Ukraine-Konflikt
Bundesinnenministerin Nancy Faeser: „Putin will unsere Gesellschaft destabilisieren“

Hamburg – Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) warnt, der russische Angriffskrieg und die damit verbundenen Preissteigerungen gefährdeten die deutsche Demokratie. „Menschen, die in wirtschaftliche Not geraten, können empfänglicher sein für radikale Erzählungen und Lügen. Putin weiß das genau. Er will Angst schüren, unsere Gesellschaft destabilisieren. Das ist Teil seiner Kriegsführung“, sagt Faeser in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. Mit Desinformationskampagnen in sozialen Netzwerken versuche der russische Präsident Wladimir Putin das Vertrauen der Deutschen in den Staat und seine Institutionen zu zerstören. Faeser sagt, das Bundesinnenministerium gehe gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden konsequent gegen solche hybriden Bedrohungen vor:
„Direkt nach Kriegsbeginn haben wir eine Task-Force aufgebaut. Sie soll russische Falschinformationen im Netz erkennen und dafür sorgen, dass sie schnell widerlegt werden. Am besten nicht nur von uns, sondern auch von anderen glaubwürdigen Quellen, die wir auf gefälschte Bilder oder Videos hinweisen.“
Die Bundesinnenministerin sagt, der Staat müsse durchgreifen, wenn eine Plattform wie Telegram zum Brandbeschleuniger für eine radikalisierte Szene werde. Im Dezember hatte eine Gruppe bei Telegram geplant, den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer zu ermorden, im April wurde auf Telegram die Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geplant. Faeser: „Jede Straftat im Netz muss so konsequent verfolgt werden wie in der analogen Welt. Ich dulde keine rechtsfreien Räume. Nirgendwo.“ Faeser ruft die deutschen Bürger dazu auf, Gewaltaufrufe, Beleidigungen und andere Straftaten in sozialen Netzwerken bei der Polizei anzuzeigen. „Melden Sie das, wenn Sie so etwas sehen. Die Sicherheitsbehörden greifen durch, aber wir sind hier auch auf die Mitwirkung der Bürger angewiesen“, so Faeser. Polizisten will die Innenministerin mit Schulungen „sensibilisieren für die Gefahr im virtuellen Raum.“ Im Interview mit dem stern spicht Faeser auch über ihre persönliche Sicherheitslage: „Morddrohungen gehören zur Jobbeschreibung einer Innenministerin dazu.“ Sie versuche, Drohbriefe und Mordaufrufe nicht persönlich zu nehmen und sich zu sagen: „Die meinen ja nicht mich, die meinen mein Amt. Aber natürlich macht das etwas mit einem, vor allem, wenn man Familie hat.“ Als Mutter habe sie ihrer Familie gegenüber manchmal ein schlechtes Gewissen. Aber dann denke sie sich: „Jetzt erst recht. Ich lasse mich nicht einschüchtern. Wenn ich zurückweiche, ist das ein Sieg für die Feinde unserer Demokratie. Das gönne ich denen nicht. Wir dürfen nicht zurückweichen. Nicht einen Millimeter.“

Auch interessant

– Ukraine-Krieg – Russland warnt erneut vor Atomkrieg

Russland warnt vor „erheblichen“ Atomkriegsrisiken – Außenminister Sergej Lawrow erklärt im staatlichen Fernsehen, er wolle die Risiken eines Dritten Weltkriegs zwar nicht „künstlich erhöhen“, aber die Gefahr eines solchen sei „real“.

