Weltklimakonferenz
UNO: Klimakrise ist die größte humanitäre Krise weltweit

Dubai – Der Klimawandel und Naturkatastrophen wirken sich auf das Leben von Millionen von vertriebenen Personen weltweit aus. Anlässlich der Weltklimakonferenz (COP28) in Dubai kommentiert Peter Ruhenstroth-Bauer, Nationaler Direktor der UNO-Flüchtlingshilfe:
„Der Klimawandel ist die prägende Krise unserer Zeit. Er kennt keine Grenzen und betrifft die ganze Menschheit: im besonderen Maße aber vertriebene und staatenlose Menschen. Die Auswirkungen des Klimawandels vertiefen Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Die Weltgemeinschaft muss dem Kreislauf aus zunehmenden Wetterextremen, Hungersnöten und Konflikten jetzt konsequent entgegenwirken.“
Hintergrund: Folgen des Klimawandels Die Konsequenzen des Klimawandels sind längst zu spüren und nehmen weiter zu: Er verschärft so sowohl die Ursachen als auch die Auswirkungen von Flucht und Vertreibung. Klimawandel, Konflikte, Armut, Ernährungsunsicherheit und Vertreibung überschneiden sich zunehmend, so dass immer mehr Menschen auf der Suche nach Sicherheit fliehen müssen. Diese Flucht muss nicht zwangsläufig über Landesgrenzen hinweg passieren, viele Menschen verlassen ihre Heimat, bleiben aber im eigenen Land. Viele Menschen, die fliehen müssen, finden in Ländern Schutz, die zu den ärmsten und vom Klimawandel oft besonders stark betroffenen gehören: Über 70 Prozent der Flüchtlinge und 80 Prozent der Binnenvertriebenen stammen aus Ländern, die sehr stark von der Klimakrise betroffen sind (z.B. aus Bangladesch und den Ländern am Horn von Afrika). Auch in den Zufluchtsländern sind Flüchtlinge besonders oft klimabedingten Risiken ausgesetzt: Etwa vier von zehn Flüchtlingen sind in stark klimatisch gefährdeten Ländern untergebracht, wo sie zusammen mit den Aufnahmegemeinschaften unter ähnlich prekären Bedingungen leben und in der Regel nicht über die nötigen Ressourcen verfügen, um sich an eine zunehmend menschenfeindliche Umwelt anzupassen.  

USA
Ex-US-Außenminister Henry Kissinger im Alter von 100 Jahren gestorben

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Hartford – Dr. Henry Kissinger, ein angesehener US-Gelehrter und Staatsmann, starb heute in seinem Haus in Connecticut. Henry Kissinger wurde 1923 im Süden Deutschlands geboren. Seine Familie floh aus Nazi-Deutschland und kam 1938 nach Amerika. Nachdem er 1943 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten hatte, diente Dr. Kissinger in der 84. Army Division von 1943 bis 1946. Für seinen „Verdienstvollen Einsatz“ erhielt er den Bronze Star. Dr. Kissinger diente danach bei der Counter Intelligence Corps in besetztem Deutschland. Er befand sich in den US Army Reserves bis 1959. Dr. Kissinger erwarb seinen Bachelor, Master- und PhD-Abschluss an der Harvard University, wo er fast 20 Jahre lang internationale Beziehungen lehrte. Präsident Nixon ernannte ihn 1969 zum National Security Advisor. Anschließend diente Kissinger als Secretary of State unter Presidents Nixon und Ford, wo er eine zentrale Rolle bei der Öffnung gegenüber China, bei den Verhandlungen über das Ende des Jom-Kippur-Krieges im Nahen Osten und bei der Beendigung von Amerikas Rolle im Vietnamkrieg spielte. Er arbeitete daran, das ehemalige Rhodesien auf den Weg zu einer repräsentativen Regierung zu bringen und handelte wichtige Rüstungskontrollabkommen mit der Sowjetunion aus. Kissinger hat 21 Bücher über nationale Sicherheitsfragen geschrieben. Als einer der großen Staatsmänner in Amerika, wurde Kissinger regelmäßig von amerikanischen Präsidenten beider Parteien und einer Reihe ausländischer Führungspersönlichkeiten befragt, nachdem er 1977 den Regierungsdienst abgeschlossen hatte. Im Mai 2023 feierte er seinen 100. Geburtstag und blieb bis zu seinem 100. Lebensjahr aktiv. Kissinger konzentrierte sich zuletzt auf die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz. Er war häufig Gast in den Medien und bei Podiumsdiskussionen, schrieb und reiste ins Ausland. Zusätzliche biografische Informationen über Dr. Kissinger und seine Schriften finden Sie unter www.henryakissinger.com. Kissinger hinterließ seine Frau aus seiner fast 50 Jahre langen Ehe, Nancy Maginnes Kissinger, zwei Kinder aus seiner ersten Ehe, David und Elizabeth und fünf Enkelkinder. Er wird in einem privaten Familiendienst beigesetzt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt wird es einen Gedenkdienst in New York City geben. Anstelle von Blumen schlägt die Familie vor, an Spenden zu denken.

