Emsland
Moorbrand-Messungen: Grenzwerte wurden überschritten

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Osnabrück – Bei dem von der Bundeswehr mit Munitionstests verursachten Moorbrand im Landkreis Emsland sind in angrenzenden Ortschaften einschlägige Kohlenmonoxidgrenzwerte überschritten worden. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf Messprotokolle, die ihr vorliegen und deren Authentizität geprüft wurde. In dem Dorf Stavern östlich des Testgeländes für Waffen und Munition der Bundeswehr (WTD) stellte der ABC-Messzug der Feuerwehr Leer in der Nacht vom 18. auf den 19. September mehrere Überschreitungen von Grenzwerten fest, teilweise um mehr als 100 Prozent. Der höchste gemessene Wert betrug 20 ppm (parts per million). Das Technische Hilfswerk (THW) hatte in Stavern ein Zeltlager mit rund 400 Plätzen für seine Helfer aufgeschlagen. In direkter Nähe sowie im Bereich der dörflichen Wohnbebauung überstiegen die Messungen den relevanten Schwellenwert von 9 ppm ebenfalls teilweise sehr deutlich. Die Messungen führten nur deshalb nicht zur Evakuierung, weil die Werte nicht über einen dafür relevanten Zeitraum von vier beziehungsweise acht Stunden ermittelt wurden. Erst in der Kombination von Konzentration und Dauer wird von einer spürbaren Beeinträchtigung der Gesundheit ausgegangen. Feuerwehr erhebt Vorwürfe Um die Gefahr bewerten zu können, hatte die Feuerwehr ihren Angaben zufolge der Bundeswehr nach den ersten Ergebnissen dringend eine fortlaufende Kontrolle der Messpunkte mit Überschreitungen empfohlen. Die Einsatzleitung der Bundeswehr lehnte Anschlussmessungen an den identischen Stellen allerdings ab, wie es in Feuerwehrkreisen verständnislos heißt. Folge: Die Messwerte blieben auf einzelne kurze Zeitpunkte begrenzt, weder das Dorf noch das THW-Lager mussten formal evakuiert werden. Als „gar nicht witzig“ bezeichneten Einsatzkräfte gegenüber der NOZ die pauschale Aussage von Bundeswehr und Landkreis, dass die Messwerte der Nacht nicht auf eine akute Gesundheitsgefährdung für Anwohner und Helfer hätten schließen lassen. Mindestens für Alte, Schwangere, Kinder und Kranke gelte das trotz der ermittelten, in Relation niedrigen und auch in Privaträumen zuweilen erreichten Schadstoffwerte nicht. Bei anderen Menschen hänge es von der Dauer der Belastung ab. Sehr wahrscheinlich sei zudem, dass auf dem Höhepunkt der Verrauchung im Vorfeld der ersten Messungen ebenfalls kritische Werte in Stavern ermittelt worden wären. Spätestens dann hätte sich die Frage nach der einschlägigen Dauer der Belastung und einer fälligen Evakuierung von selbst beantwortet. Das aber bleibt Spekulation, weil weder Bundeswehr noch Landkreis entsprechende Messungen an den Tagen zuvor veranlasst hatten.

Christen in China
Kommentar: Warum schweigt man über die Christenverfolgung in China?

