Istanbul / New-Delhi – Die türkische Çelebi Holding habe durch den plötzlichen Entzug ihrer Betriebslizenz in Indien einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von 400 bis 500 Millionen US-Dollar erlitten.
Dies erklärte die Vorstandsvorsitzende Canan Çelebioğlu erstmals in einem Interview mit dem Wirtschaftssender Bloomberg HT. Der staatliche Eingriff sei im Nachgang des viertägigen militärischen Konflikts zwischen Indien und Pakistan im vergangenen Jahr nach einem Anschlag in der Kaschmir-Region erfolgt.
Da die türkische Regierung in diesem Konflikt Pakistan politisch unterstützte, habe die indische Führung mit wirtschaftlichen Gegenmaßnahmen gegen türkische Unternehmen reagiert und unter anderem zu einem Reiseboykott aufgerufen.
Sicherheitsfreigabe aus Gründen der nationalen Sicherheit entzogen
Das indische Büro für Zivilluftfahrtsicherheit (BCAS) habe der Tochtergesellschaft Çelebi Airport Services India bereits im Mai 2025 die notwendige Sicherheitsfreigabe entzogen. Als offizielle Begründung seien Gefahren für die nationale Sicherheit angeführt worden, ohne jedoch konkrete Beweise oder Daten vorzulegen, wie das Unternehmen betont.
Infolgedessen hätten die Boden- und Frachtdienste des türkischen Unternehmens an insgesamt neun indischen Großflughäfen – darunter Delhi, Mumbai, Bengaluru, Hyderabad und Chennai – mit sofortiger Wirkung eingestellt werden müssen. Die Verträge mit den jeweiligen Flughafenbetreibern seien am selben Tag aufgelöst worden und die staatlichen Behörden hätten sämtliche logistische Ausrüstung des Konzerns vor Ort beschlagnahmt. so Çelebioğlu im Interview.
Ein schwerer Schlag für den globalen Expansionskurs
Für Çelebi sei der indische Markt kein Nebenschauplatz sondern ein Kernstück der globalen Wachstumsstrategie gewesen. Das Unternehmen war seit 2009 in Indien aktiv und habe dort laut eigenen Angaben weit über 250 Millionen Dollar in die dortige Infrastruktur investiert.
Çelebioğlu betonte in dem Interview weiter, dass der Verlust nicht nur finanziell sondern auch emotional extrem schmerzhaft sei. Sie habe Indien stets als ihre zweite Heimat betrachtet und jahrelang gegen bürokratische Hürden sowie kulturelle Unterschiede gekämpft, um den Sektor dort modernisiert aufzubauen.
10.000 Mitarbeiter per Dekret an Konkurrenz übertragen
Der Abbruch der operativen Tätigkeit sei innerhalb von nur 24 Stunden verlaufen. Die rund 10.000 indischen Angestellten der Çelebi Holding seien am Tag des Lizenzentzugs per Regierungsbeschluss auf andere lokale Dienstleister übertragen worden. Laut den Angaben von Çelebioğlu sei damit ein über 17 Jahre hinweg aufgebauter Unternehmenswert vollständig vernichtet worden.
Ein Eilverfahren der türkischen Holding vor dem High Court in Delhi habe keinen Erfolg gebracht. Das Gericht habe die Klage gegen den Lizenzentzug abgewiesen und die Rechtmäßigkeit der Regierungsmaßnahme bestätigt.
Bir yıl sonra ilk kez anlattı: 500 milyon dolarlık yatırım, 10 bin çalışan bir gecede “kamulaştırıldı”
Hindistan hükümeti, ülkedeki en büyük yer hizmetleri ağını kuran Çelebi Holding’in 500 milyon dolarlık yatırımına 15 Mayıs 2025’te “güvenlik onayı” gerekçesiyle bir gecede el… pic.twitter.com/HoSZrxTrH6
— Haber Aktif (@haberaktifcom) June 15, 2026
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