert – und die Türkei wartet immer noch“, sagte Erdogan in einem Gespräch mit Medien bereits im vergangenen Jahr.

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– Türkei – Istanbul: Von Erdogan initiierte Renovierung der „Eisernen Kirche“ bald abgeschlossen

„Er [Erdogan] half uns damals schon, als er noch Istanbuler Bürgermeister war. Und wir sind auch Nachbarn. Er kommt aus Kasimpasa, wir sind aus Balat. Wir haben ihn vor etwa acht-neun Jahren gefragt, und er hat die Restaurierung der Kirche angeordnet“, sagte Wassil Liaze, Präsident der Bulgarisch-Orthodoxen Kirchenstiftung, in einem Interview.

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Kommentar
Prof. Dr. Hans-Christian Günther zur „Spitzel-App“ der türkischen Polizei

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther Als es zum letzten Programmpunkt des Erdoganbesuches in Deutschland kam, der Eröffnung der DITIB-Moschee, wurde ein alter Vorwurf wieder in den deutschen Medien laut: Erdogan lasse über seine Anhänger und über DITIB-Imane ganz offiziell in Deutschland lebende Türken bespitzeln und Regimegegner dann beim Türkeiurlaub sogar verhaften. Nur wegen kleiner Facebookbeleidigungen im türkischen Stil (d.h. Böhmermann ohne Reim), in Deutschland ,Kritik‘ genannt. Dazu kamen jetzt noch härtere Vorwürfe: die Rede war von einer neuen App der türkischen Polizei, die jeder kostenlos herunterladen könne. Erdogantreue Türken seien dazu aufgefordert, auf dieser App Erdogans Kritiker systematisch zu denunzieren. Nun, ich hab mich in der Türkei erkundigt. Die ominöse App gibt’s seit 2016. Die ist eine App der türkischen Polizei zur Meldung von Internetkriminalität, etwa in sozialen Netzwerken, genau so wie es das in Deutschland und überall gibt, ob als App oder in anderer Form. Da kann man auch keine anonymen Anzeigen machen: man muss seine Identität vollständig offenlegen. Selbstverständlich geht’s dabei besonders um Terrorismus. Niemand wird also so etwas berechtigterweise kritisieren können. Aber trotzdem: schon da gibt’s, so wie es heute zwischen Türkei und Deutschland steht Probleme. So äußert sich in einem empörten Report der ARD ein ,Geheimdienstexperte‘ Erich Schmidt-Eenboom dahingehend, dass Erdogan den Begriff Terrorismus ungebührlich ausweite. Man könne ihn für die PKK gelten lassen, nicht aber für Gülenisten und andere. Nun ist die Gülenbewegung in Deutschland nicht als Terrororganisation eingestuft, in der Türkei schon. Kein ungewöhnlicher Vorgang; da gibt es Unterschiede zwischen Staaten. Dass Erdogan Gülenanhänger als Terroristen betrachtet, ist aber sicher verständlich. Noch verständlicher ist es, dass er die in Deutschland ausspähen lassen will, da die dort frei ihr Unwesen treiben können. Nun wird freilich behauptet, Erdogan lasse die App benutzen, um gewöhnliche Türken in Deutschland, die ihn nicht mögen, auch ausspähen und sie so einschüchtern. Wer auf Facebook etwas Erdoganfeindliches postet, muss Angst haben, ein Erdogananhänger meldet das der türkischen Polizei; sobald er die Türkei betritt, wird er verhaftet. Zwei derartige Fälle mit Aussagen der Betroffenen wurden kurz nach