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther In den letzten Monaten hat die Berichterstattung über die systematische Verfolgung der Uiguren in China zugenommen. Was dagegen kaum je erwähnt wird, ist die Tatsache, dass in China heute eine Politik betrieben wird, die auf die Auslöschung aller Religionen und letztlich aller Minderheiten und ihrer Identität abzielt. Zunächst einmal wächst die Zahl und Größe der Lager für Uiguren ständig. Inzwischen werden auch manche in Gegenden außerhalb der autonomen Region Xinjiangs interniert. Hui-Muslime erleben ebenfalls eine schleichende Entrechtung: Durchsetzung des Verbots religiöser Erziehung, Abriss oder Umbau von Moscheen, Eliminierung arabischer Schrift etc. Aber das ist bei weitem nicht alles. Auch für Christen wird das Leben in China immer schwieriger. Ja selbst Buddhisten – auch außerhalb Tibets – fühlen inzwischen die eiserne Faust des Staates. Die Situation der Christen war und ist in China sehr komplex. Um zu verstehen, was vorgeht, muss der Leser zunächst die Vorgaben der chinesischen Verfassung und ihre Umsetzung kennen. Es ist ein großes Verdienst Mao Zedongs, dass er schon in der Phase des Kampfes gegen die japanische Besetzung erkannte, das China die Rechte seiner Minderheiten auf Sprache, Kultur und Religion anerkennen muss, um seine Einheit zu wahren. So schrieb bereits die erste Verfassung fest, dass China fünf Religionen anerkenne: Islam, Katholizismus, Protestantismus, Daoismus, Buddhismus (Konfuzianismus wird nicht als Religion betrachtet). Was eine Religion ausmacht, definiert das chinesische Recht im Detail. Dies gilt auch in der heute gültigen Form der chinesischen Verfassung. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die in der Verfassung garantierte Religionsfreiheit nicht die freie Religionsausübung garantiert. Der Text der Verfassung sagt, jeder habe das Recht an eine Religion zu glauben. Das ist nicht ohne Konsequenzen. Der Staat behält sich das Recht vor, die Ausübung dieses Glaubens zu regulieren. In der Praxis gibt es dazu eine Religionsbehörde. Ein wesentlicher Grundsatz der Verfassung ist es nun, dass ausländischer Einfluss auf chinesische Angelegenheiten, somit auch die Religion verboten ist. D.h. wiederum der chinesische Staat überwacht die Religionen und stellt damit sicher, dass ausschließlich der chinesische Staat entscheidet, wer religiöse Gemeinschaften leitet und in welcher Form Religionsausübung gestattet ist. Alle Geistliche aller Religionen sind chinesische Staatsbeamte, nur sie sind befugt, religiöse Zeremonien durchzuführen, der Besuch von religiösen Begegnungsstätten, wo nicht vom Staat bestimmte Geistliche tätig sind, ist verboten. Es kommt freilich dazu, dass sich die Parteidoktrin der Kommunistischen Partei explizit als atheistisch definiert. Mitglieder der kommunistischen Partei dürfen keiner Religion angehören. Ebenso ist Religionsunterricht verboten. In der Praxis wurde freilich einfach ein Auge zugedrückt. D.h. jedoch: man kann religiöse Erziehung jederzeit verbieten. Das geschah schon lange in Xinjiang, jetzt betrifft es auch Hui-Muslime. Dieses Modell insgesamt funktionierte eine lange Zeit durchaus nicht schlecht. Natürlich war damit jedoch der Konflikt mit den christlichen Kirchen vorprogrammiert, zumal der katholischen. Die katholische Kirche besteht auf dem Recht des Vatikan, Priester und Bischöfe alleine zu bestimmen; für China ist dies undenkbar: der Vatikan ist eine ausländische Macht. Das führte dazu, dass es z.B. zwei katholische Kirchen in China gab: eine, deren Priester und Bischöfe vom chinesischen Staat eingesetzt wurden, eine, wo das von Rom bestimmt wurde. Letztere zu besuchen, war illegal. Erstere war legal; ich kenne sogar persönlich einen Kollegen an der wichtigsten Universität Pekings, der ein staatskonformer Katholik ist und der über mittelalterliche europäische Philosophie forscht. Soweit so gut! Diese Politik Chinas gegenüber der Religion funktionierte gar nicht so schlecht, solange sie im Geist der von Deng Xiaoping nach Beendigung der Kulturrevolution ausgegebenen Parole von der ,gegenseitigen Annäherung‘ betrieben wurde. Freilich gab es neben den beiden Parallelenkirchen im katholisch/ protestantischen Bereich eine schwer greifbare Grauzone von im Untergrund arbeitenden freikirchlichen Gemeinden. Seit ich China aus eigener Anschauung kenne begann nun diese Grauzone mit großer Geschwindigkeit zu wachsen. Es entstand eine Bewegung sogenannter ,Hauskirchen‘, d.h. christlichen Gemeinschaften, die sich in privaten Verbänden jenseits der offiziellen Religion entwickelten. Diese Bewegung verdankt ihren Erfolg der Tatsache, dass sie dem Bedürfnis vieler Menschen nach echter Gemeinschaft, gegenseitiger Hilfe und spirituellen Werten entgegenkam, gerade auch einfachen Menschen diese Bedürfnisse erfüllte, die man in der kalten, nur von dem Streben nach materiellen Gütern oder auch einfach dem bloßem Kampf ums Überleben in einem Riesenland bestimmten Gesellschaft nicht fand. Zudem in einer Gesellschaft, wo der einzige Anker, emotional und auch im Überlebenskampf, die Familie war, die traditionelle Familie freilich aufgrund vieler Faktoren immer mehr zerbrach. Ich habe in meiner Zeit in China erfahren, wie viele Chinesen ein unendliches Gefühl der Sinnleere und Einsamkeit in sich tragen. Das Wachstum dieser Grauzone empfand die kommunistische Partei immer als Bedrohung, weil sie sich nicht in ihr Konzept der staatlichen Überwachung der Religion einfügte. Das Bedürfnis nach sinnerfüllter Spiritualität und Gemeinschaft fördert auch das Entstehen von christlichen Sekten wie ,The Church of the Almighty God‘. Solche auf totale Unterordnung ihrer Mitglieder unter eine Art von Geheimverband abzielende Sekten sind natürlich Anathema für den Anspruch des Staates auf Letztkontrolle und exklusive Normsetzung. Jede solche Bewegung wird inzwischen rücksichtslos verfolgt und total zu vernichten gesucht ähnlich der seit langem agierenden und mit Tod und Folter bekämpften Falun-Gong-Bewegung. Im letzterem und dem Fall der ,Church of the Allmighty God‘ besteht tatsächlich der begründete Verdacht, dass es sich um Sekten handelt, die denjenigen, der in ihre Fänge gerät, mit kriminellen Methoden zu absoluter Botmäßigkeit zwingen. Solche Bewegungen zu bekämpfen, ist berechtigt, sofern die Verhältnismäßigkeit der Mittel gewahrt wird. Es gibt freilich ausreichende Evidenz, dass Mitglieder der ,Church of the Allmighty God‘ Folter und willkürlicher Ermordung ausgesetzt sind. Vor diesem Hintergrund ist es ein ungeheuerlicher Skandal, dass Deutschland, das angeblich aus Versehen einen Uiguren an China ausgeliefert hatte, der auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist, am 31.8. ein Mitglied der ,Church of the Allmighty God‘ nach China abgeschoben hat, trotz aller Proteste des DRR und mehrerer NGOs. Die Person ist seitdem spurlos verschwunden (https://bitterwinter.org/germany-has-deported-sister-zhao-back-to-china/). Ich frage mich, ob die Abschiebung des Uighuren wirklich ein Versehen war. Was aber die chinesische Politik gegenüber Christen angeht, so ist das entscheidende Neue des Vorgehens in der letzten Zeit unter Xi Jinping, dass gegen Christen aller Kirchen, einschließlich der legalen mit Willkür, Restriktion, Einschüchterung und Diskriminierung vorgegangen wird. Legale Kirchen werden