Gastbeitrag
Kommentar: Dämonisierung türkischstämmiger Organisationen

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel

Die Dämonisierung türkischer bzw. türkischstämmiger Organisationen, Vereine und Verbände durch türkiisierte Scharfmacher trägt zu Mythenbildungen bei, die Treibstoff für Rechte, Extremisten oder Antidemokraten liefern. Deutsche, die dabei als Alibi ihre Herkunft vor sich hertragen, befeuern die Dämonisierung besonders seit 2016 immer stärker.

Bei Anfeindungen gegen türkische bzw. türkischstämmige Organisationen, Vereine, Verbände und Persönlichkeiten verfolgte die Politik bislang einfache und primitive Muster, die nicht nur die Probleme negierten, sondern vertieften und neue erschufen. Leidtragende sind die Angefeindeten selbst, die um ihre Leistungen gebracht werden, deren gute Leumund abgesprochen wird, deren Vereinssitze attackiert, ihre Moscheen in Brand gesetzt werden.

Bestes Beispiel: Als 2018 Stimmen laut wurden, den größten türkischen Moscheeverband, die DITIB, zum Prüffall für den Verfassungsschutz zu erklären, spiegelte es nur den alltäglichen Umgang mit den ehrenamtlichen Mitgliedern, Moscheegängern und Türken wider, die seit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei von 2016 beständig zunimmt.

Diese Politik, die im Umgang mit dem antidemokratischen Putschversuch in der Türkei ihr amoralisches und antidemokratisches Wesen erneut zeigte, schadet nicht nur den hier lebenden Türken und Türkischstämmigen. Diese Politik schafft seitdem auch nur ständig neue Probleme, die mit ganz normalen Dingen einhergehen.

Im alltäglichen Umgang mit Türken, Türkischstämmigen, ihren Organisationen, Vereinen und Verbänden wird ihnen ständig vorgehalten, sprichwörtlich mit einem Bein im Knast zu sein. Diese Signale sind nicht an sie selbst adressiert, sondern an die Gesamtbevölkerung insgeheim gerichtet, die entsprechende politische Entscheidungen mittragen sollen. Mitunter wird auch erst der Puls der Gesellschaft gefühlt, ob diese mit dem Umgang einverstanden sind oder nicht, um so die eine oder andere für die „Schuldigen“ negativ beschiedene Entscheidung zu treffen.

Vorne an der Spitze der Anklägerreihe, sind Deutsche, oder besser gesagt, solche, die sich als Deutsche verstanden wissen wollen, aber eine Migrationsgeschichte haben. Manche nennen sie „Haustürken“, andere bezeichnen sie als Scharfmacher. Es gibt aber auch eine kleine Minderheit, die diese „haus“türkiisierten Scharfmacher für nicht erwähnenswert halten, weil sie ihrer Ansicht nach in der Politik oder in der Gesellschaft unbedeutend sind und daher keine relevante Rolle spielen.

Ich denke, auch Kleinvieh macht Mist. Als die sogenannten türkischstämmigen Islamkritikerinnen Necla Kelek und Seyran Ates durch ihre propagandistische Islamkritik europaweit Bekanntheit erlangten und entsprechend politisch herumgereicht wurden, dachte noch niemand daran, dass diese Damen im Endeffekt den europäischen Rechtsruck einleiten. Heute sind sie ausgebrannte Namen, die mehr schlecht als recht ein Publikum zusammenhalten können. Das „Problem“ das sie dabei als Islamkritik vortrugen, hat sich inzwischen zu einer prächtigen Islamphobie entwickelt.

Ihre Plätze wurden inzwischen von neuen, ungebrauchten Personen eingenommen, die ebenfalls vorgeben, mit beiden Beinen auf dem deutschen Grundgesetz und der Wertekultur zu stehen. Als ob ihre kritisch beäugten und dämonisierten Mitmenschen in Deutschland all das nicht vertreten oder verinnerlicht hätten!

Genau darum geht es schlussendlich. Um die Dämonisierung einer anderen Wertekultur oder Verfassung, aus der diese Mitmenschen stammen. Diese Scharfmacher vertreten Interessen, die meist dieser Verfassung, Wertekultur oder Religionsauffassung konträr gegenüberstehen und tragen das auf dem Rücken der hierlebenden Mitmenschen aus.

Zunächst einmal sind diese Mitmenschen, sprich türkische Staatsbürger, die inzwischen in der dritten oder vierten Generation in Deutschland leben, aber auch Doppelstaatler und deutsche Staatsbürger mit türkischem Migrationshintergrund, hier sozialisiert. Das heißt, sie haben die hiesige Wertekultur verinnerlicht, sprechen dieselbe Sprache, halten sich an dasselbe Grundgesetz wie all die anderen Bürger Deutschlands.

Ihre Organisationen, Vereine und Verbände sind aus ihnen heraus gewachsen, wurden entsprechend ihrer Vorstellungen und Bedürfnisse gegründet, vertreten deren Interessen. Interessen können sich entgegen stehen, wie zwei deutsche Parteien unterschiedliche Werte und politische Richtungen vertreten und dennoch in einem demokratischen Parlament eine Streitkultur pflegen, zusammen Entscheidungen treffen.

Diese Mitmenschen haben auch eine Geschichte, eine Migrationsgeschichte, die sie nicht wie ein Mantel ablegen können, ablegen wollen. Diese Mitmenschen haben gelernt, sich in beiden Kulturen zurechtzufinden, wohlzufühlen. Sie sind mitunter stolz, in beiden Kulturen aufzugehen. Sie vereinen zwei Kulturen, verteidigen diese auch entsprechend.