Gaza-Krieg
Antisemitismus: US-Jüdin wirft Deutschland Heuchelei vor

Berlin – Die in Deutschland lebende US-amerikanische jüdische Aktivistin und Enkelin einer Holocaustüberlebenden hat in einer Reihe von Videos Deutschland eine Verlogenheit im sogenannten Kampf gegen den Antisemitismus vorgeworfen. Die Instrumentalisierung jüdischer Identität zur Legitimation des Genozids in Gaza müsse ein Ende finden, so Rachael Shapiro von der „Jüdische Stimme“. Die Cousins ihrer Holocausüberlebenden Großmutter seien Widerstandskämpfer im 2. Weltkrieg gewesen. Aus diesem Grund sei Shapiro mit dem Verständnis aufgewachsen, dass Widerstand gegen jeden Unterdrücker ein Menschenrecht ist. „Im Westen sehen wir jeden Tag, dass den Palästinensern dieses Menschenrecht abgesprochen wird“, so Shapiro weiter. Sie wirft in den Videos Israel vor, im Gaza einen Völkermord an den Palästinensern zu begehen. Der Staat Israel setze die jüdische Identität als Waffe ein, um „das Opfer zu spielen und sich vor der Verantwortung zu schützen“, sagte die Aktivistin. Die palästinensische Bevölkerung werde seit 75 Jahren brutalisiert und entmenschlicht. Die Ablehnung des Zionismus durch Juden versetze deutsche Medien und auch den deutschen Staat in eine „hysterische, und gewalttätige Raserei, weil wir die von ihnen fabrizierten Lügen zertrümmern. Wir beweisen, dass ihre Unterstützung und der angebliche Kampf gegen den Antisemitismus inhaltsleer und verlogen sind“, so die US-Jüdin in einem der Videos weiter. Eine Instrumentaliserung des Holocaust als Totschlagargument sei ein Missbrauch und versetze die deutsche Bevölkerung „in gefügiges Schweigen“.
@sozialismus_von_unten

Rachael Shapiro von der Initiative Sozialismus von unten & der Jüdischen Stimme findet klare Worte: Die Instrumentalisierung jüdischer Identität zur Legitimation des Genozids an Gaza muss ein Ende finden! #israel #zionismus #judentum #jüdisch #jude #juden #freepalestine #gaza #freegaza #palästina

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Architektur
Geschichtsentdeckungen: Die Yeni Valide Camii in Istanbul

von Thomas Weiberg

Diese in Eminönü am Goldenen Horn in unmittelbarer Nähe des Ägyptischen Basars liegende Moschee wurde zunächst von Safiye Valide Sultan (1550-1619) im Jahr 1597 zur Befestigung ihrer Memoria gestiftet.

Die vermutlich aus Albanien stammende Safiye Sultan war die Gemahlin Sultan Murads III. und Mutter Sultan Mohammeds (Mehmeds) III. Sie war eine sehr bemerkenswerte, machtbewußte, skrupellose und intelligente Regentin in der Phase der sogenannten ›Weiberherrschaft‹, während der die Sultane auf dem Thron sich nicht um die Politik kümmerten und sich stattdessen oftmals eher dem Müßiggang ergaben.

Safiye Valide Sultan korrespondierte mit Königin Elisabeth I. von England, tauschte reiche Geschenke mit ihr aus und unterhielt enge Beziehungen zur ›Serenissima‹, also zu Venedig, das damals die beherrschende Macht im östlichen Mittelmeer war – und als Handelsmacht ein großer Konkurrent Konstantinopels. Als dann ihr Enkel Sultan Ahmet I. 1603 den Thron bestieg, mußte sich die mehr als einflußreiche Regentin aus der Öffentlichkeit und der Politik bis zu ihrem Tod in den Harem zurückziehen. Die von ihr gestiftete Moschee blieb allerdings lange eine Bauruine, die nicht genutzt werden konnte.

(Foto: Weiberg)

Erst 1663, über vierzig Jahre nach dem Tod Safiye Sultans, wurde die Moschee im Auftrag von Hatice Turhan Sultan (1627-1683), einer Gemahlin Sultan Ibrahims des Wahnsinnigen und Mutter Sultan Mohammeds IV. (Mehmed IV.) vollendet. Hatice Turhan Sultan, die aus Rußland oder der Ukraine stammte, stand ihrer berühmten Vorgängerin Safiye Sultan an Bedeutung nicht nach. Als ihr Sohn Mehmed 1648 im Alter von nur sechs Jahren den Thron bestieg wurde auch sie zur mächtigen Sultansmutter, die für den minderjährigen an Politik Zeit seines Lebens wenig interessierten Sohn, der wegen seiner Leidenschaft für die Jagd ›Mehmed Avcı‹ (Mehmed der Jäger) genannt wurde, die Regentschaft führte.

Da aber ihre Schwiegermutter Kösem Mahpeyker Valide Sultan (1589-1651) noch am Leben war, die zwischen 1623 und 1632 ebenfalls für ihren minderjährigen Sohn die Geschicke des Reiches gelenkt hatte, gab es zwischen den beiden skrupellos agierenden Frauen schwere Auseinandersetzungen um die Führung der Politik sowie den Einfluß am osmanischen Hof. Kösem Mahpeyker Sultan war übrigens Griechin von der Insel Tinos, die Tochter eines orthodoxen Priesters und hieß zunächst Anastasia.