Russland warnt erneut vor Atomkrieg

Kommentar
Habeck – Auf der Latrine mit Erdogan und Katar

Ein Gastbeitrag von Nabi Yücel Im römischen Reich wurden auf der Latrine doppelte Geschäfte gemacht. Das natürliche sowie das politische. Derzeit sitzt Wirtschaftsminister Robert Habeck zwischen Erdogan und Katar. Es geht um die kurzfristige Aufrechterhaltung der Energiesicherheit Deutschlands. Das Private hat Habeck noch nicht im Griff, aber bald! Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck steckt in seiner dringlichen Mission, die Abhängigkeit vom russischen Gas gegen null zu drücken, in einem Dilemma. Noch immer ist ein Deal mit Katar über einen Liefervertrag für Flüssiggas nicht unter Dach und Fach. Katar hat einige Bedingungen und sitzt am längeren Hebel. Habeck hat es aber in vielerlei Hinsicht nicht einfach. Die Moralkeule, die man in den früheren Jahren gegen sogenannte illiberale Nationen wie Katar geschwungen hat, gerät aus dem Gleichgewicht und droht auf die eigene Wirtschaft wie auch die neu erkämpfte Regierungsbeteiligung zu fallen. Katar weiß das, Erdogan auch. Das Erdgasfeld Leviathan Erst kürzlich besuchte der israelische Staatspräsident Jitzchak Herzog nach über 15 Jahren Eiszeit als erster israelischer Offizieller Ankara, um mit dem türkischen Staatspräsidenten auch über die gemeinsamen Interessen bei der Gasversorgung zu sprechen. Dabei geht es vor allem um das Erdgasfeld Leviathan im östlichen Mittelmeer. Ankara würde sich gern unabhängiger von Russland, aber auch vom Iran machen, setzt dabei unter anderem auf Leviathan. Gasfelder Khor Mor und Chemchemal Ankara setzt aber auch auf die kurdische Autonomieregion im Nordirak sowie auf deren Gasfelder Khor Mor und Chemchemal. Der Deal mit der Autonomiebehörde im Nordirak zeigt sich auch in den Gegenleistungen, wovon Ankara doppelt profitiert: Ankara sorgt dafür, dass die völkisch-kurdische PKK im Nordirak keine Gefahr mehr für die Autonomieregierung darstellt, in dem sie sich tief im Nordirak festsetzt und Operationen durchführt. Andererseits sorgt Ankara damit auch für mehr innere Sicherheit gegenüber dieser Terrororganisation.
(Grafik: TRT)
Katar und Erdogan Erdogan verfügt bis heute über ausgezeichnete Beziehungen zu Katar, als andere noch die Nase rümpften, das Emirat als Quell des Terrorismus bezeichneten oder auf einen Boykott gegen die WM 2022 setzten. Katar hat Gas, jedoch nicht in dem Umfang, wie Russland sie derzeit liefert. Die Steigerung der Produktion seitens Katar, begründet auch die Forderung nach einer längeren Vertragsbindung als einer kurzen, die Habeck gern hätte, um die Klimaziele nicht zu gefährden. Aber Katar würde von kürzeren Laufzeiten, wie sie Habeck durchsetzen will, nicht profitieren, weil das Emirat erst einmal viel investieren müsste. Die Türkei würde investieren, um auch die eigene Grundversorgung aufzustocken, weil der Mehrbedarf jährlich steigt. Aber auch Ankara, insbesondere Erdogan, hat unausgesprochene Bedingungen, die Berlin sehr wohlbekannt sind und deshalb Kopfzerbrechen bereiten. Und so sitzt Habeck zwischen zwei möglichen Grundversorgern, die untereinander einerseits privates bereden und andererseits Geschäfte treiben. Die Welt da draußen ist gegenüber Habeck unerbittlich Die Welt ist unerbittlich und hart. Hart waren die Vorwürfe Berlins gegenüber Ankara. Ankara saß das bislang aus, um die Gunst der Stunde abzuwarten. Inzwischen haben sich die Verhältnisse grundlegend gewandelt. Ankara steht wieder als Gesprächspartner an vorderster Front. Ankara reagiert auf die neuen Bedürfnisse Deutschlands und winkt bereits als Retter in der Not – noch viel mehr als Katar. Ankara ist aber genauso unerbittlich wie Katar. Ankara sitzt am weitaus längeren Hebel, zumal die Türkei als Transitland, als Energiehub alle Voraussetzungen erfüllt, um Europa schnell und günstig mit Gas von israelischen Gasfeldern, mit Gas aus aserbaidschanischen oder nordirakischen Gasfeldern zu versorgen. Eins steht fest: Was auch Habeck tut, es wird teuer! Wie teuer, liegt an Habeck und der Bundesregierung. Vor allem daran, wie man sich nach dem viel Porzellan zerschlagen gegenüber der türkischen Regierung, explizit Erdogan verhält. Noch sträubt sich Habeck, offen auf Erdogan einzugehen, aber die Zeit verrinnt und der Durchhaltewillen in Deutschland schwindet. Wie wird Habeck das dem Wahlvolk verkaufen?
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar. Kontakt: yuecelnabi@hotmail.de

Zum Thema

– Herzog-Besuch – Erdogan: Türkei und Israel können Gas nach Europa liefern

Der türkische Präsident wird im nächsten Monat bei Gesprächen mit seinem israelischen Amtskollegen die Zusammenarbeit im Energiebereich erörtern.

Erdogan: Türkei und Israel können Gas nach Europa liefern

Tourismus
Großbritannien warnt vor Gesundheitsreisen in die Türkei

London – Wettbewerbsfähige Preise, innovative Technologien und gut ausgebildete Fachkräfte haben den Medizintourismus in der Türkei weltweit bekannt gemacht und der türkischen Wirtschaft Milliarden von Dollar eingebracht. Medizinische Behandlungen können schon wenige Wochen im Voraus gebucht werden, wobei Eingriffe wie Haartransplantationen und Brustimplantate in der Türkei deutlich günstiger sind als in Europa. Die Patienten sind mit den Behandlungen zum größten Teil sehr zufrieden, in wenigen Fällen kam es durch unseriöse Anbieter jedoch auch zu Tragödien. Das britische Außenministerium hat nun eine Reisewarnung für medizinische Behandlungen in der Türkei herausgegeben. Dort seien seit Januar 2019 bei Operationen 17 Briten gestorben. „Der Standard der medizinischen Einrichtungen und der verfügbaren Behandlungen variiert stark auf der ganzen Welt. Daher sollten britische Staatsangehörige, die eine medizinische Behandlung in der Türkei in Erwägung ziehen, ihre eigenen Nachforschungen anstellen. Es ist unklug, sich auf private Unternehmen zu verlassen, die ein finanzielles Interesse an der Organisation Ihrer medizinischen Behandlung im Ausland haben“, so das Ministerium in einer Mitteilung. Das Ministerium rät Briten, die einen medizinischen Eingriff in der Türkei in Erwägung ziehen, sicherzustellen, dass die gewählte Einrichtung bei den türkischen Behörden akkreditiert ist. „Eine Liste der Einrichtungen, die über eine Akkreditierung verfügen, finden Sie auf der Website der Generaldirektion für Gesundheitsdienste“, so das Ministerium weiter. Das National Travel Health Network and Centre rät Personen, die eine Reise für eine Behandlung in Erwägung ziehen, ihre Pläne sorgfältig mit ihrem britischen Arzt, Zahnarzt oder Krankenhausspezialisten besprechen, bevor sie sich auf einen Eingriff im Ausland festlegen.
„Reisende sollten vor der Reise direkt mit der medizinischen Fachkraft sprechen, die die geplante Behandlung durchführt, und deren Qualifikationen und Referenzen unabhängig überprüfen. Medizinische Beratung durch ein Reisebüro oder einen Verwalter ist inakzeptabel. Eine angemessene Reisekrankenversicherung ist unerlässlich“