Scharfmacher, oder besser gesagt, türkiisierte Scharfmacher, wollen stattdessen, dass man sich von einer der Kulturen trennt und nur der einen vorgelebten oder vordiktierten Kultur folgt. Sie wollen, dass man die eigene Geschichte verleugnet, ihre Geschichte verinnerlicht. Für diese Scharfmacher gilt die von ihnen vorgegebene reine Religionskultur, der deutsche Islam oder der europäische Islam.

Sie dämonisieren dabei nicht nur die seit Jahrhunderten gelebte türkische Religion, sondern auch die gewählte Politik der Türkei, inzwischen auch ihren Staatsgründer und vor allem ihre Geschichte. In Anbetracht der Dinge, kann man mit Fug und Recht von Hasstiraden gegen das Türkendasein sprechen, obwohl vorgegeben wird, demokratische bzw. humanistische Werte zu verteidigen, Völkerverständigung zum Ziel zu haben.

Deswegen – und ich werde diese Scharfmacher immer beim Namen nennen – schießt Ali Ertan Toprak als Vertreter der völkisch-kurdischen Organisation in Deutschland, stets gegen türkische bzw. türkischstämmige Organisationen, die sich den separatistischen Zielen völkisch-kurdischer Organisationen in der Türkei, Syrien oder Nordirak entgegenstellen.

Deswegen verlieren Eren Güvercin, Murat Kayman oder Erkan Pehlivan seit 2016 auch keine Zeit, bis zur nächsten Islamkonferenz die größten türkischen Verbände madig zu reden und dabei stets die Innenpolitik der Türkei hierher zu tragen. Ihr vorrangiges Ziel ist offensichtlich, die Kleinstinitiativen und Kleinstvereine (sie mit inbegriffen), womöglich sogar die Gülen-Sekte als Wortführer der Islamkonferenz zu etablieren. Als Hauptziel wird aber die Politik der Türkei verfolgt, um sie von außen zu beeinflussen.

Deswegen werden Ilias Uyar, Burak Copur oder Cem Özdemir seit 2016 auch nicht müde, ihre Erinnerungskultur den Türken und Türkischstämmigen aufzuoktroyieren und dabei stets auf ein und dieselbe türkische Regierung zu verweisen, obwohl die türkische Erinnerungskultur seit der Gründung der Türkei immer dieselbe war.

Was diese Scharfmacher vereint, ist ihre antidemokratische Grundhaltung gegenüber der Türkei, der Verweigerung des Respekts gegenüber deren Wertekultur, Gesetze, Verfassung oder gar absprechen ihrer territorialen Unversehrtheit. Das schließt mitunter deren Bekämpfung mit ein. Sie fordern das inzwischen vereint und in ein und demselben Tonfall.

So wie am 15. Juli 2016 die Bundesregierung ihr wahres Gesicht offenbarte, so ist jede Handlung dieser Scharfmacher für die hier lebenden Türken und Türkischstämmigen seit 2016 inzwischen ein offenes Buch, das sie als freie Individuen zu deuten wissen und entsprechend einordnen. Für ein harmonisches Zusammenleben, ein friedliches Miteinander, geschweige denn Versöhnung, keine guten Bedingungen.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar. Kontakt: yuecelnabi@hotmail.de


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Die deutsche Polit- sowie Medienlandschaft hat sich auf Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V., kurz DITIB eingeschossen. Wie konnte die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen auch nur mit der DITIB einen Vertrag zur Zusammenarbeit im Islamunterricht unterschreiben, lautet der einhellige kritische Meinungsbildungspool.

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Landtagswahlen
UID ruft zur Teilnahme an NRW-Landtagswahl auf

von Yasin Baş

Die Union Internationaler Demokraten (UID), hat in einer Pressekonferenz und einer Presseerklärung die türkischstämmigen Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen (NRW) zur Teilnahme an den Landtagswahlen aufgerufen.

Bei den Wahlen am 15. Mai sind über 13 Millionen Wahlberechtigte sowie 785.900 Erstwähler stimmberechtigt. In NRW leben ungefähr 1,2 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln. Davon sind etwa 500.000 Wählerinnen und Wähler stimmberechtigt.

Der Vorsitzende der UID, Köksal Kuş, verwies während der Pressekonferenz in der UID-Zentrale in Köln-Porz auf dieses Potential und sagte, dass die türkischstämmigen Wählerinnen und Wähler durchaus in der Lage seien, den Ministerpräsidenten mitzubestimmen und der Politik ihres Bundeslandes eine Richtung zu geben.

Wahlen in NRW sind gleichbedeutend mit den Bundestagswahlen

Gerade vor dem Hintergrund der durchaus knappen Wahlumfragen und Prognosen erhalte der Gang zur Wahlurne eine noch wichtigere Bedeutung, so der Vorsitzende. Deshalb rief Kuş alle wahlberechtigten, türkischstämmigen Menschen im bevölkerungsreichsten Bundesland dazu auf, am 15. Mai ihre Stimme abzugeben oder von der Briefwahl Gebrauch zu machen.

Die Wahlen in NRW seien fast gleichbedeutend mit den Bundestagswahlen, unterstrich Kuş, der in den früheren Jahren unter anderem Leiter des Referats für das Vereinsmanagement und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der UID war. Der Bauunternehmer und Maschinenbauingenieur sagte während der Pressekonferenz zudem, dass die UID mit Infoständen sowie über die vereinseigenen sozialen Medienkanäle für die NRW-Landtagswahlen werbe.

Mitwirkung an der Politik beginnt auf kommunaler Ebene

Kuş sprach überdies auch die Probleme an, die die türkischstämmige und migrantische Bevölkerung dauerhaft beschäftige:

„Wir müssen uns gerade in den letzten Jahren mit dem zunehmenden Problem des Rassismus auseinandersetzen, weil wir immer wieder im Zentrum dieser Angriffe stehen. Insofern sind diese Wahlen von großer Bedeutung für uns.“

Kuş fügte hinzu, dass es zwar in vielen Parteien Kandidaten türkischer Herkunft gebe, diese Zahl jedoch noch ausbaufähig sei. In Anbetracht dessen bemühe sich die UID, das Interesse der jungen Menschen an der Politik zu steigern und sie in gute Positionen zu bringen. Die Mitwirkung an der Politik beginne auf kommunaler und lokaler Ebene. Dort müssten sich die jungen Leute zunächst engagieren und weiter aufsteigen, so der UID-Vorsitzende.