Erdogans Besuch in der Presse gemeldet. Eine derartige Bespitzelung von Normalbürgern ist peinlich und wäre unangemessen. Medien berichten nur von einer allgemeinen Sorge. „Report Mainz“ etwa berichtet von einem „kurdischen Flüchtling Murat Ü“, der einen Anwalt aufsuchte, da er aufgrund seiner Erdogan beleidigenden Äußerungen eine Nachricht erhielt, er sei angezeigt worden, und sich jetzt fürchtet in die Türkei zurückzukehren. Dies sieht gewiss eher nach der Drohung einer übereifrigen Erdoganfans aus. Dass die türkische Polizei einer derartigen Anzeige, wenn sie denn erfolgte, auch nachgehen würde, ist zumindest völlig unbewiesen. Man würde sich wünschen, die türkische Polizei hat Besseres zu tun, als Facebookposts von irgendwelchen völlig harmlosen Türken in Deutschland zu verfolgen. Erdogan täte sich mit derartigen Kleinlichkeiten auch keinen Gefallen. Nun, ob es wahr ist, dass diese App zur Verhaftung in der Türkei nur aufgrund von deftig-türkisch formulierter Erdoganschelte führt, bleibe zunächst einmal dahin gestellt. Es bleibe auch dahingestellt: kommt es zu derartigen Denunzierungen einfach durch übereifrige Erdoganfans oder wird es systematisch gefördert? Die aber Fragen, die sich eigentlich aufdrängen, sind aber vor allem die: 1) warum ist die Situation zwischen Türken in Deutschland so polarisiert, dass gegebenenfalls selbst einfache türkische Bürger ohne jede Terrorismusaffiliation vielleicht tatsächlich denunziert werden? 2) warum ist die Situation zwischen Deutschland und der Türkei so gespannt, dass man über den Standpunkt der Gegenseite nur noch mit Anfeindungen und Hass reden kann? Und da muss ich sagen, daran ist glasklar Deutschland schuld, nicht die Türkei. Was erwartet man von in Deutschland lebenden Türken, die Erdogan wählen, wenn hier in Deutschland Themen des türkischen Wahlkampfes die gesamte öffentliche Diskussion beherrschen? Wenn deutsche Politiker sich anmaßen, Türken vorzuschreiben, was sie wählen müssen, um in Deutschland noch willkommen zu sein? Wenn deutsche Politiker für eine türkische Kleinpartei emphatisch werben und fordern, dass auch in der Türkei tun zu dürfen? Dem gewählten Präsidenten der Türkei und seiner Partei wird dagegen verboten, hier in Deutschland Wahlkampf zu machen. Ist es nicht selbstverständlich, dass das die Türken, die Erdogan verehren, wütend macht – auf Deutschland und auf Türken, die sich – in ihrer Sicht – auf die Seite der Deutschen stellen, die ihnen ihre Meinung verbieten und – jedenfalls in ihren Augen – ihr ganzes Land grob beleidigen? Und wie permanent und grob Erdogan in Deutschland systematisch beleidigt wird, brauche ich wohl nicht zu erklären. Und wenn das so ist: ist es dann noch möglich, dass sich Deutschland und die Türkei sachlich darüber unterhalten, was die Türkei legitimerweise an polizeilicher Aufklärung in Deutschland tun darf und was nicht? Was immer man über die Gülenbewegung denkt, hier bestehen Unterschiede zwischen der Rechtslage in Deutschland und der Türkei. Zivilisierte Staaten reden über solche Dinge sachlich und höflich hinter verschlossener Tür. Wenn aber Deutschland sich in