abgerissen; neulich wurden tatsächlich renovierungsbedürftige Kirchen unter der Vorspiegelung, sie würden neu gebaut, abgerissen, der Neubau wurde verboten. Das Internetjournal ,Bitter Winter‘, das sich der Verfolgung der Religion in China widmet, hat in jeder Ausgabe so viele Berichte über Abrisse von Kirchen, Verhaftungen und Einschüchterung von Christen, dass es gar keinen Sinn hätte, hier einen Fall herauszupicken. Der Abriss von legalen Kirchen (genauso wie illegalen) ist gang und gäbe. Ebenso werden Christen gezwungen, ihren Glauben anzugeben: das kann zu Jobverlust, sogar zu Problemen im Studium führen. Auch können Verwandte in Sippenhaft genommen werden. Von nur einem bekennenden Christen abzustammen, kann zu Repressalien führen. Man schüchtert systematisch Christen ein und verlangt von ihnen, ihrem Glauben abzuschwören oder mit unangenehmen Konsequenzen rechnen zu müssen. Was man mit den Muslimen in Xinjiang in großen Stil betreibt, wird bei Hui-Muslimen und Christen scheibchenweise angewendet und die Daumenschrauben werden immer fester gezogen. Das ist eine übliche Methode der kommunistischen Partei. Flächendeckende Maßnahmen sind in einem so großen Land wie China nicht durchsetzbar. So werden je nach Bedarf vor Ort nach Belieben die Regeln jeweils entsprechend der Situation festgelegt. Gesetzliche Bestimmungen sind irrelevant; der Wille der Partei hat immer Vorrang. Die Rede von der schrittweisen Verwirklichung einer ,rule of law‘ ist Augenwischerei. ,Rule of law‘ kann es in China unter der Partei nie geben. Die Partei steht grundsätzlich über allen Gesetzen. Aber zurück zu den Methoden der Salamitaktik. Sie hat System. Chinesische Politik plant nicht in Fünf-Jahres-Plänen oder Wahlperioden, chinesische Politik plant über Zeiträume vom zwanzig, fünfzig oder hundert Jahren. Genau deshalb ist sie auch wirtschaftlich so erfolgreich. Was in China hinsichtlich der Erodierung religiöser Freiheit geschieht, ist Teil einer Langzeitstrategie, jede Religion in China auszulöschen. Ziel ist, alle Chinesen in perfekt funktionierende Untertanen zu verwandeln. Xinjiang ist zugleich das Experiment, wie man den totalen Überwachungsstaat optimiert, wie man Religion, Kultur, Sprache auslöscht und Menschen entweder total assimiliert oder eliminiert. Dass man dabei keine Brutalität scheut, zeigt das jetzt in vollem Gange befindliche Experiment Xinjiang. Es wird nicht lange mehr dauern, und es ist beendet. Dann wird die Identität der Hui-Muslime ausgelöscht, dann die Christen, etc. Und bei der Auslöschung der Christen hat China ganz unerwartet gerade neulich eine wesentliche Unterstützung erhalten. Der Vatikan hat am 22.9. diesen Jahres nach langen Verhandlungen seine Differenzen mit der chinesischen Regierung in einem provisorischen Abkommen beigelegt. Peking schlägt dem Vatikan die Bischöfe vor, der Vatikan hat ein Vetorecht. Die ersten von Peking vorgeschlagenen Bischöfe sind bereits bestätigt. Der emeritierte Bischof von Hongkong, Kardinal Josef Zen Ze-Kiun, hat das Abkommen bis zuletzt zu verhindern versucht und es jetzt scharf kritisiert und als Verrat an der Untergrundkirche bezeichnet. Aber man muss sich nur daran erinnern: der Vatikan hat sich mit Mussolini und auch mit Hitler geeinigt. Warum nicht mit China? Und so hört man von Papst Franziskus auch kein Wort über die Verfolgung von Christen, kein Wort über die Vorgänge in Xinjiang. Ich gehöre nicht zu denen, die Papst Pius XII und seine Berater als Nazis diffamieren; das ist von heute aus billig. Niemand konnte damals wissen, was die Nazis tun würden. Und nachdem man sich einmal auf den Pakt eingelassen hatte, konnte man wenig tun. Heute könnte man klüger sein, aber Papst Franziskus weiß über Geschichte so wenig, dass er nicht nur den angeblichen Völkermord an den Armeniern wie selbstverständlich anerkennt, sondern ihn auch noch zum ersten des 20. Jhs. erklärt. Und er hat ja auch mit der argentinischen Militärdiktatur gute Erfahrungen gemacht. Solch ein Abkommen wäre in den 1980er Jahren gar nicht so schlecht gewesen, es kommt aber jetzt, wo Xi Jinping die totale Gleichschaltung einführt. Das Abkommen legitimiert jetzt einen Staat, der die Religion abschaffen will. Es ermöglicht ihm, die Untergrundkirche und die Grauzone der Freikirchen mit autoritativer Unterstützung zu delegitimieren und so noch leichter zu beseitigen. Die Staatskatholiken hat er in der Hand, er kann sie jederzeit gleichschalten und bei Gehorsamsverweigerung eliminieren. Dass der Vatikan jetzt eine solche Eselei begeht, liegt natürlich auch daran, dass niemand hier im Westen der Listanwendung oder, auf gut Deutsch, Hinterfotzigkeit der chinesischen Regierung gewachsen ist. Das offizielle China verkündet in seinen Medien, Religion sei durchaus in Ordnung und tolerabel, nur ,falsche‘ Ansichten und religiöser Fanatismus seien eine Gefahr. Die müsse man bekämpfen. In der Praxis fährt man dann zunächst zweigleisig: man setzt zunächst staatstreue Geistliche ein, die die Stabilität gewähren, während man ,falsche‘ Ansichten ausrottet. Was ,falsche‘ Ansichten sind, wird dann schrittweise immer weiter gefasst, bis Religion insgesamt als ,falsche‘ Ansicht gefasst und ausgerottet wird. Die Welt muss lernen, Chinas Tradition und die Ideologie der kommunistischen Partei zu verstehen, um China erfolgreich begegnen zu können. Wenn man das geschlossen und mit aller Härte und Besonnenheit tut, dann ist der chinesische Albtraum von der Auslöschung alles Menschlichen besiegbar. Fazit: der, jedenfalls offiziell, so sehr um das Wohlergehen von Christen besorgte Westen hat allen Grund, China entgegenzutreten, schon alleine wegen seiner ausufernden Christenverfolgung. Jedenfalls dann, wenn es dem Westen wirklich um das Christentum geht. Man könnte sogar, wenn man seinen Kopf weiter betätigt, Folgendes feststellen: wo immer es weder einen mehrheitlich christlichen oder muslimischen Staat gibt, sitzen Muslime in demselben Boot. Wo man Muslime verfolgt, verfolgt man auch Christen. Das gilt für Staaten, wo die Mehrheitsgesellschaft von religiösen Fanatikern durchsetzt ist, wie in Indien; auch dort werden nicht nur Muslime, sondern auch Christen von radikalen Hindus drangsaliert. Es gilt für das atheistische Verbrecherregime der VR Chinas, wie es für die SU und ihre Vasallen galt. Es gilt im übrigen auch für Israel, wo christliche Palästinenser genauso gequält und ermordet werden wie muslimische und auch andere christliche Gemeinden in Jerusalem immer mehr unter Druck geraten. All das ist eigentlich auch selbstverständlich: der Islam und das Christentum sind Schwesterreligionen. Es gibt viel mehr, was sie verbindet als was sie trennt. Aber statt dort zu protestieren, wo Christen wirklich gequält werden, redet man im Westen lieber von Unterdrückung von Christen in der Türkei. Man hat leider den Eindruck unseren Politikern geht es nicht darum, Christen zu schützen, sondern Muslime zu verunglimpfen. In Staaten, die nach islamischen Regeln regiert werden (das ist leider nicht bei allen Staaten des islamischen Kulturkreises so), gibt es keine Verfolgung von Christen: Christen genießen Religionsfreiheit in der Türkei oder auch im Iran. Die Türkei bedarf keiner Belehrungen von Herrn Kauder! China verdiente ein offenes Wort des christlich-jüdischen Abendlandes – und Konsequenzen! Ein anderer Staat, den ich ungern allzu oft nenne, auch.

Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– Menschenrechtsverletzungen in China – Bericht: China verstärkt Repressalien gegen muslimische Uiguren

Eine Untersuchung des Wall Street Journal enthüllt, was in Chinas wachsendem Netzwerk von Internierungslagern, wo Hunderttausende von ethnischen Uiguren festgehalten werden, vorgeht. Wie WSJ berichtet, habe China sein Internierungsprogramm, das ursprünglich auf ethnische uigurische Extremisten zielte, scharf erweitert.


Prof. Dr. Hans-Christian Günther
Lebenslauf Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen.

Fall Khashoggi
Istanbul: Wurde der saudische Journalist Khashoggi ermordet?

Istanbul (nex) – Die Vereinigten Staaten haben die mutmaßliche Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi in einem saudischen Konsulatsgebäude in Istanbul verurteilt. Der Journalist und regelmäßige Kolumnist der Washington Post ist seit seinem Betreten des saudischen Konsulats in Istanbul am 2. Oktober vermisst. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf namentlich nicht genannte türkische Quellen am Samstag berichtete, sei der saudische Journalist, nachdem er mehrere Tage im Gebäude festgehalten wurde, umgebracht worden. US-Journalisten und -Behörden haben Saudi-Arabien bereits verurteilt. Khashoggi ist bekannt für seine Kritik der saudischen Innen- und Außenpolitik. Fred Hiatt, Redakteur der Washington Post und Kollege von Khashoggi, sagte, wenn er tatsächlich ermordet wurde, sei dies eine „monströse und unvorstellbare Tat“. Chris Murphy, Mitglied des U.S. Senats und des Ausschusses für Außenbeziehungen, teilte über Twitter mit, dass der Mord, wenn er tatsächlich geschehen sei, einen „grundlegenden Bruch“ in den Beziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien darstellen würde. Murphy hatte zuvor von der saudischen Regierung „eine Antwort“ auf den Verbleib von Khashoggi gefordert. Wie die türkische Polizei am gestrigen Samstag mitteilte, seien 15 Saudis, darunter mehrere Beamte, mit zwei Flugzeugen in Istanbul gelandet und hätten das Konsulat besucht, während sich Khashoggi ebenfalls im Gebäude befand. Die Saudis hätten die Türkei inzwischen wieder verlassen. Die türkische Polizei in Istanbul untersucht derzeit die Aufzeichnungen der Sicherheitskameras, um zu sehen wer seit Khashoggis Betreten des Konsulates ein und ausgegangen ist, so die Verlobte des Journalisten gegenüber türkischen Medien. Die Generalstaatsanwaltschaft in Istanbul leitete am Tag des Vorfalls eine Untersuchung ein. Das Konsulat teilte auf Twitter mit, dass es in Abstimmung mit den türkischen Behörden arbeite.