UID arbeitet mit großer Anstrengung und Hingabe daran, die Wahlbeteiligung zu erhöhen

„Als Union Internationaler Demokraten arbeiten wir mit großer Anstrengung und Hingabe, gemeinsam mit den Mitgliedern unserer Organisation daran, die Beteiligung an der Landtagswahl in NRW zu erhöhen. Wir messen diesen Bemühungen große Bedeutung bei, um die demokratische politische Kultur und Teilhabe der deutsch-türkischen und migrantischen Gemeinschaften als Teil der deutschen Gesellschaft, weiterzuentwickeln“, so der 62-jährige Vorsitzende.

Die türkische Gemeinde in Deutschland unterstütze „die demokratische Entwicklung unseres Landes in allen ihren Facetten wie beispielsweise im sozialen, wirtschaftlichen, politischen, bildungsspezifischen und anderen Bereichen“, so Kuş. Die UID sei glücklich darüber, dass diese Unterstützung mit einem hohen Maß an Loyalität, Leidenschaft und Hingabe weiter zunehme.

„Hohe Wahlbeteiligung wichtig für die Entwicklung unseres Landes“

Kuş, der aus der türkischen Stadt Gümüşhane stammt und seit den 1970er Jahren in Deutschland lebt, sagte des Weiteren an die Adresse der türkischstämmigen Wählerinnen und Wähler in NRW:

„Wir erachten eine hohe Wahlbeteiligung als sehr wichtig für die Fortsetzung der Entwicklung unseres Landes. Deshalb sind Sie aufgerufen, unsere Zukunft gemeinsam zu gestalten. Deshalb sagen wir: „Gemeinsam Zukunft gestalten! Gemeinsam wählen gehen!”

Washington
Bericht: USA könnten F-16-Verkauf an die Türkei zulassen

Washington – Nachdem die Türkei im Jahr 2020 das russische Raketenabwehrsystem S-400 gekauft hatte, wurde es von den USA mit Sanktionen belegt und aus dem gemeinsamen F-35-Programm ausgeschlossen. Der Erwerb des russischen Systems sorgte seit Jahren für Spannungen und eine Eiszeit zwischen Washington und Ankara. Inmitten des Ukraine-Krieges und den Vermittlungsbemühungen Ankaras scheint Washington jedoch eine Kehrtwende zu machen. Wie die renommierte Zeitung für Rüstungstechnologie Defence News berichtet, habe der US-Kongress Offenheit für einen Verkauf der F-16-Kampfjets an die Türkei signalisiert. „Wir müssen mit der Türkei und anderen Ländern, die mit uns gegen Russland zusammenarbeiten, reden und zusammenarbeiten“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Repräsentantenhauses, Gregory Meeks, D-N.Y., gegenüber Defense News. „Sie haben einige Bewegungen in die richtige Richtung gezeigt.“ Andere Demokraten und Republikaner, die mit allen Mitteln dafür gekämpft haben, die Türkei aus dem Programm auszuschließen, haben ebenfalls signalisiert, dass sie ihre Macht nicht nutzen würden, um einen möglichen F-16-Verkauf zu blockieren. „Ich habe mit mehreren der beteiligten Parteien gesprochen“, sagte Senator James Risch (R-Idaho), das ranghöchste Mitglied des Ausschusses für auswärtige Beziehungen, gegenüber Defense News. „Die Türken haben ein glaubwürdiges Argument vorgebracht, warum sie die F-16 bekommen sollten“. Die Türkei wurde aus dem F-35-Programm ausgeschlossen und ihre Verteidigungsbeamten wurden mit Sanktionen belegt, nachdem das Land im Jahr 2020 das russische Raketenabwehrsystem S-400 gekauft hatte. Die USA lehnen die Verwendung des russischen Systems durch NATO-Mitglieder strikt ab, da es eine Sicherheitsbedrohung für die F-35 darstelle. Die Türkei betont jedoch, dass die Komponenten des S-400 unabhängig eingesetzt werden könnten, ohne in NATO-Systeme integriert zu werden, und stellten daher kein Risiko dar.

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– Erdogan-Putin Treffen – Türkei will Milliarden-Entschädigung für Ausschluss aus Kampfjet-Projekt

Der türkische Staatschef hat angekündigt, dass sein Land eine Entschädigung für den Ausschluss aus einem von den USA geführten Tarnkappen-Kampfjet-Programm fordern werde.

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Internet
VPN: So umgehen Sie Geoblocking und Länderrestriktionen

Geoblocking und andere länderspezifische Restriktionen sind für grenzenlos aufgestellte Internetnutzer vor allem eines: Lästig. Mit einem VPN lassen sich die Sperren jedoch umgehen. Wir erklären, wie es geht.

Was ist Geoblocking?

Überzeugte Anhänger von Streamingdiensten kennen das Problem: Ein neuer Film oder eine neue Serie ist endlich verfügbar – nur leider nicht in Deutschland, sondern lediglich in den USA. Wie unfair!

Dass Streamingdienste wie Netflix und Co. die Verfügbarkeit ihrer Inhalte nach Ländern steuern können, lässt sich auf eine bestimmte Technik zurückführen: Geoblocking. Geoblocking bezeichnet die regionale Sperrung von Internetinhalten durch Anbieter. Gründe dafür gibt es viele, etwa Lizenzvereinbarungen, Urheberrechtsstreitigkeiten oder auch gesetzliche Einschränkungen.