(Foto: Weiberg)

Dieser Konkurrenzkampf der beiden machtbewußten Frauen dauerte drei Jahre an, bis dann Kösem Mahpeyker Sultan im September 1651 während einer blutigen Palastrevolte wohl im Auftrag ihrer Schwiegertochter mit einer Bogensehne erwürgt wurde. Pikant mag im Verhältnis dieser beiden herausragenden Frauen der osmanischen Geschichte sein, daß Hatice Turhan Sultan im Alter von zwölf Jahren als Geschenk des Herrschers des Krim-Khanats an den Hof von Kösem Mahpeyker Sultan gelangte und dort ihre umfassende Bildung erhielt.

 

Hatice Turhan Sultan war in der Folge vierunddreißig Jahre lang die einflußreiche Valide Sultan am osmanischen Hof, von ihrem Sohn als Ratgeberin stets geschätzt und hochgeachtet. Damit war sie die am längsten diesen Titel tragende Sultansmutter. In ihre Regentschaft fiel der Krieg der Osmanen gegen Venedig (Fünfter Venezianischer Krieg 1645 bis 1669) um die Vorherrschaft im östlichen Mittelmeer sowie an der dalmatinischen Adriaküste und um den Besitz der reichen Insel Kreta.

Letztlich konnte das Osmanische Reich sich Kreta einverleiben und in Dalmatien erhebliche Territorialgewinne erzielen. Venedig ging stark geschwächt, aber keineswegs vollständig geschlagen, aus diesem blutigen Krieg hervor. Neben ihren politischen Maßnahmen, zu denen die Ernennung des fähigen und klugen Machtpolitikers Köprülü Mehmed Pasha zum Großwesir gehörte, wird ihr die Initiierung wichtiger Bauvorhaben zugeschrieben. Neben der Yeni Valide Moschee, in deren unmittelbarer Nähe sich auch die Türbe der Sultansmutter befindet, entstand in deren Auftrag ab Mitte des 17. Jahrhunderts auch der Ägyptische Basar (Mısır Çarşısı) als Teil der ausgedehnten Moschee-Stiftung der Hatice Turhan Sultan.

(Foto: Weiberg)

Die elegant proportionierte Moschee verfügt außen und innen über einen reichen Schmuck an hervorragenden İznik-Fayencen und herrlichen Kalligraphien. Der relativ kleine reichverziehrte Reinigungsbrunnen (Şadırvan) aus der Mitte des 17. Jahrhunderts im Hof der Moschee gehört zu den schönsten seiner Art in Istanbul. Der sich an den Moscheekomplex anschließende Pavillon für den Sultan beziehungsweise die Sultan Valide hat sich ebenfalls erhalten, seine Innenräume sind auch mit sehr qualitätvollen İznik-Fayencen ausgestattet.

Die Türbe für Hatice Turhan Sultan befindet sich ganz in der Nähe ›ihrer‹ Moschee. Dieser Memorialbau lohnt ebenfalls unbedingt einen Besuch, denn er wurde vor einigen Jahren umfassend restauriert und erstrahlt seit dem wieder in seinem alten Glanz. Mit über vierzig Bestattungen gehört diese Türbe zu den bedeutendsten osmanischen Grablegen in Istanbul. Neben Hatice Turhan Sultan sind ihr Sohn Sultan Mehmed IV. und auch fünf seiner Nachfolger auf dem Thron sowie weitere Angehörige der Dynastie dort beigesetzt.

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Als Lady Mary Wortley Montagu, die Frau des englischen Botschafters am osmanischen Hof in Konstantinopel, 1717 beobachtet, wie Haremsfrauen ihre Kinder absichtlich mit Pocken infizieren, glaubt sie erst an eine barbarische Praxis.

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Saltbae-Burger
Nusret-Restaurant jetzt auch am Flughafen Istanbul

Istanbul – Vorbei sind die Zeiten, in denen sich die Flughafengastronomie auf Fastfood-Ketten oder langweilige Angebote beschränkte. Flughäfen auf der ganzen Welt haben die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen gastronomischen Angeboten erkannt, die die Kultur der von ihnen angeflogenen Ziele widerspiegeln. Das Konzept, sich vor dem Abflug ein Gourmet-Menü zu gönnen, wird bei Reisenden immer beliebter. Der türkische Starkoch und Unternehmer Nusret Gökçe, auch als Saltbae bekannt, hat mit der Eröffnung seines ersten Saltbae-Burger-Restaurants am internationalen Flughafen Istanbul erneut Wellen in der kulinarischen Szene geschlagen. Das neue Lokal, das Platz für fast 200 Personen bietet, ist nicht nur eines der größten Restaurants am Flughafen, sondern auch ein wichtiger Meilenstein in Gökçes Strategie, die Marke weltweit zu expandieren. Während das Lokal am Flughafen eine wichtige Rolle bei der Einführung der Marke bei einem globalen Publikum spielt, ist Gökçes kulinarisches Imperium bereits gut etabliert. Mit Standorten auf der ganzen Welt, unter anderem in New York, Las Vegas, Miami, Dallas, Beverly Hills, Dubai, Bodrum und Mykonos, sind sowohl das Nusr-Et Steakhouse mit seiner gehobenen Küche als auch die zwanglosere Küche von Saltbae Burger sehr beliebt. Rund 40 weitere neue Standorte sind in Planung, darunter etwa zehn an großen Flughäfen weltweit.