Tiermedizin
Umweltstiftung: Einsatz von Antibiotika in Tierhaltung reduzieren

Osnabrück – Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat sich für ein Umdenken beim Arzneimitteleinsatz in der Tierhaltung ausgesprochen. Generalsekretär Alexander Bonde sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit Blick auf Antibiotika in Ställen: „Eine weitere Reduktion ist notwendig und möglich.“ Bonde verwies aber auch darauf, dass die Umwelteffekte weiterer Tierarzneien in den Blick genommen werden müssten. „Umweltwirkungen sind nicht nur bei der Anwendung von Antibiotika, sondern auch durch viele andere Wirkstoffgruppen zu verzeichnen.“ Dies werde bislang aber kaum thematisiert. Das Bewusstsein der Nebenwirkungen müsse bei Tierärzten und Landwirten geschärft werden, so Bonde. Er rief dazu auf, über die Art der Verabreichung der Wirkstoffe nachzudenken: „Es bestehen berechtigte Zweifel, dass die derzeitige Verabreichung von Tierarzneimitteln über Futtermittel und Tränkewasser eine sichere Medikation gewährleistet.“ Auch bei der Anwendungshäufigkeit und der Entsorgung der Restmengen herrsche Weiterbildungsbedarf. Nach Zahlen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit geht die abgegebene Antibiotika-Menge an Tierärzte seit Jahren kontinuierlich zurück. Die amtliche Statistik weist seit 2011 einen Rückgang von 57 Prozent auf zuletzt 733 Tonnen im Jahr 2017 auf. Der übermäßige Einsatz von Antibiotika in Human- und Tiermedizin wird kritisch gesehen, da Erreger Resistenzen ausbilden können. Einem solchen Supervirus stünde die Menschheit weitgehend schutzlos gegenüber. Die DBU veranstaltet am 16. Oktober ein Forum zur Umweltbelastung durch Tierarzneimittel. Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutieren zum Thema „Sanfte Medizin für gesunde Tiere“.

Beobachtung durch den Verfassungsschutz
Ein Rechtsaußen in der AfD

Halle – Rechtsextreme Verbindungen einzelner AfD-Mitglieder spalten die AfD und heizen zugleich die Debatte über eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz an. Im Saalekreis wurde 2017 offenbar ein Ex-Mitglied der rechtsextremen NPD unter abgewandeltem Namen in die AfD eingeschleust. Das berichtet die Mitteldeutsche Zeitung. Mit den gefälschten Dokumenten sollte offenbar die extremistische Vergangenheit des Mannes verschleiert werden, etwa bei Internetsuchen. In der AfD herrscht ein Unvereinbarkeitsbeschluss mit der NPD und ihrer Jugendorganisation JN. Die Affäre zieht Kreise. Laut AfD-Mitgliedern ist der Bundesvorstand in Berlin informiert. Brisant: Die Partei müht sich aktuell, eine befürchtete Beobachtung durch den Verfassungsschutz abzuwehren, hat dafür ein gesondertes Gremium gegründet. AfD-Kreischef Hans-Thomas Tillschneider bestätigte nun der MZ, dass das Ex-NPD-Mitglied Oliver H. im Saalekreis aufgenommen wurde. Tillschneider beteuert aber zugleich, er selbst sei damals weder Kreischef, noch am Aufnahmeprozedere beteiligt gewesen. „Erst danach ist mir bekannt geworden, dass die betreffende Person NPD-Mitglied war.“ Im Januar 2018 sei H. aus der AfD ausgetreten.

Türkei
Erdogan: „Wir haben nie um Geld gebeten, sondern um Investitionen“

Ankara (nex) – Bei eine Rede in der türkischen Hauptstadt Ankara, sagte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, dass die Türkei sich nicht durch das globale Beratungsunternehmen McKinsey and Company beraten lassen werde. „Ich habe es allen meinen Ministerfreunden gesagt. Ihr werdet euch von ihnen nicht beraten lassen“, so Erdogan. „Das ist nicht nötig. Wir sind uns selbst genug“, sagte Erdoğan auf dem Konsultationstreffen der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) in Ankara am heutigen Samstag. Sowohl die größte oppositionelle Republikanische Volkspartei (CHP) als auch die İYİ (Good) Party hatten die Regierung kritisiert, nachdem das Finanzministerium angekündigt hatte, dass sie von McKinsey Beratungsleistungen erhalten werde. „Um die [wirtschaftliche] Notlage zu überwinden, haben wir große Reformen und radikale Veränderungen zügig umgesetzt und eine Entwicklung durchlaufen, die unter normalen Umständen Jahre gedauert hätte“, sagte er. „Natürlich ist die Türkei offen für alle Arten von Investitionen, Unterstützung und Beiträgen, solange der Preis dafür nicht den Verlust unserer Souveränität und der Zukunft unseres Landes bedeutet“, sagte er. Erdogan betonte, dass die Türkei bei offiziellen Besuchen im Ausland um Investitionen aber nie um Geld gebeten habe. „Wir werden die Ziele unseres Landes mit unseren eigenen Lösungen und unseren eigenen Programmen erreichen“, sagte er. Der türkische Präsident fügte hinzu, dass solange er lebe, keine internationale Organisation in der Lage sein werde, die Türkei „unter ihr Joch zu zwingen“.

Zum Thema

– Deutsch-türkisches Treffen – Wirtschaftsminister Altmaier: Türkei hat nicht nach Finanzhilfen gefragt

In Deutschland wird seit Monaten über eine direkte finanzielle Hilfe an die Türkei diskutiert. So ein Vorhaben wird in der Bevölkerung mehrheitlich abgelehnt und von der Politik kategorisch ausgeschlossen. Dabei habe Ankara laut Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nie um direkte Finanzhilfen gebeten.