Geoblocking führt jedem Nutzer vor Augen, dass das Internet längst nicht so frei und grenzenlos ist wie oft behauptet. Der Grund dafür ist die IP-Adresse jedes Internetnutzers. Wer sich mit dem Internet verbindet, benötigt einen Internet-Service-Provider (ISP). Dieser Provider teilt jedem Nutzer eine weltweit einmalige Nummer zu: Die IP-Adresse. Diese stellt gewissermaßen die individuelle Adresse des Nutzers im Netz dar. Die IP-Adresse verrät nicht nur den Nutzer, sondern auch dessen Aufenthaltsort. Streamingdienste und andere Anbieter können deshalb Inhalte für bestimmte IP-Adressen sperren.

Geoblocking umgehen: Funktionsweise eines VPN in Kurzform

Die Lösung für das Problem: Verwenden Sie ein VPN, um Ihre Daten zu schützen und Ihren Standort zu verschleiern! Ein VPN (virtuelles privates Netzwerk) funktioniert wie eine Art geschützte Verbindung innerhalb öffentlicher Netzwerke. Sie benötigen also keine zusätzliche Hardware.

Das VPN verschlüsselt den gesamten ein- und ausgehenden Datenverkehr inklusive Protokollen wie zum Beispiel Cookies und Suchverlauf. Dies ist zunächst ein wesentlicher Sicherheitsvorteil: Dritte wie wie zum Beispiel Hacker oder auch Internet-Service-Provider können nicht sehen, wo Sie sich im Netz bewegen, welche Daten Sie eingeben etc. Die Nutzung eines VPNs verbessert ihre Privatsphäre ganz erheblich.

Dies ist jedoch nicht der einzige Vorteil. Wenn Sie ein VPN nutzen, bewegen Sie sich über einen speziellen Remote Server im Netz. Dieser dient gewissermaßen als Vermittler und ist die letzte auf sie zurückführbare Quelle. Ihre eigene IP-Adresse ist für Dritte nicht sichtbar.

Der Trick: Die meisten VPN Provider betreiben Remote Server in zahlreichen Ländern weltweit. Darunter sind üblicherweise alle wichtigen Standorte wie zum Beispiel die USA. Wenn Sie sich in ein VPN einwählen, können Sie dies über einen US Server tun – und gelten aus Sicht von Streamingdiensten wie Netflix dann als US Kunde. Prompt können Sie alle US Inhalte sehen. Dieser Trick funktioniert auch für andere Länder. Sie können beispielsweise auf Auslandsreisen durch ein VPN die deutschen Inhalte sehen.

Geoblocking ausschalten: Wie ist die Rechtslage?

Rechtlich gehen Sie mit dieser Vorgehensweise kein großes Risiko ein. Zwar verstoßen Sie möglicherweise gegen die Nutzungsbedingungen von Streamingdiensten oder anderen Anbietern. Es ist jedoch bislang nicht bekannt, dass die Anbieter Kunden deshalb gekündigt hätten. Vielmehr versuchen Netflix und Co., mit Proxysperren gegen VPN Nutzer vorzugehen. Mit einem geeigneten VPN können Sie die Inhalte jedoch sehen.

In der EU ist Geoblocking grundsätzlich untersagt. Allerdings gelten einige Ausnahmen für Filme, TV-Sender und Inhaber von Übertragungsrechten. Ein für Privatpersonen rechtlich relevanter Verstoß gegen das Urheberrecht liegt nach geltender Auffassung nicht vor.

Weitere Vorteile von VPNs

Auch wenn die Möglichkeit zur Umgehung von Geoblocking einen wesentlichen Vorteil für VPN Nutzer darstellt, ist Datenschutz zumeist die Hauptmotivation für die Nutzung der Dienste. Insbesondere, wenn Sie in öffentlichen Netzwerken surfen, sollten Sie stets ein VPN nutzen. In diesen Netzwerken sind Ihre Daten sonst unverschlüsselt für jeden einsehbar, der Zugang zum Netzwerk hat.

Besonders wichtig ist eine sichere Verbindung bei Remote Work. Wenn Sie sensible Daten Ihres Arbeitgebers oder Auftraggebers via E-Mail senden oder auf einen Server hochladen, sollten Sie dies keinesfalls über eine ungesicherte Verbindung tun. Sonst verstoßen Sie möglicherweise gegen ihren Arbeits- oder Werkvertrag.

Was macht gute VPNs aus?

Wenn Sie ein VPN nicht zuletzt zur Umgehung von Geoblocking nutzen möchte, sollten Sie einen Blick auf die Politik des VPN Providers in dieser Hinsicht werfen. Gute Anbieter umgehen Proxysperren von Streamingdiensten und Co. immer wieder aufs Neue.

Achten Sie ansonsten auf eine No-Log-Politik, Zwei Faktor Authentifizierung, Kill Switch Feature und eine effektive Verschlüsselung von Cookies.

No-Log-Politik bedeutet, dass der VPN Provider keinerlei Daten zu seinen Kunden speichert – etwa zu Bewegungen im Netz. Werden Daten nicht gespeichert, können sie im Zweifel auch nicht an Dritte wie z.B. Behörden herausgegeben werden.

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung schützt den Zugang zum VPN – zum Beispiel mit einer TAN, die nach der Eingabe des korrekten Passworts aufs Handy gesandt wird und zusätzlich am Bildschirm einzugeben ist.

Ein Kill Switch Feature beendet vordefinierte Programme, wenn die VPN Verbindung aus irgendeinem Grund plötzlich abbricht. So unterbinden sie ungewollte Datenlecks.

Die effektive Verschlüsselung von Cookies ist besonders wichtig, weil über Cookies sensible Daten wie Finanzinformationen und andere Inhalte zu Webseitenbetreibern gelangen können.