unverschämter Weise in den türkischen Wahlkampf einmischt, ist das nicht mehr möglich. Dasselbe gilt für Bespitzelung von harmlosen Privatpersonen. Wären die Verhältnisse zwischen der Türkei und Deutschland nicht aufgrund deutschen Verhaltens vergiftet, könnte man sachlich darüber reden oder eher: es gäbe so etwas nicht. Zudem: wie unangenehm und unangebracht es auch sein mag, wenn es solche Bespitzelung geben sollte – auch in Deutschland kann ich nicht über jeden Politiker öffentlich sagen oder gar schreiben, was ich will: ich muss mich immer fragen, ob das, was ich sage, geg. justiziabel ist oder nicht. Wenn es justiziabel ist, kann ich leicht Ärger kriegen. Türken hier in Deutschland müssen sich im Klaren darüber sein, was in der Türkei justiziabel ist, bevor sie ihrer politischen Meinung in der Sprache Böhmermanns formulieren. Und jetzt noch was zu Überwachung durch die türkische Polizei und die deutsche. Was ist eigentlich mit dem bayerischen Polizeigesetz, wo man in der Theorie jedenfalls auf unbeschränkte Zeit in Untersuchungshaft kommen kann? Was ist mit der Tatsache, dass die Polizei ohne konkreten Tatverdacht meine Internetaktivitäten und mein Handy abhören darf? Und außerdem: es gibt in Deutschland nicht nur eine Seite zur Meldung von Internetkriminalität, es gibt auch ein Telefon und eine Mailadresse des Verfassungsschutzes speziell zur Meldung islamistischen Terrors: Hinweistelefon Verfassungsschutz . Der Text ist so formuliert, dass es hier wirklich nur um Terrorismus geht. Das ist legitim, wie die türkische App legitim ist, wenn sie von der türkischen Polizei korrekt benutzt wird. Deutsche Medien bezweifeln, dass das so ist. Am legitimen Umgang des Verfassungsschutzes mit Bespitzelung darf sicher auch gezweifelt werden, nicht nur seit der neuerlichen Affäre Maaßen, auch wegen der NSU-Akten, der Amri-Affäre etc. Und das muslimische Gemeinden rund um die Uhr bespitzelt werden und das unangenehme Folgen haben kann, dazu eine Geschichte, die wohl kaum jemand noch kennt: 2010 musste der Imam der Frankfurter Hazrat-Fatima Gemeinde, Sabahattin Türkyilmaz, zurücktreten nur weil er in einer Predigt gesagt hatte, er bete für die Befreiung Palästinas aus den Händen der Zionisten und weil er an einer legalen, polizeilich genehmigten friedlichen Demonstration, dem Al-Quds-Tag in Berlin, teilgenommen hatte. Sabahattin Türkyilmaz, in Qom ausgebildet, ist einer der intelligentesten und integersten Imane, die es in Deutschland gibt. Seine Predigten waren es wert, dass ich sie auf der Internetseite der Moschee regelmäßig gelesen habe (https://freitagskanzel.wordpress.com). Er hat viel für die Integration von Muslimen geleistet, und sich z.B. energisch dafür eingesetzt, Muslimen unmissverständlich klarzumachen, dass Zwangsehen und Ehrenmorde Ausdruck einer primitiven Mentalität und mit dem Islam unvereinbar sind. Aber Meinungsfreiheit für Muslime, die gibt es eben in Deutschland – oder besser Europa – nicht. Und dann beschwert man sich über Erdogan.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Italien – Nach vermehrten Wolfsangriffen: Italiener bestellen türkische Kangals