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Gaza-Konflikt
Hamas: Geisel-Freilassung nach Erdogans Bemühungen

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Gaza – Die Hamas teilte am Samstag mit, dass der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan die Freilassung der thailändischen Geiseln aus dem Gazastreifen vermittelt habe. „Als Reaktion auf die Bemühungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, hat die Islamische Widerstandsbewegung Hamas die Freilassung der thailändischen Gefangenen im Gazastreifen abgeschlossen“, heißt es in der Erklärung, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Namentlich nicht genannte Quellen in Ankara teilten gegenüber türkischen Medien mit, dass die Geiseln auf Anweisung von  Erdogan durch die Bemühungen der Nationalen Nachrichtendienstorganisation (MIT) freigelassen wurden. Die Hamas hatte am Freitag mindestens 10 thailändische Staatsangehörige freigelassen, vier weitere kamen am Samstag frei. Anfang letzter Woche sagte Erdogan, dass der Leiter des MIT, İbrahim Kalın, und Außenminister Hakan Fidan mit Katar zusammenarbeiten, um die Freilassung der von der Hamas festgehaltenen Geiseln zu erreichen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune sagte der türkische Staatschef:
„Die Türkei hofft, so bald wie möglich positive Ergebnisse beim Geiselaustausch zu erzielen.“
Die thailändischen Staatsangehörigen, die in einer zweiten Freilassungsrunde befreit wurden, trafen am Sonntag im Rahmen eines viertägigen Waffenstillstands in Israel ein, der einen täglichen Geiselaustausch ermöglichen soll. Der thailändische Premierminister Srettha Thavisin erklärte, die freigelassenen Thais seien bei guter Gesundheit und würden sich freuen, ihre Familien zu kontaktieren. „Alle sind in Sicherheit, im Großen und Ganzen bei guter geistiger Gesundheit und können normal sprechen“, schrieb er auf der Social-Media-Plattform X.

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Diplomatie
Türkei und Griechenland wollen Beziehungen weiter verbessern

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Athen – Die Türkei und Griechenland freuen sich auf ein Treffen ihrer Staatsoberhäupter im Dezember, während Vertreter beider Seiten die Vorteile einer Verbesserung der einst feindlichen Beziehungen loben. Griechenland betonte am Samstag die Vorteile besserer Beziehungen zur Türkei. In einem Artikel für die Zeitung Parapolitika wies Außenminister George Gerapetritis auf das Tauwetter in den Beziehungen seit Februar hin.
Naturphänomene und historische Fakten mögen sich ändern, aber die Geographie ändert sich nicht,
„Die derzeitige Situation in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern ist positiv: robuste Regierungen mit neuer politischer Legitimität, eine seit mehreren Monaten andauernde Phase der Ruhe in der Ägäis und der erklärte Wille, die bilateralen Beziehungen zu verbessern. In dieser Hinsicht wurden in den letzten Monaten Kommunikationskanäle auf politischer und administrativer Ebene entwickelt, die ein besseres gegenseitiges Verständnis fördern und die Entwicklung der wesentlichen zwischenmenschlichen Beziehungen erleichtern. Damit es bei Differenzen nicht zu Krisen in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern kommt“, so Gerapetritis. Griechenland begrüße die bevorstehende Tagung des Hochrangigen Kooperationsrates mit Aufmerksamkeit und Ernsthaftigkeit. Dabei richte sich Athens Blick auf die nächsten Generationen.
Ihnen verdanken wir das Erbe einer friedlichen internationalen Nachbarschaft, die wesentlich zum Wohlstand und Fortschritt unseres Landes beitragen wird.

Im Zuge der Bemühungen, die positive Atmosphäre zwischen den beiden Ländern nach den tödlichen Erdbeben vom 6. Februar in der Türkei und dem Zugunglück in Griechenland zu verbessern, haben die beiden Nachbarn in der Ägäis gegenseitige Schritte unternommen.