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– Wirtschaft – Türkei: Exporte erreichen neuen Tagesrekord

Die am 29. April erreichte Zahl ist „die höchste an einem Tag in der Geschichte der Republik“, sagt Handelsminister Mehmet Mus.

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Digital
Beliebte Online-Bezahlmethoden mit ihren Vor- und Nachteilen

Online-Shops bieten eine Vielzahl an klassischen und neuen Zahlungsmethoden an. Doch welche Vor- und Nachteile bieten die Methoden und welche Zahlungsvarianten gelten als besonders sicher? Dieser Artikel liefert Antworten.

Giropay

Giropay gilt als sichere Zahlungsmethode. Bei dem Bestellvorgang wählen Kunden die gewünschte Methode aus und werden zum Online-Banking ihrer Bank weitergeleitet. Dann wählen sie die Bank aus, loggen sich über ihren Online-Banking-Zugang ein und geben unter Verwendung einer TAN die giropay-Überweisung frei.

Der Nachteil: Viele Direktbanken bieten den Service nicht an.

Klarna

Klarna ermöglicht einen bequemen Kauf auf Rechnung, wobei der Warenwert nicht an den Händler, sondern an Klarna entrichtet wird. Der Kunde kann zwischen drei Optionen wählen: der Sofort-Überweisung, der 14-Tage-Später-Zahlen-Option und der Ratenzahlung.

Nach Erhalt der Ware überweist der Kunde den ausstehenden Betrag. Zum Nachteil wird die Zahlungsmethode jedoch für alle, die die Überweisung verpassen. Denn hier fallen hohe Mahngebühren an.

paysafecard

Die paysafecard gilt ebenfalls als sichere Zahlungsmethode. Die Karte ist als Prepaid-Karte konzipiert. In lokalen Läden oder Online-Shops, z. B. auf Terd.de, kann ein Betrag bis zu 100 € ausgewählt und bezahlt werden. Im Anschluss erhält der Käufer eine PIN, mit der bezahlt wird.

Der Vorteil: Händler erhalten keinerlei Zugriff auf sensible Daten. Das macht es Betrügern im Internet unmöglich, Datenmissbrauch zu betreiben.

Kreditkarte

Die Zahlung per Kreditkarte ist nach wie vor beliebt. Rückbuchungen sind problemlos möglich. Um die Ware zu bestellen, muss die Kreditkartengesellschaft, die persönliche Kartennummer und die Sicherheitsnummer bei dem Online-Shop angegeben werden.

Der Risikofaktor besteht in der notwendigen Angabe sensibler Daten. So haben Betrüger durch das Versenden von Phishing-Mails die Möglichkeit, Datenmissbrauch zu betreiben.

(SEPA-)Lastschrifteinzug

Der Lastschrifteinzug gehört zu den traditionellen Zahlungsarten. Der Käufer erteilt ein schriftliches SEPA-Mandat und damit eine Einzugsermächtigung. Der zu zahlende Betrag wird dann vom Händler von dem angegebenen Konto abgebucht.

Der Nachteil: Der Kunde kann sich durch die bestehende Möglichkeit der Rückbuchung zwar vor unberechtigten Abbuchungen durch Betrüger schützen, doch durch die Angabe seiner Daten besteht die Gefahr des Datenmissbrauchs.

Nachnahme

Viele Shops bieten die klassische Zahlungsmethode per Nachnahme an. Bezahlt wird mit Bargeld beim Eintreffen der Ware an den Postzusteller. Dieser leitet den Betrag dann an den Händler weiter. Das macht die Zahlung per Nachnahme zu einer sicheren Methode, um sich vor Cyberkriminalität zu schützen. Allerdings muss der Käufer bei der Warenzustellung vor Ort sein.

PayPal

Der externe Zahlungsdienstleister PayPal wird in Deutschland am häufigsten genutzt und gilt aufgrund des Käuferschutzes als sichere Zahlungsmethode. Die Anmeldung ist für Käufer kostenlos.

Zusätzlich bietet der Dienstleister einen Verkäuferschutz. Fällt der Händler also auf eine Betrugsmasche herein, wird das ihm zustehende Geld von PayPal ausgezahlt. Allerdings fallen für den Händler bei jeder Buchung Kosten an.

Ratenkauf

Der Ratenkauf wird bisher nur von wenigen Online-Shops angeboten. Jedoch bietet die Zahlungsmethode den Vorteil, dass der Warenwert nicht sofort überwiesen werden muss, sondern der Kunde Teilraten inklusive Zinsen und Gebühren auswählen kann. Grundlage ist der Kaufvertrag, der online beantragt wird.

Die Gefahr besteht darin, dass Käufer sich übernehmen und Ware einkaufen, die sie sich nicht leisten können. So können rasch Schulden angesammelt werden.

Rechnungskauf

Viele Kunden in Deutschland erwerben ihre Produkte zwar gern im Internet, halten aber an der altbewährten Zahlungsweise per Rechnung fest. Eine Umfrage von Statista aus dem Jahr 2021 zeigt, dass 21 % der Deutschen zwischen 15 und 79 Jahren bei Bestellungen im Internet den Rechnungskauf bevorzugen.

Für den Kunden bedeutet die Zahlungsmethode ein maximales Sicherheitslevel, da die Ware vor dem Versenden weder bezahlt noch sensible Daten angegeben werden. Das Transaktionsrisiko liegt allein beim Händler und im Falle von Zahlungsversäumnissen müssen Mahnungen versendet werden. Die Folge: Viele Händler bieten den Kauf auf Rechnung mittlerweile nicht mehr an.