Italienische Bauern aus der Toskana bestellen nach vermehrten Wolfsangriffen türkische „Kangal“ Hirtenhunde.

Nach vermehrten Wolfsangriffen: Italiener bestellen türkische Kangals

Prof. Dr. Hans-Christian Günther
Lebenslauf Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen.

Hardware-Nachrüstung
Verkehrspolitiker von Union und SPD sehen keine rechtliche Handhabe gegen Autoindustrie

Düsseldorf – Die Verkehrspolitiker von Union und SPD sehen keine rechtliche Handhabe gegen Autohersteller, die sich einer Hardware-Nachrüstung von Diesel-Autos verweigern. „Rechtlich gesehen kann man die Autohersteller aber nicht dazu verpflichten, Nachrüstungen zu finanzieren, sagte Unionsfraktionsvize Ulrich Lange der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. In der Diskussion komme oft zu kurz, dass es zum großen Teil nicht um manipulierte Fahrzeuge gehe, sondern um ordnungsgemäß zugelassene Kfz-Typen. Lange verwies auch auf die „besondere Verantwortung“ der Hersteller, „verloren gegangenes Vertrauen“ zurückzugewinnen. SPD-Fraktionsvize Sören Bartol äußerte sich ähnlich: „Bei Fahrzeugen, die zwar auf der Straße deutlich mehr Abgase ausstoßen als unter Laborbedingungen, fehlen uns die rechtlichen Möglichkeiten, da diese Fahrzeuge die rechtlichen Vorgaben trotzdem erfüllen.“ Dennoch sehe er die Automobilindustrie in der Verpflichtung, die technische Nachrüstung auf eigene Kosten zu ermöglichen, da ansonsten Fahrverbote drohten. Damit sinke das Vertrauen der Kunden weiter und Arbeitsplätze seien bedroht.

Deutschlandtag der JU
JU-Mitglieder fordern Urabstimmungen bei CDU und CSU zu Koalitionsverträgen

Düsseldorf – Mitglieder der Jungen Union fordern CDU und CSU auf, über Koalitionsverträge künftig wie die SPD in einer Urabstimmung zu entscheiden. Auf dem Deutschlandtag der JU am Wochenende in Kiel wird der Landesverband Hessen einen entsprechenden Antrag stellen, der der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vorliegt. Danach soll in die Parteisatzung aufgenommen werden, dass über Koalitionsverträge auf Bundesebene – sofern der  Koalitionspartner ebenso verfährt – mit einer Urabstimmung entschieden werden soll. Die Antragskommission empfiehlt die Annahme in abgeschwächter Form, fordert aber, dass künftig immer ein Bundesparteitag darüber abstimmt. Der Landesverband Baden-Württemberg verlangt die Schaffung eines „Unionsrates“ von Delegierten beider Schwesterparteien. Dieses Gremium solle das gemeinsame Programm für Bundestags- und Europawahlen erarbeiten und einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten wählen und bei strittigen Entscheidungen einberufen werden.

Irrer Ire in Marmaris
Türkei: Irischer Dieb muss verschluckten 40.000-Dollar-Diamantring zurückgeben

Marmaris (nex) – Ein irischer Tourist ist im Krankenhaus gelandet, nachdem er versucht hat, einen Diamantring im Wert von 40.000 Dollar zu stehlen. Er hatte ihn einfach verschluckt. Ian Campbell, der seinen Urlaub in Marmaris an der türkischen Riviera verbrachte, betrat am Donnerstag ein Juweliergeschäft in der Stadt. Türkischen Medienberichten zufolge schnappte sich der 54-jährige Tourist einen teuren Ring und versteckte ihn in seiner Hand. Als der Juwelier misstrauisch wurde und die Tür abschloss, steckte Campbell schnell den Ring in seinen Mund und schluckte ihn. Der Juwelier rief die Polizei an, aber Campbell wies die Schuld von sich. Kameraaufnahmen zeigten jedoch, dass der Tourist den Ring verschluckt hatte. Der zuständige Staatsanwalt wies die Polizei an, den Touristen zur Operation ins Marmaris State Hospital zu bringen, um den Ring zu entfernen, wenn er ihn nicht „auf natürliche Weise“ zurückgeben könne. Ein Röntgenbild im Krankenhaus zeigte, dass sich der 2,5-Karat-Ring noch in Campbells Darm befand. Türkische Medien verfolgten die „Reise“ des Rings am Donnerstag fast in Echtzeit. Dem Mann wurden im Krankenhaus Abführmittel verabreicht und der Ring war am Abend nur 15 Zentimeter vom Darmausgang entfernt, so türkische Medien. Der Juwelier wartet seit mehr als 11 Stunden mit dem Mann. „Ich warte darauf, meinen Ring zurückzubekommen. Ich habe eine Strafanzeige gestellt. Ich kann nicht glauben, wie ruhig er ist“, sagte der Juwelier gegenüber der Nachrichtenagentur Demirören im Krankenhaus und protestierte gegen den Iren.  