Schritte zum Abbau der Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei Bei seinem Besuch in der von den verheerenden Erdbeben heimgesuchten Stadt Hatay im Februar kündigte der damalige griechische Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos an, dass die beiden Staaten vereinbart hätten, eine Agenda auf der Grundlage gutnachbarlicher Beziehungen zu entwickeln. Panagiotopoulos hatte den Willen geäußert, die bilateralen Beziehungen zu stabilisieren und sagte, Tragödien wie die Erdbeben zeigten, „wie klein“ die bestehenden Probleme zwischen Griechenland und der Türkei seien. „Wenn man sie aus einer anderen Perspektive betrachtet, sehen wir, dass diese Tragödien und Katastrophen tatsächlich als Katalysator für den Abbau von Spannungen wirken“, fügte er hinzu. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar erinnerte letzten Monat daran, dass zwischen den beiden Ländern ein Moratorium besteht, um die Durchführung von Militärübungen in der Ägäis während der Tourismusperiode zu verhindern, und betonte, dass die Türkei bereit sei, dieses zu erweitern. „In der kommenden Zeit erwarten wir konkrete positive Entwicklungen in einigen Fragen, wie z.B. die Verlängerung des Moratoriums, das vorsieht, Übungen in den internationalen Gewässern und im Luftraum der Ägäis zwischen dem 15. Juni und dem 15. September, wenn der Tourismus intensiv ist, zu vermeiden“, wurde Akar von der Nachrichtenagentur Anadolu zitiert. Akar: Wir sollten den Reichtum in der Ägäis teilen Bereits im März sagte Akar, dass die Türkei bereit sei die Beziehungen zu verbessern und „einen Kanal für den Dialog zu öffnen“, um ihre Probleme mit Griechenland zu lösen, so Akar, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu. „Wir haben Probleme mit Griechenland… Wir sind dafür, diese Probleme mit friedlichen Mitteln und Methoden zu lösen, indem wir im Geiste der Allianz und der guten nachbarschaftlichen Beziehungen verhandeln“, betonte Akar. Wie der griechische Fernsehsender Skai berichtete, fügte Akar hinzu, dass die Türkei konsequent für eine „gemeinsame Nutzung des Reichtums der Ägäis“ eintrete. Viele Regierungsvertreter in beiden Ländern hoffen, dass die Wiederbelebung der so genannten „Erdbebendiplomatie“ zu einer nachhaltigen Verbesserung der bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern führen wird, die in den letzten Jahren eine Phase anhaltender Spannungen erlebt haben. Griechenland reagierte auf die Erdbeben, die Teile der Südtürkei und Nordsyriens erschütterten, mit einer raschen Entsendung von Hilfsgütern, die vor allem von der EMAK, einer Spezialeinheit für Katastrophenhilfe, die zur griechischen Feuerwehr gehört, bereitgestellt wurden. Die Naturkatastrophe veranlasste auch den griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis und den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, zum ersten Mal seit März letzten Jahres ein direktes Gespräch zu führen.

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Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar überraschte den griechischen Fußballer Dimitrios Kolovetsios mit einem Besuch.

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Stratcom-Gipfel
Türkischer Außenminister Fidan verurteilt „westliche Medien“

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Istanbul – Der türkische Außenminister Hakan Fidan hat bei einer Rede auf dem internationalen Gipfel für strategische Kommunikation (Stratcom) in Istanbul westliche Medien verurteilt. Fidan sagte, die Desinformation, die den Weg für Interventionen in Afghanistan und im Irak geebnet und die Region ins Chaos gestürzt habe, tauche nun in Gaza auf. Er sagte, es gebe zwei Arten von Desinformation in Bezug auf „Kriegsverbrechen, die von Israel im Gazastreifen und im Westjordanland begangen wurden“ nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober. „Die erste ist die voreingenommene Haltung vieler westlicher Medien, die die menschliche Tragödie, die die Palästinenser erlitten haben, ignorieren. Das andere ist die institutionalisierte Desinformation, die sich nicht auf die Ereignisse vom 7. Oktober beschränkt, dass Israel versucht, die ganze Welt davon zu überzeugen, indem es die Fakten verheimlicht“, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu den türkischen Außenminister. Fidan rief den Westen auf, sich von den israelischen „Kriegsverbrechen“ zu distanzieren. „Die westliche Welt sollte sich von den israelischen Kriegsverbrechen distanzieren. Jede bedingte oder unbedingte Unterstützung Israels ist ein Blankoscheck für die Tötung weiterer Palästinenser“, sagte Fidan. „Die Geschichte wird die Intoleranz gegenüber der palästinensischen Flagge und den Aufrufen zum Frieden im heutigen Europa, wo Angriffe auf den heiligen Koran angeblich als freie Meinungsäußerung akzeptiert werden, nicht vergessen“, fügte er hinzu. Ein echter Frieden sei nur mit Gerechtigkeit, internationaler Zusammenarbeit und Wahrheit möglich, betonte der türkische Außenminister. Fidan bekräftigte, dass die Türkei niemals davor zurückschrecken werde, ihre Verantwortung zu übernehmen und den Palästinensern in ihrer Not beizustehen. „Faschistische Propagandamethoden“ Auch Erdogan-Sprecher Fahrettin Altun nahm an dem Treffen teil und verurteilte Israel während seiner Rede: „Seit dem 7. Oktober hat Israel 64 Medienschaffende im Gazastreifen getötet. Israel hat in dieser Zeit eine faschistische Propagandamethode angewandt und nicht nur Journalisten, medizinisches Personal, Frauen und Kinder getötet, sondern auch die Wahrheit unterdrückt.“, so Altun. Altun fügte hinzu:
„Um ihre kolonialen Narrative zu untermauern, schickt die israelische Armee den Medienunternehmen im Westen eine Reihe von Begriffen und Wörterbüchern, die sie in ihren Nachrichten verwenden sollen, um angeblich falsche Metriken zu korrigieren. Auf der anderen Seite tötet Israel gnadenlos Journalisten in Gaza. Seit dem 7. Oktober hat Israel 64 Medienschaffende im Gaza-Streifen getötet. Israel hat in dieser Zeit eine faschistische Propagandamethode angewandt und nicht nur Journalisten, medizinisches Personal, Frauen und Kinder getötet, sondern auch die Wahrheit manipuliert.“