Fazit

Die Nutzung einer paysafecard und der Kauf auf Rechnung ermöglichen ein sicheres Shopping-Erlebnis ohne Angabe sensibler Daten. Der Dienstleister PayPal erhöht das Sicherheitslevel durch den Käufer- und Verkäuferschutz. Die Methode Giropay gilt ebenfalls als sicher, wird aber nicht von allen Shops unterstützt.


Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind keine Anlage- oder Finanzberatung. NEX24 gibt keine Kauf- und Verkaufsempfehlungen. Bitte betreiben Sie eigene Nachforschungen und suche professionellen finanziellen Rat bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen.

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– Videospiele – Türkei: Gaming-Industrie soll auf 10 Mrd. Dollar wachsen

Die Gaming-Industrie der Türkei wird zu einem immer wichtigeren Wirtschaftsfaktor. Das Land will ihren Anteil an der weltweit 150 Milliarden Dollar schweren Industrie von derzeit einer Milliarde Dollar auf 10 Milliarden erhöhen.

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Ankara
Erdogan gratuliert Macron zum Wahlsieg

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron zu dessen Wiederwahl gratuliert. Erdogan habe bei dem Gespräch die Bedeutung der Beziehungen zwischen Ankara und Paris für Europa betont. Das Telefonat war das erste Gespräch zwischen den beiden Staatsoberhäuptern seit Macrons Wiederwahl am 24. April, bei der er eine ernsthafte Herausforderung durch seine Rivalin Marine Le Pen abwehren konnte. Letzte Woche sagte Erdogan, Macrons Sieg gegen die rechtsextreme Le Pen sei ein Sieg gegen den Extremismus. Die beiden Staatsoberhäupter, die wiederholt über Themen wie den Islam, die angespannten Beziehungen der Türkei zu Griechenland und ihre Erdgasansprüche im Mittelmeerraum aneinandergeraten sind, sprachen am Donnerstag über „Schritte zur Verbesserung der türkisch-französischen Beziehungen“ sowie über den Russland-Ukraine-Krieg, so das Büro Erdogans in einer Mitteilung. Ankara tue sein Bestes, um den Konflikt auf diplomatischem Wege zu lösen, hieß es weiter. Erdogan habe betont, dass die türkisch-französischen Beziehungen für die globale Rolle Europas wichtig seien, so die Präsidentschaft weiter. Im Jahr 2020 lieferte sich Erdogan einen Schlagabtausch mit Macron, nachdem die französische Regierung nach einem Terroranschlag Maßnahmen zur Bekämpfung des islamischen Extremismus verabschiedet hatte. Erdoğan bezeichnete die Maßnahmen als undemokratisch und voreingenommen. Im März 2021 kündigte der türkische Staatschef den Wunsch einer Wiederannäherung an.  Erdogan telefonierte damals zum 100. Jahrestag des Ankara-Abkommens mit seinem französischen Amtskollegen. Das Abkommen von 1921 bildet die Grundlage der bilateralen Beziehungen zwischen der Türkei und Frankreich. Eine Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Frankreich könne einen großen Beitrag zu Sicherheit, Stabilität und Friedensbemühungen in der Welt leisten, so Erdogan. Eine Kooperation der beiden NATO-Staaten habe ein „sehr ernsthaftes Potential“.

„Als zwei starke NATO-Verbündete können wir einen bedeutenden Beitrag zu Sicherheit, Stabilität und Frieden in einer weiten Geographie leisten; von Europa bis zum Kaukasus, dem Nahen Osten und Afrika,“ sagte Erdogan in einer Videokonferenz mit Macron.

Zum Thema

– JETCO – Wiederannäherung: Türkei und Frankreich unterzeichnen Wirtschaftsabkommen

Nach jahrelangen Querelen scheinen sich Ankara und Paris wieder näher zu kommen. Bei einem Treffen in Istanbul unterzeichneten Handelsvertreter beider Länder am gestrigen Dienstag ein Protokoll über Handelsbeziehungen, Investitionen und Zusammenarbeit.

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Corona-Pandemie
Corona: Weniger Kinder und Jugendliche wegen Alkoholmissbrauchs im Krankenhaus