Mersin
Miyav Park Türkei: Ein Städtchen nur für Katzen

Mersin (nex) – Dieser Ort wird die Herzen jedes Katzen-Fans höher schlagen lassen: In der südtürkischen Stadt Mersin gibt es seit etwa einem Jahr ein kleines Städtchen nur für Straßenkatzen, in denen die Samtpfoten sicher und geborgen leben können.
Beherbergte der Platz früher ein antikes Theater, hat die Stadt Mersin genau dort ihren Katzen im vergangenen Jahr ein Zuhause gebaut. “Miyav Park” (türkisch für Miau) nennt sich der neue Spiel- und Wohnplatz, in dem die kleinen Streuner eine neue Heimat finden können.
 
Kleine Häuser, Essen- und Wasserschalen, Spielgeräte, eine weiche Rasenfläche und eine Beleuchtungsanlage, die mit Sonnenenergie gespeist wird, sorgen dafür, dass die Samtpfoten der Stadt einen komfortablen Aufenthaltsort ihr eigen nennen können.
Eine entsprechende Umzäunung aus Metall sorgt dafür, dass die Katzen sicher vor jeglicher Bedrohung leben können.
Damit sollen sie vor gefährlichen Hunden ebenso geschützt werden, wie vor Menschen, die es nicht gut mit Tieren meinen.
Überwachungskameras ermöglichen es der Stadt Mersin, dass sie die kleinen Vierbeiner ständig im Auge haben. So kann verletzten oder kranken Tieren sofort geholfen werden.
Ein Veterinärteam sorgt dafür, dass die Kätzchen medizinisch betreut werden. Für größere Eingriffe und Kastrationen werden die kleinen Samtpfoten in die städtische Veterinärklinik gebracht.
Die Stadt wünscht sich, dass durch diesen Katzenpark ein reges Miteinander von Mensch und Tier stattfindet. Besonders Kinder sollen dabei den Umgang mit den kleinen Kätzchen lernen.

Wichtig ist allerdings, dass die Streuner nicht mehr hungern müssen, eine medizinische Versorgung auch für Straßenkatzen immer gegeben ist und keine Katze im Winter mehr frieren muss.

Besucher vom “Miyav Park” wünschen sich, dass dies erst der Anfang in der Fürsorge für die kleinen Kätzchen ist. Sie fordern die Stadt auf, noch mehrere solche Anlagen für diese Tiere zu bauen. Die Stadt Mersin ist nicht die einzige Stadt in der Türkei, die sich fürsorglich um Katzen kümmert.
Auch in der Schwarzmeerstadt Samsun gibt es bereits seit 2015 eine kleine Katzenstadt, deren Ambiente an ein Sterne-Hotel erinnert. Es gibt dort die unterschiedlichsten Schlafhäuser, damit die Kätzchen sich um eine warme Unterkunft nicht mehr sorgen müssen. In beiden Fällen werden für die leisen Pfötchen alles getan, was sie für ein gesundes und freies Leben benötigen.

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– Tierschützer begeistert: „Paradebeispiel für ‚Social Design‘“ –

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Hungernde Straßenhunde der türkischen Millionen-Metropole Istanbul sind dank einer genialen Erfindung eines Tierliebhabers nun etwas satter. In der 14-Millionen-Stadt wurden spezielle Automaten aufgestellt, mit denen Menschen den Vierbeinern helfen können.

