Westjordanland
Anschlag in Israel: Auswärtiges Amt verurteilt Brandanschlag auf palästinensische Familien

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Berlin (dts) – Das Auswärtige Amt hat den Brandanschlag auf Wohnhäuser im Westjordanland, bei denen in der Nacht ein Kind ums Leben gekommen ist, als schockierend bezeichnet. „Die Bundesregierung verurteilt diesen unmenschlichen Terrorakt in aller Schärfe. Die Brutalität, mit der die Familien in ihren Wohnhäusern mit Brandsätzen angegriffen wurden, ist schockierend“, erklärte eine Sprecherin am Freitag in Berlin. „Wir trauern mit den Familien um den Tod des kleinen Kindes. Wir begrüßen es, dass die israelische Regierung diese Tat mit unmissverständlichen Worten verurteilt hat und der Verfolgung der Täter höchste Priorität einräumt.“  

EU-Afrika-Gipfel
Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will Jugendinitiative für Afrika

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Berlin (dts) – Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die EU-Kommission aufgefordert, eine Jugendinitiative für Afrika zu starten. In einem gemeinsamen Brief mit seinen französischen und niederländischen Amtskolleginnen an die EU-Außenbeauftragte Mogherini und Enwicklungskommissar Mimica, aus dem „Bild“ zitiert, fordert Müller, 500 Millionen Euro aus EU-Fördertöpfen vor allem in gezielte Job- und Austauschprogramme für junge Menschen in Afrika zu investieren. „Die junge Generation ist nicht nur die größte Herausforderung für Afrika, sie ist auch die größte Chance des Kontinents“, heißt es in dem Schreiben. Eine gezielte europäische Initiative für die afrikanische Jugend könne helfen, „um die eigentlichen Ursachen für Migration zu bekämpfen“. „Es muss Priorität der EU sein, einer Generation Chancen zu schaffen, die einen legitimen Anspruch darauf hat, ihre Lebensperspektive zu verbessern.“ Die Initiative soll beim nächsten Entwicklungsminister-Rat im Oktober beraten und auf dem geplanten EU-Afrika-Gipfel in Valletta verabschiedet werden, schlagen die Minister vor.  

Europa-League
BVB-Torschütze Hofmann: Wir hatten eine gute Ansprache vor dem Spiel

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Dortmund (dts) – Jonas Hofmann, BVB-Mittelfeldspieler und Torschütze im Europa-League-Qualispiel gegen den Wolfsberger AC, ist grundsätzlich zufrieden mit seinem ersten Pflichtspiel nach zwei schweren Verletzungen in der vergangenen Saison. „Wir sind froh, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Das ist ein gutes Resultat für das Rückspiel“, sagte er dem Sender „Sport1“. „Wir hatten vor dem Spiel eine sehr gute Ansprache – da hat man gemerkt, dass es einfach passt zwischen Trainer und Mannschaft. In den nächsten Wochen werden wir uns noch extrem weiterentwickeln.“ Der 23-Jährige ist nach seinem Einsatz optimistisch, was die Zukunft der Mannschaft unter Trainer Thomas Tuchel angeht. „Ich fühle mich gut und bin froh, dass mir der Trainer das Vertrauen gibt. Mit dem Tor konnte ich es ihm ein bisschen zurückzahlen. Es hätte sicherlich etwas besser laufen können – aber daran arbeiten wir.“  

Nato-Partner Deutschland
„Krieg des Erdogan“: Linke und Grüne stellen deutschen Patriot-Einsatz in der Türkei infrage

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Berlin/Ankara (dts) – Angesichts des türkischen Vorgehens gegen Kurden im Nordirak plädieren Politiker von Linken und Grünen, einen Abzug der deutschen Bundeswehrsoldaten aus der Türkei in Betracht zu ziehen. Wenn der Krieg des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegen die Kurden eskaliere, „muss ein Rückzug der deutschen Soldaten ernsthaft geprüft werden“, sagte der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin dem „Handelsblatt“. Er verwies zugleich auf die Zuspitzung der Lage im Süden der Türkei und nannte es „abenteuerlich“, wenn die Bundesregierung behaupte, die Lage der dort eingesetzten Bundeswehrsoldaten habe sich nicht geändert Die Grünen-Verteidigungspolitikerin Katja Keul warf Erdogan vor, den Anschlag des IS auf türkischem Boden zum Anlass zu nehmen, den Friedensprozess mit den Kurden aufzukündigen und Innenpolitik mit militärischen Mitteln zu betreiben. „Einer Fortsetzung des Patriot-Einsatzes ist damit endgültig die Grundlage entzogen“, sagte Keul dem „Handelsblatt“ Linkspartei-Chef Bernd Riexinger forderte die Bundesregierung auf, sich nicht weiter zum „Komplizen der verheerenden Politik Erdogans“ zu machen, dem zum Erhalt seiner eigentlich schon verlorenen Macht jedes Mittel recht sei. „Die Patriot-Raketen müssen abgezogen und Rüstungsexporte in die Türkei gestoppt werden“, sagte Riexinger dem „Handelsblatt“. „Alles andere wäre letztendlich eine Unterstützung der Terroristen des so genannten Islamischen Staates.“ Deutschland dürfe sich nicht mitschuldig an dessen Gräueltaten machen.  