Zum Thema

– Gesundheitstourismus – Türkei: 1500 Haartransplantationen täglich

Laut der Türkischen Gesellschaft für Plastische und Ästhetische Chirurgie steht die Türkei weltweit an dritter Stelle für Haartransplantationen. Täglich würden fast 1500 Behandlungen durchgeführt. Nicht nur die erschwinglichen Preise seien der Grund für die Beliebtheit der Türkei, sondern auch die Professionalität und Erfahrung der Ärzte.

Türkei: 1500 Haartransplantationen täglich
   

Immobilien
Mieten: Bis zu 51 Quadratmeter weniger als vor 10 Jahren

NürnbergEin 10-Jahresvergleich von immowelt zur Veränderung der für 1.000 Euro Kaltmiete erhältlichen Wohnfläche in den 14 größten deutschen Städten zeigt:
  • In allen Städten gibt es 2021 für das gleiche Geld deutlich weniger Wohnraum als 2011 – in der Spitze Rückgang von 51 Quadratmetern
  • In München sinkt der für 1.000 Euro Miete erhältliche Wohnraum von 83 auf 48 Quadratmeter, in Berlin von 114 auf 70 Quadratmeter
  • Deutlichste Rückgänge in Dortmund (-51 Quadratmeter) und Leipzig (-46 Quadratmeter)
Wer vor 10 Jahren nach einer Wohnung in der Großstadt suchte, hatte gute Chancen für 1.000 Euro Miete eine geräumige Bleibe zu finden. In München bekamen Mieter im Median 83 Quadratmeter Wohnraum, in Berlin gab es für das Budget sogar 114 Quadratmeter. 10 Jahre später bekommen Mieter für die gleiche Summe deutlich weniger Fläche, wenn sie eine Wohnung neu anmieten: In München reichen 1.000 Euro Miete gerade noch für 48 Quadratmeter (-42 Prozent), in Berlin lediglich für 70 Quadratmeter (-39 Prozent). Das ist das Ergebnis eines 10-Jahresvergleichs von immowelt, in dem die angebotenen Mietwohnungen in den 14 deutschen Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern untersucht wurden. Am stärksten fällt der absolute Rückgang in Dortmund aus: Vor 10 Jahren fand man für 1.000 Euro Kaltmiete noch eine Wohnung mit 150 Quadratmetern. Heute erhalten Wohnungssuchende in Dortmund für das gleiche Budget nur noch 99 Quadratmeter – ein Minus von 51 Quadratmetern. Zwar hatten 1.000 Euro 2011 inflationsbedingt noch eine höhere Kaufkraft – damit allein lässt sich jedoch nicht erklären, warum die heute für diesen Betrag angebotenen Wohnungen deutlich kleiner ausfallen. So haben vor allem die enormen Mietpreisanstiege der vergangenen 10 Jahre dafür gesorgt, dass Mieter, die heute nach einer Wohnung suchen, für dasselbe Budget deutlich weniger Wohnraum erhalten als noch 2011. Starker Rückgang in Leipzig, geringstes Minus in Hamburg Nach Dortmund ist in Leipzig die Verringerung bei der Wohnfläche am stärksten. Für 1.000 Euro Kaltmiete bekamen Leipziger Mieter 2011 noch eine Wohnung mit 143 Quadratmetern. Wer 10 Jahre später eine Wohnung in Leipzig neu anmieten will, erhält für das gleiche Budget 46 Quadratmeter weniger Wohnraum. Auch in Dresden bekommen Mieter für ihr Geld heute deutlich kleinere Wohnungen: Während es 2011 für 1.000 Euro Kaltmiete noch 130 Quadratmeter Wohnfläche gab, bekommen neue Mieter heute für denselben Betrag nur noch 92 Quadratmeter – ein Rückgang von 38 Quadratmetern. Allerdings erhalten Wohnungssuchende in günstigen Großstädten wie Dresden, Leipzig oder Dortmund trotz der starken absoluten Rückgänge für 1.000 Euro Miete immer noch vergleichsweise geräumige Wohnungen. Am geringsten ist das Minus bei der Wohnfläche in Hamburg. Für 1.000 Euro bekommen Mieter in der Hansestadt heute 18 Quadratmeter weniger Wohnraum als 2011. Auch in Hannover ist die Verringerung mit 20 Quadratmetern eher moderat. In beiden Städten sind die Mietpreise weniger stark gestiegen als in anderen Großstädten – die Rückgänge beim Wohnraum fallen dementsprechend geringer aus. Der enorme Anstieg der Angebotsmieten in vielen Großstädten hat eine verstärkte Immobilität auf dem Wohnungsmarkt zur Folge: Selbst Umzugswillige verbleiben in ihren großen Mietwohnungen, da ein Wechsel in eine kleinere Immobilie nicht mit einer Kostenersparnis verbunden wäre. Im Gegenteil: Oftmals müssten Mieter beim Umzug sogar mehr Geld für eine kleinere Wohnung ausgeben. Vor allem ältere Menschen bleiben daher häufig in ihrer preiswerten, geräumigen Wohnung – auch wenn sie den Platz eigentlich nicht mehr benötigen.

