Ukraine-Krieg
Reuters: Erdogan könnte Hungersnot in Afrika verhindern

Aufgrund einer russischen Blockade der Schwarzmeerhäfen, können derzeit mehr als 20 Millionen Tonnen Getreide die Ukraine nicht verlassen.

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Ankara – Millionen Menschen auf der ganzen Welt sind auf Agrarexporte aus der Ukraine angewiesen. Aufgrund einer russischen Blockade der Schwarzmeerhäfen, können jedoch mehr als 20 Millionen Tonnen Getreide derzeit das Land nicht verlassen.

Vor allem in ärmeren Ländern in Afrika und Asien drohe somit eine verheerende Hungerkatastrophe. Auf Russland und die Ukraine entfällt fast ein Drittel der weltweiten Getreidelieferungen.

„Eine Hungersnot in Ostafrika, der Sahelzone und dem Nahen Osten kann im Sommer drohen, wenn Ernten vor Ort und in der Ukraine ausfallen, weil nicht ausgesät wurde oder der Dünger knapp ist“, schreibt das Bundeslandwirtschaftsministerium laut Neuer Osnabrücker Zeitung auf eine Anfrage der Unionsfraktion.  Unter Verweis auf Schätzungen der Welternährungsorganisation „könnten die Folgen des Krieges kurzfristig zu einem zusätzlichen Anstieg der unterernährten Menschen um acht bis dreizehn Millionen Menschen führen“.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, verhandele Erdogan aktuell mit Russland und der Ukraine über die Errichtung eines Korridors für Getreideexporte über türkisches Territorium. Falls dem türkischen Staatschef dies gelingt, könnte er womöglich Millionen Hungertote verhindern.

„Die Türkei verhandelt sowohl mit Russland als auch mit der Ukraine über die Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine“, zitiert Reuters einen namentlich nicht genannten türkischen Beamten.

„Da ein Korridor von der Türkei aus geöffnet werden soll, besteht eine Nachfrage nach diesem Getreide, um die Zielmärkte zu erreichen. Die Verhandlungen sind noch im Gange“, fügte der Beamte hinzu.

Die Türkei grenzt am Schwarzen Meer an die Ukraine und Russland und unterhält gute Beziehungen zu beiden, obwohl sie die russische Invasion verurteilt hatte.

Unabhängig davon bestätigten zwei weitere Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, Gespräche über die Unterstützung der Türkei bei der Verschiffung des Getreides aus der Ukraine. Eine der Personen betonte, dass die Türkei trotz ihrer Mitgliedschaft in der NATO von Russland als „neutraler“ angesehen werde als andere westliche Mitglieder des Bündnisses.

„Die Türkei ist bereit, zu einer Art Überwachung dieser Exporte von Odessa durch das Schwarze Meer beizutragen, weil die Türkei traditionell sehr stark im Schwarzen Meer ist und sie bereit ist, zu helfen“, sagte ein hochrangiger europäischer Diplomat gegenüber Reuters am Mittwoch unter der Bedingung der Anonymität.

„Die Türkei verfügt bereits über zwei Fregatten, zwei U-Boote und ein halbes Dutzend Patrouillen- und Schnellangriffsschiffe im Schwarzen Meer, und noch viel mehr könnten schnell für eine solche Mission herbeigerufen werden“, sagte Yörük Isik, Leiter des Beratungsunternehmens Bosphorus Observer in Istanbul.

Der stellvertretende russische Außenminister Andrei Rudenko wurde am Mittwoch mit den Worten zitiert, Moskau sei bereit, im Gegenzug für die Aufhebung einiger westlicher Sanktionen einen Korridor für Schiffe mit Nahrungsmitteln bereitzustellen.

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