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Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez kündigte an, dass Madrid einen unabhängigen palästinensischen Staat einseitig anerkennen werde

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Gaza-Krieg
Spanien will unabhängigen palästinensischen Staat anerkennen

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Kairo – Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez kündigte an, dass Madrid einen unabhängigen palästinensischen Staat einseitig anerkennen werde, auch wenn dies der Meinung der Europäischen Union widerspreche, da das jüngste Geiselabkommen nicht ausreiche und ein dauerhafter Waffenstillstand notwendig sei, berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur AFP. „Ich denke, dass der Moment für die internationale Gemeinschaft, insbesondere für die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten, gekommen ist, den Staat Palästina anzuerkennen“, sagte Sanchez am Freitag auf einer Pressekonferenz auf der ägyptischen Seite des Grenzübergangs Rafah. Sanchez und De Croo fordern Israel auf, das humanitäre Völkerrecht zu achten Der belgische Premierminister Alexander De Croo begleitete Sanchez auf seiner Reise durch Israel, Palästina und Ägypten. Während der Reise riefen beide Politiker zum Schutz der Zivilbevölkerung im Gazastreifen auf und forderten Israel auf, das humanitäre Völkerrecht zu achten. „Ich bekräftige auch das Recht Israels, sich zu verteidigen, aber es muss dies innerhalb der Parameter und Grenzen tun, die das humanitäre Völkerrecht vorgibt, und das ist nicht der Fall“, sagte Sanchez. „Die wahllose Tötung von Zivilisten, darunter Tausende von Jungen und Mädchen, ist völlig inakzeptabel.“ Israelisches Außenministerium läd spanischen und den belgischen Botschafter vor Am Freitag, nach der Pressekonferenz am Grenzübergang Rafah, ordnete der israelische Außenminister Eli Cohen an, den spanischen und den belgischen Botschafter in Tel Aviv vorzuladen, um ihnen eine „scharfe Rüge“ zu erteilen. „Wir verurteilen die falschen Behauptungen der Ministerpräsidenten Spaniens und Belgiens, die den Terrorismus unterstützen“, schrieb er im sozialen Netzwerk X und verteidigte, dass Israel „im Einklang mit dem Völkerrecht“ handele.   Während sich der belgische Regierungschef zurückhaltender äußerte, sagte Sanchez, Israel halte sich nicht an das Völkerrecht und beschuldigte es der wahllosen Tötung“ von Tausenden von Kindern“ in Gaza. Sanchez verurteilte auch die Angriffe der Hamas vom 7. Oktober scharf. „Gewalt wird nur zu mehr Gewalt führen. Wir müssen die Gewalt durch Hoffnung und Frieden ersetzen. Das habe ich dem israelischen Präsidenten und dem Premierminister gesagt“, sagte Sanchez am Grenzübergang Rafah. De Croo: „Das Töten von Zivilisten muss jetzt aufhören“ De Croo betonte die Notwendigkeit und Hoffnung auf einen dauerhaften Waffenstillstand und fügte hinzu, dass dieser „gemeinsam aufgebaut werden muss. Und er kann nur gemeinsam aufgebaut werden, wenn beide Parteien verstehen, dass die Lösung dieses Konflikts niemals in Gewalt bestehen wird. Eine Lösung dieses Konflikts besteht darin, dass sich die Menschen an einen Tisch setzen“. „Eine Militäroperation muss das humanitäre Völkerrecht respektieren. Das Töten von Zivilisten muss jetzt aufhören. Es sind schon viel zu viele Menschen gestorben. Die Zerstörung des Gazastreifens ist nicht hinnehmbar“, sagte er. „Wir können nicht akzeptieren, dass eine Gesellschaft so zerstört wird, wie sie zerstört wird“, fügte er hinzu. Neun der 27 EU-Mitgliedstaaten erkennen Palästina an Derzeit erkennen neun der 27 EU-Mitgliedstaaten den Staat Palästina an. Im Jahr 2014 war Schweden das erste Land, das dies als EU-Mitgliedstaat tat. Zuvor hatten sich der belgische und der spanische Premierminister am Freitag mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah Al-Sisi getroffen. Er schlug vor, dass die internationale Gemeinschaft die Zügel für einen dauerhaften Frieden in Israel und Palästina in die Hand nehmen müsse. „Wir brauchen die internationale Anerkennung des palästinensischen Staates, und die UNO muss eingreifen. Ein solcher Schritt würde die Ernsthaftigkeit der internationalen Gemeinschaft widerspiegeln, Frieden in unserer Region zu schaffen“, sagte er und erläuterte seine Idee eines entmilitarisierten palästinensischen Staates in den Grenzen von 1967, möglicherweise mit der Präsenz internationaler Streitkräfte.

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Dienstag erneut die Angriffe Israels im Gaza als Kriegsverbrechen bezeichnet.