Auch interessant

– Türkei – Ukraine-Krieg: Mieten steigen in Antalya um bis zu 300 Prozent

Die Miet- und Immobilienpreise in der türkischen Provinz Antalya sind seit Beginn des russisch-ukrainischen Krieges in die Höhe geschnellt, da Russen und Ukrainer, die aus ihren Ländern fliehen mussten, dort Immobilien erwerben.

Ukraine-Krieg: Mieten steigen in Antalya um bis zu 300 Prozent

Digital Services Act
Hass, Hetze, Fake News: EU beschließt Regeln für digitale Dienste

Was offline illegal ist, soll auch online illegal sein. Das gilt für Hassrede und Terrorpropaganda, aber auch für gefälschte Produkte, die auf Online-Marktplätzen verkauft werden. Ende April 2022 haben sich die EU-Staaten und das Europaparlament auf ein Gesetz über digitale Dienste ( Digital Services Act, DSA) geeinigt, das die dringendsten Probleme des Internet-Zeitalters angeht. Die Plattformen sollen damit mehr Verantwortung übernehmen. Es ist ein Meilenstein in der Geschichte der Europäischen Union.

Der DSA ist Teil eines Digital-Pakets, das die EU-Kommission Ende 2020 vorgeschlagen hat. Der zweite Teil des Digital-Pakets ist das Gesetz über digitale Märkte ( Digital Markets Act, DMA), bei dem es schon Ende März 2022 eine Einigung gab. Der DMA hat das Ziel, die Marktmacht von Tech-Giganten wie Google und Facebook mit strengeren Regeln zu beschränken.

Für wen gelten die neuen Regeln?

Grundsätzlich werden die neuen Regeln für digitale Vermittler gelten, die Verbraucherinnen und Verbrauchern Zugang zu Waren und Inhalten ermöglichen. Das betrifft Online-Marktplätze wie Amazon, soziale Medien wie Facebook und die Video-Plattform Youtube oder Suchmaschinen wie Google. Dabei gilt: Je größer der Dienst, desto strenger die Regeln. Kleine Unternehmen mit weniger als 45 Millionen aktiven Nutzerinnen und Nutzern im Monat können mit Ausnahmen rechnen.

Was umfasst der DSA?

Illegale Inhalte wie Hassrede, Gewaltaufrufe oder Terrorpropaganda zügig entfernen – das sind die Ziele des DSA. Nutzerinnen und Nutzer sollen derlei Inhalte einfach melden können, Unternehmen die Inhalte nach Hinweis zeitnah löschen. Außerdem soll es die Möglichkeit geben, die Lösch-Entscheidungen der Plattformen anzufechten und Entschädigung zu fordern.

Unterschieden wird zwischen illegalen Inhalten und solchen, die zwar schädlich sind, aber unter die Meinungsfreiheit fallen – etwa Lügen über die Wirksamkeit von Impfstoffen. Die Verbreitung solcher Fake News kann die Gesundheit von Menschen gefährden. Ein anderes Beispiel sind Falschbehauptungen zu Essstörungen, die Jugendliche in die Magersucht treiben können.

Wie ist der Online-Handel von Inhalten und Waren künftig geregelt?

  • Marktplätze im Internet werden dazu verpflichtet, Anbieter vor einer möglichen Zusammenarbeit genau zu überprüfen. Dadurch sollen weniger gefälschte Produkte im Netz landen.
  • Sensible Daten wie religiöse Überzeugungen, sexuelle Vorlieben oder politische Ansichten dürfen nur begrenzt für gezielte Werbung genutzt werden.
  • Grundsätzlich wird Minderjährigen keine personalisierte Werbung mehr angezeigt.
  • Soziale Netzwerke müssen ihre Empfehlungsalgorithmen transparenter machen.

Bei Verstößen drohen Strafen in Höhe von sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes

Neu ist ein Krisenmechanismus, den die EU-Kommission wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine nachträglich ergänzt hat. Der Vorschlag zielt darauf ab, in Fällen wie Krieg, Pandemie oder Terror die Auswirkungen von Manipulation im Internet zu begrenzen. Die EU-Kommission kann den Mechanismus auf Empfehlung des Gremiums der nationalen DSA-Koordinatorinnen und -Koordinatoren auslösen und danach über die Anwendung entscheiden.

Was ändert sich für große Dienste?

Als groß gelten Plattformen und Suchmaschinen ab 45 Millionen Nutzerinnen und Nutzern. Mit Blick auf schädliche Inhalte müssen diese Unternehmen künftig einmal jährlich eine Risikobewertung vorlegen und notwendige Lösungen vorschlagen. Diese Berichte werden unter anderem von der EU-Kommission geprüft. Die Forschung soll ebenfalls Zugang zu relevanten Daten erhalten, um zu analysieren, wie die Plattformen funktionieren und wie sich die Risiken im Internet entwickeln.

Das Europaparlament und die EU-Staaten müssen die neuen Regeln für digitale Dienste noch bestätigen, was als Formsache gilt. Nach Inkrafttreten ist eine Übergangsfrist vorgesehen, sodass die neuen Regeln voraussichtlich ab 1. Januar 2024 gelten. Für große digitale Dienste dürfte es bereits Mitte 2023 so weit sein.

Hier gibt es weitere Informationen zum Konferenzthema „Digitaler Wandel“. Lesen Sie im FuturEU-Hintergrund wie Datenschutz in der EU geregelt wird.