Wiesbaden – Abgesagte Feste, geschlossene Lokale, Kontaktbeschränkungen – in der Folge kamen im ersten Jahr der Covid-19-Pandemie deutlich weniger Menschen wegen Alkoholmissbrauchs in ein Krankenhaus. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden in Deutschland im Jahr 2020 rund 12 200 Kinder und Jugendliche von 10 bis unter 20 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs stationär in einem Krankenhaus behandelt. Das waren 39,7 % weniger als im Jahr 2019. Damals waren es rund 20 300 Kinder und Jugendliche. Zahl der Fälle in allen Altersgruppen geringer als 2019, Rückgang fällt bei jungen Menschen aber besonders groß aus Über alle Altersgruppen hinweg gab es im Jahr 2020 mit 76 200 Fällen im Vergleich zu 2019 rund ein Viertel (-23,8 %) weniger Krankenhausbehandlungen wegen akuter Alkoholvergiftung. Dabei ist der Rückgang in allen Altersgruppen zu beobachten, er fällt aber in der Altersgruppe der 15- bis unter 20-Jährigen (-41,7 %) und bei den 20- bis unter 25-Jährigen (-41,5 %) am höchsten aus. Zum Vergleich: In der Altersgruppe der 40- bis unter 45-Jährigen und bei den 60- bis unter 65-Jährigen nahm die Zahl der Fälle um jeweils 12,2 % ab. Die Ergebnisse zeigen im Jahr 2020 zwar einen coronabedingt starken Rückgang, trotzdem sind die Fallzahlen immer noch höher als zur Jahrtausendwende. Im Jahr 2000 gab es insgesamt rund 54 000 Fälle und damit 41,1 % weniger als im Jahr 2020 mit 76 200 Fällen. Auch bei den 10- bis unter 20-Jährigen liegen die Zahlen im Jahr 2020 um mehr als ein Viertel (+28,6 %) über denen von vor 20 Jahren. Im Jahr 2000 gab es rund 9 500 stationäre Krankenhauseinweisungen dieser Altersgruppe, im Jahr 2020 waren es 12 200 Fälle. Demografische Effekte spielen hierbei eine geringe Rolle: Auch bei den Pro-Kopf-Fallzahlen zeigt sich über alle Altersgruppen hinweg ein Anstieg gegenüber dem Jahr 2000. Jugendliche von 15 bis unter 20 Jahren besonders gefährdet Trotz coronabedingt sinkender Fallzahlen ist das Risiko einer Alkoholvergiftung bei Jugendlichen nach wie vor besonders groß: In der Altersgruppe der 15- bis unter 20-Jährigen wurden auch 2020 mit 9 900 die meisten Fälle verzeichnet. Danach folgen die 50- bis unter 55-Jährigen mit 8 400 Fällen. Noch deutlicher zeigt sich die unterschiedliche Betroffenheit einzelner Altersgruppen in den Pro-Kopf-Daten: In der Altersgruppe der 15- bis unter 20-Jährigen gab es im Jahr 2020 mit knapp 254 Fällen je 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner den höchsten Wert aller Altersgruppen. Zum Vergleich: In der Altersgruppe der 50- bis unter 55-Jährigen gab es 126 Fälle je 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Männer neigen stärker zum Rauschtrinken als Frauen Die Daten weisen auch auf Unterschiede zwischen den Geschlechtern hin. Im Jahr 2020 mussten rund 54 300 Männer über alle Altersgruppen wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus, das waren 71,2 % aller Fälle. Dabei liegt der Männeranteil über alle Altersgruppen, ausgenommen in der Altersgruppe der 10- bis unter 15-Jährigen (Männeranteil: 39 %) deutlich über dem Anteil der Frauen. In der Altersgruppe der 60- bis unter 65-Jährigen ist der Unterschied mit einem Männeranteil von 77 % am stärksten ausgeprägt. Methodische Hinweise: Die Angaben zu Krankenhausbehandlungen basieren auf der Krankenhausstatistik. Hierbei handelt es sich jeweils um die Zahl der Behandlungsfälle. Mehrfachzählungen einer Person sind möglich, falls die Patientin oder der Patient in einem Jahr aufgrund der gleichen Hauptdiagnose mehrfach stationär behandelt wurde. Im Jahr 2020 war wegen der Corona-Pandemie die Zahl stationärer Krankenhausbehandlungen in fast allen Bereichen rückläufig. Besonders deutlich sanken die Zahlen in medizinischen Fachgebieten, in denen unter anderem nicht dringend erforderliche Behandlungen ausgesetzt werden konnten, um Klinikkapazitäten freizuhalten.

Bundesliga
Carro schließt Verkauf von Topstürmer Schik im Sommer aus

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Köln – Bayer 04 Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro hat einen Verkauf von Topstürmer Patrik Schick im Sommer ausgeschlossen. „Patrik Schick ist für uns immens wichtig. Er fühlt sich hier wohl. Wir wollen ihn halten. Er steht nicht zum Verkauf“, sagte der 57 Jahre alte Spanier im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. Schick erzielte in der laufenden Bundesliga-Saison 22 Tore in 25 Einsätzen und wurde zuletzt mit mehreren europäischen Top-Klubs in Verbindung gebracht. Der Vertrag des Tschechen in Leverkusen läuft noch bis 2025. Den Abschied von Sport-Geschäftsführer Rudi Völler, der sich im Sommer aus dem operativen Geschäft zurückziehen wird, bewertet Carro als „Zäsur“ für Bayer 04. „Der Verein wird ohne Rudi Völler ein anderer sein. Seine Erfahrung im Fußball hat hier keiner, und es kann ihn auch keiner nachmachen.“ Völler habe geholfen, „den Klub auf ein neues Level zu heben“, sagt Carro. Ohne den Weltmeister von 1990, dem Gesicht des Werksklubs in den letzten Jahrzehnten, würden „Simon Rolfes und auch ich selbst künftig sichtbarer werden müssen“, betonte Carro. Sportdirektor Rolfes übernimmt im Sommer Völlers Posten als Geschäftsführer Sport.