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Buchvorstellung
Teil 3: Weißwurst mit türkischem Tee – Auswandern in die Türkei für Chaos-Erprobte

Die türkische Provinz Mugla, in der sich die aus Deutschland stammende Buchautorin Marina Bütün mit ihrem türkischen Mann im Jahr 2003 niedergelassen hat, belegte, Ende des Jahres 2022, in der Beliebtheit ausländischer Auswanderer Platz 7 hinter den Städten oder Provinzen Bursa (4), Mersin (5), und Izmir (6). Dies geht aus den statistischen Zahlen der ausländischen Bürger mit Aufenthaltserlaubnis in der Türkei hervor. (Quelle)

Vor fast genau drei Jahren veröffentlichte Marina Bütün den ersten Teil des Buches „Weißwurst mit türkischem Tee“. Ihre beiden Buch-Projekte „Ratgeber Auswandern Türkei“ und „Türkei-Immobilien, Tipps vom Profi“, die neuen Auswanderern eine Hilfestellung bei der geplanten Auswanderung geben sollen, erschienen beide im Jahr 2021.

Am 19. November 2023 folgte die von Bütüns Stammlesern heißersehnte Fortsetzung des heiteren, aber auch spannenden Auswanderer-Tagebuches von Bütün, „Weißwurst mit türkischem Tee“, Teil 3. Marina Bütün berichtet über ihr turbulentes 3. Auswanderungsjahr aus der Provinz Mugla, insbesondere aus ihrer wunderschönen Region und der Stadt, in der sie seit 2003 lebt.

NEX24: Gab es einen bestimmten Grund oder Anlass für eine Veröffentlichung Ihrer Auswanderer-Tagebücher „Weißwurst mit türkischem Tee“?

Bütün: Es war ein spontaner Einfall. Eigentlich fehlte mir die Zeit zum Schreiben. Zum ersten Buch ermunterte mich eine Freundin. Ich hatte deshalb auch keine großen Erwartungen, aber das Schreiben machte mir wahnsinnig viel Freude.

Die Resonanz zum ersten Auswanderer-Tagebuch über mein allererstes Jahr in der Türkei war unerwartet gut. Weitere Teile waren überhaupt nicht geplant. Doch viele Leser des ersten Teils von „Weißwurst mit türkischem Tee“ fragten mich in den sozialen Medien nach einer Fortsetzung. Deshalb entschied ich mich für einen zweiten Teil über das nächste Jahr. Es erschien unter dem selben Haupttitel als Teil 2 vor fast genau 12 Monaten.

NEX24: Nach „Weißwurst mit türkischem Tee“, Teil 2, erschien jetzt neu noch ein 3. Teil, wie kam es dazu?

Bütün: Der dritte Teil des Buches war ein reiner Zufall, ich hoffe, ein glücklicher Zufall für meine treuen Leser, die auf neuen Lesestoff gewartet haben. Ich hatte beim Schreiben gar nicht bemerkt, dass ich bereits mitten im dritten Jahr meiner Auswanderung angelangt war. Es zeigte bereits mehr als die doppelte Anzahl der geplanten Seiten an. Deshalb habe ich Jahr zwei von Jahr drei getrennt.

Ich wünschte mir das gleiche Format des ersten Buches, die Handlung über nur ein Jahr und es sollte kein dicker „Schinken“ werden, den man immer wieder weglegen muss, weil er zu viele Seiten hat. Ich selbst lese gerne im Flugzeug, aber bei dicken Büchern wurde ich nie fertig und ich verlor meistens danach den Faden.

Die Veröffentlichung sollte vier Wochen nach dem Erscheinen von Teil 2 im Dezember 2022 folgen. Allerdings musste ich es leider, weil mir die Zeit zur Korrektur und Fertigstellung fehlte, um ein Jahr verschieben. Jetzt ist es endlich fertig und ich hoffe, es macht meinen Lesern genauso viel Freude wie „Weißwurst mit türkischem Tee“, Teil 1 und 2!

NEX24: Abgesehen von Flüchtlingen lebten laut Statistik Ende des Jahres 2022 sage und schreibe 1.335 Millionen Menschen aus dem Ausland mit offizieller Aufenthaltserlaubnis in der Türkei . An erster Stelle stehen russische Staatsbürger mit 154.000 (Quelle). Die Zahl der Syrer, die mit einer offiziellen Aufenthaltserlaubnis leben, beträgt 100.000. Ukrainische Staatsbürger liegen mit 47.000 auf dem 9. Platz, gefolgt von Kasachstan mit 45.638 Personen.

Deutsche mit Aufenthaltserlaubnis werden 2022 unter „Sonstige“ in der Statistik, aufgeführt. Das heißt, sie liegen unter der Personenanzahl aus Kasachstan. Noch 2020 lagen die Deutschen in der Türkei mit 92.284 Personen an dritter Stelle. Demnach sind viele Deutsche wahrscheinlich nicht mehr im Land. Woran liegt das?

Bütün: Es gibt viele Gründe. Für mich ist einer der Hauptgründe: Viele Deutsche wandern erst endgültig nach der Rente im Alter von Anfang bis Mitte 60 aus. Überwiegend, auch bei mir in der Region, sind diese in den letzten 20 Jahren im hohen Alter von 80 oder mehr Jahren bereits verstorben.