Auch interessant

-„Gedankendiktatur“ – Hass-Post gegen Muslime: Facebook sperrt Seite von Netanjahus Sohn

„Es gibt auch unendlich viele Seiten, die zur Zerstörung Israels und zum Mord von Juden aufrufen. Doch all diese Aussagen verstoßen nicht gegen die Regeln der Facebook-Gemeinde und fielen unter die Meinungsfreiheit“, schrieb er.

Hass-Post gegen Muslime: Facebook sperrt Seite von Netanjahus Sohn

Ernährung
Fleischersatz: Produktion um 17 % gestiegen

Ob Tofuwurst, Seitanschnitzel oder Veggie-Burger – der Markt mit den vegetarischen oder veganen Alternativen zum Fleisch boomt. Im Jahr 2021 produzierten die Unternehmen hierzulande im Vergleich zum Vorjahr knapp 17,0 % mehr Fleischersatzprodukte, im Vergleich zum Jahr 2019 erhöhte sich die Produktion sogar um 62,2 %, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Im Jahr 2021 wurden 97 900 Tonnen Fleischersatzprodukte produziert, im Vorjahr waren es rund 83 700 Tonnen und zwei Jahre zuvor noch 60 400 Tonnen. Der Wert dieser Produkte erhöhte sich im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um 22,2 % auf 458,2 Millionen Euro (2020: 374,9 Millionen Euro). Im Vergleich zum Jahr 2019 stieg der Wert um 68,0 %. Damals lag er bei 272,8 Millionen Euro. Auch die Zahl der Unternehmen, die in Deutschland produzieren, erhöhte sich von 34 in den Jahren 2019 und 2020 auf 44 im Jahr 2021. Wert des produzierten Fleisches rund 80 Mal so hoch wie der von Fleischersatzprodukten Trotz dieses Anstiegs fällt der Wert von Fleischersatzprodukten im Vergleich zu Fleischprodukten verhältnismäßig gering aus. Im Jahr 2021 betrug der Wert von in Deutschland produziertem Fleisch und Fleischerzeugnissen 35,6 Milliarden Euro – und damit rund das 80-fache des Wertes der Fleischersatzprodukte. Seit dem Jahr 2019 ist jedoch – das zweite Jahr in Folge – beim Wert der Fleischprodukte ein Rückgang zu beobachten: Im Jahr 2021 ging er gegenüber dem Vorjahr um 7,8 % zurück, gegenüber dem Jahr 2019 um 11,3 %. Im Jahr 2019 hatte der Wert der Fleischproduktion in Deutschland mit 40,1 Milliarden Euro den höchsten Wert seit zehn Jahren erreicht. Fleischkonsum in Deutschland auf Tiefstand In Deutschland wurde zuletzt immer weniger Fleisch verzehrt: Der Pro-Kopf-Verzehr lag nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Jahr 2021 bei 55,0 Kilogramm pro Kopf. Das war ein Rückgang um 12 % gegenüber dem Jahr 2011 (62,8 Kilo pro Kopf) und der niedrigste Wert seit Beginn der Berechnung im Jahr 1989.

Auch interessant

– Gesundheit – Studie: Vegetarische Ernährung senkt Herzinfarkt-Gefahr um 40 Prozent

Wie immer mehr Studien beweisen, ist der Verzehr von weniger tierischen Produkten nicht nur gut für den Planeten, sondern auch gut für die Gesundheit. Insbesondere zeigen immer mehr Beweise, dass eine pflanzliche Ernährung die kardiovaskuläre Gesundheit fördern könnte.