Wirtschaftsminister Altmaier: Türkei hat nicht nach Finanzhilfen gefragt

Türkei
Türkische Polizei: Khashoggi hat das Konsulat nicht verlassen

Istanbul (nex) – Der saudische Journalist Jamal Khashoggi, der seit seinem Betreten des saudischen Konsulats in Istanbul am 2. Oktober vermisst wird, hat das Gebäude seitdem nicht verlassen, teilte ein Sprecher der türkischen Polizei am Samstag mit. Der Kolumnist der Washington Post, Khashoggi, habe das saudische Konsulat wegen einer Heiratsangelegenheit aufgesucht, so eine namentlich nicht genannte Quelle gegenüber türkischen Medien. Am selben Tag seien 15 Saudis, darunter mehrere Beamte, mit zwei Flugzeugen in Istanbul gelandet und hätten das Konsulat besucht, während sich Khashoggi ebenfalls im Gebäude befand, fügte die Quelle hinzu. Die Saudis hätten die Türkei inzwischen wieder verlassen. Die türkische Polizei in Istanbul untersucht derzeit die Aufzeichnungen der Sicherheitskameras, um zu sehen wer seit Khashoggis Betreten des Konsulates ein und ausgegangen ist, so die Verlobte des Journalisten gegenüber türkischen Medien. Die Generalstaatsanwaltschaft in Istanbul leitete am Tag des Vorfalls eine Untersuchung ein. Das Konsulat teilte auf Twitter mit, dass es in Abstimmung mit den türkischen Behörden arbeite.  

Kommentar
Repressalien gegen muslimische Uiguren: 5 Dinge die jeder dagegen tun kann