Es kommen nicht mehr so viele nach, viele pendeln nur noch mit Touristen-Visum und werden daher nicht als Bürger registriert. Andere, jüngere Auswanderer erleiden manchmal finanziellen Schiffbruch, oder gehen nach dem Tod des Partners, einer Ehescheidung vom türkischen Partner oder hohem Alter oder/und schwerer Krankheit zurück.

NEX24: Die Türkei ist, nicht zuletzt durch die aktuellen politischen Geschehnisse wieder einmal in aller Munde. Haben Sie in ihrem Umfeld bemerkt, dass Deutsche deshalb wieder zurück nach Deutschland zurückkehren?

Bütün: Sicherlich gibt es auch Deutsche, die entweder das Land enttäuscht verlassen oder gar nicht mehr einwandern wollen – das ist, unter anderem, den Vermietern in der Antalya Provinz zu verdanken. Die meisten Deutschen lieben diese Provinz. Es herrscht richtiggehend Krieg zwischen Vermietern und Mietern, weil die Mieten ins Utopische getrieben werden, obwohl neue türkische Gesetze dies eindeutig verbieten.

Wucherpreise schrecken ab. ABER – es sind nicht nur die türkischen Vermieter, sondern speziell auch ausländische Wohnungsbesitzer aus Europa, die aktuell abstruse Euro-Mieten, vergleichbar mit Deutschlands Mieten verlangen. Viele Auswanderer sehen gar nicht, dass die eigenen Landsleute aus Europa an diesen Zuständen mitbeteiligt sind und ziehen es vor, nicht zu mieten und nur auf die türkischen Vermieter zu schimpfen.

Insbesondere deutsche Rentner haben auch manchmal kein Interesse mehr, sich im Alter durch einen Kauf zu binden und bleiben dann fern oder gehen zurück. Das ist, meiner Meinung nach, der geringere Teil.

NEX24: Woran liegt das?

Bütün: Viele russische und ukrainische Staatsbürger kamen nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine in die Türkei, vornehmlich in die Provinz Antalya, der bekannten Hochburg der Deutschen. Durch ihren Flüchtlingsstatus dachten einige Ukrainer, der türkische Staat bezahlt die Miete und es gab Berichte in der türkischen Presse darüber, dass die Mieten hoch geboten wurden, die Vermieter letztendlich auf ihren Kosten sitzen blieben, weil keiner die Miete bezahlt hatte und es noch nicht einmal verbindliche Mietverträge gab, die man geltend machen konnte.

Ich kenne einige Deutsche dort. Die Stimmung veränderte sich immer mehr, nicht zuletzt durch die maximale Ausländerquote von 20 Prozent, die dort in verschiedenen Stadtteilen langsam am Limit ist und die Aufenthaltserlaubnis für den Wunschort erschwert oder unmöglich macht.

Es wurden daher vom türkischen Staat einige Gesetze bezüglich Miete geändert, aber auch Voraussetzungen für den Erhalt einer Aufenthaltserlaubnis sind verschärft worden. Das ärgert viele Deutsche, die sich dort niederlassen möchten, aber finanziell nicht so gut gestellt sind. Trotzdem ist die Einwanderung in die Türkei immer noch einfacher. Umgekehrt haben Türken unter den Voraussetzungen, die die Türkei bietet, in Deutschland keine Chance auf ein Bleiberecht.

NEX24: Bedeutet das, wenn man die Statistik betrachtet – die bei Türken so beliebten deutschen Ehepartner sind ebenfalls nicht mehr gefragt?

Bütün: Nein, im Gegenteil! Laut Tübitak Statistik und trotz der veränderten Situation unter den Einwanderern, lagen deutsche Ehepartner bei den Türken im Land im Jahr 2022 immer noch ganz oben. (Quelle)

Die Eheschließungen von Türkinnen im Land, mit insgesamt 6.161 ausländischen Ehemännern (1,1 % aller Ehen), steht einer Zahl von ausländischen Bräuten mit 28.571, die türkische Männer heirateten, gegenüber. Diese machen 5 % aller türkischen Ehen aus.

Von diesen 6.161 ausländischen Ehemännern stammen 24,9 % aus Deutschland, etwas weniger als Männer aus Holland (30,4 %). Von allen ausländischen Bräuten türkischer Männern, kommen 32,4 % aus Deutschland, gefolgt von 13,2 Prozent Ehefrauen aus Syrien.

NEX24: Was raten Sie deutschen zukünftigen Ehepartnern, die in der Türkei bleiben möchten?

Bütün: Es gibt die Möglichkeit, nach drei Ehejahren die türkische Staatsbürgerschaft anzunehmen – allerdings unter der Voraussetzung einer vorherigen Genehmigung von Deutschland. Das kann ich nur jedem, der sich für einen türkischen Partner entscheidet, warm ans Herz legen. Denn es gibt keine Garantie, dass sich die Aufenthaltsgesetze nicht weiter verschärfen könnten. So ist man als Ehepartner für die Zukunft abgesichert.


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