Studie: Vegetarische Ernährung senkt Herzinfarkt-Gefahr um 40 Prozent

Internet
Das Zeitalter der mobilen Banken

0
Früher wurde jeder Einkauf in Bar gezahlt und das Ersparte landete unter dem Kopfkissen oder auch auf dem Sparbuch. In unserer digitalen Welt, in der die Möglichkeit besteht, etliche Dinge vom Smartphone aus zu erledigen, ja sogar Einzahloptionen per SMS für Online-Casinos zu nutzen, ist keine Seltenheit mehr. Etliche Banken wie die Volksbank oder auch die Sparkasse bieten ihren Kunden Apps an, die ihnen ermöglichen, die eigenen Finanzen digital zu verwalten. Das eröffnet den Kunden manche bequemen Vorteile, weshalb gerade die jüngere, digitale Generation enormes Interesse daran zeigt. Das führte bei diversen Menschen dazu, dem Bargeld größtenteils abzusagen und nur noch digitale Zahlungsmittel zu verwenden. Die Finanzen sind fortschrittlicher als je zuvor und finden zunehmend im World Wide Web statt. Doch nicht jeder vertraut der neuartigen Technologie und möchte seine privaten Daten online preisgeben. Aufgrund dessen haben wir einen objektiven Blick auf die Vorteile von Online-Banking geworfen und zusammengefasst. Diese Möglichkeiten bietet Online-Banking Um ihre Kunden von Online-Banking zu überzeugen, setzen sich immer mehr Banken mit dem Verhalten und den Gewohnheiten in Bezug auf die Finanzen ihrer Kunden auseinander. Nutzeraktivitäten werden in diesem Zusammenhang ausgewertet und es wird versucht, die Apps dahin gehend reizvoll und nützlich zu gestalten. Es gibt sogar Unternehmen, die daran arbeiten, ihren Kunden den direkten Zugang zum Kauf und Handel mit Aktienkauf und Co. zu ermöglichen. Als positives Beispiel geht hierfür Paypal voran. Der mobile Zahlungsdienst bietet schon den Kauf von Kryptowährungen an, der Aktienkauf soll bald folgen. Ob und wie schnell andere Apps auf diesen Stand sind und denselben Erfolg wie Paypal und Co. erzielen können, bleibt abzuwarten.
Symbolfoto: pixabay)
Vorteile von Online-Banking Laut Umfragen nutzten bereits 53 % aller Deutschen ab 18 Jahren das Online-Banking, wobei diese Umfrage im Jahre 2016 durchgeführt wurde. Der heutige Wert wird deutlich höher liegen. Allerdings wird trotzdem deutlich, dass nicht alle Menschen von den digitalen Banken überzeugt sind. Das Online-Banking überzeugt seine Nutzer mit vielfältigen Vorteilen, vermutlich ist der beliebteste Faktor die Übersichtlichkeit der Finanzen. Der Kunde hat immer und überall einen gesamten Einblick auf den momentanen Finanzstatus, alle Transaktionen und Abbuchungen können kontrolliert und sogar eingesehen werden, so dass zu erkennen ist, welche Umsätze für die kommenden Tage vorgemerkt sind. Und nicht nur die Übersicht spricht für solche Apps; der Fakt, dass Transaktionen jederzeit und auch unterwegs getätigt werden können, ist praktisch wie wertvoll für die Kunden. Zudem wird die Überweisung unverzüglich eingeloggt und man sieht sofort, wie viel Guthaben noch auf dem Konto verfügbar ist. Meistens sind die Kontoauszüge, die nach Bedarf monatlich zugeschickt werden, kostenfrei. Es besteht beim Online-Banking zusätzlich die Funktion, diese abzubestellen, falls die Kontoauszüge nicht benötigt werden. Die Sicherheitsaspekte und mögliche Risiken sind mit die Hauptgründe, weswegen Menschen Online-Banking ablehnen. Jedoch gibt es dafür kaum Argumente, da Online-Banking in Fachkreisen als ausgesprochen sicher gilt. Um mehr Sicherheit zu schaffen, können zusätzlich Online-Bezahlungen mit Diensten wie PayPal und Co. vorgenommen werden, da der Empfänger auf diese Weise weder Konto- noch Kreditkartennummer erhält. Noch sicherer geht es kaum und außerdem gibt es hierbei keine Wartezeiten.
Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind keine Anlage- oder Finanzberatung. NEX24 gibt keine Kauf- und Verkaufsempfehlungen. Bitte betreiben Sie eigene Nachforschungen und suche professionellen finanziellen Rat bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Auch interessant

– Wirtschaft – Türkei: Exporte erreichen neuen Tagesrekord

Die am 29. April erreichte Zahl ist „die höchste an einem Tag in der Geschichte der Republik“, sagt Handelsminister Mehmet Mus.

Türkei: Exporte erreichen neuen Tagesrekord

Schweiz
Basel: PKK-Anhänger schlagen auf Kinder und Alte ein

Basel – Auf dem Marktplatz in Basel kam es am Sonntagabend während eines türkischen Kinderfestes zu einem Angriff von mutmaßlichen Anhängern der Terrororganisation PKK. In der Weltstadt am Rhein in Basel, kam es am Sonntagabend kurz nach Abschluss eines türkischen Kinderfestes zu einer Attacke auf Teilnehmer, bei der die Gewalt auch kein Halt vor Alten, Frauen und Kindern machte. Den Ermittlungen der Kriminalpolizei Basel-Stadt zufolge war es bereits am Nachmittag zu verbalen Provokationen gegen die Festbesucherinnen und Festbesucher in der Basler Altstadt gekommen, berichtet die Schweizer Tageszeitung Blick. Der tätliche Angriff sei schließlich am Abend erfolgt Wie Augenzeugen und die örtliche Polizei erklärten, waren kurz vor dem Ende des türkischen Kinderfestes nur wenige Erwachsene, dafür noch Mütter mit ihren Kindern sowie alte Menschen anwesend, als eine Gruppe von rund 40 Erwachsenen, die Veranstaltung stürmte. Dabei wurden Absperrungen angehoben und in Richtung der Familien geworfen. Teilweise wurden alte Menschen, die noch an den Ständen standen, niedergeschlagen und mit Fußtritten malträtiert. Die Polizei bezeichnete die Attacke als schändlich und von ungeahnten Ausmaßes. Man geht inzwischen davon aus, dass die Gruppe der PKK angehören, die die Feier bewusst stören wollten. Eine Teilnehmerin des Kinderfestes sprach von einer organisierten Attacke: „Sie provozierten und gingen auf Türken los“. Sie selbst habe sich schleunigst mit ihren weinenden Kindern entfernt. „Die Kinder hatten Angst und flehten mich an, mich nicht einzumischen.“ Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 30 bis 40 mutmaßliche PKK-Sympathisanten an dem Angriff beteiligt. Laut Augenzeugen gingen nach den ersten Würfen von Absperrungen die Angreifer zum Teil mit Eisenstangen auf die vereinzelten Erwachsenen und alten Menschen los, die die seit 15 Jahren ausgerichtete Feier in der Altstadt besucht hatten. Herbeigeeilte Krankenwagen versorgten laut Augenzeugenberichten vor allem Kopfverletzungen oder Prellungen am Körper. Die Polizei konnte nach Augenzeugenberichten vereinzelte Angreifer stellen.
(Screenshot/20min.ch)
Die PKK, die in Europa vorgibt für Völkerverständigung zu stehen, ist auch in der Schweiz auf der Liste der Terrororganisationen. In den letzten Jahren verübten Anhänger der PKK in zahlreichen Schweizer Städten Gewaltakte gegen türkische Einrichtungen. Auch die erpresserischen und zum Teil gewalttätigen Geldeintreibungen unter Landsleuten sind in der Schweiz seit längerer Zeit bekannt. Dennoch wurden erst kürzlich in Lausanne und Aarau Unterschriften für die Streichung der PKK von den Listen terroristischer Organisationen gesammelt. Nabi Yücel