Fettleibigkeitsbericht
WHO: Die dicksten Menschen Europas leben in der Türkei

Ankara – Der Anteil der übergewichtigen oder fettleibigen Menschen in der Türkei ist höher als im europäischen Durchschnitt, wie ein am 3. Mai veröffentlichter Bericht der WHO zeigt. Demnach sind 66,8 Prozent der erwachsenen Bevölkerung – 69,3 Prozent der Frauen und 64 Prozent der Männer – in der Türkei übergewichtig. Dem Bericht zufolge lag die Rate der als fettleibig definierten Personen in der Türkei bei 32,1 Prozent. Im Vergleich zu den Daten der Vorjahre ist die Adipositasrate (Fettleibigkeit) in der Türkei laut WHO deutlich gestiegen. Im Jahr 1980 lag sie bei 10,4 Prozent, 1990 bei 16,3 Prozent, 2000 bei 22,2 Prozent und 2010 bei 28,2 Prozent. Nach der Türkei waren Malta, Israel und England die Länder mit dem höchsten Anteil an übergewichtiger Menschen in der erwachsenen Bevölkerung. Die Länder mit dem geringsten Übergewichtsproblem waren Tadschikistan (45 Prozent), Usbekistan und Kirgisistan (48 Prozent). Deutschland lag bei den Erwachsenen (Frauen 50 Prozent, Männer 65 Prozent) leicht unter dem Durchschnitt der Region. Die Raten von Übergewicht und Fettleibigkeit hätten in der gesamten WHO-Region Europa „epidemische Ausmaße“ erreicht, so der Europäische Regionalbericht zur Adipositas der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2022. „Im letzten halben Jahrhundert ist die Adipositasrate in Europa um 138 Prozent gestiegen und hat 1,2 Millionen Todesfälle verursacht. Etwa 59 Prozent der Erwachsenen und ein Drittel der Kinder in Europa sind entweder übergewichtig oder fettleibig“, so der Bericht. Dr. Hans Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, sagte: „Adipositas kennt keine Grenzen. In Europa und Zentralasien wird kein einziges Land das globale NCD-Ziel der WHO, den Anstieg der Adipositas zu stoppen, erreichen können. Die Länder in unserer Region sind unglaublich vielfältig, aber alle sind bis zu einem gewissen Grad betroffen. Durch die Schaffung eines günstigeren Umfelds, die Förderung von Investitionen und Innovationen im Gesundheitsbereich und die Entwicklung starker und widerstandsfähiger Gesundheitssysteme können wir die Entwicklung der Adipositas in der Region ändern“. Adipositas gehört zu den führenden Ursachen für Tod und Behinderung und ist jedes Jahr für etwa 1,2 Millionen Todesfälle verantwortlich, was 13 Prozent der Sterblichkeit in Europa ausmacht. Kein Land in der Region ist auf dem besten Weg, die Adipositasraten bis 2025 zu senken, so der WHO-Bericht, der voraussagt, dass die Adipositas in den nächsten Jahrzehnten das Rauchen als Hauptursache für vermeidbare Krebserkrankungen ablösen wird. WHO: „Durch Adipositas wird das Risiko für viele nichtübertragbare Krankheiten erhöht, darunter Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen. So gilt Adipositas etwa als Ursache für mindestens 13 unterschiedliche Krebsarten und ist wahrscheinlich in der gesamten Region direkt verantwortlich für mindestens 200 000 neue Krebsfälle pro Jahr, wobei diese Zahl in den kommenden Jahren noch weiter steigen dürfte. Übergewicht und Adipositas sind zudem die führenden Risikofaktoren für Behinderungen und verursachen 7% der insgesamt mit Behinderungen verbrachten Lebensjahre in der Region. Übergewichtige und adipöse Menschen waren unverhältnismäßig stark von den Folgen der COVID 19-Pandemie betroffen. Während der Pandemie kam es zu nachteiligen Veränderungen bei Ernährungs- und Bewegungsmustern, die sich in den kommenden Jahren auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirken werden und beträchtliche Anstrengungen erforderlich machen werden, um diese umzukehren.“

Türkei
Didem Balıkcı: Die erste Scharfschützin der Türkei

Ankara – Von Filmen wie „Sniper“ oder „Duell – Enemy at the Gates“ inspiriert, wurde Dilek Balikci die erste und einzige Scharfschützin der Türkei. Im Jahr 2018 gewann sie die Aufnahmeprüfung für die Unteroffiziersprüfung der türkischen Gendarmerie, der Jandarma, einem dem Innenministerium unterstellten paramilitärischem Verband. „Nachdem ich das sechsmonatige Kommandoausbildungsprogramm erfolgreich abgeschlossen hatte, sagte ich meinen Kommandanten, dass ich Scharfschütze werden wollte. Sie waren zunächst überrascht, weil es zuvor keine Scharfschützin [in der Türkei] gegeben hatte. Ich habe den Schützenlehrgang absolviert und nach einem harten Trainingsprozess mein Abzeichen bekommen“, so Balikci gegenüber der Tageszeitung Hürriyet. Sie sei stolz darauf, als Frau neue Wege zu gehen und die erste und einzige weibliche Scharfschützin der Streitkräfte zu werden. „Ich betrachte es als Erfolg für türkische Frauen. Ich habe allen Neuankömmlingen einen Weg geebnet, ich bin zu einem Vorbild geworden“, sagte Balikci. Der Beruf erfordere ein hohes Maß an körperlicher Kondition, Disziplin und die Fähigkeit, sich ständig weiterzuentwickeln, sowie Gelassenheit unter Stress und schnelle Reflexe, fügte sie hinzu. „Dieser Beruf erlaubt keine Fehler.“ „Meine Familie hat mich sehr unterstützt, als ich mich entschied, Soldatin zu werden. Sie haben immer zu mir gehalten und mich motiviert“, sagte sie.
„Meine Freunde, vor allem Frauen, sind überrascht, wenn sie erfahren, dass ich ein Scharfschütze bin. Sie stellen Fragen wie ‚Meinst du das ernst?‘ Auf den ersten Schock folgt eine Salve von Fragen. Sie fragen nach den Waffen, die wir benutzen, den Tarnfarben, den Schießkünsten und anderen Dingen, die sie in Scharfschützenfilmen sehen.“
Obwohl sie in der Vergangenheit mit einigen Vorurteilen aufgrund ihres Geschlechts konfrontiert war, fühle sie sich jetzt als Teamleiterin beim Training mit ihren männlichen Kollegen wohl. „Ich zeige, was richtig und was falsch ist. Wir arbeiten in Paaren, ein Schütze und ein Beobachter. Wir trainieren regelmäßig, um bereit zu sein, wenn wir bei der Verteidigung des Landes oder bei kritischen Einsätzen gebraucht werden.“ Appell an Bevölkerung In einem Appell an die Bevölkerung hat sich Balikci gegen einen privaten Waffenbesitz geäußert und die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, keine Waffen zu tragen. „In unserem Beruf leben wir mit Waffen. Wir müssen sie einsetzen, wenn es unsere Pflicht ist. Zivilisten müssen nicht zu den Waffen greifen, ich bin gegen eine individuelle Bewaffnung“, sagte sie. „Wir sind hier. Die Streitkräfte und die Ordnungskräfte können das Leben und das Eigentum aller schützen“, so die Kommandantin gegenüber Hürriyet.

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