Krieg gegen den Terror
Türkei: Justiz ermittelt gegen HDP-Chef Demirtas wegen Aufruf zu bewaffneten Protesten

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Ankara (nex) – Die türkische Justiz hat nach Berichten der Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi zufolge offenbar Ermittlungen gegen den Chef der PKK-nahen Oppositionspartei HDP, Selahattin Demirtas, eingeleitet. Erst vor wenigen Tagen hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in einer Ansprache verkündet, dass gegen Politiker der HDP vorgegangen werden wird, falls ihnen Verbindungen zu Terroristen nachgewiesen werden können. Demirtas soll nach Berichten der Anklagebehörde in Diyarbakir zufolge im Oktober vergangenen Jahres Kurden zu bewaffneten Protesten angestachelt haben. Daraus resultierte offenbar, dass zahlreiche Menschen bei Zusammenstößen der gegnerischen Gruppen ums Leben kamen. Die HDP unterhält zudem enge Verbindungen zur PKK. Der Konflikt zwischen der Türkei und der Terrororganisation ist in den vergangenen Wochen eskaliert, nachdem ein Anschlag auf die Grenzstadt Suruc verübt wurde und die türkische Armee daraufhin Offensiven gegen die PKK und IS begonnen hat.

Spionage
Netzpolitik.org wegen Landesverrat angezeigt

Berlin (nex) – Inhalt der als „Verschlussache – vertraulich“ eingestuften Berichte des Verfassungsschutzes sind der Aufbau einer neuen Einheit seitens des Haushaltsausschusses des Bundestages zur Überwachung des Internets. Dadurch sollen Verbindungen und Profile von radikalen Gruppen und Personen sowie Extremisten in sozialen Netzwerken wie Facebook analysiert und überwacht werden. Nachdem bekannt wurde, dass Netzpolitik.org diese Berichte veröffentlicht hat, erstattete Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Strafanzeige beim Landeskriminalamt in Berlin. Generalbundesanwalt Harald Range eröffnet jetzt ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Landesverrats gegen die Verantwortlichen des Blogs. Nach deutschem Strafrecht ist Landesverrat ein in § 94 StGB geregeltes Verbrechen, das sich gegen die äußere Sicherheit und den Bestand des Staates richtet. Das Delikt des Landesverrates ist die Kernstraftat der Spionage. Landesverrat begeht, wer ein Staatsgeheimnis einer fremden Macht oder einem ihrer Mittelsmänner mitteilt oder sonst an einen Unbefugten gelangen lässt oder öffentlich bekanntmacht, um die Bundesrepublik Deutschland zu benachteiligen oder eine fremde Macht zu begünstigen und dadurch die Gefahr eines schweren Nachteils für die äußere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland herbeiführt.

Diskussion im deutschen Parlament
Türkei bald ohne Patriotabwehrraketen?

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Berlin (dts) – Der Deutsche Bundeswehrverband schließt einen vorzeitigen Abzug der deutschen „Patriot“-Flugabwehrraketen aus der Türkei wegen der veränderten Rahmenbedingungen des Konflikts nicht aus. Ein solcher Abzug „darf kein Tabu sein und muss im Parlament diskutiert werden“, sagte der Bundesvorsitzende der Interessenvertretung der deutschen Soldaten, Oberstleutnant André Wüstner, der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe). Doch trotz der Gefahr möglicher Terroranschläge nach den jüngsten Angriffen der Türkei auf Kurden gelte nach wie vor der Nato-Auftrag, die türkische Bevölkerung vor Angriffen aus der Luft zu schützen. „Das ist eine wichtige Verpflichtung gerade für Deutschland, das in dieser Legislaturperiode wieder mehr Verlässlichkeit in der Nato unter Beweis stellen möchte.“ Wüstner erinnerte auch an die immer wieder beklagte Überlastung der nur wenigen deutschen Flugabwehr-Spezialisten und empfahl den vorübergehenden Wechsel mit einem anderen Nato-Land: „Die mangelhafte Durchhaltefähigkeit der deutschen Flugabwehrkräfte darf nicht aus den Augen verloren werden: Eine Rotation innerhalb der Nato ist dringend anzuraten. Dadurch hätten die deutschen Verbände endlich Gelegenheit zur Regeneration.“