Zum Thema

– Terrorismus – Düsseldorf: Jesiden fordern von PKK Freilassung verschleppter Kinder

Während die auch in Deutschland als Terrororganisation eingestufte PKK in großen Teilen der hiesigen Medien und bei Politikern eine gewisse Sympathie genießt, bleiben die Hilferufe verschiedener Minderheiten aus den Regionen im Norden Syriens und des Irak in Deutschland weitgehend ungehört.

Düsseldorf: Jesiden fordern von PKK Freilassung verschleppter Kinder

Mahnmal in Köln
Wieso das „Mahnmal” in Köln nicht dem Frieden dient

von Yasin Baş In Köln sorgt ein sogenanntes Mahnmal für erheblichen Konfliktstoff zwischen Teilen der armenischen Lobby und der türkischen Gemeinde der Stadt. Trotz eines Gerichtsbeschlusses zum Entfernen der Skulptur geht der Streit weiter. Das sogenannte Mahnmal soll an die Umsiedlung der armenischen Staatsbürger im Osmanischen Reich erinnern. Laut Angaben des US-amerikanischen Historikers Justin McCarthy sind hingegen in Anatolien nahezu drei Millionen Muslime, die Mehrheit davon Türken, ums Leben gekommen. Allein in der osttürkischen Stadt Van wurden zwei Drittel der muslimischen Bevölkerung durch russische Soldaten und armenische Freischärler ermordet. Russland hatte sich im Ersten Weltkrieg zum Schutzpatron der Armenier erklärt und die „Millet-i Sadıka“ („das treue Volk“), wie die Armenier im Osmanischen Reich liebevoll bezeichnet wurden, gegen die Hohe Pforte aufgewiegelt und missbraucht. „Mahnmal-Lobby“ versucht es immer wieder Der Deutsche Bundestag hatte die Ereignisse im Ersten Weltkrieg 2016 als „Genozid“ bezeichnet. Auch in Köln wurde damals heiß debattiert. Eine Gruppe aus bekannten Persönlichkeiten und Teilen der armenischen Vereine wollte auf dem Brücker Friedhof ein Denkmal errichten. Allerdings hatte die „Initiativplattform der türkischen Vereine und Verbände in Köln und Umgebung“, ein Dachverband, der über 50 türkische zivilgesellschaftliche Organisationen vertritt, damals in einem Schreiben an die Ratsmitglieder der Stadt Köln den Begriff des „Völkermords“ angezweifelt und mit Hinweis auf den öffentlichen Frieden gefordert, das Projekt nicht weiter zu verfolgen. Danach hatte die sogenannte „Mahnmal-Initiative“ eine andere Idee auf die Tagesordnung gebracht und das „Mahnmal“ 2018 direkt am Rhein, auf dem Heinrich-Böll-Platz an der Hohenzollernbrücke, aufgestellt. Die Skulptur mit der Inschrift „Dieser Schmerz betrifft uns alle“ ist dort in armenischer, türkischer, deutscher und englischer Sprache zu lesen. Bei den traurigen Vorfällen gab es keine Gewinner, sondern nur Verlierer. Gerichtsbeschluss gegen das „Mahnmal“ Aber auch 2018 wurde das „Mahnmal“ durch das engagierte Vorgehen der „Initiativplattform der türkischen Vereine und Verbände in Köln und Umgebung“ durch die Stadt Köln entfernt. Es gab nämlich keine Genehmigung, das sogenannte Denkmal aufzustellen. Eine einstweilige Anordnung des Verwaltungsgerichts Köln, das dem Autor vorliegt, untersagte es der Stadt Köln und damit gleichzeitig auch der „Mahnmal-Lobby“, die Skulptur weiterhin öffentlich zur Schau zu stellen (Az.: 18 L 906/18). Das Gericht sah eine Beeinträchtigung des Gemeingebrauchs und formulierte außerdem: „Ungeachtet der Frage, ob das Aufstellen eines Mahnmals mit einer Verankerung im Boden auch einer baurechtlichen Genehmigung bedarf, fehlt es hier jedenfalls an einer erforderlichen Sondernutzungserlaubnis. Denn beim Heinrich-Böll-Platz handelt es sich um eine öffentlich gewidmete Fläche und das Aufstellen eines Mahnmals ist als Benutzung der Straße über den Gemeingebrauch hinaus und damit als Sondernutzung i. S. d. § 18 StrWG NRW zu qualifizieren. Der Antragsteller hat unstreitig keine Sondernutzungserlaubnis und er hat auch keinen Rechtsanspruch auf Erteilung einer Sondernutzungserlaubnis. Die Erteilung der Erlaubnis steht nach § 18 Abs. 1 StrWG NRW im Ermessen der Antragsgegnerin.“ Das Aufstellen des „Denkmals“ sei auch nicht durch die Meinungsfreiheit geschützt, so das Verwaltungsgericht in seiner Urteilsbegründung: „Denn die Meinungsfreiheit schützt nicht zugleich das Recht, an beliebigen Stellen Gegenstände im öffentlichen Straßenraum verankern zu dürfen.“ Stadt entfernte die Skulptur Aufgrund des Gerichtsbeschlusses ließ die Stadt das „Denkmal“ schnell wieder entfernen. Seitdem wurde eine mobile Skulptur einmal im Jahr zum 24. April installiert und anschließend wieder abgebaut. Allerdings sieht es dieses Jahr anders aus. Die Skulptur steht noch immer auf der Hohenzollernbrücke und soll vorerst nicht wieder abgebaut werden. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, habe das Verwaltungsgericht Köln die Stadt angewiesen, die Skulptur bis zu einer gerichtlichen Entscheidung zu tolerieren. Die Stadt Köln habe daraufhin das Ordnungsamt angewiesen, das Denkmal vorläufig zu dulden. Brief an die Oberbürgermeisterin Nun geht die Initiativplattform der türkischen Vereine erneut gegen das Aufstellen des „Mahnmals“ auf einem öffentlichen Ort vor. Ein Anwalt ist eingeschaltet. In einem Brief an die Oberbürgermeisterin sowie einer Pressemitteilung des Dachverbands, die ebenfalls dem Autor vorliegen, ist von einem „rechtswidrigen Zustand“ die Rede. Die Stadt Köln wird dabei aufgefordert, diesen Zustand „unverzüglich zu beseitigen“. Denn es gelte stets, Unruhen und Provokationen zu verhindern. Die türkische Gemeinde in Köln spricht von einer „politischen Instrumentalisierung“ und einem „Affront“, der sich gegen das friedliche Zusammenleben in Köln richte. Durch derartige Aktionen werde man als türkische Gemeinde geradezu ermuntert, ebenfalls an belebten und zentralen Orten der Stadt Mahnmale zu errichten. Versöhnung zwischen Türken und Armeniern sollte das Ziel sein Die abwartende Vorgehensweise der Stadt wirft für die türkische Gemeinde in Köln Fragen auf. Denn solche einseitigen und rechtswidrigen Aktionen stehen sowohl der Völkerverständigung als auch einem Dialog diametral entgegen. Genau dies ist es aber, was die türkischen und armenischen Gemeinden benötigen: Dialog und Verständigung für eine nachhaltige Versöhnung und dauerhaften Frieden. Erschienen auf TRT Deutsch
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Auch interessant