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Terrorismus
Mindestens sieben Tote bei Terroranschlag in der Südosttürkei

Batman (nex) – Wie das Büro des Gouverneurs der südosttürkischen Provinz Batman am Donnerstag mitteilte, sind bei einem Bombenanschlag mindestens sieben Soldaten ums Leben gekommen. Eine von „Terroristen gelegte Bombe“ sei explodiert, als ein Militärfahrzeug durch den Bezirk Gercüs fuhr, so die Mitteilung. Die türkischen Offiziellen haben die Terrororganisation PKK für den Anschlag verantwortlich gemacht. Der selbstgebaute Sprengsatz sei gezündet worden, als das Fahrzeug mit mehreren Soldaten an Bord vorbeifuhr, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf den Gouverneur der Provinz. Der kurdischen Nachrichtenagentur Rudaw zufolge habe die PKK zum Anschlag noch nicht Stellung genommen. Es sei eine großangelegte Suche nach den Attentätern im Gang. In ihrer mehr als 30-jährigen Terrorkampagne gegen die Türkei war die PKK – von der Türkei, den USA und der EU als terroristische Organisation geführt – für den Tod von rund 40.000 Menschen, darunter Frauen und Kinder, verantwortlich.

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Erdbeben in Indonesien
Knapp 50.000 Kinder auf Sulawesi benötigen dringend mehr Schutz und Hilfe

Nach Angaben der indonesischen Katastrophenschutzbehörde benötigen knapp 50.000 Kinder dringend humanitäre Hilfe. Besonders Kinder, die von ihren Angehörigen getrennt wurden oder diese verloren haben, sind nach der verheerenden Naturkatastrophe extrem schutzbedürftig. „Überall sieht man Zerstörung: Häuser, die nur noch aus Schutt bestehen, Straßen, die es einfach nicht mehr gibt. Ich mache mir besonders um die Kinder Sorgen. Unzählige Mädchen und Jungen haben durch diese schreckliche Tragödie ihre Eltern verloren, andere wurden von ihren Familien getrennt. Die Kinder sind bisher komplett allein gelassen. Viele schlafen auf der Straße, weil sie einfach nirgends hingehen können. Viele sind voller Furcht und auch schwer traumatisiert. Diese Art von Erfahrungen sollte kein Kind je durchleben müssen“, sagt Zubedy Koteng, Kinderschutz-Experte von Save the Children in Palu. Dennoch gibt es neben all der Tragik auch Geschichten mit einem glücklichen Ende. Eine dieser berichtete Dimas* lokalen Kollegen von Save the Children. Seine neunjährige Schwester Puri* konnte lebend aus den Trümmern geborgen werden. Sie lag direkt neben einer Leiche und war zum Zeitpunkt ihrer Rettung kaum bei Bewusstsein. Zum Glück war eine ihrer Hände zu sehen, sodass die Menschen sofort begannen, den Schutt zu beseitigen. „Puri* wurde unter den Trümmer unseres Hauses begraben und fünfzig Meter vom eigentlichen Standort entfernt gefunden. Nur ganz wenige Häuser sind noch intakt. Als wir Puri* retteten, habe ich nicht damit gerechnet, dass überhaupt noch jemand überleben konnte. Es ist einfach ein Wunder“, sagt Dimas*. Save the Children arbeitet mit seinem lokalen Partner Yayasan Sayangi Tunas Cilik (YSTC) in Palu. Die Hilfsorganisation verteilt Nothilfe-Pakete, darunter Planen und Decken, Hygienesets und richtet Spiel- und Schutzräume ein. Besonderes Augenmerk der Organisation liegt dabei auf der Familienzusammenführung. „Kinder müssen so schnell es geht, wieder mit ihren Angehörigen zusammenkommen. Das hat höchste Priorität und erfordert eine sorgfältige Koordination zwischen anderen Hilfsorganisationen, Behörden und der Regierung. Für verwaiste Kinder werden wir versuchen, andere Verwandte zu finden, die für sie Sorge tragen können“, betont Zubedy Koteng. „Eine weitere große Herausforderung ist die Erreichbarkeit der Gemeinden auf Sulawesi. Viele liegen sehr abgeschieden und durch die Naturkatastrophe sind die Verkehrsverbindungen unterbrochen oder gestört. Das ist eine große Hürde, nicht nur für die Familienzusammenführung.“ Save the Children arbeitet seit 1976 in Indonesien und hat lange Erfahrung in der Katastrophenhilfe (Lombok 2018, Tsunami 2004).