Asylpolitik
62 Prozent der Deutschen für schnellere Asylverfahren

Berlin (dts) – 62 Prozent der Bundesbürger wünschen sich schnellere Asylverfahren für Flüchtlinge, die nicht aufgrund von Kriegen in ihrer Heimat nach Deutschland kommen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA für „Bild“. Am stärksten wird die Forderung von Wählern der AfD (86 Prozent) und der Union (71 Prozent) unterstützt, am geringsten von Grünen-Anhängern (46 Prozent). Bei älteren Befragten ab dem 55. Lebensjahr ist die Quote derer, die schnellere Verfahren fordern, mit 68 Prozent besonders hoch. Von den 18- bis 24-Jährigen verlangen 53 Prozent nach schnellerer Abschiebung von Flüchtlingen, die nicht aus Kriegsgebieten kommen. Die Befragung mit 2.167 Befragten ist nach Angaben von INSA „repräsentativ“.

Adipositas
Studie: Fettleibigkeit wird unterschätzt

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Berlin (dts) – Adipositas wird von deutschen Ärzten oft zu spät diagnostiziert – mit fatalen Folgen für Krankenkassen und Patienten. Das ist das Ergebnis von Untersuchungen der Barmer GEK an ihren 3,5 Millionen Versicherten, über die das „Handelsblatt“ berichtet (Donnerstagausgabe). Unter Übergewicht leiden 51 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen nach Ergebnissen des aktuellen Mikrozensus. Jeder Dritte müsste aus medizinischen Gründen abnehmen. Trotzdem fand die Barmer heraus, dass nur bei elf Prozent der Versicherten Übergewicht überhaupt diagnostiziert wurde. Umso eifriger therapiert werden aber Folge- und Begleiterkrankungen wie Rücken- und Gelenkverschleiß, Bluthochdruck, Diabetes oder Herzkrankheiten. Das Geld, das die Krankenkassen bei der Therapie der Krankheitsursache Übergewicht sparen, legen sie doppelt und dreifach bei der Behandlung der meist chronisch verlaufenden Folgeerkrankungen drauf – sehr zur Freude der Pharmaindustrie, die mit Medikamenten gegen chronische Erkrankungen bisher ein verlässlich wachsendes Geschäftsfeld hat. Nach den Untersuchungen der Barmer gibt es auch Anhaltspunkte dafür, dass operative Eingriffe mit dem Ziel den Magen zu verkleinern oder die Aufnahme eines Teil der aufgenommen Nahrung in den Körper zu verhindern in Deutschland zu spät vorgenommen werden. Durch solche Operationen können auch Folgeerkrankungen wie Diabetes geheilt werden – und dies kann dauerhaft zu niedrigeren Behandlungskosten führen. Vor einer Ausweitung der Operationen müsse allerdings geprüft werden, ob sich ähnliche Ergebnisse nicht auch durch eine konservative Therapie erzielen lassen, so Ursula Marschall, die medizinische Leiterin der Barmer GEK.

PKK
Deutschland ist gegen unabhängigen Kurdenstaat

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BERLIN (nex) „Deutschland ist gegen einen unabhängigen kurdischen Staat“, sagt die stellvertretende Sprecherin des Außenministeriums Sawsan Chebli in einer Pressekonferenz am Mittwoch. “Deutschlands Position hat sich nicht geändert, wir sind nach wie vor gegen einen kurdischen Staat. Wir glauben auch nicht daran, dass neue Grenzlinien in diesem Gebiet notwendig sind”, ist Cheblis Antwort auf die Frage bezüglich der neuesten Entwicklungen in der Türkei, dem Irak und Syrien. Die deutsche Regierung hat das Recht der Türkei auf Verteidigung gegen die steigenden Zahlen von Anschlägen seitens terroristischer Organisationen anerkannt und bekundet gleichzeitig ihre Solidarität im Kampf gegen den Terrorismus. Allerdings drängt  Berlin weiterhin auf eine proportionale Antwort bezüglich der Anstrengungen eine politische Lösung, um den jahrzehntelangen Konflikt mit der Terrororganisation PKK zu beenden. Sawsan Chebli gibt bekannt, dass der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier die neuesten Entwicklungen in den kurdischen Gebieten mit dem irakisch-kurdischen Führer Masoud Barzani während eines Telefonates am Dienstag besprochen hat.“Unser Außenminister Herr Steinmeiner und Präsident Barzani sind sich einig, dass die Türkei und die PKK zum Friedensprozess zurückkehren sollten, weil eine Eskalation in der Situation nur den Extremisten hilft“. Der politische Direktor des deutschen Außenministeriums wird am kommenden Donnerstag nach Ankara reisen, um an Gesprächen mit türkischen Abgeordneten teilzunehmen.  Es soll über den neuesten Stand der Dinge in der Region und den geplanten Anti-Terror-Operationen der Türkei gegen die PKK und IS berichten werden. Die  PKK ist in der Türkei, den Vereinigten Staaten und innerhalb der Europäischen Union als Terrororganisation verzeichnet.