– 1915-Geschehnisse – Erdogan kondoliert Armeniern

Auch in diesem Jahr hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Nachfahren der 1915 zu Tode gekommenen Armenier kondoliert.

Erdogan kondoliert Armeniern

Luftfahrt-News
Saudia nimmt Flüge nach Istanbul wieder auf

Istanbul – Die saudi-arabische Fluggesellschaft Saudia, früher bekannt als Saudi Arabian Airlines, hat am Samstag ihre Flüge nach Istanbul wieder aufgenommen. Wegen der Coronavirus-Pandemie hatte sie ihre Flüge in die Türkei zwei Jahre lang pausiert. Eine Maschine der Fluggesellschaft landete am Samstag mit 130 Passagieren an Bord auf dem Istanbuler Flughafen in Jeddah. Bei ihrer Ankunft wurden die Passagiere am Flughafen mit Blumen empfangen. Ab dem 11. Mai wird Saudia zudem täglich Flüge von den Städten Mekka und Medina nach Istanbul anbieten. Außerdem wird die Fluggesellschaft dreimal wöchentlich zwischen der saudischen Hauptstadt Riad und Istanbul fliegen, berichtet Daily Sabah Der Zeitpunkt der neuen Flüge folgt auf den jüngsten Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Saudi-Arabien am 28. April – seinem ersten Besuch seit 2017. Vor seinem Besuch erklärte der türkische Staatschef, dass die beiden Länder den gemeinsamen Willen hätten, „ein großes wirtschaftliches Potenzial zu reaktivieren“. Sein Besuch sei ein Beispiel für den gemeinsamen Willen, mit Riad eine neue Periode und möglicherweise den Beginn einer neuen Ära der politischen, militärischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit einzuleiten. Er äußerte auch die Hoffnung, dass der Besuch die Beziehungen auf der Grundlage von gegenseitigem Respekt und Vertrauen verbessern werde. Nach dem Treffen erklärte Erdoğan, Ankara und Riad seien sich einig, dass die Geschäftsleute und Investoren beider Länder zusammengebracht werden müssten. Nach dem Arabischen Frühling 2011 haben ideologische Differenzen und rivalisierende außenpolitische Ziele Ankara und Riad in unterschiedliche Richtungen gelenkt und sie zu erbitterten regionalen Rivalen gemacht.

#saudia will operate daily flights from the cities of #jeddah and #Medina to Istanbul. The airline, meanwhile, will fly three flights weekly between the Saudi capital #Riyadh and #İstanbul.

— Saudia Aviation (@SaudiaAviation) May 8, 2022

Auch interessant

– Luftfahrt-News – Business Class: Turkish Airlines erneut zur besten Fluggesellschaft gewählt

Die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines ist von den Lesern des führenden US-Reisemagazins Global Traveler zum fünften Mal in Folge zur besten Fluggesellschaft in der Kategorie Business Class gewählt worden.

Business Class: Turkish Airlines erneut zur besten Fluggesellschaft gewählt