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther Seit die Vereinten Nationen den der CERD vorgelegten Bericht von Human Rights Watch über die exzessiven Menschenrechtsverletzungen und Verfolgung der muslimischen Uiguren durch die chinesischen Behörden in der autonomen Region Xinjiang anerkannt haben, ist nun auch endlich das Medienecho größer geworden. Auch das Europäische Parlament hat China aufgefordert, seine Verbrechen zu beenden. In den USA gibt es Stimmen, die Sanktionen gegen an diesen Verbrechen Beteiligte fordern. Der alte und neue Premierminister Malaysias hat chinesischen Regierungsvertretern bei einem Besuch in Hongkong explizit widersprochen und festgestellt, die Verwandlung einer ganzen Provinz in ein Konzentrationslager sei keine interne Angelegenheit Chinas, sondern eine der internationalen Gemeinschaft. Muslime in Indien und Bangladesch sind inzwischen auf die Straße gegangen. Dennoch ist es bemerkenswert und schockierend, dass in der muslimische Welt weniger über den Versuch der chinesischen Regierung, den Islam in China auszulöschen, berichtet wird als im Westen, dass der Premier Malaysias der einzige Regierungschef eines muslimischen Landes ist, der sich bisher klar geäußert hat. Mit den Medien muslimischer Länder habe ich meine eigenen Erfahrungen gemacht, ich habe zahlreichen englischsprachigen im Internet präsenten Zeitungen Artikel angeboten, zumeist kam keine Antwort, obwohl ich darauf verwiesen habe, dass ich, was ich schreibe, selbst erlebt habe und Informationen biete, die über das hinausgehen, was man ansonsten hört. Die Jakarta Post hat mir immerhin geantwortet und meinen Artikel abgelehnt. Kurz darauf erschien in derselben Zeitschrift ein Artikel des chinesischen Botschafters unter dem Titel , Wonderful Xinjiang‘, wo jede Verfolgung der Uiguren geleugnet wird. Ich glaube ich muss dem Leser nicht erklären, was hier geschieht, auch nicht, dass dieser Vorgang das Schweigen anderer muslimischer Länder erklärt. Immerhin konnte ich auf der 18. AICIS-Tagung in Indonesien zur Lage der Uiguren sprechen: das Auditorium, das nichts von den Vorgängen wusste, war schockiert. Im Anschluss wurde ich zu einem Fernsehinterview gebeten. Ein Kollege hat mir versprochen, er werde eine Möglichkeit finden, wo ich das in Indonesien publizieren könne. Auch im Iran war meine Zuhörerschaft von den Vorgängen in China schockiert, eine Kollegin hat sich erboten, einen Beitrag von mir in Farsi zu übersetzen und publizieren zu lassen. Eine Kollegin in Ägypten hat ihn ins Arabische übersetzt: die Zeitung, der sie ihn anbot, sagte, im Moment sei das inopportun, es werde zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht. Paradoxerweise: eine indische Tageszeitung, The Pioneer, hat meinen Beitrag veröffentlicht. Gewiss wurde, was den islamischen Raum anbelangt, etwa in Al Jazeera ab und an zu Xinjiang etwas veröffentlicht; am intensivsten geschah das wohl in der Internetseite DOAM. Umso verdienstlicher ist es, dass die große muslimische Internetplattform ,The Muslim Vibe‘ sich jetzt mit einem sehr informativen und besonnenen Artikel an Muslime gewendet hat und sie auffordert, ihren Brüdern und Schwestern in China aktiv beizustehen. Sie nennt fünf Punkte, wie jeder einzelne Muslim – ich würde hinzufügen, jeder anständige Mensch mit Sinn für Mitmenschlichkeit – einen kleinen, aber wichtigen Beitrag leisten kann, den Menschen in Xinjiang trotz der unangreifbaren Machtfülle einer Supermacht zu helfen.
  • fordert man dazu auf, wenn man die Möglichkeit hat, Regierungsvertreter anzusprechen,
  • in der eigenen Moschee, der eigenen Gemeinde andere Gemeindemitglieder zu informieren,
  • sich an NGOs zu wenden,
  • jede Gelegenheit zu nutzen in sozialen Medien über die Verbrechen Chinas zu schreiben,
  • für die Brüder und Schwestern zu beten.
Wem das naiv erscheint und wer glaubt, das habe keine Wirkung, dem sei Folgendes gesagt: dass die Regierungen muslimischer Staaten schweigen, hat offenkundige Gründe: man fühlt sich – aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten, durch westliche Feindschaft bedingt – von China abhängig (Türkei, Iran), man hat eine traditionelle strategische Allianz mit China (Pakistan), China hat immer mehr Länder – muslimisch oder nicht – still und leise in die wirtschaftliche Abhängigkeit gelockt, China hat systematisch Staaten mit seinen Handlangern durchsetzt: was in Australien schon seit langem an die Öffentlichkeit kam und jetzt auch in den USA gilt weltweit. China hat selbst die internationale Wissenschaftsgemeinschaft, zumal die Sinologie gekauft. Wenige Wissenschaftler haben genug Rückgrat, sich der Drohung entgegenzustellen, in ihrer Arbeit in China behindert zu werden, auf nette Einladungen zu Vorträgen mit gutem Essen und netter touristischer Begleitung zu verzichten, um wissenschaftlich und menschlich integer zu bleiben. Viele Staaten der islamischen Kultursphäre werden von Regierungen geführt, die von einer Politik im Sinne muslimischer Werte weit entfernt sind oder sie sogar eklatant ignorieren, ja sogar alles tun, Muslime zu töten oder zu inhaftieren. D.h. worauf es vor allem ankommt, ist, die muslimische Öffentlichkeit zu informieren und zu mobilisieren. Es muss zu einem Druck der Straße kommen, dem sich Regierungen, um ihr Gesicht zu wahren, nicht entziehen können. Denjenigen Regierungen, die nur aufgrund von wirtschaftlicher Abhängigkeit von China nichts sagen können, könnte der Druck der Straße sogar willkommen sein, um China mit dem Argument begegnen zu können, der Druck der Straße zwinge sie, nicht völlig zu schweigen. China ist wirtschaftlich verwundbarer als man denkt – ich werde dazu noch schreiben -, und außerdem: China ist die öffentliche Meinung keineswegs gleichgültig. China bekennt sich zu den Menschenrechten. Es setzt etwas andere Akzente als der Westen, verweist aber immer wieder darauf, China respektiere die Menschenrechte, ja der Standard der Menschenrechte in China sei besonders gut! Seit der Druck der immer weiter sich verbreitenden Kenntnis von den Vorgängen in Xinjiang wächst, hat China systematisch, nicht nur in Indonesien, auch anderswo seine Botschafter mobilisiert, sich in der Presse ihrer Gastländer zu äußern und China zu verteidigen. Diesen Auslassungen entgegenzutreten ist so wichtig wie leicht: die Argumente, die die Chinesen vorbringen, sind so offenkundig lächerlich, dass es leicht ist Ihnen zu begegnen. Man muss sie gar nicht erst ins Lächerliche ziehen. Wenn man ihnen begegnet, muss man nur eines über chinesische Mentalität wissen. Chinesen sind geborene Hypokriten; man versucht, so lange es geht, mit ausgesuchter Höflichkeit um den Kernpunkt herumzureden und zu vermeiden, dass man überhaupt darüber redet. Zunächst muss man dies durch rücksichtslose Hartnäckigkeit ohne Komplimente vereiteln. Kommt man zur unangenehmen Wahrheit, sind chinesische Regierungsvertreter unschlagbar, dem Gegenüber mit der selbstverständlichsten Nonchalance ins Gesicht zu lügen. In China kommt man damit durch, da die Gegenseite nie unhöflich reagieren wird. Das führt nach chinesischen Verhaltensregeln dazu, dass beide Seiten – wie man sagt – das Gesicht verlieren. Aber nach meiner Erfahrung erreicht man am ehesten etwas, wenn man dann, wenn es wirklich erforderlich ist, bewusst grob, unhöflich, kompromisslos hart reagiert. Damit können Chinesen nicht umgehen. Und deshalb muss man diejenigen, die es verdienen, genau damit konfrontieren. Dann stecken sie zurück!
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– Menschenrechtsverletzungen in China – Bericht: China verstärkt Repressalien gegen muslimische Uiguren

Eine Untersuchung des Wall Street Journal enthüllt, was in Chinas wachsendem Netzwerk von Internierungslagern, wo Hunderttausende von ethnischen Uiguren festgehalten werden, vorgeht. Wie WSJ berichtet, habe China sein Internierungsprogramm, das ursprünglich auf ethnische uigurische Extremisten zielte, scharf erweitert.

Bericht: China verstärkt Repressalien gegen muslimische Uiguren

Prof. Dr. Hans-Christian Günther
Lebenslauf Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen.  

Kommentar
Nahostexperte Lüders: Der Iran stellt keine Bedrohung für Israel dar

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther Am 4.10. hat einer der eminentesten Nahostexperten, Michael Lüders, im Deutschlandfunk ein Interview gegeben, in dem er die Beziehungen zwischen Israel und dem Iran in den Blick nimmt. Herr Lüders ist einer der wenigen wirklichen Experten, der die Fakten so gut kennt, wie dies möglich ist, der eine unabhängige und ausgewogene Meinung zu äußern den Mut hat und es erreicht hat, trotzdem zuweilen in den deutschen Mainstreammedien gehört zu werden. Er legt in seinem Interview unwiderlegbar dar, dass der Iran alle Auflagen des Atomabkommens erfüllt hat, dass der Iran keinerlei Bedrohung für Israel darstellt, keinerlei Angriffsabsichten hat, Netanyahus angebliche Beweise für ein Atomprogramm eine Lüge sind, dass Imam Khamenei Israel und den USA schon 2003 eine vollumfängliche Normalisierung der Beziehungen angeboten hat. Die anhaltende Feindschaft der USA und Israels gegenüber dem Iran zielen auf einen Regimechange in Teheran. Das ist völkerrechtswidrig, ebenso wie die Sanktionen es sind. Dem möchte ich nur eines hinzufügen. Herr Lüders stellt die Lage zunächst als einen Konflikt von geopolitischen Interessen dar, in dem es weder die ,,bad guys“ noch die ,,good guys“ gebe. Ich glaube, seine Ausführungen zeigen glasklar, es gibt sie. Der Iran ist ein friedlicher Staat, der seit über 150 Jahren keinen Krieg geführt hat, sondern nur Opfer westlicher Aggression war. Die islamische Republik wurde in einem völkerrechtswidrigen, mit Chemiewaffen geführten Stellvertreterkrieg überzogen, mit völkerrechtswidrigen Sanktionen belegt, die islamische Republik hat nie irgendein Land angegriffen. Sie kooperiert mit legitimen Regierungen der Region wie Iraq und Syrien, sie pflegt gute Beziehungen mit der Hisbollah, einer auf breiter Unterstützung beruhenden politischen und militärischen Bewegung, die die Interessen Ihres Landes verteidigt und ebenfalls nur defensiv militärisch tätig ist. All dies tut der Iran nur, um sich vor völkerrechtswidriger Aggression seiner Feinde abzusichern. Der Iran unterstützt keinerlei terroristische Organisationen und kämpft in Syrien auf Einladung der legitimen Regierung des Landes. Der Iran ist somit ein friedliches Land, das sich keinerlei Verstöße gegen das Völkerrecht hat zuschulden kommen lassen, das sich sogar in jüngerer Zeit kompromissbereiter gezeigt hat, als es das nötig hätte. Auf der anderen Seite stehen Länder, die – wie die USA und ihre europäischen Vasallen völkerrechtswidrig in der Region militärisch aktiv sind, Millionen unschuldiger Zivilisten ermorden, ganze Länder zerstören, um Regimechanges zu erzwingen, den Iran seit Bestehen der islamischen Republik mit völkerrechtswidriger Gewalt und Sanktionen überziehen und konstant bedrohen. Auf dieser Seite steht mit Israel auch ein Staat, der jedes internationale Recht offen mit Füßen tritt, der erklärt, internationales Recht gelte für ihn nicht, der völkerrechtswidrig Gebiete besetzt, völkerrechtswidrig, wann es beliebt, in Syrien Luftschläge durchführt, in den von ihm besetzen Gebieten ohne Scheu die abscheulichsten Kriegsverbrechen begeht, einen schleichenden Genozid an der einheimischen Bevölkerung verübt, wie die gesamte Welt weiß, wie das die Uno-Vollversammlung, der Genfer Menschenrechtsrat und zahlreiche andere internationale Kommissionen und NGOs bekräftigt haben. Also für mich ist hier kein Zweifel möglich: der Iran ist 200% im Recht, seine Gegner sind allesamt Kriegsverbrecher. Seit dem Bruch des Atomabkommens hat der Feind USA sich auch zu einem Staat degradiert, mit dem man keine Verträge schließen kann. Das hatte übrigens Imam Khamenei von Anfang an vermutet. Die Situation ist somit die: Feindliche Staaten versuchen, die islamische Republik Iran mit allen Mitteln zu zerstören – seit ihrer Gründung. Es ist ihnen in fast vierzig Jahren nicht gelungen. Es wird Ihnen auch jetzt nicht gelingen.

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Prof. Dr. Hans-Christian Günther
Lebenslauf Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen.

Wirtschaft
USA: Arbeitslosenquote sinkt mit 3,7 Prozent auf ein 49-Jahres-Tief

New York (nex) – Die US-Arbeitslosenquote sank im September auf 3,7 Prozent und erreicht somit den niedrigsten Stand seit 1969. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) am heutigen Samstag unter Berufung auf eine Mitteilung des US-Arbeitsministeriums vom Freitag berichtet, ist die Rate von 3,9 Prozent des Vormonats um 0,2 Prozent gesunken. Es seien 134.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. AP nennt die Auswirkungen des Hurrikan Florenz als mögliche Ursache. Allerdings habe es schon seit acht Jahren ein monatliches Wachstum von Arbeitsplätzen gegeben. Der längsten Phase seit Bestehen und der niedrigste Stand seit 49 Jahren. Arbeitgeber hätten bereits Schwierigkeiten Stellen zu besetzen und seien gezwungen die Löhne zu erhöhen. Der Online-Versandhändler AMAZON erhöhte den Mindestlohn bereits auf 15 Dollar die Stunde. Trotz ähnlicher Arbeitslosenzahlen unterscheide sich die heutige Wirtschaft erheblich von derjenigen von 1969. Damals arbeiteten ein Drittel der Amerikaner in der Fertigung, heute sind es kaum noch 9 Prozent. Das starke Wirtschaftswachstum wurde damals durch riesige Staatsausgaben für den Vietnamkrieg und neu geschaffene Sozialprogramme der Großen Gesellschaft angetrieben. Und Frauen waren viel seltener berufstätig, so der AP-Bericht.